CELEBRATING VERDI
Und dann zum Schluss dieser Kurzkritiken noch eine Verdi-Blu-ray, die gegen Ende des vergangenen Verdi-Jahres herauskam und unter dem Titel ‘Celebrating Verdi’ eine knapp einstündige Zusammenstellung älterer Schwarz-weiß Aufnahmen enthält, die Idéale Audience zusammengestellt hat.
Den Anfang macht  Arturo Toscanini mit dem NBC Orchestra in der 1943 aufgezeichneten, fein ziselierten und ungemein spannungsvollen Ouvertüre zu ‘La Forza del Destino’. Herausragend sind auch die beiden Interpretationen Carl Maria Giulinis mit dem ‘New Philharmonia Orchestra’ (1968): die Ouvertüre zu ‘I vespri siciliani’ und das ‘Stabat Mater’ aus den ‘Quattro pezzi sacri’. Tito Gobbi ist in zwei Arien zu hören, ‘Ehi! Taverniere!’ aus ‘Falstaff’ und Jagos Credo aus ‘Otello’. Die darstellende Wortgewalt der 1967 entstandenen Aufnahmen ist phänomenal. Abschließend singt Elisabeth Schwarzkopf ‘La canzon del Salice’ und das ‘Ave Maria’ aus dem ‘Otello’. Die Aufnahmen entstanden 1967 in Paris. Die damals 52-jährige Schwarzkopf liefert damit ein Musterbeispiel der Verbindung von perfekter Technik und interpretatorischer Durchdringung der Rolle (3079084). Read More →

Wolfgang A. Mozart: Don Giovanni; Thomas Allen (Don Giovanni), Carolyn James (Donna Anna), Carol Vaness (Elvira), K.M. Sandve (Ottavio), Ferrucio Furlanetto (Leporello), Andrea Rost (Zerlina), Reinhard Dorn (Masetto) Matthias Hölle (Komtur); Gürzenich Orchester Köln, Chor der Köler Oper; James Conlon; Inszenierung: Michael Hampe; Bildregie: José Montes-Baquer; 1 DVD Arthaus Musik 102 319; Stereo; Bildformat: 4:3; 1991 (173) – Rezension von Remy Franck

Dieses DVD, von Arthaus wiederveröffentlicht, zeigt Michael Hampes klassische ‘Don Giovanni’-Inszenierung aus Köln, die uns Mozarts ‘dramma giocoso’ als ‘große Oper’ präsentiert. Die Inszenierung ist extrem textbezogen: jede Geste und jeder Blick scheint aus dem Text abgeleitet zu sein. Das wird im Film durch eine exzellente und dramaturgisch aufgebaute Bildregie unterstrichen. Read More →

Jake Heggie: Moby Dick; Jay Hunter Morris (Captain Ahab), Stephen Costello (Greenhorn), Jonathan Lemalu (Queequeg), Morgan Smith (Starbuck), Talise Trevigne (Pip), Matthew O’Neill (Flask), Robert Orth (Stubb), The San Francisco Opera Orchestra and Chorus, Patrick Summers; Inszenierung: Leonard Foglia; 1 Blu-ray Euroarts 259654; Bild HD 16:9; Stereo & Surround; Live 2012 (142') – Rezension von Remy Franck

Kein Zweifel, Herman Melvilles Roman ‘Moby-Dick’ taugt vorzüglich als Opernstoff. Jake Heggie beweist es mit dieser textlich von Gene Scheer betreuten Adaptation, die in packenden Chorszenen, Monologen, Duetten und Ensembles das Verbissene in Captain Ahabs Haltung überaus deutlich werden lässt. Mit nur einer Frauenstimme, die zudem noch zu einer Hosenrolle gehört, ist die Musik von größter Klarheit und Intensität. Es wird viel laut gesungen, aber das gehört wohl zum rauen Umfeld. Es gibt Anleihen bei der Volksmusik, aber auch sonst viel Melodisches in einer Partitur, die zu Heggies besten gehört. Read More →

Christoph Willibald Gluck: Alceste, Pariser Version 1776; Catherine Naglestad (Alceste), Donald Kaasch (Admeto), Bernhard Schneider (Évandre), Johan Rydh (Hohepriester/Thanatos), Motti Kastón (Apollo), Michael Ebbecke (Herakles), Wolfgang Probst (Herold), Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart, Constantinos Carydis; Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito; Bild 16:9; Surround & Stereo; 2006 -- Iphigénie en Tauride; Juliette Galstian, Rodney Gilfry, Deon van der Walt, Anton Scharinger, Zurich Opera’s Orchestra La Scintilla, William Christie; Stereo & Surround; Bild: 16:9; 2001 -- Orfeo ed Euridice: Jochen Kowalski (Orfeo) Gillian Webster (Euridice), Jeremy Budd (Amore), William Edwards (Amore double); Jean-Pierre Blanchard (Orfeo double); Chor & Orchester des Royal Opera House London, Hartmut Haenchen; Inszenierung: Harry Kupfer; Bild 4:3; Stereo; Live 1991; 3 DVDs Arthaus 107 540 (165'; 166’ 83') – Rezensionen von ehj, Alain Steffen und Remy Franck

Zum 300. Geburtstag von Christoph Willibald Gluck fasst Arthaus Musik drei erfolgreiche Opernproduktion in einer Geburtstagsbox zusammen. Da ist zunächst einmal die Stuttgarter ‘Alceste’ von 2006. Jossi Wieler gehört zu den Star-Regisseuren, durch die sich die Stuttgarter Staatsoper unter der Intendanz von Klaus Zehelein als Aushängeschild in Sachen modernes deutsches Regietheater etabliert hat. Auch im letzten Jahr ihrer Zusammenarbeit ist Wieler zusammen mit Sergio Morabito unter Zehelein eine Produktion gelungen, die von der Kritik bereits zur Opernproduktion des Jahres 2006 gekürt wurde. Glucks große Reformoper wird hier in der erfolgreichen französischen Version verstärkt auf das religiös-kultische Element abgeklopft: als kleines Schock-Moment wird die mythische Götterverehrung schlicht auf eine evangelikal anmutende christliche Glaubensgemeinschaft übertragen. Read More →

Johannes Brahms: Symphonien Nr. 1-4; Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann; 2 Blu-ray C-Major 715204; Bild HD 16:9; Surround & Stereo; 2013 (260'+52') - Rezension von Remy Franck

Wenige Monate nach dem Leipziger Brahms mit Chailly (CD, Decca) kommt nun ein Video-Brahms aus der Nachbarstadt Dresden, mit Christian Thielemann. Es handelt sich um Konzertmitschnitte aus der Semperoper Dresden (Nr. 2 & 4) und der NHK Hall Toyko (Nr. 1 & 3), mit einem 52-minütigen Interview mit Christian Thielemann über die Brahms-Symphonien, sowie seine Sichtweise und seinen Interpretationsansatz. Read More →

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9; Junge Deutsche Philharmonie, Jonathan Nott; 1 DVD jdph ohne Nummer; Stereo; Bild 16:9; Live 3/13 (71') – Rezension von Remy Franck

Im März 2013 spielte die ‘Junge Deutsche Philharmonie’ in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Jonathan Nott Gustav Mahlers Symphonie Nr. 9. Der Live-Mitschnitt ist nun auf DVD erschienen. Notts ausdrucksstarke und extrem transparente Interpretation wird der komplexen Partitur vollauf gerecht. Weltschmerz und Todesahnungen werden ebenso sehr deutlich wie das Groteske und die Ironie. Read More →

Gaetano Donizetti: Don Pasquale; Eva Mei, Alessandro Corbelli, Antonino Siragusa, Orchester & Chor des Teatro Lirico-Cagliari, Gérard Korsten; 1 DVD Arthaus Musik 107251; Surround & Stereo; Bild 16:9; 2/02 (121'+ 31' Dokumentation) - Rezension von Alain Steffen

Eine konservative, aber unterhaltsame Inszenierung mit guten musikalischen Leistungen machen diesen ‘Don Pasquale’ sehenswert. Das fulminante Dirigat von Gérard Korsten wird dem komödiantischen Charakter der Oper vollends gerecht, und das Orchester des ‘Teatro Lirico, Cagliari’ spielt erstaunlich gut. Wenn Eva Mei auch aus der Rolle der Norina herausgewachsen ist und ihr die Koloraturen nicht mehr so selbstverständlich gelingen wie früher, so bietet sie doch hervorragenden Gesang.

Ihre beiden männlichen Partner Allessandro Corbelli (Don Pasquale) und Antonino Saragusa (Ernesto) sind unterschiedlich. Saragusa besitzt für mein Empfinden nicht die Tessitura für die Rolle. Zudem besitzt sein sehr heller, fast näselnder Tenor recht wenig Charme. Read More →

Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann; Michael Spyres (Hoffmann), Kathleen Kim (Olympia), Natalie Dessay (Antonia), Tatiana Pavlovskaya (Giulietta), Michèle Losier (La muse, Nicklausse), Laurent Naouri (Lindorf, Coppélius, Docteur Miracle, Dapertutto), Manel Esteve (Spalanzani), Carlos Chausson (Crespel), Isaac Galán (Peter Schlémil), Francisco Vas (Andrès, Cochenille, Frantz, Pitichinaccio); Chor und Orchester des Gran Teatre del Liceu, Stéphane Denève; Inszenierung: Laurent Pelly; 2 DVDs Erato 2564636914; Live 2/13 (183') – Rezension von Remy Franck

Grau ist Hoffmanns Welt, grau und surrealistisch. Das passt. Die Bühne von Chantal Thomas schafft einen sehr guten Rahmen, der es dem Zuhörer erlaubt, sich auf das ‘Singspiel’ zu konzentrieren, das Laurent Pelly mit viel Phantasie und einer zynischen Lust inszeniert.

Stéphane Denève dirigiert die vervollständigte Fassung der Oper von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck. Dem französischen Dirigenten gelingt ein flüssiges Dirigat, das auch Chor, Solisten und Orchester recht gut ausbalanciert. Nach einigem Wackeln am Anfang bleibt das Ensemble im weiteren Verlauf schön zusammen und beeindruckt durch ein hohes musikalisches Niveau. Die Choristen sind im übrigen, von Pelly bestens einstudiert, vorzügliche Schauspieler. Read More →

Giuseppe Verdi: Simon Boccanegra; Leo Nucci (Simon Boccanegra), Roberto Scandiuzzi (Jocopo Fiesco), Simone Piazzola (Paolo Albiani), Paolo Pecchioli (Pietro), Tamar Iveri (Amelia/Maria Boccanegra), Francesco Meli (Gebrilei Adorno), Orchestra e Coro del Teatro Regio di Parma, Daniele Callageri, Inszenierung: Giorgio Gallione; 1 Blu-ray C-Major 724104; Stereo & Surround; Bild 16:9; 2010 (148 min) – Rezension von Manuel Ribeiro

‘Simon Boccanegra’ ist eine Musteroper, wenn es darum geht, die Qualitäten eines richtigen Verdi-Baritons herauszustellen. Die vorliegende Disc gehört zur Reihe ‘Tutto Verdi’ und ist eine der besten aus dieser Produktion. Die Besetzung ist vorzüglich, Inszenierung, Set und Kostüme sind sehr traditionell. Die Inszenierung arbeitet leider die dramatische Kraft der Oper nicht genügend heraus. Read More →

Giacomo Meyerbeer: Robert le diable; Bryan Hymel (Robert), John Relyea (Bertram), Marina Poplosvskaya (Alice), Patrizia Ciofi (Isabelle), Jean-François Borras (Raimbaut), Nicolas Courjal (Alberti), Royal Opera Chorus, Orchestra of the Royal Opera House, Daniel Oren; Inszenierung: Laurent Pelly; 1 Blu-ray Opus Arte OA BD7121 D; Bild 16:9; Stereo & Surround; 2012 (211 min) – Rezension von Manuel Ribeiro

‘Robert le diable’ ist Giacomo Meyerbeers zehnte Oper und die erste, die in Paris gezeigt wurde. Das Libretto von G. Kobbé wurde als grotesk, um nicht zu sagen absurd bezeichnet, aber Meyerbeers Musik hilft uns über diese Nachteile hinweg. Die Uraufführung der monumentalen Oper war denn auch ein Riesenerfolg. Dennoch verschwand das Werk relativ schnell von den Bühnen und wird nur noch selten aufgeführt.

Dieses Video beinhaltet eine begeisternde Produktion des Königlichen Opernhauses Covent Garden. Das recht einfache Bühnenbild besticht durch seine Farb- und Lichteffekte von großer Ästhetik und seine wunderbaren Kostüme. Laurent Pellys Inszenierung ist klar strukturiert und effizient. Read More →

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