Henry Brant: Ice Field; Cameron Carpenter, Orgel, San Francisco Symphony, Edwin Outwater; SFS Media Digital release SFS-0075; Aufnahme 09/2014, Veröffentlichung 17/05/2019 (24'31) – Rezension von Remy Franck

Es gibt diesen Witz, wo ein Rechnungsprüfer ein Orchester zahlenmäßig reduzieren will, weil die Musiker in einzelnen Werken nicht genügend beschäftigt sind. Das kann man im Falle von Ice Fields des 2008 verstorbenen Komponisten Henry Brant nicht behaupten. Brants Werk, das eigens für Michael Tilson Thomas, das San Francisco Symphony und die Davies Symphony Hall komponiert wurde, ist in weiten Teilen eine Beschäftigungstherapie für die Orchestermusiker. Read More →

Stay, ye angels; Johann Sebastian Bach: Kantaten BWV 19, 149, 158 & 169; Gaechinger Cantorey, Lenneke Ruiten (Sopran), Anke Vondung (Alt), Benedikt Kristjansson (Tenor), Peter Harvey (Bass), David Franke (Orgel), Hans-Christoph Rademann; 1 CD Accentus 30466; Aufnahme 09/2018, Veröffentlichung 04/2019 (73‘49) – Rezension von Jan-Geert Wolff

Ungern gibt man zu: Bei kostspieligen Sanierungsprojekten überschlägt man schon mal im Kopf, ob die vielleicht horrenden Summen, die beispielsweise für eine Orgel anfallen, anderswo nicht nötiger gebraucht würden. Eine CD wie ‘Stay, ye angels’ – sie vereint eingespielt von der Gaechinger Cabtorey unter Hans-Christoph Rademann die Bach-Kantaten BWV 19, 169, 158 und 149 – rückt den Blick dann wieder gerade: Mag sein, doch hier lohnt(e) die Investition, ist das im Jahr 2000 restaurierte Instrument in der Naumburger Stadtkirche St. Wenzel doch die einzige authentisch erhaltene Bach-Orgel weltweit. Read More →

Was für ein toller Genuss kurz vor Ende der Saison in der Philharmonie Luxembourg: Auf die barocke Aufführungspraxis spezialisierte Musiker sowie eine namhafte Sängerriege gaben sich ein Stelldichein für die konzertante Aufführung der Oper Agrippina von Georg Friedrich Händel. Dabei durfte auch Uwe Krusch für Pizzicato im Publikum erleben, dass es anders als im Sport, wo oft von einer Ersatzschwäche gesprochen wird, bei einer Auswechslung auch zu einer Ersatzstärkung kommen kann. Read More →

Wilhelm Furtwängler-The Radio Recordings 1939-1945; Programm am Ende des Beitrags; Edwin Fischer, Adrian Aeschbacher, Walter Gieseking, Conrad Hansen, Klavier, Erich Röhn, Georg Kulenkampff, Violine, Pierre Fournier, Tibor de Machula, Cello, Peter Anders, Tenor, Erna Berger, Tilla Briem, Sopran, Elisabeth Höngen, Mezzosopran, Rudolf Watzke, Bass, Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler; Interview mit dem Tonmeister Friedrich Schnapp (Ende der 70er Jahre); 22 SACDs BPHR 8949955; Aufnahmen 1939-1945, Veröffentlichung 02/2019 - Rezension von Alain Steffen

Dies ist eine Jahrhundertveröffentlichung und eine musikhistorisch enorm wichtige Tondokumentation! Obwohl die meisten der aus Russland kommenden Bänder vor Jahren schon von der Deutschen Grammophon und kleineren Firmen wie Tahra, RCD, Music & Arts, u.a. veröffentlicht wurden, stellt diese Sammlung von Furtwänglers Kriegskonzerten 1939-45 in Sachen Kompaktheit und Information die anderen Veröffentlichungen in den Schatten. Read More →

Gioacchino Rossini: Petite messe solennelle; Eleonora Buratto, Sara Mingardo, Kenneth Tarver, Luca Pisaroni, Tobias Berndt (Orgel), Orchestre philharmonique du Luxembourg, Wiener Singakademie, Gustavo Gimeno; 1 CD Pentatone Classics PTC 5186797; Aufnahme 03/2918, Veröffentlichung 04/2019 (81'52) - Rezension von Guy Engels

Das Rituelle, das Theatralische liturgischer Feiern hat Komponisten ebenso oft zum Schreiben angeregt wie die eigenen religiösen Überzeugungen. Ähnlich dürfte es Gioacchino Rossini mit einem seiner Spätwerke, der gar nicht so kleinen ‘Petite messe solennelle’ gegangen sein. Das Gelegenheitswerk für eine kleine Besetzung hat der Komponist, aus Furcht vor späteren Bearbeitungen, selbst in eine große Orchesterfassung umgearbeitet. Read More →

Horizon 9: Peter Eötvös: Multiversum; Richard Rijnvos: Amérique du Nord; Joey Roukens: Boundless (Homage to L.B.); Erkki-Sven Tüür: Solastalgia; Iveta Apkalna, Orgel, Laszlo Fassang, Hammondorgel, Vincent Cortvrint, Piccolo, Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Alan Gilbert, Peter Eötvös, Gustavo Gimeno, Stephane Denève; 1 SACD RCO 18009; Aufnahmen 02+10+12/2017; Veröffentlichung 02/2019 (85'23) – Rezension von Uwe Krusch

In der Reihe ‘Horizon’ stellt das ‘Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam’ auf seinem hauseigenen Label vier neue Werke vor, die es in Auftrag gegeben hat. Neben zwei Stücken für Orchester sind dies ein Konzert für Piccoloflöte und eines für Orgel und Hammondorgel. Alle Komponisten haben für sich als Arbeitsweise einen persönlichen Weg gefunden, der die Vor- und Lehrbilder zwar kennt und auch aufnimmt, aber nur da, wo es in die eigenen Gedankengänge passt. Ansonsten gestalten sie ihre Musik nach ihrem Gusto und nicht nach einer Schule oder einer Erwartung.

Joey Roukens wurde auch mit Pop und Weltmusik groß und schafft so in ‘Boundless’ eine unmittelbar ansprechende Mischung aus allen Musikwelten. Seine Hommage an Leonard Bernstein nimmt dessen Energieüberschuss und Ruhelosigkeit für die Ecksätze ebenso auf wie die ausgedehnte Ruhe, mit der Bernstein langsame Mahlersätze entfaltete, im Mittelsatz. Read More →

Bach to the Future; Johann-Sebastian Bach: Ricercare a 6 BWV 1079 + Fuge g-Moll BWV 578 + Toccata & Fuge d-Moll BWV 565 + Choral Erbarm dich mein BWV 721 + Fantasie g-Moll BWV 542 + Fuge g-Moll BWV 542 + In dir ist Freude BWV 617 + Choral Herzlich tut mich verlangen BWV 727 + Orgelstück BWV 572 + Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582; Olivier Latry, Orgel; 1 CD La Dolce Volta LDV 69; Aufnahme 01/2019, Veröffentlichung 03/2019 (77'37) - Rezension von Guy Engels

Johann Sebastian Bach hätte sich gefreut, hätte vielleicht vor Glück Purzelbäume geschlagen, wenn er ein derartiges Instrument wie die Cavaillé-Coll-Orgel in Notre-Dame in Paris zur Verfügung gehabt hätte. So wie er sich zu Fuß auf den Weg nach Lübeck zu Buxtehude gemacht hat, wäre dem Thomaskantor auch der Weg in die französische Hauptstadt nicht zu weit gewesen. Read More →

Die Regensburger Domspatzen bekommen einen neuen Dirigenten. Christian Heiß, 51, wird Domkapellmeister, wie die Diözese Regensburg am Montag mitteilte. Heiß « gehörte zu den acht ausgewählten Top-Kandidaten und beeindruckte beim Vordirigieren das Expertengremium und die Sänger gleichermaßen », sagte der Regensburger Dompropst Franz Frühmorgen, denn auch die Sängerknaben hätten konnten anhand von Fragebögen eine Wertung abgeben. Read More →

Die Gäste des jüngsten Konzertes im Rahmen der Reihe ‘Grands chefs’ waren zugleich solche der ‘Autour de l’orgue’-Reihe. Dabei spielte das ‘Symphonieorchester de BR’ unter Mariss Jansons französische Werke in eine klassische Programmfolge aus Ouvertüre, Solokonzert und Symphonie. Pizzicato-Mitarbeiter berichtet. Read More →

Vyacheslav Artyomov: In Memoriam + Lamentations + Pietà + Tristia I; Oleh Krysa, Violine, Oleg Yanchenko, Orgel, Moskauer Philharmoniker, Dmitrij Kitajenko (1+2); Alexander Rudin, Cello, Musica Viva Chamber Orchestra, Murad Annamamedov (3); Stanislav Bunin, Klavier, USSR State Symphony Orchestra, Timur Mynbayev; 1 CD Divine Art dda 25175; Aufnahmen 1986, 1987, 1994, 1987, Veröffentlichung 03/2019 - (71'25)
Vyacheslav Artyomov: Symphonie 'The Way to Olympus' + Gurian Hymn + Preludes to Sonnets + Concert of the 13; Anton Batagov, Klavier (3), Piotr Meschaninov, Klavier, Moskauer Philharmoniker, Dmitrij Kitajenko (2), USSR State Academic Symphony Orchestra, Gennadi Roshdestvensky (4); 1 CD Divine Art dda 25171; Aufnahmen 1981, 1986, 1987, 1990, Veröffentlichung 06/2018 (70'36)
Vyacheslav Artyomov: Requiem; Inna Poljanskaja, Lubow Shamina, Alexei Martynov, Michail Lanskoi, Andrei Azovsky, Moskauer Philharmoniker, Dmitrij Kitajenko; 1 CD Divine Art dda 25173; Aufnahme 1987, Veröffentlichung 10/2018 (76'11)
Vyacheslav Artyomov: Sola Fide (2 Suiten) + Tempo Costante; Staatlicher Chor Kaunas; Moskauer Philharmoniker, Dmitrij Kitajenko; Moskauer Kammerorchester Musica Viva, Murad Annamamedov; Divine Arts dda 25164; Aufnahmen 1988, Veröffentlichung 03/2018 (70'06) – Rezension von Remy Franck

Dmitri Shostakovich hat traumatische Ereignisse in seiner Musik verarbeitet und sie mehr oder weniger erfolgreich kaschiert bzw. mit Sarkasmus oder Ironie verbrämt, zur eigenen Therapie. Der 1940 geborene Vyacheslav Artyomov ist da viel direkter in seinen Aussagen, er bedient sich nicht der unterschwelligen Revolte oder Zweideutigkeit, mit denen Shostakovich sich vor dem Gulag schützte, er konnte sich wegen des politischen Wandels ab einem gewissen Zeitpunkt seiner Karriere freier ausdrücken. Read More →

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