Am Rande eines Opern Air-Konzerts in Luxemburg hat sich Alain Steffen mit dem walisischen Bariton Bryn Terfel unterhalten.

Bryn Terfel

1990 begannen Sie Ihre internationale Karriere mit Mozart und haben sich kontinuierlich bis hin zu Wagners Wotan hochgearbeitet, der sicherlich einen Höhepunkt in der Karriere eines jeden Bass-Baritons darstellt. Wie werden die zukünftigen Rollen von Bryn Terfel aussehen?
Gute Frage. Ich bin jetzt Anfang Fünfzig und werde vielleicht noch zehn Jahre auf hohem Niveau singen können. Don Pasquale, Basilio in Rossinis Barbiere di Sevilla, Bartoks Blaubart, dies sind die Rollen, die in den nächsten Jahren auf mich zukommen. Read More →

Sie musiziert, komponiert, schreibt und malt… die deutsch-schwedische Künstlerin Ann-Helena Schlüter studierte u.a. an der Hochschule für Musik Detmold bei Anatol Ugorski und absolvierte ihr künstlerisches Diplom und Konzertexamen bei Bernd Glemser an der Hochschule für Musik Würzburg. Schließlich studierte sie als Voll-Stipendiatin an der Arizona State University in Phoenix, USA. Sie hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und konzertiert international. Seit  2009 hat sie zehn CDs eingespielt, zuletzt ein Bach-Programm bei Hänssler Classic*. Remy Franck hat sich mit der Künstlerin unterhalten.

Ann-Helena Schlüter

Konzert-Pianistin, Konzert-Organistin, Komponistin, Autorin, Lyrikerin…. Sind Sie ein Gesamtkunstwerk? Wie bringt man das alles unter einen Hut?
Ja, viele Leute bezeichnen mich als Gesamtkunstwerk. Meine Liebe in der Kunst aber gilt vor allem der Musik. In der Musik wird alle weitere Kunst ausgedrückt. Sie ist Leben. Lyrik. Farbe. Und hier vor allem in der Musik Bachs: In ihm finde ich einen genialen Kenner der Musik, der trotzdem oder gerade deswegen ‘unschuldige’ Musik schreibt in dem Sinn, dass er die Farben des Himmels und des Meeres/der Erde widerspiegelt: Licht und Schatten, perfekt aufeinander abgestimmt in Intervallen, Instrumenten, in Stimme, Form und Text, in Dur und Moll. Seine Kantaten rühren mich jeden Tag zu Tränen. Er ist mein Liebling. Read More →

Im Jahre 1994 wohnte der Tenor René Kollo mit seiner Familie in Luxemburg, wo Remy Franck folgendes Interview mit dem damals 56-jährigen Sänger machte.

René Kollo

Herr Kollo, Sie sind nicht nur sehr aktiv, sondern auch sehr vielseitig. Wie funktioniert das alles?
Ich habe immer gesagt: Wenn ich in das Alter komme, in dem ich jetzt bin, werde ich nur noch die Hälfte machen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es wird immer mehr und immer verrückter. Ich singe immer noch hauptsächlich Oper, und seit 20 Jahren immer die großen Rollen. Mich engagiert man nicht für eine kleinere Partie, sondern nur für sechs Stunden. Also Tristan, Tannhäuser,… den gesamten Wagner, den ich als einziger heute noch singe, plus Otello, Bajazzo… Es kommen freilich auch noch andere Sachen hinzu. Sagen wir: Ich machen zur Hälfte Oper, zur Hälfte Liederabende, Konzerte, Operettenkonzerte, und ein bisschen Fernsehen, obschon Fernsehen rar geworden ist in unserem Metier, weil man hier alles nachmacht, was aus Amerika kommt -, und da kommt keine Kunst her. Von da kommt nur Unterhaltung und Kommerz. Read More →

Jeung Beum Sohn
(c) International Piano Forum - Stefan Höning

You have participated in a lot of competitions. Do you like to compete?
I think, I didn’t did take part in that much competitions, less than others. But I’m sure, though competitions are not everything for young musicians, they can sometimes be really helpful. So, let’s say, I definitely don’t like competitions, but sometimes I need them. Read More →

Cecilia Bartoli
(c) Ulli Weber/Decca

Frau Bartoli, bei den Pfingstfestspielen 2019 stellen Sie das Thema Kastraten in den Mittelpunkt – eine fürchterliche Tradition, die über Jahrhunderte gepflegt aber nie in Frage gestellt worden ist. Was hat Sie dazu bewogen, sich dieses Themas und der für Kastratenstimmen geschriebenen Musik anzunehmen?
Das Thema beschäftigt mich seit langem und immer wieder. Vor zehn Jahren habe ich mich ihm mit meiner CD Sacrificium genähert. Schon damals habe ich mir die Frage gestellt, ob man diese außergewöhnlich künstlerischen, ästhetischen und sinnlichen Erlebnisse, die durch große Opfer erwuchsen, überhaupt feiern darf. Ja, ich finde es wichtig, die Geschichte der Kastraten und ihr Leid zur Diskussion zu stellen. Read More →

Rutbert Reisch is the most intimate and profound guardian of Birgit Nilsson’s heritage; he was at first an admirer and then a friend of the great Swedish soprano. After the Nilsson Foundation won an ICMA Award 2019 for the CD box 'Birgit Nilsson. The Great Live Recordings', ICMA Jury member Nicola Cattò (Musica) made the following interview with Rutbert Reisch.

Rutbert Reisch

A calm and elegant gentleman – who only gets angry when a fellow journalist asks him the reason for such a high amount of the Nilsson prize ($ 1 million) and he then replies with annoyance that « no one asks such questions to players or Nobel laureates: and music does much more for peace compared to what they do! » – Reisch listened to Nilsson for the first time in Vienna in 1965: this was followed by two hundred other live performances, including 35 times as Isolde (« but none was the same as the previous »).

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The young French-Danish soprano Elsa Dreisig, now based in Berlin, will be honoured at the ICMA 2019 Award Ceremony in Lucerne for her fascinating CD Miroir(s), published by Erato: a well-deserved recognition for a real talent. ICMA Jury member Nicola Cattò from the Italian magazine Musica made the following interview with the singer.

Elsa Dreisig
(c) Olafur Stainar Gestsson

The family name does not sound French at all: indeed, it is that of her mother Inge, a Danish soprano who has often sung at the Opéra royal de Wallonie. Very French, however, is her father, Gilles Ramade, a versatile artist, singer, pianist, director, composer, who has devoted many efforts to break the boundaries between musical genres, including rock, musical comedy and opera. Read More →

Croatian bassoonist Matko Smolcic is the Young Artist of the Year 2019 of the International Classical Music Awards (ICMA). He received his first lessons from Mykhaylo Kraynyk at the Franjo Kuhac music school in Osijek. Since 2014, he has been studying at the Academy of Music in Zagreb with Zarko Perisic. From 2017 to 2018 he studied with Richard Galler at the University of Music and Performing Arts in Vienna.

Matko Smolcic
c) Christine Kocher

Aside from his regular education, he has also received musical stimuli from attending masterclasses with renowned bassoonists, such as Sergio Azzolini and Bence Boganyi. During his high-school years, he got his first major orchestral experiences. Matko Smolcic performs regularly as a soloist, chamber musician and orchestral musician. Since his repertoire stretches from Baroque to Contemporary music, he performs at a vast number of events and festivals both in his native Croatia and throughout Europe (Slovenia, England, Austria, Switzerland, Wales etc.). Read More →

In the new recording of Rossini's opera Semiramide, released by Opera Rara, Albina Shagimuratova sings the title role. This production has received an ICMA award in the category Opera. The Russian soprano spoke about it with Nikolai Rybinsky, opera reviewer of Radio Orpheus.

Albina Shagimuratova

Every recording has its own story. How do you remember this one?
In 2007, I sang an aria from Semiramide at the International Tchaikovsky Competition. Back then I never thought that I would sing the entire part, as Rossini composed it for his wife, Madame Isabella Colbran, who was a mezzo-soprano. Yet, I could do it, and I began working on the role in 2015. The recording took place in 2016. During the recording I realized and felt how difficult this part is. Read More →

Die eindringliche Stimme von Véronique Nosbaum und der farbenreichen Klavierpart seitens ihres Bruders Romain Nosbaum sind auf Albena Petrovics neuer CD The Voyager so unmittelbar aufeinander bezogen wie in einem intensiven Kammerspiel auf einer imaginären Theaterbühne. Egal ob Paul Verlaines impressionistische Lyrik oder auch mal eine persische Liebespoesie den Ausgangspunkt bildet – verblüffend gehen die Worte eine Symbiose mit Albena Petrovics komprimierter Klangsprache ein. Auch ihre im Jahr 2015 uraufgeführte Oper The Dark kommt - ins kammermusikalische Format übersetzt – mehrfach ins Spiel. Eine zentrale Figur ist die antike Eurydike, die im Königreich der Schatten lebt. Diese Frauenfigur aus der Antike ist eine Entwurzelte, eine Reisende. Das passt auch auf Albena Petrovic, eine tief blickende Komponistin, welche ihre bulgarische Heimat verließ, heute in Luxemburg eine neue Wahlheimat gefunden hat und deren musikalisches Schaffen immer wieder weitgespannte Reflexionsprozesse wiederspiegelt. An diesen ließ sie im Gespräch mit Stefan Pieper aufschlussreich teilhaben.

Albena Petrovic
(c) Stefan Pieper

Erzählen Sie mir etwas über die Historie dieses Projekts!
Ich freue mich, dass ich in den letzten fünf Jahren so viel Gelegenheit hatte, mich in vielen musikalischen Formen auszudrücken. Ich habe Lieder und Kammermusik komponiert – und last but not least sind vier Kammeropern entstanden. Jetzt wünsche ich mir, dass dieses ganze Schaffen noch mehr publik wird – vor allem beim internationalen Publikum. Nicht zuletzt deswegen habe ich mich entschieden, jetzt eine CD heraus zu bringen, die thematisch all dies umfasst. (Hier geht es zur zur Pizzicato-Rezension) Read More →

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