Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonien Nr. 39, 40 & 41 (Jupiter); Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi; 2 CDs Harmonia Mundi HMM 902629.30; Aufnahme 07/2019, Veröffentlichung 03/2019 (106'28) - Rezension von Remy Franck

Kräftige Akzente, scharfe Kontraste, prägnante Rhythmik, viel Affetto: Riccardo Minasis Mozart-Interpretationen leben von Action, sie sind sehr dramatisch und lassen die drei Symphonien in einem völlig neuen Licht erscheinen. Read More →

Benjamin Britten: Lachrymae; Paul Hindemith: Trauermusik; Bohuslav Martinu: Rhapsody-Konzert; Ralph Vaughan Williams: Suite für Viola und Orchester; Timothy Ridout, Viola, Orchestre de chambre de Lausanne, Jamie Phillips; 1 CD Claves 50-3000; Aufnahme 09/2019, Veröffentlichung 02/2020 (69'05) – Rezension von Uwe Krusch

Komponisten oder ganze Epochen fristeten im Laufe der Geschichte ein Schattendasein. Aber auch Instrumente wurden zeitweilig wenig beachtet. Dazu gehört die Viola. Erst das 20. Jahrhundert brachte einen Umschwung, dann aber intensiv. Dabei spielten Komponisten, die selber dieses Instrument spielten, wie Britten, Hindemith und Vaughan Williams, aber auch herausragende Solisten, die Lionel Tertis und William Primrose. Deshalb konnten sie die Solopartien auch besonders instrumentengerecht schreiben. Martinu fällt insoweit aus dem Rahmen, als er kein Bratscher, aber als Geiger mit Streichinstrumenten vertraut war. Read More →

Ludwig van Beethoven: Gellert-Lieder op. 48 + Resignation WoO 149 + An die Hoffnung op. 32 + Lied aus der Ferne WoO 137 + Mailied op. 52 Nr. 4 + Der Liebende WoO 139 + Klage WoO 113 + An die Hoffnung op. 94 + Adelaide op. 46 + Wonne der Wehmut op. 83 Nr. 1 + Das Liedchen von der Ruhe op. 52 Nr. 3 + An die Geliebte WoO 140 (2. Version) + An die ferne Geliebte op. 98; Matthias Goerne, Bariton, Jan Lisiecki, Klavier; 1 CD Deutsche Grammophon 4838361; Aufnahme 07/2019, Veröffentlichung 20/03/2020 (69'13) - Rezension von Remy Franck

Für sein Programm mit Beethoven-Liedern hat sich Matthias Goerne nicht mit seinen üblichen Partnern Eschenbach, Hinterhäuser oder Deutsch zusammengetan, sondern mit dem jungen Kanadier Jan Lisiecki, dessen phantasievolles, feinfühliges Spiel ab dem ersten Track Aufmerksamkeit erheischt. Read More →

Concerti Galanti: Clementi: Klavierkonzert C-Dur; Cimarosa: Klavierkonzert B-Dur; Paisiello: Klavierkonzert Nr. 2 F-Dur; C. Stamitz: Klavierkonzert F-Dur; Pergolesi: Konzert für 2 Klaviere & Streicher; Kozeluch: Konzert für 2 Klaviere & Streicher; Boccherini: Klavierkonzert Es-Dur; Cambini: Klavierkonzert G-Dur op. 15 Nr. 3; Jommelli: Klavierkonzert G-Dur; J.C. Bach: Klavierkonzert Es-Dur op. 7 Nr. 5; David Boldrini, Elena Pinciaroli, Rami Musicali Orchestra, Filippo Conti, Dirigent; 3 CDs Brilliant Classics 95260; Aufnahme 04+10/2017; Veröffentlichung 02/2020 (167') – Rezension von Uwe Krusch

Eine Kassette mit drei CDs mit Klavierkonzerten zehn verschiedener Komponisten der sogenannten galanten Zeit bietet diese Auswahl. Dabei sind es vor allem Konzerte, deren Komponisten nicht gerade für diesen Werktypus bekannt sind. Neben bekannten Namen wie Clementi, Cimarosa, Paisiello und Pergolesi, wie weniger bekannten wie Kozeluch und Stamitz wurden auch Cambini und Jommelli mit aufgenommen. Read More →

Antonio Vivaldi: Concerti per Flauto; Giovanni Antonini (Flöte, Ltg.), Il Giardino Armonico; 1 CD Alpha 364; Aufnahme 05/2017, Veröffentlichung 03/2020 (59'45) - Rezension von Remy Franck

Der Giardino Armonico spielt Vivaldi heute nicht mehr so frech wie vor 30 Jahren, und Giovanni Antoninis Flötenspiel ist nicht mehr so saftig. Die enthusiastische Musizierlust von früher hat einem wohl immer noch energischen, aber gleichzeitig auch entspannt-verspielten Interpretieren Platz gemacht. Read More →

Johannes Brahms: Sonaten op. 78 und 120, arrangiert für Cello und Klavier; Raphael Wallfisch, Cello, John York, Klavier; 1 CD Nimbus Records NI 5974; Aufnahme 04/2018, Veröffentlichung 02/2020 (72'34) – Rezension von Uwe Krusch

Ob Umschreibungen auf andere Instrumente nötig sind oder nicht, mag jeder für sich selber beantworten. Wenn sie wie hier mit Zuneigung zur und profunder Auseinandersetzung mit der Materie erfolgen, ist das Ergebnis durchaus hörenswert. Dabei stört auch nicht, dass Brahms schon zwei großartige Cellosonaten geschaffen hat. Read More →

Camille Pépin: The Sound of Trees; Debussy: Images pour piano 1 L. 110, Hommage à Rameau + Mouvement (Orch. Camille Pépin); Lili Boulanger: D'un soir triste + D'un matin de printemps (Orch. Camille Pépin); Yan Levionnois, violoncelle, Julien Hervé, Klarinette, Orchestre de Picardie, Arie van Beek; 1 CD NoMadMusic NMM074D; Aufnahme10/2019, Veröffentlichung 03/2020 (48') - Rezension von Remy Franck

Die französische Komponistin Camille Pépin liefert mit ihrem Doppelkonzert für Cello und Klarinette The Sound of Trees das längste Stück dieser relativ kurzen CD von NoMadMusic. The Sound of Trees enthält sehr rhythmische, aber auch sehr ruhige Passagen, die uns einerseits ein kontemplatives Erleben des Waldes bescheren, anderseits aber auch das prickelnde Leben im Wald darstellen, in dem sich eine grandiose Energie aufbaut. Die beiden Soloinstrumente verbinden sich eng mit dem Orchester. The Sound of Trees ist ein tolles Stück, das für ein breites Publikum attraktiv sein dürfte. Read More →

Christoph Ullrich mit weiteren Scarlatti-Sonaten
Der deutsche Pianist Christoph Ullrich legt bei Tacet die vierte Folge seiner Gesamtaufnahme der Sonaten von Domenico Scarlatti vor. Erschienen sind bereits Vol. 1, 2, 3, 11, 14 und 15. Auf der neuen Doppel-CD, sind die Sonaten K. 147 bis 176 enthalten. Das Erfolgsrezept der vorangegangenen Aufnahmen greift auch in diesem Programm mit seinen 30 Sonaten. Ullrich spielt mit viel Fantasie, Inspiration, Spontaneität und tiefer Empfindung für Scarlattis Melancholie wie auch für seine Lebensfreude! Das reich nuancierte Spiel gibt jeder Sonate einen ganz eigenen Charakter. (Tacet 247) – ♪♪♪♪♪

Musikalische Hausapotheke
Eine Art musikalische Hausapotheke legt das Hamburger Ensemble La Ninfea mit Music is the Cure! vor. Alles dreht sich auf dieser CD um die Gesundheit. Dass der Musik heilende Kräfte zugesprochen werden, ist gewusst. Zumindest dann, wenn die Aufführungen auch von heilender Qualität sind. Das ist hier der Fall. Mit hochkarätigen Musikern und dem Tenor Mirko Ludwig wird das Programm humorvoll, schelmisch-keck und melodramatisch vorgetragen. (Perfect Noise PN1904) – ♪♪♪♪

Bachs Triosonaten, rekonstruiert
Rekonstruktionen von Bachs Triosonaten BWV 1015,1028,1029 und 1043 präsentiert das Ensemble NeoBarock. So beliebt diese Werke als Gambensonaten sind, so ungeklärt sind noch immer die Umstände ihrer Entstehung und Aufführung. NeoBarock spielt sie mit zwei Violinen, Cello und Cembalo. Bachs teilweise mitreißende Sätze mit lebendig pulsierendem Rhythmus stehen neben solchen, die mit sanfter Emotion ausdrucksvoll werden. Leider ist die Tonaufnahme nicht auf der Höhe der Aufführung. Mit so einem kleinen Ensemble hätte man ein klareres, transparenteres Klangbild erwarten dürfen. (Ambitus 95606) – ♪♪♪

King’s Singers auf der Suche nach Harmonie
The King’s Singers haben bei Signum die CD Finding Harmony herausgebracht, mit einem stilistisch sehr vielfältigen Programm, auf dem Namen wie Legrand und Dixon neben solchen von Byrd und Bach stehen. Mehrere traditionelle Lieder sind auch vorhanden. Das sind Lieder von der protestantischen Reformation in Europa in den 1500er Jahren bis hin zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Lieder, die, wie die King’s Singers sagen, « Nationen, Kulturen und Anliegen vereinten. » Dieses Konzept äußert sich in ‘harmonischen’ Interpretationen von berückender Schönheit auf einer CD, die jeden Hörer besinnlich stimmen wird. (Signum SIGCD607) – ♪♪♪♪♪

Einfühlsames Lied-Programm
Lieder von Ravel (Schéhérazade), Barber, Crumb, Szymanowski und Obradors singt die polnische Sopranistin Agata Zubel auf einer CD von Accord. Es ist ein schönes, einfühlsam gesungenes Recital, in dem die Sängerin die Charakteristiken der so verschiedenen Komponisten gut differenziert. Nicht weniger sensibel und tief musikalisch spielt der Pianist Krzysztof Ksiazek, der die Lieder perfekt mitgestaltet. (Accord ACD 263-2)  – ♪♪♪♪

Streichermusik aus Kuba
Camerata Romeu ist ein 18-köpfiges Streicherensemble aus Cuba, das 1993 von der Dirigentin Zenaida Romeu gegründet wurde. Seither wurden die Musikerinnen immer wieder ausgewechselt, so dass es heute immer noch ein junges Ensemble ist. Die seit Anfang 2020 auch in Europa vertriebene CD ‘La Bella Habana’ stellt in erster Linie Musik von kubanischen Komponisten vor, zu denen sich der Argentinier Astor Piazzolla, der Mexikaner Eduardo Gamboa und der Brasilianer Ricardo Herz gesellen. Das Programm ist attraktiv und wird schwungvoll und oft auch mit etwas Nostalgie gespielt. Die Klangreinheit des Ensembles lässt freilich zu wünschen übrig, ein Eindruck, der durch die sehr direkte und schlecht ausbalancierte Tonaufnahme (rechts dumpf und basslastig) verstärkt wird. (Cugate Classics CLL 003) – ♪♪♪

Ätherisch
Der Choir of Clare College Cambridge und das Dmitri Ensemble haben unter der Leitung von Graham Ross Arvo Pärts Stabat Mater, sein Da pacem Domine, sein Magnificat, Nunc dimittis und The Woman With The Alabaster Box aufgenommen, und zusätzlich  von Peteris Vasks Plainscapes sowie das Miserere von James MacMillan. Es ist ein Programm mit durchwegs ruhiger, um nicht zu sagen kristallin-ätherischer Musik. Am Ende steht Pärts Stabat Mater, 1985 im sogenannten Tintinnabuli-Stil für Streichtrio und Chor komponiert. Dem Choir of Clare College aus Cambridge gelingen spannende und bewegende Interpretationen. (Harmonia Mundi HMM905323) – ♪♪♪♪

Spanish Guitar Encores (Malats, Turina, Tarrega, Sor, Sanz, Scarlatti, Narvaez, de Falla); Michal Stanikowski, Gitarre; 1 CD Recart 0036; Aufnahme 11/2019, Veröffentlichung 03/2020 (41'29) - Rezension von Remy Franck

Mein Boulanger-Pâtissier in Paris hat seinen Laden so aufgebaut, dass man an der Pâtisserie vorbei in der Schlange stehen muss, um zum Verkauf zu kommen. Die Pâtisserie (im Deutschen lustlos mit Feingebäck zu bezeichnen) ist eine Augenweide. Ein Stück schöner als das andere. Daran musste ich denken, als ich mir Michal Stanikowskis neue CD anhörte. 12 Tracks, 12 Gitarrenstücke vom Feinsten, einige virtuos, viele melancholisch, oder einfach bloß charmant: Stanikowski serviert sie mit einer wunderbaren Beherrschung der Technik, in schönen, warmen Farben, malerisch, frisch und stimmungsvoll. Read More →

Antonio Vivaldi: Concerti per la Pietà; Europa Galante, Fabio Bondi, Violine & Dirigent; 1 CD Glossa GCD 923414; Aufnahme 05/2019, Veröffentlichung 02/2020 (71’04) - Rezension von Alain Steffen

Zu ihrem 30. Geburtstag kehren Fabio Biondi und Europa Galante zu ihren Anfängen zurück, zu Antonio Vivaldi. Als erstes historisch informiertes Ensemble Italiens spielten sie damals die Vier Jahreszeiten ein und kannten ab dann einen fulminanten Erfolg. Und sehr schnell hatten sie sich zu einem der besten europäischen Ensembles für das barocke Repertoire entwickelt. Die Spielfreude und Akribie, mit der Biondi und seine Musiker jedes Werk angingen, erinnert an die Arbeitsweise eines Harnoncourt. Read More →

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