In 2004, French composer Ivo Malec (1925-2019) attended a concert by the Luxembourg Philharmonic in which Bramwell Tovey conducted his Vibrafonietta. At this occasion Remy Franck made the following interview with the composer, originally published in Pizzicato's print edition of March 2004.

Ivo Malec

Maître, votre Vibrafonietta est une œuvre de jeunesse et, en somme, peut-être pas trop caractéristique de votre oeuvre en général…
C’est vrai, c’est à la fois une oeuvre de jeunesse et, comment dirais-je, une réparation d’une faute de jeunesse. Je l’ai composée en 1960, à une période ou je suis passé d’un monde musical à l’autre. J’ai changé complètement sous les effets de mon arrivée en France. Read More →

In a series of concerts culminating in a performance at Carnegie Hall in December, American Mezzo-Soprano Joyce DiDonato is singing Schubert’s Winterreise with Yannick Nézet-Séguin at the piano. What's stunning about this performance is that DiDonato sings the cycle from the perspective of the protagonist’s lover. DiDonato has learned Winterreise using nkoda, a Spotify for sheet music app, and ended in offering a feminist and truly modern reinterpretation of the traditional work. How she was able to do that, is the main topic of the following interview.

Joyce DiDonato
©J osef Fischnaller

Is it true that, in 1983, you wrote a letter to President Reagan to stop him warring with Mikhail Gorbachev?
I did. How did you know that!? [Gasps] I was thirteen and, you know, it was at the height of the nuclear cold war, and it didn’t make sense to me at all. I sat down, and I typed out a letter and wrote, “Dear President Reagan, I just don’t understand the complexity of this situation” I was saying in (probably) simpler terms: “I’m sure if you and Gorbachev could sit down and talk it out, person to person, you could sort everything out. I’m sure of it”. And I got a response. “The President loves hearing from young people, and we appreciate your feedback” and all I’d say is that a few years later the wall fell – So, you know… Read More →

Relativ rar gesät ist das Konzertrepertoire für die Gattung des Streichtrios – trotzdem hat Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem Divertimento KV 563 nichts weniger als „das beste Stück der Welt“ hinterlassen - so empfindet es zumindest Ursula Sarnthein, die zusammen mit ihren Mitstreiterinnen die Ausdruckstiefen und Wagnisse dieses Werkes ausgelotet hat. Die Ergebnisse dieses Prozesses auf CD zu veröffentlichen, ist beim Trio Oreade kein Selbstzweck, geht es Violaspielerin Ursula Sarntein sowie Yukiko Ishibashi, Violine und Christine Hu doch vor allem um die Horizonterweiterung beim Publikum. Die Rechnung ging auf:  Eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne für das aktuelle CD-Projekt trug reiche Früchte. Ursula Sarnthein erläuterte im Gespräch mit Stefan Pieper, warum ein Gespür für Publikumserfolg das beste Kapital ist.

Würden Sie sagen, dass Sie mit diesem Mozart-Divertimento eine diskografische Lücke füllen?
Mozarts großes Divertimento ist bislang selten aufgenommen worden – ich glaube außer dem Trio Zimmermann hat sich bislang kein „festes“ Trio-Ensemble damit beschäftigt. Es gibt überhaupt nur sehr wenige Ensembles, die sich mit Ausdauer dieser Besetzung verschrieben haben. Das KV 563 rechtfertigt dies aber in höchstem Maße – es ist eines der ganz großen Stücke Mozarts. Es war uns schon lange klar, dass wir es aufnehmen wollten. Read More →

Reflexionen über den Dirigenten und seine Arbeit - von Remy Franck

Herbert von Karajan
(c) Siegfried Lauterwasser / DG

Vor 30 Jahren, am 16. Juli 1989 starb Herbert von Karajan, der wohl berühmteste Musiker seiner Zeit. Dieser Jahrestag ist eine gute Gelegenheit, zu untersuchen, was Karajan heute noch bedeutet, was aus seinem Erbe geworden ist. Read More →

Tobias Scharfenberger, Opern- und Liedsänger, aber auch Kulturmanager und in dieser Funktion geschäftsführender Intendant des Mosel Musikfestivals. Remy Frack hat sich mit ihm unterhalten.

Tobias Scharfenberger

Herr Scharfenberger, 2019 ist das zweite von Ihnen programmlich voll konzipierte Festival. Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger?
Ich arbeite – anders als Hermann Lewen – ganz klar mit Themensetzungen. Idealerweise schlagen wir dabei im eine Brücke zum jeweiligen Motto der Landesstiftung Kultursommer Rheinland-Pfalz von der wir eine signifikante Förderung erhalten. Unser Thema 2019 lautet « Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß nur nicht wonach“. Es stammt aus dem Emigranten-Monolog von Mascha Kaléko und nimmt damit ganzen engen Bezug zum diesjährigen Kultursommer-Motto « heimat / en“. Weiter bauen wir, alles im Rahmen unserer Möglichkeiten, eine gezielte Programmschiene für Kinder, Jugendliche und Familien auf wie auch eine Reihe für junge Künstler. Read More →

Am Rande eines Opern Air-Konzerts in Luxemburg hat sich Alain Steffen mit dem walisischen Bariton Bryn Terfel unterhalten.

Bryn Terfel

1990 begannen Sie Ihre internationale Karriere mit Mozart und haben sich kontinuierlich bis hin zu Wagners Wotan hochgearbeitet, der sicherlich einen Höhepunkt in der Karriere eines jeden Bass-Baritons darstellt. Wie werden die zukünftigen Rollen von Bryn Terfel aussehen?
Gute Frage. Ich bin jetzt Anfang Fünfzig und werde vielleicht noch zehn Jahre auf hohem Niveau singen können. Don Pasquale, Basilio in Rossinis Barbiere di Sevilla, Bartoks Blaubart, dies sind die Rollen, die in den nächsten Jahren auf mich zukommen. Read More →

Sie musiziert, komponiert, schreibt und malt… die deutsch-schwedische Künstlerin Ann-Helena Schlüter studierte u.a. an der Hochschule für Musik Detmold bei Anatol Ugorski und absolvierte ihr künstlerisches Diplom und Konzertexamen bei Bernd Glemser an der Hochschule für Musik Würzburg. Schließlich studierte sie als Voll-Stipendiatin an der Arizona State University in Phoenix, USA. Sie hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und konzertiert international. Seit  2009 hat sie zehn CDs eingespielt, zuletzt ein Bach-Programm bei Hänssler Classic*. Remy Franck hat sich mit der Künstlerin unterhalten.

Ann-Helena Schlüter

Konzert-Pianistin, Konzert-Organistin, Komponistin, Autorin, Lyrikerin…. Sind Sie ein Gesamtkunstwerk? Wie bringt man das alles unter einen Hut?
Ja, viele Leute bezeichnen mich als Gesamtkunstwerk. Meine Liebe in der Kunst aber gilt vor allem der Musik. In der Musik wird alle weitere Kunst ausgedrückt. Sie ist Leben. Lyrik. Farbe. Und hier vor allem in der Musik Bachs: In ihm finde ich einen genialen Kenner der Musik, der trotzdem oder gerade deswegen ‘unschuldige’ Musik schreibt in dem Sinn, dass er die Farben des Himmels und des Meeres/der Erde widerspiegelt: Licht und Schatten, perfekt aufeinander abgestimmt in Intervallen, Instrumenten, in Stimme, Form und Text, in Dur und Moll. Seine Kantaten rühren mich jeden Tag zu Tränen. Er ist mein Liebling. Read More →

Im Jahre 1994 wohnte der Tenor René Kollo mit seiner Familie in Luxemburg, wo Remy Franck folgendes Interview mit dem damals 56-jährigen Sänger machte.

René Kollo

Herr Kollo, Sie sind nicht nur sehr aktiv, sondern auch sehr vielseitig. Wie funktioniert das alles?
Ich habe immer gesagt: Wenn ich in das Alter komme, in dem ich jetzt bin, werde ich nur noch die Hälfte machen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es wird immer mehr und immer verrückter. Ich singe immer noch hauptsächlich Oper, und seit 20 Jahren immer die großen Rollen. Mich engagiert man nicht für eine kleinere Partie, sondern nur für sechs Stunden. Also Tristan, Tannhäuser,… den gesamten Wagner, den ich als einziger heute noch singe, plus Otello, Bajazzo… Es kommen freilich auch noch andere Sachen hinzu. Sagen wir: Ich machen zur Hälfte Oper, zur Hälfte Liederabende, Konzerte, Operettenkonzerte, und ein bisschen Fernsehen, obschon Fernsehen rar geworden ist in unserem Metier, weil man hier alles nachmacht, was aus Amerika kommt -, und da kommt keine Kunst her. Von da kommt nur Unterhaltung und Kommerz. Read More →

Jeung Beum Sohn
(c) International Piano Forum - Stefan Höning

You have participated in a lot of competitions. Do you like to compete?
I think, I didn’t did take part in that much competitions, less than others. But I’m sure, though competitions are not everything for young musicians, they can sometimes be really helpful. So, let’s say, I definitely don’t like competitions, but sometimes I need them. Read More →

Cecilia Bartoli
(c) Ulli Weber/Decca

Frau Bartoli, bei den Pfingstfestspielen 2019 stellen Sie das Thema Kastraten in den Mittelpunkt – eine fürchterliche Tradition, die über Jahrhunderte gepflegt aber nie in Frage gestellt worden ist. Was hat Sie dazu bewogen, sich dieses Themas und der für Kastratenstimmen geschriebenen Musik anzunehmen?
Das Thema beschäftigt mich seit langem und immer wieder. Vor zehn Jahren habe ich mich ihm mit meiner CD Sacrificium genähert. Schon damals habe ich mir die Frage gestellt, ob man diese außergewöhnlich künstlerischen, ästhetischen und sinnlichen Erlebnisse, die durch große Opfer erwuchsen, überhaupt feiern darf. Ja, ich finde es wichtig, die Geschichte der Kastraten und ihr Leid zur Diskussion zu stellen. Read More →

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