Bildluxus und Klangkatastrophe: Die 2012 in der Arena von Verona mitgeschnittene Aufführung von Verdis ‘Aida’ präsentiert diese Oper in der Opulenz der Arenen-Originalinszenierung von 1913. Alle Kostüme, die Regieführung und alle Bühnenbilder gleichen denen der historischen Produktion. 200 Statisten, 164 Chormitglieder, 60 Mitglieder des Ballettes, 14 Kinder und 35 kostümierte Musiker wirken neben den Solisten und dem Orchester mit.  So weit, so gut. Wären da nur nicht die schrecklichen Sänger (Marco Berti als Radames, Hui He als Aida, Andrea Ulbrich als Amneris, …). Read More →

Leos Janacek: The Cunning Little Vixen (Das schlaue Füchslein); Quinn Kelsey, Isabel Bayrakdarian, Judith Christin, Dennis Petersen, Kevin Langan, Gustav Belacek, Frederico Lepre, Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino, Seiji Ozawa; Inszenierung: Laurent Pelly; 1 Blu-ray Arthaus Musik 108 094 (DVD: 101 697); Stereo & surround; Image HD 16:9; 2009 (103') – Rezension von Manuel Ribeiro

‘The Cunning Little Vixen’ (Das schlaue Füchslein) von Leos Janacek ist ein verkanntes Werk, das jedoch in Sachen Wirkung auf den Zuschauer ein großes Potenzial hat. In dieser Produktion zeigt Regisseur Laurent Pelly viel Kreativität, um den schönen musikalischen Farben von Janacek und der poetischen Idee des Librettos mit seiner Inszenierung gerecht zu werden. Auf einer märchenhaften, fantasievoll ausgestatteten Bühne erzählt Pelly Janaceks heiter besinnliche Parabel über die Vergänglichkeit aller Lebewesen ideenreich und mit gut dosiertem Witz. Read More →

Giuseppe Verdi: Messa da Requiem; Ildebrando D'Arcangelo, Vittorio Grigolo, Michelle DeYoung, LA Master Chorale, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Gustavo Dudamel; 1 Blu-ray C-major 9713; Surround & Stereo; Bild HD 16:9; Live 2013 (116') - Rezension von Remy Franck

Das muss ich Gustavo Dudamel hoch anrechnen: Er macht aus Verdis Requiem kein Showstück, sondern gibt dem liturgischen Chorwerk eine Dimension, die sowohl der Dramatik der Musik als auch der spirituellen Seite gerecht wird. Sogar der emotionale Charakter der Komposition kommt, außer wenn Grigolo singt, mit erstaunlicher Justesse zum Ausdruck – und das ist richtig, wenn man bedenkt, dass Verdis Requiem zunächst ein Requiem für die Hinterbliebenen ist. Read More →

Wolfgang Fortner: Die Bluthochzeit; Dalia Schaechter (Mutter), Banu Böke (Braut), Joslyn Rechter (Magd), Miriam Ritter (Leonardos Frau), Cornelia Berger (Leonardos Schwiegemutter), Ingeborg Wolff (Bettlerin/Tod/Nachbarin), Gregor Henze (Bräutigam), Stephan Ullrich (Brautvater), Chor der Wuppertaler Bühnen, Sinfonieorchester Wuppertal, Hilary Griffiths; Regie: Christian von Götz; 1 DVD Wergo MV 0807 5, Stereo & Surround; Bild 16:9; 2013 (132 min) - Rezension von Manuel Ribeiro

Die 1957 uraufgeführte Oper ‘Die Bluthochzeit’ beruht auf der lyrischen Tragödie gleichen Namens von Federico Garcia Lorca. Im Mittelpunkt des dramatischen Geschehens befindet sich ein Paar, dessen Vermählung durch Konflikte zwischen ihren jeweiligen Familien kompromittiert wird. Leonardo, der ehemalige Geliebte der Frau, stammt aus einer Familie, die für den Tod des Vaters vom zukünftigen Bräutigam verantwortlich gemacht wird. In der Hochzeitsnacht flieht die Frau mit ihrem einstigen Geliebten, und beide werden vom wutentbrannten Ehemann verfolgt. Read More →

Giuseppe Verdi: Aida; Adina Aaron (Aida), Kate Aldrich (Amneris), Scott Piper (Radames), Enrico Giuseppe (Ramfis), Paolo Pecchioli (Il Re), Giuseppe Garra (Amonasro), Orchestra e Coro della Fondazione Toscanini, Massimiliano Stefanelli; Regie: Franco Zeffirelli; + The Making Of; 2 DVDs Arthaus Musik 107 088; Stereo & Surround; Bild 4:3; 2001 (188') – Rezension von Remy Franck

Ende 2013 stellten die Programmverantwortlichen von Arthaus Musik wohl fest, dass es im Verdi-Jahr 2013 keine wirklich bemerkenswerten Videos mit Verdi-Opern gegeben hatte, zumal die von der Konkurrenzfirma so gross angekündigte Verdi-Gesamtaufnahme sich als der wohl größte künstlerische Flop der DVD-Operngeschichte erwiesen hatte. Und sie erinnerten sich daran, dass sich in dem von TDK aufgekauften Fundus eine ‘Aida’ aus dem Jahr des ‘Centenario Verdiano’ befand, dem Jahr des 100. Todestags von Giuseppe Verdi. Diese haben sie nun neu heraus gebracht. Read More →

Richard Wagner / Cord Garben: Der Ring des Nibelungen (Kurzfassung); Linda Watson, Leonid Zakhozhaev, Stig Andersen, Marion Ammann, Jukka Rasilainen, Buenos Aires Philharmonic Orchestra of the Teatro Colón, Roberto Paternostro; Inszenierung: Valentina Carrasco; 5 DVDs C-Major 713008; Bild 16:9; Stereo & Surround; Dokumentation 'The Colón Ring - Wagner in Buenos Aires'; Live 11/12 (336' + 93') – Rezension von Remy Franck

Eigentlich wollte ich mir diesen ‘Colón Ring’ gar nicht ansehen. Es hätte mir viel Ärger erspart. Ich tat es dennoch, weil ein Rezensent ja auch eine Verantwortung gegenüber seinen Lesern hat und Hilfestellung leisten soll in einem immer breiteren Angebot an Tonträgern. Hier also mein Leidensbericht.

Das DVD-Set besteht aus einem Dokumentarfilm über die Produktion und den gekürzten Fassungen – oder soll ich gleich sagen: den amputierten Fassungen – der vier Teile des Wagnerschen ‘Rings’.

Wir hatten darüber berichtet: Katharina Wagner sollte diesen ‘Colón Ring’, so genannt, weil er am ‘Teatro Colón’ in Buenos Aires aufgeführt wurde, inszenieren. Doch die Wagner-Urenkelin kam, sah und … reiste sofort wieder ab. Read More →

Giuseppe Verdi: Luisa Miller; Giorgio Surian (Il Conte di Walter), Marcelo Alvarez (Rodolfo), Francesca Franci (Frederica), Rafal Siwek (Wurm), Leo Nucci (Miller), Fiorenza Cedolins (Luisa), Katarina Nikolic (Laura), Angelo Villari (Un Contadino), Orchestra e Coro del Teatro Regio di Parma, Donato Renzetti; Inszenierung: Denis Krief; 1 Bluray C-major 722904; Stereo & Surround; Bild HD 16:9; 2007 (152') – Rezension von Manuel Ribeiro

Verdis Oper ‘Luisa Miller’ wurde am 8. Dezember 1849 im ‘Teatro San Carlo’ in Neapel uraufgeführt. Das Libretto stammt von Salvatore Cammarano, nach ‘Kabale und Liebe’ von Friedrich Schiller. Cammarano musste Schillers Trauerspiel nicht nur in ein operntaugliches Libretto umarbeiten, sondern auch Wünsche der Zensur berücksichtigen, wodurch Schillers Sozialkritik eliminiert und der Stoff ein pures Familiendrama wurde. Read More →

Erich W. Korngold: Die tote Stadt; Klaus Florian Vogt, Camilla Nylund, Markus Eiche, Sari Nordqvist, u.v.m., Chor, Kinderchor und Orchester der Finnischen Nationaloper, Mikko Franck; Inszenierung: Kasper Holten; Bühne: Es Devlin; Kostüme: Katrina Lindsay; Licht: Wolfgang Goebbel; 2 DVDs Opus Arte OA1121D; Bild 16:9; Stereo & Surround; 2010 (151') – Rezension von Guy Wagner

Eigentlich müsste man sich freuen können, eine weitere Produktion der ‘Toten Stadt’ von Erich Wolfgang Korngold als DVD zu besitzen, zumal die musikalische Qualität der hier vorliegenden finnischen Produktion herausragend ist. Man kennt die Sensibilität von Mikko Franck: Hier kann er sie ganz ausspielen lassen, und so bietet er uns denn eine klangschwelgerische, nuancenreiche, emotional-expressive, detailgenaue Darbietung der genialen Partitur des 23-jährigen Korngold. Er wird hervorragend vom Finnischen Orchester und von den Chören unterstützt, und an manchen Stellen entdeckt man sogar neue Klangschönheiten der einzigartigen Musik. Read More →

Richard Wagner: Das Rheingold; René Pape (Wotan), Stephan Rugamer (Loge), Johannes Martin Kränzle (Alberich), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Mime), Kwangchul Youn (Fasolt), Doris Soffel (Fricka), Anna Larsson (Erda), Teatro Alla Scalla, Daniel Barenboim; Inszenierung: Guy Cassiers ; 1 Blu-ray Arthaus 108090; Bild HD 16:9; Surround & Stereo; Live 5/10 (163')

Richard Wagner: Die Walküre; Nina Stemme (Brünnhilde), John Tomlinson (Hunding), Waltraud Meier (Sieglinde), Simon O'Neill (Siegmund), Ekaterina Gubanova (Fricka), La Scala Orchestra, Daniel Barenboim; Inszenierung: Guy Cassiers; 1 Blu-ray Arthaus 108091; Bild HD 16:9; Surround & Stereo; Live 12/10 (238') – Rezension von Remy Franck

So manche Schlussfolgerungen kann man nach den beiden ersten Abenden dieses Mailänder ‘Ring des Nibelungen’ ziehen. Zunächst die, dass der Ring 2010 in Mailand besser besetzt wurde als es anderen Opernhäusern gelang. Was in beiden Livemitschnitten musikalisch herüberkommt, ist mit wenigen Einschränkungen grandioser Wagner.Eine andere Feststellung drängt sich auf: Wenn ein Regisseur die Grundrichtung nicht in Frage stellt und seine Modernität mit allerlei Schnickschnack manifestiert, die man angesichts der musikalischen Leitung akzeptieren kann, dann soll es halt so sein. Visuell ruft Guy Cassiers Inszenierung den ‘Fura dels Baus’-Ring aus Valencia in Erinnerung, ohne dessen Konsequenz in der Durchführung und ohne dessen Fantasie in der Ausstattung. Read More →

Tito Gobbi - 100th Anniversary Edition; Giacomo Puccini: Gianni Schicchi, Tosca; Giuseppe Verdi: Rigoletto (highlights); Tito Gobbi, Renata Scotto, Denis Wicks, Neil Howlett, John Serge, Elizabeth Robson & Marie Collier; New Philharmonia, The New Symphony Orchestra & Royal Philharmonic, Edward Downes; 1 DVD ICA Classics ICAD 5118; Bild 4:3; Enhanced Mono; 1965 (81’) – Rezension von Remy Franck

Tito Gobbi ist in der Sängergeschichte ein Sonderfall. Er gehörte zu den ganz Großen, und doch hatte er eigentlich die Stimme nicht, um zu ihnen gezählt zu werden. Sein Timbre war oft matt, sein Volumen nicht besonders gross, seine Höhe begrenzt. Aber er kompensierte das effektvoll mit einer Darstellung, die, was ihre Nuancierungskraft und ihre vokale Gestik anbelangt, fast einmalig waren. Dennoch und anders als Callas, welche die Rollen lebte, die, wenn sie sang, genau die Figur war, die sie darstellen sollte, blieb Gobbi visuell immer ein Schauspieler. Stimmlich ist das ganz anders, da lebt er sich hundertprozentig ein und vermenschlicht die Rollen total. Read More →

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