Warner Classics veröffentlicht eine Box mit allen Aufnahmen des Alban Berg Quartetts. Remy Franck hat sich dazu mit dem Geiger Günter Pichlerl unterhalten.

Alban Berg Quartett
(c) M,Fugere

Herr Pichler, als Sie ein junges Quartett waren, da war die Kammermusik längst nicht so beliebt und es gab auch viel weniger gute Quartette als heute. Wir sehen Sie die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre? Was hat sich ggf. zum Guten, was zum Schlechten gewendet?
Sie haben Recht, es gab zu unserer Zeit weniger Streichquartette als heutzutage. Die jungen Musiker sind jetzt mutiger und freier und wollen sich weniger an ein Orchester binden. Es liegt allerdings auch daran, dass an den Hochschulen weltweit wesentlich mehr Kammermusik unterrichtet wird als früher. Read More →

Die Pianistin Lydia Maria Bader entdeckt auf ihrer neuen CD die traditionelle und klassische Musik Chinas. Ihr musikalisches Talent geht mit großem Fernweh einher. Schon früh tourte sie fürs Goethe-Institut, unternahm dann in eigener Regie eine erste Tournee durch China. Mittlerweile hat sie zehn Konzertreisen ins Reich der Mitte unternommen. Der Austausch musikalischer Kulturen ist ein Geben und Nehmen. Immer mehr erschloss sie sich die chinesische Kunstmusik, die wiederum auf alten Volksliedern beruht, die jeder kennt. Aus ersten – für ausländische Interpreten obligatorischen- Zugabestücken, wurden ganze Recitals, ein Novum auch in Chinas heute west-affiner Konzertkultur. ARS Produktion war mutig genug, die Werke von Komponisten wie Wang Luobin, Wang Yu Shi ins Programm zu nehmen. Das Interview führte Stefan Pieper

Lydia Maria Bader
(c) Valentin Popa

Mich überrascht der melodiöse weiche Gestus vieler Stücke in Ihrem Programm Chinese Dreams. Wie empfinden Sie diese Kompositionen?
Alles wirkt auf Anhieb sehr vertraut. Da ist das Gefühl, man hat alles schon mal gehört. Es geht sofort ins Ohr. Ich hatte zuhause einen Tag lang Handwerker im Haus, während ich übte. Die haben abends die Melodien mitgesungen. So etwas passiert nicht gerade häufig bei klassischer Musik. Read More →

Interview by René Brinkmann with Margarita Gritskova and Maria Prinz about the Naxos album "Songs and Romances" with songs by Sergey Prokofiev.

Margarita Gritskova and Maria Prinz
(c) Michael Poehn

Ms. Gritskova, Ms Prinz, Sergey Prokofiev is one of the most famous Russian composers of the 20th century. But he is hardly known as a composer of songs, at least not in Central Europe. Is there a neglect of Prokofiev’s songs in Russia as well, or is this primarily a non-Russian phenomenon and then perhaps mainly due to the language barrier?
The Lied does not play a central role in Prokofiev’s oeuvre, although there are some fantastic jewels among his songs, and, by working on this genre, he was able to refine the lyrical qualities of his musical language. Even in Russia, the songs are not performed as often as Prokofiev’s piano or orchestral works or songs by classical Russian composers, like Tchaikovsky and Rachmaninov. Read More →

Belgian composer Line Adam has released a new CD, Femme. Alain Steffen made the following interview with her.

Line Adam

Ms. Adam, your new album is entitled Femme. Femme, singular. What can you say about this project?
Femme, la femme! Since we’re talking about the man in the singular. It’s not a musical report on women but a sharing of the emotions of THE woman. I’m not a feminist at all. My approach is more like a mirror. I’m a woman and I’m halfway through my life. So I needed to take a look inside myself, at what I’ve become. We’re used to looking at what we’ve done, looking at what we could do, and sometimes we forget to look inside ourselves. As a woman, what do I experience and feel? Read More →

Shanghai and Portland (Oregon) based cellist-conductor Hekun Wu remembers his teacher Maurice Gendron (1920-1990) over a 14-CD collection with the cellist's major recordings. Hekun Wu has served on music faculties including Wellesley College, Willamette University, and the Shanghai Conservatory. Currently he is a distinguished professor and the Dean of the School of Music at East China Normal University. Wu studied extensively with Maurice Gendron, Paul Tortelier, Zara Nelsova, Tanya Remenikova, and Leslie Parnas.

Hekun Wu

The year 2020 marks the centennial anniversary of Maurice Gendron’s birth. In October 2015, Decca released a 14-CD collection (4823849) L’Art de Maurice Gendron, as a tribute to the legendary cellist of the twentieth century. This is a much anticipated monumental testament to the French master, published a quarter of the century since his passing. Listening to Gendron’s recordings again in chronological order, from 1952 to 1969, is a refreshingly different experience. Read More →

Roland Kluttig, der neue Chefdirigent der Grazer Oper im Gespräch mit Alain Steffen

Roland Kluttig
(c) Marco Borggreve

Herr Kluttig, nach 10 Jahren als Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg wechseln Sie nun nach Graz. Sie halten sich demnach an die Regel von Lorin Maazel, nicht länger als 10 Jahre bei einem Klangkörper zu bleiben.
(lacht) Ich weiß nicht, ob man das so pauschalisieren kann und ob es eine richtige Jahreszahl gibt. Solange die Zusammenarbeit fruchtbar ist, und Musiker und Dirigent sich gefordert fühlen, kann man künstlerisch weiterkommen. Read More →

BR-Klassik veröffentlicht Verdis Oper Attila mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Ivan Repusic. Remy Franck hat dazu folgendes Interview mit dem Dirigenten geführt.

Herr Repusic, was hat Sie dazu veranlasst, in München einen Zyklus mit frühen Verdi-Opern zu machen?
Verdis frühe Werke sind hier eher selten zu erleben. Doch es ist bedeutende und anspruchsvolle Musik, die große Herausforderungen an die Interpreten stellt, was zum Beispiel Klangkultur, Zusammenspiel und Balance betrifft. Für die Besetzung des Münchner Rundfunkorchesters, dessen Chefdirigent ich seit Herbst 2017 bin, sind diese Werke ideal. Und sie geben uns die Möglichkeit, mit hochrangigen Solisten zu arbeiten, so bereits mit Marina Rebeka in Luisa Miller, Leo Nucci in I due Foscari und Ildebrando D’Arcangelo in Attila. Read More →

Die französische Flötistin Hélène Boulègue hat bei Naxos die zweite und letzte Folge des Gesamtwerks für Flöte des französischen Komponisten André Jolivet bei Naxos herausgebracht. Alain Steffen hat sich mit ihr über dieses Projekt unterhalten.

 

Hélène Boulègue
Photo: Eric Chenal

Hélène Boulègue, Sie haben soeben die zweite CD (Rezension) veröffentlicht, die dem Gesamtwerk für Flöte von André Jolivet gewidmet ist. Allerdings ist Jolivet keineswegs ein einfacher Komponist. Woher kommt diese Anziehungskraft für seine Musik?
Als ich zum ersten Mal Musik von Jolivet hörte, muss ich dreizehn oder vierzehn Jahre alt gewesen sein. Ich war in meinem Zimmer mit einer meiner Flöten-CDs als Hintergrundmusik und machte meine Hausaufgaben. Und plötzlich erregte die Musik meine Aufmerksamkeit. Ich hörte auf zu lernen, hörte ein paar Sekunden lang zu und eilte dann zum Plattencover, um zu sehen, worum es ging. Ich hatte gerade die Einleitung zum Chant de Linos gehört, einem der am häufigsten von Flötisten gespielten Stücke von André Jolivet, und ich beschloss sofort, dass ich es eines Tages spielen würde. Read More →

Bei Berlin Classics hat Matthias Kirschnereit eine CD mit selten gespielten kleineren Werken von Ludwig van Beethoven herausgebracht. Alain Steffen hat sich mit dem Pianisten unterhalten.

Matthias Kirschnereit
(c) Neda Navaee

Herr Kirschnereit, Ihre letzte CD heißt Beethoven Unknown (Pizzicato-Rezension) und stellt selten gespielte  Werke des Meisters vor. Gibt es denn wirklich noch unbekannte Stücke von Beethoven?
Also, der Titel ist schon etwas provokant und muss auch relativ betrachtet werden. Alle Werke Beethovens sind verlegt, es gibt keine verstaubte Partitur mehr auf irgendeinem Speicher oder in irgendeinem Archiv. Read More →

Zwei Brüder, ein Instrument: Ivan und Michael Pochekin zeigen sich im Duo miteinander verwachsen – aber jeder ist auch in seinen eigenen Projekten äußerst produtiv. Der jüngste Wurf gelang Ivan Pochekin mit einer imponierenden neuen Aufnahme der beiden Shostakovich-Violinkonzerte. Das bot sich an, denn der 1987 in Moskau geborene Geiger war mit dem Russischen Nationalorchester unter Leitung von Valentin Uryupin schon bestens 'eingespielt'. Heraus gekommen ist nun eine Aufnahme, die Shostakowichs tiefgründige Botschaften ins Zeitlose transferiert – und sich gerade jetzt besonders aktuell anfühlt. Im Interview mit Stefan Pieper bringt Ivan Pochekin seine Haltung auf den Punkt.

Herr Pochekin, erzählen Sie mir etwas über die Geschichte dieses Projekts?
Ein Jahr zuvor hatten Valentin Uryupin und ich zusammen mit dem Russischen Nationalorchester die ‘In Spe’-Sinfonie von Vyacheslav Artyomov mit Solovioline und Cello für das Label Divine Art aufgenommen. Die Zusammenarbeit lief so gut, also beschloss ich, mit dem gleichen Team weiter zu machen. Meiner Meinung nach ist das RNO einfach vorbildlich in der Aufführung russischer Musik. (Pizzicato-Rezension) Read More →

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