Bei Ars Produktion kam jetzt eine Tango-CD mit dem österreichischen Cellisten Friedrich Kleinhapl und seinem Klavierpartner Andreas Woyke heraus. Die Rezension im Pizzicato erschien unter dem Titel: "Atemberaubend facettenreiche Tango-Platte". Remy Franck hat sich mit dem Cellisten unterhalten.

Friedrich Kleinhapl, was ist Tango für Sie?
Als wir begonnen haben uns mit dem Tango zu beschäftigen, war es so, als ob wir eine Nuss knacken würden. Doch als wir die Schale öffneten, kam darin etwas Größeres zum Vorschein, etwas das in dieser Nussschale eigentlich gar keinen Platz finden hätte können. Und als wir daran gingen dieses größere Etwas zu öffnen, steckte darin wieder etwas noch Größeres. Und so ging das weiter. Read More →

Der österreichische Geiger Thomas Albertus Irnberger und der deutsche Pianist Michael Korstick nehmen für das Wiener Label Gramola Ludwig van Beethovens Violinsonaten auf. Der ersten CD nach zu urteilen scheint das ein aufregendes Unternehmen zu werden. Im Textheft der ersten CD stellt Irnberger Zusammenhänge zwischen den beiden Sonaten und der zehn Jahre andauernden Liebesaffäre Beethovens mit Josephine von Brunswick her. Obwohl, wie aus dem folgenden Interview ersichtlich, Michael Korstick, alias Dr. Beethoven, den Lebensumständen des Komponisten weniger Bedeutung beimisst als sein geigender Partner, ist für den zuhörenden Rezensenten der Kontext schon spannend. Remy Franck hat dies zum Ausgangspunkt seines Gesprächs mit beiden Künstlern genommen.

Thomas Albertus Irnberger & Michael Korstick

Auf Ihrer neuen CD erzählen Sie Anfang und Ende einer Liebesgeschichte, die Sonate op. 47 als leidenschaftliche Affäre, die Sonate op. 96 eher als Rückblick.
Michael Korstick: Wenn Sie das Booklet zur CD genau lesen und unsere Aufnahme aufmerksam hören, dann werden Sie sehen, dass wir die Stücke nicht im Sinne des Regietheaters inszenieren wollen. Unser erklärtes gemeinsames Ziel war, endlich einmal eine zu hundert Prozent genaue Umsetzung des Notentextes zu realisieren und die wahrscheinlichen Absichten des Komponisten ungefiltert Eins zu Eins umzusetzen. Read More →

In Wien, wo es bereits einige rührige Klassiklabels gibt, hat sich jetzt ein neues dazu gesellt. Nur ist Austrian Gramophone ein etwas apartes Label. Ein Label der offenen Tür sozusagen. Einer der Gründer stand Remy Franck Rede und Antwort.

Mike Breneis

Mike Breneis, Sie haben vor kurzem zusammen mit zwei Partnern ein neues Klassiklabel gegründet, Austrian Gramophone. Wie kam es dazu?
Vor ein paar Monaten saßen Martin Rummel (paladino), Martin Pusch (ehemals Preiser Records) und ich (col legno) zusammen und dachten nach, was wir gemeinsam im Bereich der Tonaufnahme machen könnten. Unser aller Erfahrung ist, dass wir viele Projekte absagen müssen, selbst solche, die eigentlich von guter Qualität sind und durchaus das Potential hätten, Eindruck bei den HörerInnen zu hinterlassen. Read More →

Der Dirigent Michael Gielen (87) gibt aus gesundheitlichen Gründen das Dirigieren auf. Lesen Sie aus diesem Anlass einen Beitrag von Remy Franck.

Michael Gielen
(c) Wolfram Lamparter/SWR

Die NMZ hat Michael Gielen als eine Institution bezeichnet « als Musiker und als Gewissen der Musik ». Vielleicht wurde ihm ja das Talent schon in die Wiege gelegt. Michael Gielen wurde 1927 in Dresden geboren und emigrierte 1940 mit seiner Familie nach Argentinien. Er zählt bedeutende Künstler zu seinen nahen Verwandten: Sein Vater war ein namhafter Regisseur und Direktor des Wiener Burgtheaters; sein Onkel, der Pianist und Komponist Eduard Steuermann, war ein Schüler Busonis und Schönbergs. Read More →

Über den emotionalen Charakter musikalischer Harmonien – die Strebetendenz-Theorie. Von Daniela Willimek

Warum erzeugt Musik Gefühle? – So direkt gefragt, bleiben die meisten erst einmal stumm. Reflektiert man im Alltag doch gar nicht, was eigentlich – physikalisch gesehen – eine der größten Merkwürdigkeiten ist: Musik, die nur aus leblosen schwingenden Luftmolekülen besteht, kann uns bewegen, ermuntern, ja heiter oder melancholisch stimmen. Wir lauschen etwa dem ersten Satz aus Beethovens ‘Mondscheinsonate’ oder der ‘Träumerei’ von Robert Schumann und sind zu Tränen gerührt. Wir hören Bachs ‘Matthäuspassion’, und bei einigen Stellen läuft es uns eiskalt den Rücken hinunter. Wie ist das möglich? Read More →

Josef Bulva ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit. Bulva hatte sich 1996 bei einem Sturz auf einer eisglatten Straße seine linke Hand an einer Glasscherbe so stark verletzt, dass seine Karriere als beendet galt. Fast zehn Jahre nach dem Unfall war der Wille, wieder Klavier zu spielen, so gross, dass er nach exzellenter Chirurgie und einer enormen Rekonvaleszenzleistung unter Anleitung von Prof. Beat Simmen aus Zürich seine alte Virtuosität wiedererlangte. Publikum und Presse reagierten begeistert. RCA hat jetzt eine weitere CD mit dem Pianisten herausgegeben, mit Werken von Beethoven, Chopin und Szymanowski. Remy Franck hat sich mit ihm unterhalten.

Josef Bulva

Herr Bulva, als Sie 1996 Ihre Hand so schwer verletzten, dass Sie nicht mehr Klavier spielen konnten, was war das für ein Gefühl, was ging da in Ihrem Kopf vor?
Das begann mit der zynischen Feststellung: ‘Ich bin ein Krüppel’. Und wenn Sie Josef Bulva heißen, hatten Sie die Basis, den Sinn des Lebens verloren. Und dann gab es auch eine menschliche Problematik: Als 54-jähriger Klaviervirtuose haben Sie ziemlich beschränkte Kompetenzen, wo sie akzeptiert werden. Das ist nicht wie bei einem Anwalt, der immer noch zahlreiche Ausweichmöglichkeiten hat, wenn seine eigene Kanzlei nicht mehr funktioniert. Read More →

1989 gab das Kammerorchester 'Solistes Européens, Luxembourg' sein erstes Konzert. Es war ein brillanter Start, und die nächsten Jahren trugen dazu bei, dem Orchester ein treues Stammpublikum und internationale Anerkennung zu verschaffen. Nach einer Zeit der Stagnation konnte mit der Einstellung des neuen musikalischen Direktors Christoph König ein neuer Anlauf genommen werden, und die Formation ist heute zu den besten in Europa zu zählen. Remy Franck hat sich mit dem Präsidenten und Orchestermanager Eugène Prim unterhalten.

Solistes Européens, Luxembourg

25 Jahre ‘Solistes Européens, Luxembourg’. Waren Sie selber immer überzeugt, dass das Orchester dieses Alter erreichen würde?
Jein.. Ich war von der Idee überzeugt und wusste, dass das Orchester ein fester Bestand der Luxemburger Kulturszene werden würde, aber mit der Eröffnung der Philharmonie kamen Zweifel auf…Doch das ist ein Thema, auf das ich noch in einem präzisen Kontext zurückkommen will. Read More →

Um das 'Pittsburgh Symphony Orchestra', dessen 'Music Director' Manfred Honeck ist, aber auch Orchesterklang, Interpretation und Gustav Mahler geht es in diesem Interview von Alain Steffen.

Manfred Honeck
(c) Jason Cohn

Was ist für Sie das Reizvolle an einem Orchester wie dem ‘Pittsburgh Symphony’?
Die amerikanischen Orchester haben den Ruf, sehr auf Präzision zu gehen und bestmöglichst vorbereitet zu den Proben zu kommen. Zudem haben diese Orchester ein unheimliches Klangpotential, sind also wirkliche Klangkörper. In Pittsburgh aber kommt noch ein Element hinzu, das mir sehr wichtig ist. Die Musiker spielen nicht nur technisch erstklassig oder kommen sehr gut vorbereitet zu den Proben, nein, bei diesen Musikern spürt man den Willen, ganz tief in die Musik einzutauchen und dem Wesentlichen auf die Spur kommen. Read More →

Ein Interview von Remy Franck

Thomas Albertus Irnberger
(c) Irène Zandel

Ein Geiger, der singen lernt, um besser phrasieren zu können, historische Hammerklaviere sammelt, restauriert und spielt, um dem besser nachzuspüren, was die Komponisten sich vorgestellt haben, und diese ganzen Erfahrungen mit einem profunden musikwissenschaftlichen Studium der Werke krönt, das erstaunt in unserer schnelllebigen Zeit, die auf kurzfristig zu erzielende Erfolge aus ist. Der Österreicher Thomas Albertus Irnberger passt daher wohl auch in kein Schema. Read More →

Yehudi Menuhin nannte ihn seinen musikalischen Enkel, heute ist der Daniel Hope einer der bekanntesten Geiger. In Warschau erhielt er von den ICMA (International Classical Music Awards) den Preis für die beste Videodokumentation für den Film 'Terezin', über die Musiker im Gefangenenlager Theresienstadt. Remy Franck hat mit ihm ein Gespräch geführt.

Daniel Hope
(c) Harald Hoffmann

‘Music gives me hope’, sagte der Dirigent Daniel Barenboim. Sie sind Mr. Hope. Was gibt die Musik Ihnen denn?
Musik gibt auch mir Hoffnung, aber ebenso Freude, Genugtuung und vor allem Inspiration. Read More →

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