Kaija Saariaho: Only the Sound Remains (Always Strong, Feather Mantle); Philipp Jaroussky, Spirit und Tennin, Daone Tines, Priester und Fischer, Nora Kimball-Mentzos, Tanz, Dudok Quartet, Eija Kakaanranta, Kantele, Camilla Hoitenga, Flöte, Niek Kleinjan, Schlagwerk, Vokalquartett des Niederländischen Kammerchors, Andre de Ridder, Dirigent, Peter Sellars, Regie; 1 DVD Erato 0190295753955; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme 03/2016, Veröffentlichung 10/2017 (106') – Rezension von Uwe Krusch

Aufnahmen mit Philipp Jaroussky oder anderen Countertenören sind inzwischen Legion. Was ist also das Besondere an dieser? Dass es sich um Musik handelt, die dem Künstler auf den Leib geschrieben wurde! Die herausragend schöne Stimme von Jaroussky hat Kaija Saariaho zu zwei einaktigen Opern angeregt, die unter dem Obertitel ‘Only the Sound Remains’ zusammengefügt sind. Diese hat Peter Sellars in einem schmalen Bühnenbild mit einer nach Bedarf transparenten Rückwand inszeniert. Diese Rückwand ist manchmal wie ein Gazevorhang, manchmal gemustert wie Höhlenmalereien im Tal der Vézère strukturiert, manchmal grau und abweisend. Read More →

Johann Sebastian Bach: Messe in h-Moll; Gewandhausorchester Leipzig, Christina Landshamer, Sopran, Elisabeth Kulman, Alt, Wolfram Lattke, Tenor, Luca Pisaroni, Bass, Dresdner Kammerchor, Gewandhausorchester Leipzig, Herbert Blomstedt; 1 DVD Accentus ACC20415; Stereo & Surround; Bild 16:9; Liveaufnahme 06/2017, Veröffentlichung 10/2017 (113') – Rezension von Remy Franck

« Nichts, was er geschrieben hat, ist so allumfassend wie die h-Moll-Messe – nicht einmal seine großartigen Passionen », sagt Herbert Blomstedt in einem Text zu dieser Produktion. Und aus diesem Geist heraus dirigiert er die Komposition voller Ehrfurcht und bringt die Musiker beim Abschlusskonzert des Bachfestes zu Leipzig im Jahre 2017 zu einer Aufführung, die eine enorme Ruhe, Güte und Vertiefung ausstrahlt. Read More →

Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion; Gerlinde Sämann, Isabel Jantschek, Benno Schachtner, Benedikt Kristjansson, Paul Schweinester, Peter Harvey, Kresimir Strazanac, Gaechinger Cantorey, Hans-Christoph Rademann; 1 DVD Accentus ACC20408; Stereo & Surround; Bild 16:9; Aufnahme 03/2017, Veröffentlichung 10/2017 (165) - Rezension von Remy Franck

Rechts und links einer Tanzfläche sitzen das doppelte Orchester, dahinter der Chor, von dem man leider kaum ein gesungenes Wort versteht. Bei den Solisten ist die Textverständlichkeit gottseidank besser, auch bei der Sopranistin Isabel Jantschek. Die andere Sopranistin, Gerlinde Sämann, fällt leider vokal stark ab, weil es der Stimme an Ausgeglichenheit und Präsenz fehlt. Kresimir Strazanac singt einen beeindruckenden Jesus und Benno Schachtner gefällt in seinem Altus-Part. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: Des Königs Zauberflöte; Gerd Anthoff, Jörg Dürmüller, Susanne Bernhard, Tareq Nazmi, Gudrun Sidonie Otto, Martin Petzold, Antje Bitterlich, Chorgemeinschaft Neubeuern, KlangVerwaltung, Enoch zu Guttenberg; Regie und Inszenierung: Enoch zu Guttenberg; Mit neuen Dialogen von Klaus Jörg Schönmetzler und Enoch zu Guttenberg; 1 Blu-ray Farao A 108095; Stereo & Surround; Bild 16:9; Liveaufnahme 2013, Veröffentlichung 11/2017 (189') – Rezension von Remy Franck

Ausgehend von einer Open-Air-Aufführung der ‘Zauberflöte’ im Park von Herrenchiemsee hat Enoch von Guttenberg eine bearbeitete Fassung der Oper im Münchner Prinzregententheater dirigiert und inszeniert. Read More →

Gerald Finley (Guillaume Tell), Malin Byström (Mathilde), John Osborn (Arnold Melchtal), Sofia Fomina (Jemmy), Nicolas Courjal (Gesler), Alexander Vinogradov (Walter Furst), Enkelejda Shkosa (Hedwige), Eric Halfvarson (Melcthal), Michael Colvin (Rodolphe), Samuel Dale Johnson (Leuthold), Enea Scala (Ruodi), Chor und Orchestert des Royal Opera House Covent Garden, Antonio Pappano; Regie: Damiano Michieletto; 2 DVDs Opus Arte OABD7195D; Aufnahme 2015, Veröffentlichung 08/2017 (201') – Rezension von Remy Franck

Antonio Pappano dirigiert in dieser Produktion aus dem Königlichen Opernhaus ‘Covent Garden’ die französische Originalfassung von Rossinis ‘Guillaume Tell’, so wie er es schon 2010 in Rom in einer konzertanten Fassung mit zum Teil denselben Sängern gemacht hat. Read More →

Richard Wagner: Die Walküre; Peter Seiffert, Georg Zeppenfeld, Vitalij Kowaljow, Anja Harteros, Anja Kampe, Christa Mayer, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann; Regie: Vera Nemirova; 1 Blu-ray Disc C-Major 742904; Bild 16:9; Stereo & Surround; Liveaufnahme 04/2017, Veröffentlichung 27/10/2017 (235') – Rezension von Remy Franck

Im Frühjahr feierte Christian Thielemann den 50. Geburtstag der Salzburger Osterfestspiele mit einer Revival-Produktion von Wagners ‘Walküre’, mit der Herbert von Karajan in einer revolutionären Produktion die Festspiele eröffnet hatte. Von 1967 ist nur das Bühnenbild übrig geblieben. Die Regie hat Vera Nemirova mit zahlreichen Details angereichert, die völlig überflüssig sind. Read More →

Alban Berg: Lulu (komplettiert von Friedrich Cerha); Marlis Petersen (Lulu), Bo Skovhus (Dr. Schön/Jack the Ripper), Daniela Sindram (Gräfin Geschwitz), Matthias Klink (Alwa), Rainer Trost (der Maler / ein Neger); Martin Winkler (ein Tierbändiger / ein Athlet), Pavlo Hunka (Schigolch), Christian Rieger (der Medizinalrat / der Bankier / der Professor), Rachael Wilson (eine Theater-Gardrobiere / ein Gymnasiast/ ein Groom), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (der Prinz / der Kammerdiener / der Marquis), Christoph Stephinger (der Theaterdirektor), Elsa Benoit (eine Fünfzehnjährige), Cornelia Wulkopf (ihre Mutter), Heike Grötzinger (eine Kunstgewerblerin), John Carpenter (ein Journalist), Leonard Bernad (ein Diener), Nicholas Reinke (der Polizeikommissär), Bayerisches Staatsorchester, Kirill Petrenko; Inyzenierung: Dmitri Tcherniakov; 2 DVDs BelAir Classics 3760115301290; Aufnahme 05/2015, Veröffentlichung 09/2017 (182') – Rezension von Uwe Krusch

Das Leben der Lulu, die auf dem Weg ihres gesellschaftlichen Aufstiegs ihre Männer in den Tod treibt oder umbringt, führt sie ins Gefängnis, aus dem sie mit List befreit ihren sozialen Abstieg ertragen muss. Dieser endet als Prostituierte, bis sie schließlich von Jack the Ripper ermordet wird. In aller Kürze lässt sich so der Handlungsstrang skizzieren. Read More →

Marin; Axel Borup-Jörgensen: Marin op. 60 (Animated Fantasy); Axel- A Portrait; Musik für Percussion & Viola op. 18 + Für Cembalo & Orgel op. 133 Nr. 2 + Nachtstück op. 118 Nr. 1 für Blockflöte + Winter Pieces op. 30b für Klavier + Pergolato op. 183 für Blockflöte + Coast of Sirens op. 100 für Ensemble & Multivoice Tape; Tim Frederiksen, Mahan Esfahani, Elisabet Selin, Erik Kaltoft, Michala Petri, Percurama Percussion Ensemble, Danish National Symphony Orchestra, Arhus Sinfonietta, Thomas Sondergard, Sören Kinch Hansen; 1 DVD + 1 SACD Our Recordings 2.110426; Aufnahmen o.A., Veröffentlichung 10/2017 (DVD: O.A. / SACD: 78'29) – Rezension von Remy Franck

Den dänischen Komponisten Axel Borup-Jörgensen (1924-2012) hat man einen lyrischen Expressionisten genannt. Seine Musik, die sicherlich von der Avantgarde beeinflusst war, hat sich aber auch immer individuell und mit einer klar erkennbaren Tonsprache vom Rest abgesetzt. Read More →

Wolfang A. Mozart: Cosi fan tutte, KV 588; Jacquelyn Wagner (Fiordiligi), Michèle Losier (Dorabella), Frédéric Antoun (Ferrando), Philippe Sly (Guglielmo), Paulo Szot (Don Alfonso), Ginger Costa-Jackson (Despina), Ballett, Chor und Orchester der Nationaloper Paris, Philippe Jordan; Anne Teresa De Keersmaker, Inszenierung; 1 Blu-ray Arthaus Musik 109339; Bild 16:9; Stereo & Surround; Aufnahme 02/2017, Veröffentlichung 10/2017 (183') – Rezension von Remy Franck

Dieser ‘Cosi fan tutte’ aus der Pariser Oper, aufgeführt im alten ‘Palais Garnier’ ist vor allem der ‘Cosi’ von Teresa de Keersmaeker. Sie hat jedem Sänger ein tanzendes Double zur Seite gestellt, das mimisch das Gesungene oder auch genereller das Musikalische tanzend umsetzen soll. Nun ja, das funktioniert und funktioniert auch nicht. Read More →

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 (Auferstehung'); Chen Reiss, Sopran, Karen Cargill, Mezzosopran, Netherlands Radio Choir, Royal Concertgebouw Orchestra, Daniele Gatti; 1 DVD RCO Live 17109; Liveaufnahme 15+16/09/2016, Veröffentlichung 09/2017 (88') – Rezension von Remy Franck

Grundsätzlich Neues weiß Daniel Gatti zur Zweiten Symphonie Gustav Mahlers nicht zu sagen. Dennoch ist dies eine gute Aufnahme…

Gatti ist Italiener und er bringt das auch in seine Interpretation ein. Sie ist flüssig, ungemein raffiniert im Klang und im Farbenspiel, vielleicht ein bisschen oberflächlich in der psychologischen Deutung, manchmal auch ein bisschen flach in der Dynamik, aber diese Einwände verlieren an Bedeutung, weil der symphonische Atem trotz eher langsamer Tempi vorhanden ist, und weil der Dirigent mit seinem Orchester eine Detailarbeit leistet, die hinreißend ist. Read More →

  • Pizzicato

  • Archives