Festliche Trompeten
Trumpets in Concert – Colours of Christmas heißt die neue Produktion des Trompeters Leonhard Leeb, der zusammen mit Gernot Kahofer, Manuel Lichtenwöhrer, Trompete, Thomas Mair, Schlagzeug und Bernard Macheiner, Orgel, ein Weihnachtskonzert aufgenommen hat, mit Werken von Händel, Telemann, Vivaldi, Bach und weiteren Komponisten. Es ist ein festliches Programm, das durch Manfred Schumachers tolle Surround-Aufnahme noch mehr Glanz bekommt. Zwischen der Stereo- und der Surround-Fassung liegen Welten. (Ars Produktion 38292) – ♪♪♪♪

Gut, aber nicht unbedingt notwendig
Philippe Herreweghe und das Antwerpener Symphonieorchester haben für Phi Robert Schumanns Symphonien Nr. 2 und 4 aufgenommen. Es sind spannungsvolle, teilweise sehr aufgewühlt wirkende Interpretationen, die der Komplexität der Musik adäquat gerecht werden. Das Antwerpener Orchester musiziert lebhaft und eindringlich, und so muss man diese Aufnahmen als erstrangig bezeichnen, auch wenn sie, tous comptes faits, nichts Neues bringen und ihr Katalogwert daher gering ist (Phi 032) – ♪♪♪♪

Widerstandslieder aus den USA
‘Free America!’ nennt sich eine CD mit ‘Early Songs Of Resistance And Rebellion’, welche Stimmungsbilder aus der Amerikanischen Republik in den Jahren 1770-1780 wiedergeben. Die Lieder, Hymnen, Märsche und Balladen werden von der Boston Camerata unter Anne Azéma gesungen und gespielt. Die amerikanischen Musiker haben genau den richtigen Ton gefunden, um diese populäre Musik gerade so viel zu veredeln, dass sie gut, aber niemals überzogen, sondern ganz natürlich klingt. (Harmonia Mundi HMM902628) – ♪♪♪♪

Zirkularatmung
Die polnische Flötistin Natalia Jarzabek, in Polen sowie in Deutschland ausgebildet und in etlichen Wettbewerben ausgezeichnet, ist zurzeit Erste Flötistin im Philharmonischen Orchester Krakau. Sie hat ein Buch zum Thema Zirkularatmung beim Flötenspielen geschrieben und dazu auch eine CD mit dem symbolisch anmutenden Titel Infinity aufgenommen. Zusammen mit der Pianistin Emmy Wils spielt sie Werke, die zu diesem Thema gut passen und aus verschiedenen Epochen kommen, Musik (oft in Form von Bearbeitungen) von Paganini, Vitali, Chopin, Yun, Pärt u.a. Sie beeindruckt mit einem technisch herausragenden Spiel. (Dux 1457) – ♪♪♪♪

Charakterdarsteller
Unter dem Titel Verdiana III singt der italienische Bassbariton Roberto Scandiuzzi, Verdi-Arien aus Luisa Miller, Macbeth, Don Carlo, Simon Boccanegra, Jérusalem, Attila, I vespri siciliani und Ernani. Der fein gestaltende Sänger kann seine weitgestreckte Stimme mit schöner farblichen Differenzierung für genau studierte Charakterzeichnungen einsetzen. Die Aufnahmen mit dem heute 61-jährigen Sänger erfolgten bereits 2012, als er noch bei voller Stimmkraft war, aber trotzdem manchmal zu viel Vibrato zeigt. Dennoch sind seine Darstellungen jedenfalls von Interesse. Begleitet wird Scandiuzzi vom qualitativ nicht gerade brillanten  Orchestra dell’Opera di Parma unter Sergio Pellegrini (Davinci Edition C00189) – ♪♪♪♪

Der Schuss ging nach hinten los
Brilliant Classics wollte mit größtenteils historischen Aufnahmen die Stücke der Komponistin Galina Ivanovna Ustvolskaya zeigen, die nicht so radikal sind als vieles von dem, was sie komponierte, also die sozusagen ‘angepassten’ Stücke, im Brexit-Land würde man sie mit Classical Light Music beschreiben. So weit so gut. Doch die Aufnahmen mit den Leningrader Philharmonikern unter Arvid Jansons und Evgeny Mravinsky sind in einem derart schlechten technischen Zustand, dass das Zuhören zur Qual wird. Das war keine editorische Großtat, sondern ein Schuss nach hinten – (Brilliant Classics 96084) – ♪

A Kind of Wind, Nicolas Prost & Guests; Werke von Adams, Part, Connesson, Legrand, Berlioz, Franck, Gaubert, Hindemith, Thomas, Jolivet, Villa Lobos, Beffa; Nicolas Prost, Saxophon, Misaki Baba, Laurent Wagschal, Delphine Armand, Klavier, u.a.; 1 CD Indésens INDE125; Aufnahmen 2017-2019, Veröffentlichung 15/10/2019 (74'27) - Rezension von Remy Franck

Etwas kann man dem französischen Saxophonisten Nicolas Prost nicht absprechen: seine Einfallskraft, ein abwechslungsreiches und vielgesichtiges Programm für diese CD zusammenstellt zu haben. Er beginnt seinen Parcours mit einer hoch virtuosen Aufnahme des zweiten Satzes aus dem Saxophonkonzert von John Adams, hier in einer Fassung für Saxophon und Klavier. Read More →

Am 30. September feiert das Orchester der Solistes Européens Luxembourg seinen 30. Geburtstag. Das erste Konzert fand am 20. September 1989 im Luxemburger Stadttheater statt. Die Musiker aus vielen europäischen Ländern und Orchestern spielen seit nunmehr 30 Jahren gemeinsam bei Konzerten und Aufnahmen in Luxemburg und im Ausland. In der Philharmonie Luxembourg veranstalten sie in jeder Saison zwei Konzertzyklen. Die Musiker haben bereits namhafte Solisten begleitet und sind in den großen Konzerthallen Europas aufgetreten. Im Mai 2004 haben sie bei der UNO in New York konzertiert, um die Erweiterung der EU feierlich zu begehen.
Sie haben mehr als 120 CDs, unter anderem die bei Sony Classical, Rubicon, Naxos und bei Chandos Records aufgenommen. Von der Vielfalt dieser Schallplattenaktivität und damit des Repertoires, zeugt diefolgende Zusammenstellung ausgewählter Rezensionen aus früheren Druckausgaben wie auch aus dem Online-Angebot von Pizzicato.

Mozart made in Luxemburg
♪♪♪♪♪ – Wolfgang A. Mozart: Konzert C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester KV 299 + Konzert A-Dur für Klarinette und Orchester KV 622;
Susanna Mildonian, Harfe; Marc Grauwels, Flöte, Olivier Dartevelle, Klarinette, Solistes Européens Luxembourg, Jack Martin Händler; 1 CD
SEL Classics 1991/1; Aufnahme 1991, Veröffentlichung 1991 (56’17) – Rezension von Marcel Louis
Diese Mozart-Platte hat es in sich: Das Programm wird eröffnet mit dem Konzert für Flöte, Harfe und Orchester, in dem die gut aufeinander eingespielten Solisten viel Phantasie und Können entfalten, um ihre reizvollen Partien auch reizvoll zu gestalten. Jack Martin Händler lässt den Charme der kapriziös wogenden und wallenden Orchesterbegleitung sich voll entfalten. Read More →

Opus 1; Arcangelo Corelli: Sonaten op. 2 Nr. 8 & 12, op. 4 Nr. 1; Jean-François Dandrieu: Triosonaten op. 1 Nr. 1-6, La Corelli, Le Consort (Théotime Langlois de Swarte, Sophie de Bardonnéche, Violine, Louise Pierrard, Viola da Gamba, Hanna Salzenstein, Cello, Justin Taylor, Cembalo und Orgel); 1 CD Alpha 542; Aufnahmen 10/2018, Veröffentlichung 08/2019 (61'45) – Rezension von Uwe Krusch

Während Corelli als Vollender der Triosonate schlechthin nicht nur in seiner Zeit, sondern heute noch anerkannt ist, kann man das Werk von Jean-François Dendrieu nicht gerade als bekannt bezeichnen. Die Vereinigung Le Consort hat diese beiden Komponisten nun zusammen eingespielt, wobei das Opus 1 von Dandrieu, sechs Sonaten für zwei Violinen und Basso continuo, als Ersteinspielung erfolgt ist. Read More →

Johann Sebastian Bach: Transcriptions for Trumpet and Organ; Igor Cecocho Trompete, Piotr Rojek, Orgel; 1 CD Dux 1297; Aufnahme 09/2018, Veröffentlichung 06/2019 (57’49) - Rezension von Guy Engels

Igor Cecocho phrasiert sehr schön auf der Trompete. Das kann man allerdings von einem Musiker erwarten, der den Anspruch erhebt, eine CD zu veröffentlichen. Read More →

Johann Erasmus Kindermann: Opitianischer Orpheus (1642); Ina Siedlaczek (Sopran), Jan Kobow (Tenor), United Continuo Ensemble; 1 CD cpo 555123-2; Aufnahme 10/2016, Veröffentlichung 07/2019 (66‘57) – Rezension von Jan-Geert Wolff

Ohne einen Blick ins informative CD-Booklet zu werfen fiel dem Rezensenten zu dieser Musik sofort ein Begriff ein: Es ist einfach eine ‘köstliche Gemütsergötzung’, die einem die Lieder aus dem Opitianischen Orpheus, 1642 von Erasmus Kindermann (1616-1655) auf Gedichte von Martin Opitz komponiert, da bereiten. Und tatsächlich: Im Untertitel hat der Schöpfer diese Kleinodien barocker Liedkunst ‘Musicalische Ergetzlichkeiten’ genannt. Für die Interpreten also ein gelungenes ‘Quod erat demonstrandum’. Read More →

Mozarts Messe in c-Moll KV 427 blieb 1782 unvollendet. Warum Mozart, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Es fehlt ungefähr die Hälfte der Komposition. Nach mehreren anderen Vervollständigungen hat nun der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Mozarteum, Ulrich Leisinger, im Auftrag der Stiftung Mozarteum eine Neufassung dieses Werks erarbeitet, die beim Bärenreiter-Verlag Kassel im Druck erscheinen wird. Read More →

Herbert Howells: Cello Concerto, An English Mass, Te Deum, Magnificat, Paean, Master Talli’s Testament, Rhapsodie Nr. 3; Guy Johnston, Cello, Stephen Cleobury, Orgel, Choir of King's College, Cambridge, Britten Sinfonia, Stephen Cleobury, Christopher Seaman, Dirigent, 2 SACDs King’s College KGS0032; Aufnahmen  2018/2019, Veröffentlichung 06/2019 (104'37) – Rezension von Uwe Krusch

Der englische Komponist Herbert Howells hat früh Orchesterwerke und später vor allem geistliche Musik geschaffen. Er zog es vor, die kirchlichen Modi und die pentatonische Skala eine bedeutendere Rolle bei der Konstruktion seines Schaffens spielen zu lassen. Etwa in der Fantasie für Cello und Orchester, dem ersten Satz des Konzertes, zeigt Howells seine Fähigkeit, eine sanfte melodische Linie mit einer fast störenden harmonischen Dissonanz zu verbinden. Volksmusik spielte, anders als bei seinem Freund und Mentor, Ralph Vaughan Williams, für Howells keine kompositorische Bedeutung. Read More →

Francis Poulenc: Concerto pour piano et orchestre; Concerto pour deux pianos & orchestre; Concerto pour orgue, cords et timbales; Havard Gimse & Christian Ihle Hadland, Klavier, Peter Szilvay, Orgel, Norwegisches Radio-Symphonieorchester, Thomas Sondergard    Kare Nordstoga; 1 CD Lawo LWC1173; Aufnahmen 2011/2012, Veröffentlichung 19/07/219 (63') – Rezension von Remy Franck & Guy Engels

Der immer noch nicht genügend geschätzte Francis Poulenc hat eine herrlich frische Musik komponiert, die von Virtuosität, Brillanz und musikalischer Phantasie nur so strotzt. Read More →

Joseph Renner: Präludien  op. 41, Sonate Nr. 2 op. 45, Suite Nr. 1 op. 56; Tomasz Zajac, Orgel; 1 CD Dux 1370; Aufnahme 05/2018, Veröffentlichung 07/2019 (71’19) - Rezension von Guy Engels

Joseph Renner kommt aus der spätromantischen Schule. Er war ein vielseitiger Komponist und hat vorrangig für die Liturgie und die Orgel geschrieben. Gerade die Orgelwerke entstanden größtenteils für den Eigenbedarf als Domorganist in Regensburg. Read More →

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