Stimmungsvoll
Das Pariser Trio ARK (Antonina Zharava, Cello, Renato Kamhi, Violine und Thomas Delclaud, Klavier) spielt auf einer Calliope-CD ein gemischtes Programm mit u.a. Rachmaninovs ‘Trio Elégiaque’, Frank Martins ‘Trio sur des mélodies populaires irlandaises’ und einer bemerkenswerten Komposition von Thomas Delclaud, der in ‘Escales Cévénoles’ auf raffinierte Weise klangmalerische Tableaus entwirft. Die Interpretationen sind allesamt stimmungsvoll. (Calliope CAL 1749)

Stravinsky- und Debussy-Transkriptionen
Ralph van Raat spielt bei Naxos Stravinskys ‘Sacre du Printemps’, wovon Vladimir Leyetchkiss 1985 eine Soloversion der Fassung für 2 Klaviere anfertigte. Sie bleibt insgesamt, trotz des brillanten Spiels, in der Wirkung hinter Stravinskys eigener Arbeit zurück. Viel interessanter ist die Transkription von Debussys ‘La Mer’, die Lucien Garban 1938 erstellte und die immer wieder die Vergleiche mit der Orchesterfassung herausfordert und so zeigt, wie gut Garban die Farbenspiele Debussys ins Klavier übertragen hat und wie gut Ralph van Raat das in seinem Spiel wiedergeben kann. (8.573576)

Schwerfällig
Die ‘Misa a Buenos Aires’, auch als ‘Misa Tango’ bekannt, ist eine Messvertonung des argentinischen Komponisten Martín Palmeri (*1965) im Stil des ‘Tango Nuevo’ für Mezzosopran, Chor, Bandoneon, Klavier und Streichorchester. Die Messe an sich scheint mir alles zu haben, was eine solche Komposition braucht: Tango-Atmosphäre, Anklänge an die Volksmusik, Rhythmik, Textbezogenheit. Leider kommt das in der vorliegenden Aufnahme mit dem Bach-Chor Siegen und dem Tango-Orchester ‘El Arroyo’ unter Ulrich Stölzel nicht voll zur Wirkung. Der Chor könnte durchaus etwas kerniger und spontaner singen, und das rhythmische Element könnte insgesamt weniger formal zur Geltung gebracht werden. Etwas mehr Raffinement hätte dieser insgesamt etwas schwerfälligen Aufnahme gut getan. (Capriccio C5343)

Uninspiriert
Einen aalglatten und weitgehend uninspiriert ablaufenden Rachmaninov dirigiert Kurt Sanderling an der Spitze des Stuttgarter Radio-Symphonieorchesters auf dem Label SWR Classic. Gespielt werden in diesen nicht erinnerungswerten, klanglich eher komprimiert klingenden Aufnahmen das Vorspiel zu ‘Khovantchina’ und die 3. Symphonie. (SWR19050CD)

 

Franz Schubert: Klavierquintett D. 667 (Forellenquintett) + Fantasie op. 159 D. 934; Nathanaël Gouin, Klavier, Guillaume Chilemme, Violine, Marie Chilemme, Viola, Astrig Siranossian, Cello, Emilie Legrand, Kontrabass; 1 CD Evidence EVCD046; Aufnahme 03/2017, Veröffentlichung 01/2018 (63'11) – Rezension von Remy Franck

Es gibt solche CDs: das erste Stück enttäuscht, und danach stellt sich Begeisterung ein. Das ist hier der Fall. Read More →

Edward Grieg: Peer Gynt (Komplette Bühnenmusik op. 23) + Klavierkonzert op. 16; Jean-Efflam Bavouzet, Klavier, Lise Davidsen, Sopran, Ann-Helen Moen, Sopran, Victoria Nava, Sopran, Johannes Weisser, Bariton, Hakon Hoegemo, Hardanger Fiedel, Bergen Philharmonic Orchestra and Choir, Edward Gardner; 1 SACD Chandos CHSA5190; Aufnahme 06/2017, Veröffentlichung 01/2018 (83'12) – Rezension von Remy Franck

Das Philharmonische Orchester Bergen, dessen künstlerischer Leiter Edward Grieg seinerzeit selber war, spielt die komplette Bühnenmusik ‘Peer Gynt’ (1874-75, revidiert 1885, 1991-92 and 1902), nach der 1993 erschienenen vollständigen Ausgabe der Grieg-Kommission. Es erklingen also alle 26 Nummern, inklusive der kurzen Soli mit der Hardanger Fiedel. Read More →

Eduard Toldra: Vistes al mar; Ottorino Respighi: Suite per archi; Komitas: Miniatures (Arr. Sergei Z. Aslamazian); Nino Rota: Concerto per archi; Ensemble Esperanza, Chouchane Siranossian; Aufnahme 10/2017, Veröffentlichung 02/02/2018 (77'05) – Rezension von Remy Franck

Mit ‘Vistes al mar’ des Katalanen Eduard Toldrà Soler (1895 -1962, Gründer des heutigen Katalanischen Nationalorchesters) beginnt das Ensemble ‘Esperanza’ ganz mediterran seine zweite Schallplatte und knüpft nahtlos an die Qualität der ersten an, die das Ohr mit nordischen Klängen verwöhnt und begeistert hatte. Read More →

Joseph Haydn: Einleitung (Die Schöpfung) + Das Erdbeben (Presto e con tutta la forza aus Die letzten Sieben Worte) + Sinfonia: Largo-Vivace assai (L'isola disabitata) + Sinfonia: Allegretto-Vivace (L'isola disabitata) + Largo (Symphonie Nr. 64) + Menuett & Trio (Symphonie Nr. 6) + Finale: Presto (Symphonie Nr. 46) + Finale: Prestissimo (Symphonie Nr. 60) + Einladung Winter (Originalversion, Die Jahreszeiten) + Finale: Presto (Symphonie Nr. 45) + Finale: Adagio (Symphonie Nr. 45) + Music for Musical Clocks (From Flötenuhrstücke Hob.XIX:1-32) + Finale: Allegro assai (Symphonie Nr. 90); 1 SACD LSO Live LSO0808; Aufnahme 07/2017, Veröffentlichung 02/02/2018 (51') – Rezension von Remy Franck

Simon Rattle lädt zu einem ununterbrochen ablaufenden, 51 Minuten langen Programm mit Haydn-Häppchen ein. Das was der Dirigent eine ‘exzentrische Reise durch Haydn’ nennt, ist sicherlich nicht eine Zusammenstellung der größten Hits des Komponisten, sondern eher ein Pasticcio mit weniger bekannten Stücken. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: 16 Sonaten für Klavier und Violine; Tomas Cotik, Violine, Tao Lin, Klavier; 4 CDs Centaur CRC 3619-22; Aufnahmen 2014-2018, Veröffentlichung 02/02/2018 (286') – Rezension von Remy Franck

Der argentinische Geiger Tomas Cotik und der chinesische Pianist Tao Lin – beide leben in Miami – haben bereits mehrmals mit CD-Aufnahmen viel Lob bekommen. Daran soll es auch bei dieser Gesamtaufnahme der Mozart-Sonaten nicht mangeln. Read More →

Sergej Rachmaninov: Klavierkonzert Nr. 2; Sergei Prokofiev: Klavierkonzert Nr. 2; Denis Matsuev, Mariinsky Orchestra, Valery Gergiev; 1 SACD Mariinsky MAR0599; Aufnahmen 06/2016, Veröffentlichung 02/02/2018 (62'58) – Rezension von Remy Franck

Diese Rezension veröffentlichen wir einen Tag vor dem Erscheinungstermin des Produkts, damit niemand uns vorwerfen kann, wir hätten nicht rechtzeitig davor gewarnt. Read More →

Richard Danielpour: Streichquartette Nr. 5 (In Search of La vita nuova), 6 (Addio), 7 (Psalm of Solace); Hila Plitmann, Sopran, Delray String Quartet; 1 CD Naxos (8.559845); Aufnahme 05/2015, Veröffentlichung 01/2018 (75'55) – Rezension von Remy Franck

Mit Richard Danielpours ‘italienischem’ Quartett beginnt das Programm dieser CD, die drei neo-romantische und programmatisch konzipierte Streichquartette des 1956 geborenen amerikanischen Komponisten enthält. Read More →

Dmitri Shostakovich: Klaviertrios Nr. 1 op. 8 & Nr. 2 op. 67 + Sonate für Violine und Klavier op. 134; Ilya Gringolts, Violine, Daniel Haefliger, Violoncello, Gilles Vonsattel, Klavier; 1 CD Claves CD 5-1817; Aufnahmen 11/2017, Veröffentlichung 12/2017 (68'09) – Rezension von Uwe Krusch

Dass Shostakovich durch die gelinde gesagt schwierigen äußeren Umstände beeinträchtigt war und sich diese Einflüsse auch in der Musik widerspiegeln, ist gewusst. Für das Erste Klaviertrio und die Violinsonate können äußere Bezüge in der vorhergehenden Oktoberrevolution und bei der Sonate in der Niederschlagung des Prager Frühlings gesehen werden. Beim Zweiten Trio war es ein persönliches Ereignis, nämlich der Tod seines besten Freundes Ivan Sollertinski, der einen direkten Einfluss hatte. Read More →

J. Strauss II: Einzugsmarsch aus Der Zigeunerbaron + Brautschau op. 417 + Leichtes Blut op. 319 + Myrthenblüten op. 395 + Freikugeln op. 326 + Geschichten aus dem Wienerwald op. 325 + Fest-Marsch op. 452 + Stadt und Land op. 322 + Un ballo in maschera (Quadrille) op. 272 + Rosen aus dem Süden op. 388 + Unter Donner und Blitz op. 324 + An der schönen blauen Donau op. 314; J. Strauss I: Marienwalzer op. 212 + Wilhelm Tell (Galopp) op. 29b + Radetzky-Marsch op. 228; Josef Strauss: Wiener Fresken op. 249 + Eingesendet op. 240; Suppé: Boccaccio-Ouvertüre; Czibulka: Stephanie-Gavotte op. 312; Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti; 2 CDs Sony 88985470572; Liveaufnahme 01/01/2018, Veröffentlichung 01/2018 (112') – Rezension von Remy Franck

Riccardo Mutis fünftes Neujahrskonzert liegt auf CD vor. Über 50 Millionen sollen es zu Neujahr im Fernsehen gesehen haben. Ohne das TV-Bild fällt einem mehr noch als bei der Liveübertragung auf, wie sehr Muti die Musik doch pflegt, wie sehr er Strauss & Co. als hochseriöse Vertreter gehobenster Klassik-Unterhaltung ansieht. Read More →

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