Rarities; Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert op.61 (nach dem Violinkonzert) + Musik zu einem Ritterballett WoO. 1 + Wellingtons Sieg op. 91; Claire Huangci, Klavier, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Howard Griffiths; 1 CD Klanglogo KL1521; Aufnahme 08/2017, Veröffentlichung 03/2018 (68’54) - Rezension von Alain Steffen

Und wieder einmal zeigt uns die musikalische Provinz, zu welch musikalischen Glanzleistungen sie fähig ist. Drei Werke stehen auf dem Programm, und tatsächlich, es sind drei Raritäten. In dem Sinne ist diese Zusammenstellung durchaus sinnvoll und hebt sich wohltuend vom Mainstream ab. Auch musikalisch sind wir weit von musikalischer Routine entfernt. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: Sonaten KV 533/494, KV 282 10 Variationen über 'Unser dummer Pöbel meint' KV 455; Adagio b-Moll KV 540 + Gigue G-Dur KV 574; Christian Chamorel, Klavier; 1 CD Calliope CAL 1851; Aufname 2017, Veröffentlichung 28/03/208 (D), 20/04/2018 (F) (69'23) – Rezension von Remy Franck

Die Gefahr klassischer, von Intelligenz durchdrungener Mozart-Interpretationen ist, dass sie gerne langweilig werden. Nicht weniger falsch liegen Interpreten, deren Mozart an der Text-Recherche und in der daraus resultierenden Gestaltungakribie erstickt. Umso beeindruckender sind Musiker, die Mozart mit Schlichtheit und gleichzeitig spielerischen Ton begegnen. Zu dieser Gattung gehört der Schweizer Christian Chamorel. Read More →

Hommage an Ruth-Margret Pütz
Die Koloratursopranistin Ruth-Margret Pütz (*1930) galt als Naturbegabung und arbeitete sich konsequent im Opernbetrieb hoch. Mit einem sehr hellen, klaren und silbrigen Timbre, sehr spontanen sowie präsenten Darstellungen war sie in komödiantischen wie auch in dramatischen Rollen erfolgreich, nicht zuletzt, weil sie immer eine ehrliche und der Musik verpflichtete Künstlerin blieb. Davon zeugt auch ein Recital mit Arien von Mozart, Nicolai, Donizetti, Verdi und Richard Strauss, das jetzt von Profil veröffentlicht wird. Eine willkommene Hommage an eine großartige Sängerin, auch wenn die Aufnahmen nicht alle von wirklich guter Tonqualität sind. (PH18012)

Opernarien mit Mary-Ellen Nesi
Mit dem Instrumentalensemble ‘Armonia Atenea’ unter George Petrou hat die griechische Mezzosopranistin Mary-Ellen Nesi für ein Programm mit Arien von Händel, Cherubini, Porpora, Hasse und Gluck Musiker zur Seite, die eine wirkliche Affinität zu dieser Musik haben. Nesi selber singt angenehm gepflegt und engagiert, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Abwechslung in den Farben und damit in der Zeichnung der Charaktere gewünscht hätte. (MDG 9092064-6)

Lullabies
‘Enchanted – Works for Cello & Piano’ nennt sich die neue CD vom ‘Duo Arnicans’. Es ist ein Programm mit kleinen charmanten Stücken, die die Funktion von ‘Lullabies’ spielen sollen, und das in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Neonatologie Zürich zusammengestellt wurde. Dazu gehört Schuberts ‘Ständchen’ ebenso wie Casals’ ‘Song of the Birds’, Piazzollas ‘Ave Maria’, Sibelius’ ‘Romanze’, das ‘Abendlied’ von  Schumann und das ‘Wiegenlied’ von Brahms. Gespielt werden die ‘Lullabies’ lyrisch und ruhig, expressiv und zärtlich (Solo Musica. (SM 288)

Tenöre beschädigen Kantate
Leopold Kozeluchs ‘Kantate zur Krönung Leopolds II’ (Heil dem Monarchen), legt Naxos in einer Aufnahme mit den Solisten Kristyna Vylicilova, Tomas Korinek und Josef Moravec, den ‘Martinu Voices’ und den Prager Symphonikern unter Marek Stilec vor. Wenn auch der Dirigent dem Stück durchaus liebliche Klänge abgewinnt und die Feierlichkeit nicht allzu sehr aufbauscht, bleibt die Aufnahme wegen der dürftigen Leistungen der Solisten hinter den Erwartungen zurück. Die Sopranistin Kristyna Vylicilova ist ja noch akzeptabel, aber die beiden Tenöre sind mit unattraktivem Timbre, schlechter Artikulierung und schlechter Aussprache des Deutschen ein deutliches Makel. (8.573787)

CPE Bach auf dem Fortepiano
Hérisson setzt seine Zusammenarbeit mit Mathieu Dupouy fort mit einer CD, die die letzten Lebensjahre von Carl Philipp Emanuel Bach beleuchtet. Es ist ein Programm mit Kompositionen, die mit ihren romantischen Anklängen das Ende der Klassik einleiten. Dupouy spielt auf einem Grabner Pianoforte aus dem Jahre 1791 aus dem ‘Musée de la Musique’ aus Paris. Sein Spiel ist rhetorisch und auf Gefühlsausdruck angelegt (LH17)

Materialschlacht
Eine völlig verhetzte Sechste Mahler gibt es bei SWR Music mit dem Südwestfunkorchester Baden-Baden unter Kirill Kondrashin. Während die meisten Interpretationen dieser Symphonie zwischen 75 und 80 Minuten, etliche auch länger dauern, dirigiert Kondrashin das Werk in schnellen 68’24 herunter, atemlos, unausgegoren und letztlich bloß als Materialschlacht. (SWR19416CD)

Gabriel Fauré: Andante für Violine und Klavier + Berceuse für Violine und Klavier + Klaviertrio + L’Horizons chimérique + Nocturnes Nrn. 11, 12 und 13 + Papillon für Violoncello und Klavier + Romanze für Violine und Klavier + Romanze für Violoncello und Klavier + Sonaten für Violine und Klavier + Sonaten für Violoncello und Klavier; David Lefort, Tenor, Pierre Fouchenneret, Violine, Raphaël Merlin, Violoncello, Simon Zaoui, Klavier; 2 CDs Aparté AP162; Aufnahmen 02 - 04/2016, Veröffentlichung 02/2018 (152') – Rezension von Uwe Krusch

Das kammermusikalische Werk von Fauré für Klavier, Violine und Violoncello sowie sein letzter Liederzyklus, ‘L’Horizon chimérique’, und damit Beispiele seines Spätstils werden von vier französischen Künstlern auf zwei CDs präsentiert. Read More →

The Romantic Piano Concerto, Vol. 74; Sir William Sterndale Bennett: Piano Concertos Nos 1-3 (op. 1, 4 & 9); Howard Shelley, Klavier & Ltg., BBC Scottish Symphony Orchestra, Howard Shelley; 1 CD Hyperion CDA68178; Aufnahme 07/2016, Veröffentlichung 03/2018 (79'27) – Rezension von Remy Franck

William Sterndale Bennett (1816-1875) war als Sänger, Geiger und Pianist ein Wunderkind und wurde im Verlauf seiner Karriere einer der führenden romantischen Komponisten Englands. Read More →

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 3; Philharmonie Festiva, Gerd Schaller; 1 CD Profil PH 18002; Aufnahme 09/2017, Veröffentlichung 04/2018 (57'21) - Rezension von Guy Engels

Bruckner, der Unsichere, Bruckner, der Perfektionist und Pedant – wie kaum ein anderer Komponist hat Anton Bruckner immer wieder an seinen Symphonien herumgemäkelt, hat sich von mehr oder weniger guten Ratschlägen beeinflussen lassen und mit seinen Korrekturen und Revisionen Drucker und Verleger zur Weißglut getrieben. Read More →

Leonard Bernstein: Mass (vollständige Version 1971); Kevin Vortmann (Celebrant), Westminster Symphonic Choir, Temple University Choir, The American Boychoir, Temple University Marching Band, The Philadelphia Orchestra, Yannick Nézet-Séguin; 2 CDs Deutsche Grammophon 00289 483 5009; Aufnahme 05/2015, Veröffentlichung 03/2018 (107'47) – Rezension von Uwe Krusch

Die ganze Vielfalt stilistischer Mittel und musikalischer Farben, derer Leonard Bernstein fähig war, findet sich in seiner 1971 komponierten Messe. Neben klassischen Sätzen einer Messvertonung erklingen auch Spirituals und Passagen, die die Verwandtschaft zur ‘West Side Story’ nicht leugnen. Außerdem finden politische Kommentare ihren Weg ins Werk, immerhin befanden sich die USA im Vietnamkrieg, und Bernstein war auch ein politischer Mensch. Read More →

Venezia di Anna Maria; Antonio Vivaldi: Violinkonzerte c-moll RV 120 & A-Dur RV 158 + Violinkonzerte per Anna Maria d-moll RV 248, Es-Dur RV 260, E-Dur RV 270a (Il Riposo per il Santissimo Natale), G-Dur RV 308 + Sinfonia F-Dur RV 140; Baldassare Galuppi: Concerto a quattro Nr. 1 g-moll; Tomaso Albinoni: Concerto a cinque B-Dur op. 10 Nr. 1; Midori Seiler, Concerto Köln; 2 CDs Berlin Classics 0301052BC; Aufnahmen 01+10/2017, Veröffentlichung 27/04/2018 (82'43) – Rezensionen von Remy Franck (1) und Uwe Krusch (2)

(1) Die in einem venezianischen Waisenhaus aufgewachsene Anna Maria dal Violin wurde von Antonio Vivaldi als Geigerin sehr geschätzt. Sie lebte und arbeitete im ‘Ospedale della Pietà’, wo Vivaldi als Lehrer ihr Mentor wurde und mehr als zwei Dutzend Concerti für sie schrieb. Midori Seiler und ‘Concerto Köln’ widmen ihr die CD ‘La Venezia di Anna Maria’. Read More →

Johann Sebastian Bach: h-Moll Messe BWV 232; Katherine Watson, Sopran, Tim Mead, Countertenor, Reinoud van Mechelen, Tenor, André Morsch, Bass, Les Arts Florissants, William Christie; 2 CDs Harmonia Mundi 8905293.94; Liveaufnahme 09/2016 (105‘03) - Rezension von Alain Steffen (1) und Remy Franck (2)

(1) Erstaunlich: In den großen Werken der Musikliteratur gibt es immer wieder neue Facetten zu entdecken. Hier ist es der unermüdliche William Christie, der Bachs ‘h-Moll Messe’ neues Leben einhaucht. Diese klanglich transparente und hervorragende Live-Aufnahme aus der Pariser Philharmonie ist ein ergreifendes Erlebnis. Read More →

Bela Bartok: Konzerte für Violine und Orchester; Renaud Capuçon, Violine, London Symphony Orchestra, Franois-Xavier Roth; 1 CD Erato 01902095 708078; Aufnahmen 10/2017, Veröffentlichung 03/2018 (60'11) – Rezension von Uwe Krusch

Einerseits ist es ganz natürlich, die beiden Violinkonzerte eines Komponisten auf einer CD zusammen einzuspielen. Andererseits sind diese beiden Werke grundverschieden, so dass ihre Kombination auch Gefahren bergen kann, nämlich dann, wenn es nicht gelingt, diese voneinander abweichenden Gestaltungen entsprechend darzustellen. Read More →

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