Camille Saint-Saëns: Symphonie Nr. 3 (Orgelsymphonie); Francis Poulenc: Konzert g-Moll für Orgel, Streicher, Pauken; Charles-Marie Widor: Toccata aus Orgelsymphonie Nr. 5; Christopher Jacobson, Orgel, Orchestre de la Suisse Romande, Kazuki Yamada; 1 SACD Pentatone PTC5186638; Aufnahme 2018, Veröffentlichung 06/2019 (65') – Rezension von Remy Franck

Misterioso und mit einem ständig im Schweben gehaltenen Musizieren: die beiden ersten Sätze der Dritten Symphonie von Camille Saint-Saëns dirigiert Kazuki Yamada spannungsvoll und mit einem perfekten Gefühl für Tempo und Klang. Es sind dieses Mezza Voce-Formulieren und die perfekte Balance, die die Musik so prickelnd eloquent und sinnlich werden lassen. Selbst in den stärker instrumentierten Passagen bleibt die Musik schlank und elegant. Read More →

Bach‘s Family - Choral Motets: Johann Christoph Altnikol: Choralmotetten Befiehl du deine Wege"für Chor a cappell + Nun danket alle Gott für Chor a cappella BWV Anh. 164;  Johann Christoph Friedrich Bach: Motette Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden für Chor & Orgel ad libitum + Motette Wachet auf, ruft uns die Stimme für Chor & Orgel ad libitum; Sonntraud Engels-Benz, Orgel, Kammerchor Stuttgart, Frieder Bernius, Dirigent; 1 CD Hänssler Classic HC18014; Aufnahmen 06/2018, Veröffentlichung 05/2019 (56'17) – Rezension von Uwe Krusch

Werke der Familie Bach ist insofern weitgefasst, als es nicht nur um direkte Verwandte wie den Sohn Johann Christoph Friedrich, den Bückeburger, geht, sondern auch um den vielleicht begabtesten Schüler, der auch zeitweilig bei Johann Sebastian Bach wohnte, Johann Christoph Altnickol. Immerhin wurde er noch Schwiegersohn des großen Meisters und somit auch Familienmitglied. Read More →

Sie musiziert, komponiert, schreibt und malt… die deutsch-schwedische Künstlerin Ann-Helena Schlüter studierte u.a. an der Hochschule für Musik Detmold bei Anatol Ugorski und absolvierte ihr künstlerisches Diplom und Konzertexamen bei Bernd Glemser an der Hochschule für Musik Würzburg. Schließlich studierte sie als Voll-Stipendiatin an der Arizona State University in Phoenix, USA. Sie hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und konzertiert international. Seit  2009 hat sie zehn CDs eingespielt, zuletzt ein Bach-Programm bei Hänssler Classic*. Remy Franck hat sich mit der Künstlerin unterhalten.

Konzert-Pianistin, Konzert-Organistin, Komponistin, Autorin, Lyrikerin…. Sind Sie ein Gesamtkunstwerk? Wie bringt man das alles unter einen Hut?
Ja, viele Leute bezeichnen mich als Gesamtkunstwerk. Meine Liebe in der Kunst aber gilt vor allem der Musik. In der Musik wird alle weitere Kunst ausgedrückt. Sie ist Leben. Lyrik. Farbe. Und hier vor allem in der Musik Bachs: In ihm finde ich einen genialen Kenner der Musik, der trotzdem oder gerade deswegen ‘unschuldige’ Musik schreibt in dem Sinn, dass er die Farben des Himmels und des Meeres/der Erde widerspiegelt: Licht und Schatten, perfekt aufeinander abgestimmt in Intervallen, Instrumenten, in Stimme, Form und Text, in Dur und Moll. Seine Kantaten rühren mich jeden Tag zu Tränen. Er ist mein Liebling. Read More →

Henry Brant: Ice Field; Cameron Carpenter, Orgel, San Francisco Symphony, Edwin Outwater; SFS Media Digital release SFS-0075; Aufnahme 09/2014, Veröffentlichung 17/05/2019 (24'31) – Rezension von Remy Franck

Es gibt diesen Witz, wo ein Rechnungsprüfer ein Orchester zahlenmäßig reduzieren will, weil die Musiker in einzelnen Werken nicht genügend beschäftigt sind. Das kann man im Falle von Ice Fields des 2008 verstorbenen Komponisten Henry Brant nicht behaupten. Brants Werk, das eigens für Michael Tilson Thomas, das San Francisco Symphony und die Davies Symphony Hall komponiert wurde, ist in weiten Teilen eine Beschäftigungstherapie für die Orchestermusiker. Read More →

Stay, ye angels; Johann Sebastian Bach: Kantaten BWV 19, 149, 158 & 169; Gaechinger Cantorey, Lenneke Ruiten (Sopran), Anke Vondung (Alt), Benedikt Kristjansson (Tenor), Peter Harvey (Bass), David Franke (Orgel), Hans-Christoph Rademann; 1 CD Accentus 30466; Aufnahme 09/2018, Veröffentlichung 04/2019 (73‘49) – Rezension von Jan-Geert Wolff

Ungern gibt man zu: Bei kostspieligen Sanierungsprojekten überschlägt man schon mal im Kopf, ob die vielleicht horrenden Summen, die beispielsweise für eine Orgel anfallen, anderswo nicht nötiger gebraucht würden. Eine CD wie ‘Stay, ye angels’ – sie vereint eingespielt von der Gaechinger Cabtorey unter Hans-Christoph Rademann die Bach-Kantaten BWV 19, 169, 158 und 149 – rückt den Blick dann wieder gerade: Mag sein, doch hier lohnt(e) die Investition, ist das im Jahr 2000 restaurierte Instrument in der Naumburger Stadtkirche St. Wenzel doch die einzige authentisch erhaltene Bach-Orgel weltweit. Read More →

Was für ein toller Genuss kurz vor Ende der Saison in der Philharmonie Luxembourg: Auf die barocke Aufführungspraxis spezialisierte Musiker sowie eine namhafte Sängerriege gaben sich ein Stelldichein für die konzertante Aufführung der Oper Agrippina von Georg Friedrich Händel. Dabei durfte auch Uwe Krusch für Pizzicato im Publikum erleben, dass es anders als im Sport, wo oft von einer Ersatzschwäche gesprochen wird, bei einer Auswechslung auch zu einer Ersatzstärkung kommen kann. Read More →

Wilhelm Furtwängler-The Radio Recordings 1939-1945; Programm am Ende des Beitrags; Edwin Fischer, Adrian Aeschbacher, Walter Gieseking, Conrad Hansen, Klavier, Erich Röhn, Georg Kulenkampff, Violine, Pierre Fournier, Tibor de Machula, Cello, Peter Anders, Tenor, Erna Berger, Tilla Briem, Sopran, Elisabeth Höngen, Mezzosopran, Rudolf Watzke, Bass, Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler; Interview mit dem Tonmeister Friedrich Schnapp (Ende der 70er Jahre); 22 SACDs BPHR 8949955; Aufnahmen 1939-1945, Veröffentlichung 02/2019 - Rezension von Alain Steffen

Dies ist eine Jahrhundertveröffentlichung und eine musikhistorisch enorm wichtige Tondokumentation! Obwohl die meisten der aus Russland kommenden Bänder vor Jahren schon von der Deutschen Grammophon und kleineren Firmen wie Tahra, RCD, Music & Arts, u.a. veröffentlicht wurden, stellt diese Sammlung von Furtwänglers Kriegskonzerten 1939-45 in Sachen Kompaktheit und Information die anderen Veröffentlichungen in den Schatten. Read More →

Gioacchino Rossini: Petite messe solennelle; Eleonora Buratto, Sara Mingardo, Kenneth Tarver, Luca Pisaroni, Tobias Berndt (Orgel), Orchestre philharmonique du Luxembourg, Wiener Singakademie, Gustavo Gimeno; 1 CD Pentatone Classics PTC 5186797; Aufnahme 03/2918, Veröffentlichung 04/2019 (81'52) - Rezension von Guy Engels

Das Rituelle, das Theatralische liturgischer Feiern hat Komponisten ebenso oft zum Schreiben angeregt wie die eigenen religiösen Überzeugungen. Ähnlich dürfte es Gioacchino Rossini mit einem seiner Spätwerke, der gar nicht so kleinen ‘Petite messe solennelle’ gegangen sein. Das Gelegenheitswerk für eine kleine Besetzung hat der Komponist, aus Furcht vor späteren Bearbeitungen, selbst in eine große Orchesterfassung umgearbeitet. Read More →

Horizon 9: Peter Eötvös: Multiversum; Richard Rijnvos: Amérique du Nord; Joey Roukens: Boundless (Homage to L.B.); Erkki-Sven Tüür: Solastalgia; Iveta Apkalna, Orgel, Laszlo Fassang, Hammondorgel, Vincent Cortvrint, Piccolo, Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Alan Gilbert, Peter Eötvös, Gustavo Gimeno, Stephane Denève; 1 SACD RCO 18009; Aufnahmen 02+10+12/2017; Veröffentlichung 02/2019 (85'23) – Rezension von Uwe Krusch

In der Reihe ‘Horizon’ stellt das ‘Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam’ auf seinem hauseigenen Label vier neue Werke vor, die es in Auftrag gegeben hat. Neben zwei Stücken für Orchester sind dies ein Konzert für Piccoloflöte und eines für Orgel und Hammondorgel. Alle Komponisten haben für sich als Arbeitsweise einen persönlichen Weg gefunden, der die Vor- und Lehrbilder zwar kennt und auch aufnimmt, aber nur da, wo es in die eigenen Gedankengänge passt. Ansonsten gestalten sie ihre Musik nach ihrem Gusto und nicht nach einer Schule oder einer Erwartung.

Joey Roukens wurde auch mit Pop und Weltmusik groß und schafft so in ‘Boundless’ eine unmittelbar ansprechende Mischung aus allen Musikwelten. Seine Hommage an Leonard Bernstein nimmt dessen Energieüberschuss und Ruhelosigkeit für die Ecksätze ebenso auf wie die ausgedehnte Ruhe, mit der Bernstein langsame Mahlersätze entfaltete, im Mittelsatz. Read More →

Bach to the Future; Johann-Sebastian Bach: Ricercare a 6 BWV 1079 + Fuge g-Moll BWV 578 + Toccata & Fuge d-Moll BWV 565 + Choral Erbarm dich mein BWV 721 + Fantasie g-Moll BWV 542 + Fuge g-Moll BWV 542 + In dir ist Freude BWV 617 + Choral Herzlich tut mich verlangen BWV 727 + Orgelstück BWV 572 + Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582; Olivier Latry, Orgel; 1 CD La Dolce Volta LDV 69; Aufnahme 01/2019, Veröffentlichung 03/2019 (77'37) - Rezension von Guy Engels

Johann Sebastian Bach hätte sich gefreut, hätte vielleicht vor Glück Purzelbäume geschlagen, wenn er ein derartiges Instrument wie die Cavaillé-Coll-Orgel in Notre-Dame in Paris zur Verfügung gehabt hätte. So wie er sich zu Fuß auf den Weg nach Lübeck zu Buxtehude gemacht hat, wäre dem Thomaskantor auch der Weg in die französische Hauptstadt nicht zu weit gewesen. Read More →

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