Nikolai Kapustin: Flötensonate, op. 125 + Divertissement op. 91 + Ein kleines Duo, op. 156, Trio op. 86; Immanuel Davis, Flöte, Adam Kuenzel, Flöte, Pitnarry Shin, Cello, Käthe Jarka, Cello, Timothy Lovelace, Klavier; 1 CD Naxos 8.579024; Aufnahme 08/2106, Veröffentlichung 01/2019 (63'28) – Rezension von Remy Franck

Der 1937 geborene ukrainische Komponist Nikolai Kapustin hat wie kaum ein anderer erfolgreich im Verbinden von klassischen Formen mit Jazz-Rhythmen. Das stellt für die Musiker eine ganz besondere Herausforderung dar, aber der amerikanische Flötist Immanuel Davis hat damit keine Probleme. Er spielt virtuos und federleicht und kommt mit dem Jazzrhythmus sehr gut klar. Das ergibt in der Flötensonate ein fast schwebendes Musizieren von großem Charme, das der Pianist Timothy Lovelace mit einem soliden Spiel unterlegt. Read More →

Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 1 + Serenade Es-Dur op. 7 + Sonatine für Bläser Nr. 1 Aus der Werkstatt eines Invaliden + Metamorphosen für 23 Solostreicher; Robert Langbein, Horn, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, Dirigent; 2 CDs Hänssler PH15016; Aufnahmen 05+11/2014; Veröffentlichung 11/2018 (185'43) – Rezension von Uwe Krusch

Zwei CDs zeigen den Komponisten Richard Strauss vom Anbeginn mit der Bläserserenade op. 7 und dem 1. Hornkonzert sowie mit Werken vom Ende seines Schaffens, die seiner ‘Atelierphase’ zuzurechnen sind, der Sonatine Nr. 1, ebenfalls für Bläser mit dem Untertitel ‘Aus der Werkstatt eines Invaliden’ und den Metamorphosen für 23 Solostreicher. Read More →

Emil Nikolaus von Reznicek: Karneval-Suite im alten Stil + Traumspiel-Suite + Symphonische Suite Nr. 1; Staatskapelle Weimar, Stefan Solyom; 1 CD cpo 555056-2; Aufnahmen 01/2012, Veröffentlichung 12/2018 (69'25) – Rezension von Remy Franck

Der österreichische Komponist Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945) ist ein Komponist, der immer noch vor allem wegen seiner Ouvertüre zu der Oper ‘Donna Diana’ bekannt ist. Seine übrigen Kompositionen sind ebenso unterschiedlich in der Qualität wie stilistisch schwer zu klassifizieren. Read More →

Mozart auf historischer Flöte
Auf der Flöte, die dem Flötenvirtuosen Friedrich Ludwig Dülon gehörte und die ca. 1789 vom bekannten Instrumentenbauer Johann Friedrich Boje (auch Boye oder Boie) in Göttingen hergestellt worden war, spielt der Flötist Marc Zuili mit dem ‘Ensemble Fragonard’ die kompletten Flötenquartette von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Aufführungen auf historischem Instrumentarium geben der Musik einen authentischen Touch, sie sind lebendig, nuancenreich und haben bezaubernde Farben. (Sérénissime HPR0918)

Neues von den Dopplers
Franz Doppler (1821-1883) und sein Bruder Karl (1825-1900) waren zwei angeblich unzertrennliche Flötenvirtuosen. Sie unternahmen zusammen zahllose Konzerttourneen durch Europa. Als Komponisten schufen beide zahlreiche Werke und einige davon komponierten sie gemeinsam. Aus diesem Werk haben Andras Adorjan und Emmanuel Pahud einige bekannte Stück, aber auch Ersteinspielungen wie die der Sonate für zwei Flöten und Klavier, der ‘Variations sur un air hongrois’, des ‘Ungarischen Hirtengesangs’ und ‘Aus der Heimat’ aufgenommen. Dass hier hinreißend gespielt wird, war bei den Namen der beiden Solisten zu erwarten. Zu bestaunen sind sowohl die Virtuosität, aber auch die schier unbegrenzte Farbenkunst und die Art, Stimmungen zu schaffen. (Farao Classics B108104)

Kein Dienst am Komponisten
Piano Classics gibt die gesamte Klaviermusik des ukrainischen Komponisten Igor Shamo (1925-1982) heraus. Es sind das 3 CDs mit ausschließlich Miniaturen, die in mehr oder weniger langen Zyklen gruppiert sind, etwa eine ‘Ukrainische Suite’, ‘Bilder von Russischen Malern’, ‘Hutsul Auqarelle’, ’12 Préludes’ u.a.m. Gespielt werden die Stücke von Dimitri Tchesnokov. Dieser gestaltet die Musik ungemein kraftvoll, sehr sonor, um nicht zu sagen klanggewaltig. Im Vergleich mit anderen Interpreten, etwa Serhiy Salov, fehlt bei Tchesnokov viel an Sensibilität, Raffinement und Farben. Damit wird der Wert dieser Gesamteinspielung, ein durchaus lobenswertes Unterfangen, stark relativiert. (Piano Classics PCL 10152)

Cello-Gesänge

cover Songs of the Cello

Für sein Debutalbum ‘Songs of the Cello’ hat der koreanische Cellist Taeguk Mun – er war 2014 Sieger bei der ‘Pablo Casals International Cello Competition’ und 2016 Gewinner des ‘Janos Starker Foundation Award’ – Bachs Suite für Solo-Cello Nr. 1 sowie Beethovens Erste Cellosonate ausgewählt, ergänzt durch kurze Stücke von Schumann, Schubert, Rubinstein und Pablo Casals. Er liefert damit eine schöne musikalische Visitenkarte ab, auf der sein gleichermaßen rhetorisches wie reflektives Spiel begeistert. Mit seinem Landsmann Chi Ho Han hat er einen exzellenten, dialogbereiten Partner am Klavier. (Warner Classics 0190295633134)

Offenbach-Jahr eingeläutet
Die erste CD-Veröffentlichung zum Offenbach-Jahr kommt vom Label Alpha, mit einer Auswahl an Arien aus verschiedenen Kompositionen. Es sind Stücke aus ‘Vert-Vert’, ‘Orphée aux Enfers’, ‘Mesdames de la Halle’, ‘Fantasio’, ‘Le Roi-Carotte’ usw. ‘Colorature’ heißt die CD, die von Jodie Devos gesungen wird, technisch brillant, aber ausdrucksmäßig etwas gleichförmig. Laurent Campellone dirigiert das Münchner Rundfunkorchester. (Alpha 437)

London (Circa 1700): Purcell & his Generation; Henry Purcell: Sonata No. 6 in G minor, Z. 807 + Sonata Sexta in F Minor for Violin + Sonata Terza in D Minor for two Recorders + Sonata No. 3 in D minor, Z. 792; Godfrey Finger: Sonata Seconda in D for Viola da Gamba A + Ground in D Minor for Recorder + Suite in D Minor for Recorder; Draghi: Trio Sonata in G Minor; Blow: Ground in G Minor for two Recorders; Croft: Sonata in F for two Recorders and two Violins; La Rêveuse; 1 CD Mirare MIR368; Aufnahme 10/2017, Veröffentlichung 01/2019 (70') – Rezension von Remy Franck

In der Zeit um 1700 war London eine Hochburg der barocken Musik und ein Schmelztiegel für diverse europäische Musikstile. Das von Florence Bolton und Benjamin Perrot geleitete Ensemble ‘La Rêveuse’ präsentiert in einer ersten CD mit Musik aus jener Zeit ein Programm mit esoterisch verinnerlichter, aber auch höfisch galanter Musik für den Liebhaber feingesponnener Barockklänge. Read More →

Telemann the Chameleon; Georg Philipp Telemann: Carillion & Gigue Der getreue Music-Meister TWV 41 + Ouvertüre & Partita Nr. 4 TWV 41:g2 (Kleine Cammer-Music + Fantasia VII (Dolce, Allegro) + Sonata TWV 42:C2 + Fuga Sesta F-major TWV 30:26 + Sonatina Quinta TWV 41:a4 + 3 Stücke (Trio Sonata TWV 42:g9); Telemann/Jean Daniel Braun: Suite in G-minor; Johann Friedrich Fasch: Sonata FaWV N:C1; Bergen Barokk; 1 CD Lawo LWC 1158; Aufnahme: 11/2015 & 10/2016, Veröffentlichung 11/2018 (76’40) - Rezension von Alain Steffen

Drei Musiker des 1994 gegründeten norwegischen Ensembles ‘Bergen Barokk’ haben eine Sammlung von neun Kammermusikwerken Telemanns sowie einer Sonate für Fagott von Johann Friedrich Fasch zu einem abwechslungsreichen Programm zusammengestellt. Read More →

Voglio Cantar; Arien und Instrumentalstücke von Barbara Strozzi, Antonio Cesti, Francesco Cavalli, Tarquinio Merula, Francesco Cavalli, Biagio Marini; Emöke Barath, Sopran, Il Pomo d'Oro, Francesco Corti; 1 CD Erato 19029563221; Aufnahme 06/2018, Veröffentlichung 18/01/2019 (80') – Rezension von Remy Franck

Es gibt viel zu bewundern in diesem Programm der ungarischen Sopranistin Emöke Barrath. Da ist erst einmal die gelebte Emotion, aber zu nennen sind auch die oft herzhafte Virtuosität, die exquisite Leichtigkeit, sowie die stupende Vokalführung, die aber nie rein technisch wirkt, sondern immer zu anrührenden Interpretationen führt. Read More →

Karl Klinger: Violinkonzert + Sonate für Bratsche und Klavier; Ulf Hoelscher, Violine, Karl Klinger, Bratsche, Michael Raucheisen, Klavier, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Volker Schmidt-Gertenbach; 1 CD MDG 642 2103-2; Aufnahme 1979 & unbekannt, Veröffentlichung 18/01/2019 (82’31) - Rezension von Alain Steffen

Das Violinkonzert von Karl Klinger (1979-1971) ist wirklich schön. 1907 komponiert und mit den Berliner Philharmonikern uraufgeführt, huldigt es den großen Vorgängern Brahms und Mendelssohn. Klingers Sprache ist romantisch, seine Musik besitzt zwar nicht die Zugkraft der wichtigen Violinkonzerte des 19. Jahrhunderts, ist aber durchaus attraktiv gestaltet. Read More →

Schumann - Frage; Robert Schumann: Sechs Gesänge op. 107 + Romanzen und Balladen op. 49 + Drei Gesänge op. 83 + Gedichte von Justinus Kerner op. 35 + Lieder op. 142; Christian Gerhaher, Bariton, Gerold Huber, Klavier; 1 CD Sony Classical 19075889192; Aufnahme 2018, Veröffentlichung 11/2018 (72') – Rezension von Norbert Tischer

Mit dieser CD beginnt Christian Gerhaher das Aufnahmeprojekt aller Lieder von Robert Schumann. Begleitet von seinem erfahrenen Kollegen Gerold Huber am Klavier setzt er in dieser ersten Produktion die erwarteten Maßstäbe. Read More →

Tim Brady: Music for Large Ensemble; Désir: concerto for electric guitar and large chamber ensemble; Eight Songs about: Symphony #7; Tim Brady, Elektrische Gitarre, Vincent Ranallo, Bariton, Sarah Albu, Sopran, Bradyworks Large Ensemble, Tim Brady; 1 CD Starkland 2303; Aufnahmen 05/2017; Veröffentlichung 11/2018 (63'59) – Rezension von Uwe Krusch

Timothy Wesley John Brady, Jahrgang 1956, ist ein kanadischer Komponist, der auch als E-Gitarrist, Improvisationsmusiker, Konzert- sowie Plattenproduzent und Kulturaktivist tätig ist. Seine Werke auf den Gebieten zeitgenössische klassische Musik, experimentelle Musik und ‘Musique Actuelle’ zeigen vom Serialismus bis zum Minimalismus eine Vielzahl von Stilen inklusive elektrischer Gitarre und elektroakustischer Instrumente. Seine Musik zeichnet sich durch eine Synthese von musikalischen Sprachen aus. Er verwendet Elemente vieler Stile und bewahrt gleichzeitig seinen starken persönlichen Ausdruck. Read More →

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