Giuseppe Verdi: Simon Boccanegra; Christian Gerhaher, Jennifer Rowley, Christof Fischesser, Nicholas Brownlee, Otar Jorjikia, Chor der Oper Zürich, Philharmonia Zürich, Fabio Luisi; Regie: Andreas Homoki; 1 DVD Accentus ACC20510; Stereo & Surround; Bild 16:9; Liveaufnahme 12/2020, Veröffentlichung 06/2021 (143') – Rezension von Norbert Tischer

Accentus bringt Verdi’s Simon Boccanegra in einer Produktion der Oper Zürich bringt heraus. Andreas Homoki hat die Oper in die 1920er-Jahre verlegt, mit einer derartigen Schärfung der Charaktere und der Intrigen im grauen Interieur eines Palastes, dass das Ganze zum Kammerspiel wird. Read More →

Giuseppe Verdi: Falstaff; Michael Volle, Alfredo Daza, Francesco Demuro, Jürgen Sacher, Stephan Rügamer, Barbara Frittoli, Daniela Barcellona, Katharina Kammerloher, Chor der Deutschen Staatsoper Berlin, Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim; Regie: Mario Martone; 1 DVD C-Major 757608; Bild 16:9, Stereo & Surround; Liveaufnahme 2018, Veröffentlichung 21.05.2021 (142') – Rezension von Remy Franck

Sir John Falstaff ist in dieser Inszenierung des Italieners Mario Martone an der Staatsoper unter den Linden in Berlin kein heruntergekommener Edelmann, sondern eine gealterte 68-er Figur, die sich im Graffiti-beschmierten Hinterhof der Panorama Bar herumtreibt, zwischen zwielichtigem Gesindel und Damen eines Freudenhauses. Ihm gegenüber steht der neureiche Ford, in dessen luxuriösem Haus mehrere Bilder der Oper spielen, mit einem Fitnessraum und einem richtigen Schwimmbad, in dem sich Mädchen tummeln. In diesem Umfeld lässt Martone seine Sänger drastisch spielen. Read More →

Charles Gounod: Mireille; Inva Mula (Mireille), Charles Castronovo (Vincent), Franck Ferrari (Ourrias), Sylvie Brunet (Taven), Alain Vernhes (Maître Roman), Chœur et Orchestre du Théâtre National de l'Opera de Paris, Marc Minkowski; 2 DVDs Naxos 2.110683-84; Liveaufnahme 09/2009, Veröffentlichung 11.06.2021 (151') – Rezension von Remy Franck

Gounods 1864 uraufgeführte Oper Mireille atmet trotz Inklusion einiger übernatürlicher Elemente die Atmosphäre der Provence. Daher kann man es nur begrüßen, dass die Inszenierung der Pariser Oper von 2009 genau diese Atmosphäre unverfälscht und quasi naturalistisch auf die Bühne bringt, nachempfunden dem Roman Mireille von Frédéric Mistral, der die traditionelle Lebensweise der südlichen Region Frankreichs beschreibt. Aufgeführt wird die zweite Fassung in fünf Akten. Read More →

Hans Zender - Thinking With Your Senses (Dokumentation), Claude Debussy: La Mer, RSO Saarbrücken, Hans Zender; 1 DVD Arthaus 109438; Aufnahme 2018 (Dokumentation), 1974 (Debussy); Veröffentlichung 04/2021 (79) – Rezension von Uwe Krusch

Der Titel ‘Mit seinen Sinnen denken‘ deutet auf eine intimere und noch näher an der Person orientierte Begleitung durch das Leben hin, als der Film sie dann gibt. Wird eine Biografie oder so ein Film zu nah und zu unkritisch am beschriebenen Subjekt geführt, so kann das als Lobhudelei missfallen. So aber scheint mir der Abstand doch groß, so dass wir eher eine Reportage als eine Biografie sehen. Mangels auch nur einer Anekdote oder persönlicher Aspekte denken die Sinne, sie empfinden nicht. Read More →

Zubin Mehta - Good Thoughts, good Words, good Deeds; Gustav Mahler: Kindertotenlieder; Thomas Quasthoff, Staatskapelle Dresden, Zubin Mehta; 1 DVD Arthaus Musik 109439; Produktion 2016 / 2010, Veröffentlichung 05.2021 (120') – Rezension von Remy Franck

Die 2016 produzierte Zubin Mehta-Dokumentation von Bettina Erhardt gibt Einblick in das Leben und die Karriere von Zubin Mehta und nimmt den Zuschauer mit an die Orte, die eng mit seinem Leben verbunden sind – Mumbai, Israel, Berlin und Florenz. Es ist eine unkritische Hommage an einen Dirigenten, der vor allem für eines geschätzt wird: den musikalischen Fluss, den er produziert. Bekannt und beliebt ist Mehta wegen der Special Events, für die er gerne engagiert wurde, ob es nun Galas in Wien oder Drei-Tenöre-Konzerte waren. Eine Portion Glamour ist immer mit seinem Wirken verbunden. Read More →

Georges Bizet: Carmen; Anna Caterina Antonacci (Carmen), Andrew Richards (Don José), Anne-Catherine Gillet (Micaëla), Nicolas Cavallier (Escamillo), Virginie Pochon (Frasquita), Annie Gill (Mercédès), Matthew Brook (Zuniga), Riccardo Novaro (Moralès), Françis Dudziak (Le Dancaïre), Vincent Ordonneau (Le Remendado), Simon, Davies (Lilias Pastia), Lawrence Wallington (Un guide), Mehdi Fengal (Un enfant), Yveline Hamon (voix enrisgistrée), Maȋtrise des Haute-de-Seine, Monteverdi Choir, Orchestre Révolutionnaire et Romantique, John Eliot Gardiner, Dirigent, Adrian Noble, Regie; 2 DVD Naxos 2.110685-86; Aufnahme 2009; Veröffentlichung 014.05.2021 (168) – Rezension von Uwe Krusch

Die Umstände der Uraufführung lassen sich sicherlich nicht wirklich zurückholen. Aber eine Aufführung an dem Ort, der Opéra Comique in Paris, mit einem auf historischem Instrumentarium spielenden Orchester kann sicherlich einige Hinweise geben. Die Bühne dieses Hauses gehört zu den kleineren, so dass weder große Bilder möglich sind noch das Orchester im Graben davor viel Platz hat. Daher war sicherlich eine intime Beschränkung an Lautstärke angebracht, was auf einer Aufnahme nicht sicher nachzuvollziehen ist. Das dürfte der Riege der Sänger das Leben erleichtert haben. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni, zzgl. Dokumentation: Nikolaus Harnoncourt - Between Obsession and Perfection Teil 2: Don Giovanni; Andre Schuen, Ruben Drole, Christine Schäfer, Mauro Peter, Maite Beaumont, Mari Eriksmoen, Arnold Schoenberg Chor, Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt; 2 DVD Unitel 803908; Aufnahme 2014; Veröffentlichung 04/2021 (Oper 196 + Dokumentation 52) – Rezension von Uwe Krusch

Die zweite Einspielung des Zyklus von Harnoncourt mit Da Ponte Opern von Mozart mit dem zeitlich zweiten Werk Don Giovanni führt die meisten Aspekte, die bereits zu La Nozze di Figaro gemacht wurden fort. Eine Wiederholung ist unnötig. Auch hier bietet es sich an, die Dokumentation vorher anzusehen. So weist Harnoncourt etwa darin darauf hin, dass nicht nur Don Giovanni alle Frauen liebt, sondern diese dieses Gefühl durchaus erwidern. Er ist also Verführer, aber auch gewollt. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro; Bo Skovhus, Christine Schäfer, Mari Eriksmoen, Elisabeth Kulman, Ildiko Raimondi, Mauro Peter, Arnold Schönberg Chor, Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt - zzgl. Dokumentation: Nikolaus Harnoncourt - Between Obsession and Perfection Teil 1: Le Nozze di Figaro; 2 DVDs Unitel 803708; Aufnahme 2014, Veröffentlichung 03.2021 (Oper 190' + Dokumentation 52') – Rezension von Uwe Krusch

Der vor fünf Jahren verstorbene Nikolaus Harnoncourt hat quasi als sein Vermächtnis die halbszenische Aufführung der drei Da Ponte Opern von Mozart in Wien noch ausgeführt. Davon liegt als erste Einspielung jetzt die Hochzeit des Figaro vor. Dass Harnoncourt auch bei Mozart-Opern zum Experten wurde und hohe Authentizität erreichte, überrascht nicht. Welche Mühen es machte, so ein Projekt zu stemmen, ist der Aufnahme nicht zu entnehmen. Read More →

Richard Wagner: Das Rheingold; Nikolai Petrov, Krastan Krastanov, Miroslav Andreev, Daniel Ostretsov, Biser Georgiev, Sofia National Opera Orchestra, Pavel Baleff; Inszenierung Plamen Kartaloff; Eine Produktion der Sofia Opera; 2 DVDs Dynamic 37897; Bild 16:9; Stereo & Surround; Liveaufnahme 05/2010, Veröffentlichung 04/2021(161') – Rezension von Remy Franck

Zunächst dies: Für diese Aufführung wurde die reduzierte Orchesterbesetzung von Gotthold Ephraim Lessing benutzt, die vor allem bei den Bläsern und den Harfen die Zahl der Instrumente verringert. Wohlgemerkt: es ist keine gekürzte Fassung (wie der Webshop jpc behauptet)! Read More →

Giuseppe Verdi: Requiem; Eleonora Buratto, Anita Rachvelishvili, Giorgio Berrugi, Roberto Tagliavini, Coro del Teatro Regio di Parma, Filarmonica Arturo Toscanini, Roberto Abbado; 1 DVD Dynamic 37895; Bild 16:9; Stereo & Surround;  Liveaufnahme 09.2020, Veröffentlichung 16.04.2021 (90') – Rezension von Remy Franck

Dieser  Konzertmitschnitt aus dem Parco Ducale di Parma vom 18. September 2020 ist unverkennbar ein Corona-Dokument, mit weit aufeinandersitzenden Musikern im Orchester und Sängern im Chor sowie mit Masken auf die Bühne kommenden Solisten. Das wirkt sich aber nicht nachteilig auf die Musik aus, da Roberto Abbado das Ganze mit fester Hand zusammenhält. Er dirigiert ein spannungs- und effektvolles, opernhaftes Requiem, in dem sich die gleichermaßen opernhaft agierenden Solisten gut einfügen. Die Nachteile einer Liveaufnahme und gelegentliche Windgeräusche in den Mikrophonen muss man in Kauf nehmen. Read More →

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