Death In Venice; A Dance Death by John Neumeier; Hamburg Ballett (Lloyd Riggins, Edvin Revazov, Laura Cazzaniga u.a.); 1 Blu-ray Arthaus Musik 109275; Bild 16:9; Stereo; Aufnahme 2004, Blu-ray Veröffentlichung 11/2016 (120' + 59') - Rezension von Norbert Tischer

Nach der Novelle ‘Tod in Venedig’ von Thomas Mann schuf John Neumeier ein ebenso originelles wie fantasievolles und letztlich auch berührendes Tanztheater. Aschenbach ist bei Neumeier kein Schriftsteller, sondern ein Choreograf. Das verhindert nicht, dass die in der Erzählung vorgeführte Gegenüberstellung von Denken und Fühlen, von Vernunft und Sinnlichkeit in dem Ballett mustergültig zum Ausdruck kommt, zu Musik von Johann Sebastian Bach und Richard Wagner. Read More →

Alban Berg: Wozzeck; Christian Gerhaher (Wozzeck), Brandon Jovanovich (Tambormajor), Lars Woldt (Doktor), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Kapitän), Grun-Brit Barkmin (Marie), Mauro Peter (Andres), Züricher Opernchor, Philharmonia Zürich, Fabio Luisi; Regie: Andreas Homoki; 1 DVD Accentus Music ACC20363; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme Live 09/2015, Veröffentlichung 10/2016 (101') – Rezension von Remy Franck

Wie intelligent ist Wozzeck? Sehr intelligent, wenn man Christian Gerhaher sieht. Am Anfang zeigt das ein oft sehr wacher Blick. Nur wird dieser Blick im Laufe der Oper immer gestörter. Gerhahers Zeichnung der Figur ist genial, denn er zeigt eine Entwicklung bei Wozzeck, er hilft uns zu verstehen, was mit diesem Charakter passiert. Read More →

Hans van Manen: Déjà vu, Solo, Kammerballett, The old man and me, Frank Bridge Variations, Two pieces for HET; Het Nationale Ballet, Nederlands Dans Theater; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109 283; Stereo; Bild 16:9; Aufnahmen 2000-2007, Blu-ray Veröffentlichung 11/2016 (140') – Rezension von Norbert Tischer

Hier haben wir es mit einem exzellenten Portrait des Choreographen Hans van Manen zu tun, mit sechs seiner choreographischen Arbeiten, wunderbar getanzt vom ‘Nederlands Dans Theater’ und dem ‘Het National Ballet’, sei es nun im Duo oder in der Gruppe. Hans van Manen zeichnet sich durch eher klassische Choreographien aus, die in einer klaren Sprache leicht wieder erkennbare Bilder liefern. Den Armen kommt bei ihm eine besonders expressive Rolle zu, während die Beine eine der klassischen Technik eigene Komplexität artikulieren. Das ergibt eine elegante Einfachheit des Ausdrucks, und sogar in ‘The old man and me’, mit seinem humorvollen Blick auf ein schlecht zueinander passendes Paar, kann der Zuschauer neue Perspektiven entdecken. Read More →

Philip Glass/Robert Wilson: Einstein on the Beach; Lucinda Childs Dance Company, Philip Glass Ensemble, Michael Riesman; 2 DVDs Opus Arte OA1178D; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme 01/2014, Veröffentlichung 10/2016 (264') – Rezension von Remy Franck

Am Anfang waren ein genauer Plan, ein Ablauf, keine Handlung, Bilder und mehrere Rahmen, die Robert Wilson und Philip Glass dann mit alles Anderem als opernhaften Inhalten füllten. Und dennoch nannten die beiden Oper, was im besten Sinne Musiktheater ist, eines der ungewöhnlichsten und zugleich attraktivsten Musiktheaterwerke der letzten fünfzig Jahre. Read More →

Giuseppe Verdi: Aida; Kristin Lewis (Aida), Marco Berti (Radames), Anita Rachvelishvili (Amneris), Mark S. Doss (Amonasro), In-Sung Sin (Il Re), Giacomo Prestia (Ramfis), Orchestra e Coro del Teatro Regio di Torino, Gianandrea Noseda; Inszenierung: William Friedkin; 1 Blu-ray C Major 737004; Livemitschnitt 10/2015, Veröffentlichung 10/2016 (184') – Rezension von Remy Franck

Diese ‘Aida’ ist eine richtige ‘Aida’, denn auch wenn so manches in der Dekoration stilisiert wurde, bleibt die altägyptische Atmosphäre erhalten, trotz der der vielen kahlgeschorenen Choristen und Tänzer – welch ein inszenierungstechnischer Geistesblitz! Immerhin: die Inszenierung stört nicht, aber sie fällt auch nicht durch Genialität auf. ‘Aidas’ in traditioneller Aufmachung hat es bessere gegeben. Read More →

Georg Friedrich Händel: Saul; Christopher Purves (Saul/Apparition of Samuel), Iestyn Davies (David), Lucy Crowe (Merab), Sophie Bevan (Michal), Paul Appleby (Jonathan), Benjamin Hulett (Abner/High priest / Amalekite / Doeg), John Grahma-Hall (Witch of Endor); Inszenierung: Barrie Kosky; The Glyndebourne Chorus, Orchestra of the Age of Enlightenment, Ivor Bolton; 1 Blu-ray Opus Arte OA BD7205 D; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme 07/2015; Blu-ray-Veröffentlichung 06/2016 (185') – Rezension von Manuel Ribeiro


‘Saul’ ist eigentlich keine Oper von Händel, sondern, nach seinen eigenen Worten, « ein Oratorium in englischer Sprache“. Die italienische Oper war schon lange von den Briten als altmodisch angegriffen worden und nicht mehr besonders beliebt, unter anderem auch aus kulturpolitischen und finanziellen Gründen. Das Oratorium war zwar ebenfalls ein fremdes Genre, scheint aber damals in der Gunst des Londoner Publikums geblieben zu sein. Die 16 biblischen Oratorien von Händel kamen gelegen und passten zu den Erwartungen der Aristokratie und der anglikanischen Kirche. Read More →

Ludwig van Beethoven: Violinkonzert op. 61; Felix Mendelssohn: Violinkonzert op. 64; Joh. Sebastian Bach: Partita Nr. 1 BWV1002 (Sarabande), Partita Nr. 2 BWV 1004 (Sarabande); Nicolaj Znaider, Violine, Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly; 1 DVD Accentus Music ACC20345; Bild 16:9; Stereo & Surround; Live 2012/2014, Veröffentlichung 02/2016 (84'49) – Rezension von Remy Franck

Das Beethoven-Konzert auf dieser DVD ist, was die Interpretation anbelangt, sicher nicht innovativ, aber wir hören hier zweifellos eine sehr gute Einspielung. Znaider und Chailly haben eine höchst erfüllte, von größter Sensibilität und beherzter Spontaneität getragene Interpretation geschaffen, in der nirgends Klangpauschalität auszumachen ist. Die differenzierte Charakterisierung der Themen, der wirkliche Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester (besonders den Holzbläsern) lassen diese Version des Beethoven-Konzerts richtig aufregend werden. Es ist im Grunde eine romantische Fassung, in der die Bedeutungsschwere dem Werk durchaus nicht vorenthalten wird. Read More →

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 5, Lieder aus 'Des Knaben Wunderhorn'; Matthias Goerne, Bariton, Lucerne Festival Orchestra, Andris Nelsons; 1 DVD Accentus Music ACC20354; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme 08/2015, Veröffentlichung 05/2016 (122'29) – Rezension von Remy Franck

Und wieder einmal stehen wir quasi fassungslos vor dem Stimmphänomen Matthias Goerne: Kaum ein anderer Sänger kann so schön und bedeutungsvoll leise singen, kaum einer hat die Atemtechnik, um bei so wenig Volumen noch überhaupt zu singen, zu phrasieren, zu artikulieren, Spannung zu vermitteln. Das macht seine ‘Wunderhorn’-Lieder in diesem Livemitschnitt vom Luzerner Festival so exzeptionell. Read More →

Ludwig van Beethoven: Symphonien Nr. 1-9; Ricarda Merbeth, Sopran, Daniela Sindram, Mezzosopran, Robert Dean Smith, Tenor, Günther Groissbock, Bass, Choeurs & Orchestre de l’Opéra National de Paris, Philippe Jordan; 3 Blu-ray Arthaus Musik 109249; Liveaufnahmen 2014/2015, Veröffentlichung 09/2016 (405 + 52' Porträt Ph. Jordan) – Rezension von Remy Franck

Wo ist der Mehrwert? Diese Frage stellt sich zwangsläufig, wenn ein neuer Beethoven-Zyklus auf den Markt kommt. Für die Pariser Opernfans  ist es sicher die Gelegenheit, das Orchester einmal nicht im Graben, sondern auf der Bühne zu erleben. Und die Qualität des Orchesters ist allemal schon eine schöne Überraschung. Read More →

Car Men (Transkriptionen aus Bizets Carmen); Silent Cries (Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune) La Cathédrale engloutie (Debussy: La Cathédrale engloutie); Sabine Kupferberg, Gioconda Barbuto, David Krügel, Karel Hruska, Jeanne Solan, Karen Tims, Nils Christe, Eric McCullough; Choreographie: Jirí Kylian; Nederlands Dans Theater; Concertgebouworkest, Bernard Haitink, Nico de Rooy, Klavier; 1 Blu-ray Arthaus 109279; PCM Stereo; Bild 4:3; Aufnahmen 1983, 1987, 2006, Blu-ray-Veröffentlichung 30/09/2016 (61') – Rezension von Remy Franck

Drei hinreißende geniale Ballett-Filme von Jiri Kylian sind auf dieser Blu-ray zu sehen: das Solo ‘Silent Cries’, in dem eine der ausdruckstärksten Tänzerinnen ihrer Zeit zu Debussys ‘Prélude à l’après-midi d’un faune’ tanzt, die Ballettstudie ‘La Cathédrale engloutie’ und der 2006 gemeinsam mit dem holländischen Filmemacher Boris Paval Conen gedrehte Schwarz-Weiß-Streifen Car Men. Read More →

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