Klassik und Kalter Krieg; Argumentation von Thomas Zintl; 1 DVD Arthaus Musik 101793; Bild 16:9; Stereo; 2009 (52') – Rezension von Remy Franck

Als die Mauer gebaut wurde, bekam Peter Schreier ein Engagement an die Deutsche Staatsoper Berlin. Für ihn war die Mauer ‘ein Segen’. Diese Aussage ist nicht die einzige im Film von Thomas Zintl, die aufhorchen lässt. Read More →

Arrigo Boito: Mefistofele; Samuel Ramey, Gabriela Benackova,Dennis O'Neill, Judith Christen, Daniel Harper; Chorus and Orchestra of the San Francisco Opera, Maurizio Arena; Robert Carsen 1 Blu-ray Arthaus Musik 109148; Stereo; Bild 4:3; 1989 (160') – Rezension von Remy Franck

Arrigo Boitos ‘Mefistofele’ ist keine Oper, die oft in den Programmen zu finden ist. Dabei ist sie durchaus ein Meisterwerk mit viel effektvoller und packender Musik. Umso verbrecherischer ist das, was sich de San Francisco Opera auf dieser DVD leistet: ein inkompetenter, des Atmens unfähiger Dirigent, der die Musik in grauenvoller Weise verschlampt, ein Orchester, dessen Niveau von keinem drittrangigem europäischen Provinzorchester zu unterbieten ist, amateurhafte Chöre… die ganze Kraft des imposanten Prologs verpufft und hinterlässt den Zuschauer derart verärgert, dass er kaum noch Lust hat, sich den Rest anzuschauen. Read More →

Richard Wagner: Tannhäuser (Pariser Fassung); René Kollo (Tannhäuser), Jan-Hendrik Rootering (Hermann, Landgraf von Thüringen), Bernd Weikl (Wolfram), Claes H. Ahnsjö (Walther), Nadine Secunde (Elisabeth), Waltraud Meier (Venus) u.a., Chor der Bayerischen Staatsoper (Einstudierung: Udo Mehrpohl), Bayerisches Staatsorchester, Zubin Mehta; Regie: David Alden, Bühnenbild: Roni Toren, Kostüme: Buki Schiff, Bildregie: Brian Large; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109154; Bild 4:3; Stereo; 1994 (193‘) - Rezension von Norbert Tischer

Barbusige Schönheiten im Löwenfell, menschenartige Schnabelwesen, Ritter mit kahlen Köpfen und Zwerge, die riesige Steine schleppen. Unter David Aldens Regie wird Wagners ‘Tannhäuser’ zur albtraumhaften Reise ins Innere des sinnsuchenden Künstlers. Schon während des Vorspiels entstehen aus den trüben Gedanken des Titelhelden seltsame Fabelwesen. Allesamt der Bilderwelt eines Hieronymus Bosch entsprungen schleppen sie das Interieur der ersten beiden Aufzüge ins Blickfeld: Eine Türe, durch die Tannhäuser in den Venusberg und zur Wartburg gelangt, ein Tisch auf dem sich zunächst die Liebesgöttin räkelt. Read More →


Antonin Dvorak: Rusalka; Eilene Hannan, Ann Howard, Rodney Macann, John Treleaven, Phyllis Cannan, Chorus and Orchestra of the English National Opera, Mark Elder; Inszenierung: David Pountney; 1 Blu-ray Arthaus-Musik 109150; Bild 4:3; Stereo; 1986 (159') – Rezension von Remy Franck

‘Rusalka’, Dvoraks großer Opernerfolg, der das Foquetsche Märchen ‘Undine’ mit Elementen aus Andersens ‘Kleiner Meerjungfrau’ und Hauptmanns Märchendrama ‘Die versunkene Glocke’ verknüpft, jene klangfarbige Märchenwelt um Nixen, Wassergeister und Elfen wird von David Pountney in ein Kinderheim viktorianischen Stils verlegt. Rusalka ist ein an der Schwelle zur Frau stehendes junges Mädchen, das von der ersten Liebe träumt. Read More →

Giuseppe Verdi: Rigoletto; Marcelo Álvarez, Carlos Álvarez, Inva Mula, Orquestra Simfònica i Cor del Gran Teatre del Liceu, Jesús López-Cobos; Inszenierung: Graham Vick; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109142; Stredo & Surround; Bild 16:9; 2004 (130') – Rezension von Remy Franck

Arthaus nimmt eine von Jesus Lopez-Cobos straff und dramatisch dirigierte ‘Rigoletto’-Inszenierung von Graham Vick aus dem ‘Liceu’ von Barcelona ins Programm. Die im Großen und Ganzen nicht uninteressante Produktion, die den Hofnarren und den Grafen in den Mittelpunkt einer zügellos sexbesessenen und darin auch masochistisch brutalen Männerwelt versetzt, hat in Marcelo Alvarez einen recht guten Duca, aber dem Rigoletto von Carlo Alvarez fehlt es deutlich an stimmlicher Ausstrahlung: weder ist die Stimme groß genug, noch erlangt sie die notwendige emotionale Dimension. Read More →

Modest Mussorgsky: Khovanshchina; Nicolai Ghiaurov, Wladimir Atlantow, Anatoly Kotscherga, Paata Burchuladze, Yuri Marusin, Ludmila Semtschuk, u. v. a. Slovakisch Philharmonischer Chor Bratislava, Wiener Sängerknaben, Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Claudio Abbado; Inszenierung: Alfred Kirchner. Fernsehregie: Brian Large; 1 Blu-ray Arthaus 109 151; Stereo, Bild 4:3; 1989 (173’) - Rezension von Guy Wagner

‘Khovanshchina’ ist die wohl bedeutendste Komposition, die Mussorgsky bei seinem Tode unvollendet hinterlassen hat. Der erste, der eine spielbare Fassung dieser kostbaren Oper, die den Vergleich mit ‘Boris Godunov’ problemlos aushält, orchestriert hatte, war Rimsky-Korsakov gewesen, doch war er dabei ziemlich respektlos mit Mussorgskys Arbeit umgegangen. Erst Dmitri Shostakovich griff auf die originalen Orchestrierungsskizzen zurück und schuf eine Nachbearbeitung, die dem Komponisten gerecht wird. Auf sie stützt sich diese Produktion mit Claudio Abbado, der dazu noch den wirkungsvollen, von Igor Strawinsky 1913 für Diaghilev komponierten Schlusschor verwendet. Read More →

Giacomo Puccini: Turandot; Mlada Khudoley, Turandot, Riccardo Massi, Kalaf, Guanqun Yu, Liu, Michael Ryssov, Timur, Manuel von Senden, Altoum, Philharmonischer Chor Prag, Bregenzer Festivalchor, Wiener Symphoniker, Paolo Carignani; Regie: Marco Arturo Marelli; 1 Blu-ray C Major 731504; Bild 16:9; Stereo & Surround; Live 8/2015 (125') – Rezension von Remy Franck

Für seine ‘Turandot’ bei den Bregenzer Festspielen hat Marco Arturo Marelli kein chinesisches Bild ungenutzt gelassen: die Chinesische Mauer, die sich auf der Bühne bis in 27 Meter Höhe erhebt, die Terrakotta-Armee des Kaisers Qin Shihuangdi, Feuertänzer, Schwertkämpfer, Drachen, Lampions…spektakulärer und farbiger kann man Puccinis letzte Oper nicht inszenieren. Read More →

Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen; Das Rheingold: Thomas Jesatko (Wotan), Thomas Berau (Donner), Juhan Tralla (Froh), Jürgen Müller (Loge), Karsten Mewes (Alberich) u.a.; Die Walküre: Endrik Wottrich (Siegmund), Manfred Hemm (Hunding), Thomas Jesatko (Wotan), Heike Wessels (Sieglinde), Judith Németh (Brünnhilde), Edna Prochnik (Fricka) u.a.; Siegfried: Judith Németh (Brünnhilde), Edna Prochnik (Erda), Katharina Göres (Waldvogel), Jürgen Müller (Siegfried), Uwe Eikötter (Mime), Karsten Mewes (Alberich) u.a.; Götterdämmerung: Jürgen Müller (Siegfried), Thomas Berau (Gunther), Christoph Stephinger (Hagen), Karsten Mewes (Alberich), Judith Németh (Brünnhilde), Cornelaia Ptassek (Gutrune), Edna Prochnik (Waltraute) u.a.; Chor, Extrachor und Statisterie des Nationaltheaters Mannheim, Orchester des Nationaltheaters Mannheim, Dan Ettinger; Regie: Achim Freyer; 7 DVDs Arthaus Musik 107553; Stereo; Bild 16:9; 2013 (860') - Rezension von Manuel Ribeiro

Diese Produktion aus dem Nationaltheater Mannheim mit Generalmusikdirektor Dan Ettinger und dem Regisseur Achim Freyer ist Geschmackssache. Sie erinnert an die Fura dels Baus-Inszenierung aus Valencia. Read More →

Antonin Dvorak: Die Waldtaube; Leos Janacek: Taras Bulba; Julius Fucik: Einzug der Gladiatoren, Winterstürme, Florentiner Marsch, Donausagen, Marinarella, Die lustigen Dorfschmiede; Tschechische Philharmonie, Vaclav Neumann; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109122; Bild 4:3; Stereo; Live 1986 (89') – Rezension von Remy Franck

Die Tondichtung ‘Die Waldtaube’ (The Wood Dove) entstand im Jahr 1896, nachdem Dvorak aus Amerika in seine Heimat zurückgekehrt war. Nach der Beerdigung ihres Mannes (Marcia funebre) begegnet eine Frau einem jungen Mann, den sie bald darauf heiratet (Molto vivace, Böhmische Hochzeitsmusik). Doch am Grab ihres verstorbenen Gatten wird die Frau vom anklagenden Gurren einer Waldtaube verfolgt, worauf sie sich ertränkt. Leos Janacek dirigierte die Uraufführung in Brünn. Read More →

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3; Carolyn Watkinson, Mezzosopran, Royal Concertgebouw Orchestra, NOS Women’s Choir, Holland Boys Choir, Bernard Haitink; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109120; Stereo; Bild 4:3; Live 1983 (103') – Rezension von Remy Franck

Bernard Haitink hat Gustav Mahlers Symphonien mehrfach aufgenommen, mit verschiedenen Orchestern. Von der Dritten Symphonie gibt es Aufnahmen mit dem ‘Concertgebouw’ (1966, 1983 u. 1995), mit den Berliner Philharmonikern (1990) und mit dem ‘Chicago Symphony’ (2006). Von den ca. 140 Aufnahmen der Symphonie stammen also nicht weniger als fünf von Haitink. Und dennoch muss man bis ins Jahr 1966 zurückgehen, um seine beste Interpretation (mit Maureen Forrester im Gesangspart) zu hören. Unmittelbar daneben stelle ich diese Videoaufnahme von 1983, eine Interpretation, die auch als Studioproduktion auf der Philips-CD zu hören ist. Read More →

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