En travesti; Arien von Händel, Vivaldi, Mozart, Rossini, Bellini, Meyerbeer, Donizetti, Gluck / Berlioz, Offenbach, Mascagni, Puccini, Massenet, Strauss, Ravel, Mancini; Anna Bonitatibus, Mezzosopran, Münchner Rundfunkorchester, Corrado Rovaris; 1 CD BR Klassik 900318; Aufnahme 07/2016, Veröffentlichung 02/2018 (66') – Rezension von Remy Franck

Die Mezzosopranistin Anna Bonitatibus singt auf ihrem neuen Album mit dem Titel ‘En travesti’ fünfzehn Arien, die für Frauen geschrieben wurden, die auf der Opernbühne in Männerrollen auftreten, sogenannte Hosenrollen. Read More →

Johann Sebastian Bach & Sven-David Sandström: Motetten; Kammerchor Hannover, La Festa Musicale, Stephan Doormann; 1 CD Rondeau ROP6105; Aufnahme 08/2017, Veröffentlichung 26/01/2018 (59‘41) – Rezension von Jonathan Fabrizius

2015 nahm der Kammerchor Hannover unter der Leitung von Stephan Doormann drei Motetten von Johann Sebastian Bach auf: ‘Jesu, mein Freude’, ‘Fürchte Dich nicht’ und ‘Singet dem Herrn’, um sie mit ‘den drei anderen’ zu kombinieren: ‘Komm, Jesu, komm’, ‘Der Geist hilf unsrer Schwachheit auf’, und ‘Lobet den Herrn’, die jedoch nicht von Bach, sondern vom schwedischen Komponisten Sven-David Sandström  (*1942) vertont worden waren. Read More →

Edward Elgar: Violinkonzert op. 61; Johann S. Bach: Violinkonzert Nr. 1 BWV 1041; Pinchas Zukerman, Violine, Israel Philharmonic Orchestra, Zubin Mehta; 1 CD Helicon HEL029655; Aufnahme 1986 (Bach) + 2006, Veröffentlichung 09/03/2018 (61'12) – Rezension von Remy Franck

Von Pinchas Zukerman gibt es eine ganz tolle Einspielung des Violinkonzerts von Edward Elgar, die 1976 mit dem ‘London Philharmonic Orchestra’ unter Daniel Barenboim gemacht wurde. Auch wenn die nun von Helicon wiederaufgelegte Live-Einspielung von 2006 weder in der Klangqualität noch im Orchesterspiel mit der alten Aufnahme konkurrieren kann, ist Zukerman im Konzert so gut, dass man seinem Spiel wie gebannt folgt und den Rest quasi vergisst. Read More →

Gustav Mahler: Wunderhorn-Lieder (Auszüge), Adagio aus der Symphonie Nr. 10; Michael Volle, Bass-Bariton, Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann; 1 CD MPhil 0007; Aufnahme: 05/2011, Veröffentlichung 03/2018 (59’59) - Rezension von Alain Steffen

Mit der Musik von Gustav Mahler hat man Christian Thielemann bisher nicht wirklich in Verbindung gebracht, aber erstaunlicherweise gehören diese Aufnahmen einiger ‘Wunderhorn’-Lieder mit Michael Volle und dem Adagio aus der 10. Symphonie zum Besten und Schönsten, was dieser Dirigent bisher eingespielt hat.  Read More →

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 (Version 1878/1880); Richard Wagner: Lohengrin (Vorspiel 1); Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons; 1 CD Deutsche Grammophon 4797577; Liveaufnahme 05/2017, Veröffentlichung 02/2018 (79'24) – Rezension von Remy Franck

Nach einem leichten und geradezu ätherisch gespielten ‘Lohengrin’-Vorspiel geht es ganz konträr zu in Anton Bruckners Vierter Symphonie, der ‘Romantischen’, deren Titel Andris Nelsons vielleicht etwas zu genau genommen hat. Seine Einspielung ist ein Gegenstück zu den leichteren Interpretationen, an die uns andere Dirigenten gewöhnt haben, ein Gegenstück auch zu den klanglich opulenteren, aber dennoch sehr schlanken und elastisch-schönen Interpretationen, wie sie Herbert von Karajan begründet hat. Read More →

Junges Repertoire
Zusammenstellungen verschiedener Werke auf einer Scheibe, also neudeutsch Sampler, prägen diese Notizen. Den Anfang macht das Duo Miolina für Violinen Miolina von Mioi Takeda und Lynn Bechtold, dessen Name sich aus den Vornamen, wobei Lina die italienische Form von Lynn ist, ergibt. Mitunter nehmen sie elektronische Klänge wie Vogelgezwitscher oder Straßenlärm sowie Perkussionisten hinzu, um vorwiegend junges Repertoire einzuspielen. Die Grenzen zu anderen Musikbereichen sind zumeist näher als zu Klassik. Ihr Spiel ist den Werken angemessen und von der Freude an der Musik getrieben. (Composers Concordance COMCON0042)

Salonmusik auf höchstem Niveau
Bewusst alle Musikstile verbindet ‘Philharmonix’, ein Salonorchesterensemble aus Mitglieder der Berliner und der Wiener Philharmoniker. Sie nutzen ihre stupenden technischen und musikalischen Fähigkeiten, um beispielsweise einen ungarischen Tanz von Brahms neben die ‘Bohemian Rhapsody’ von Queen und ein Wienerlied zwischen ‘Gnossienne’ von Satie und den Elefanten aus dem ‘Karneval der Tier’e von Saint-Saëns zu setzen. Wenn man Salonmusik hören möchte, dann nur so, lust-, kunstvoll und voller Energie dargeboten. Cremeschnittchen mit Schuss und Sahne, manchmal fast zu schön für einige Stücke. (Deutsche Grammophon 481 5810)

Gautier Capuçon auf Zeitreise
Gautier Capuçon hat eine umfangreiche CD mit drei Handvoll an Werken zusammengestellt, die die Breite des Repertoires für das zweitgrößte Streichinstrument einfangen. Verbunden ist diese Reise mit eigenen Stationen, seiner Jugend in Savoyen, außerdem Paris und Wien sowie zwei zeitnahen Kompositionen. Neben Kammermusik mit Klavier finden wir auch orchestrale Werke für Cello mit Orchester. Gautier Capuçon ist ohne Zweifel nicht nur ein Meister seines Instruments, so dass er technisch und klanglich aus dem Vollen schöpfen kann, sondern auch ein Musiker, der seine Persönlichkeit für die unmittelbar berührende Darstellung einsetzt. Leider tut die Aufnahmetechnik ein wenig zu viel des Guten, indem sie direkt und vollmundig einfängt. Eine zusätzliche fast halbstündige DVD mit einigen der zu hörenden Werke gibt noch einen optischen Einblick. Davon sind zwei Stücke stimmungsvolle Außenaufnahmen im Schnee in den Alpen bzw. am Strand bei Etretat. (Erato 0190295883959)

Zum Mittanzen…
‘Zigeunerbarock’ nennt sich eine Aufnahme des Ensemble ‘Il Suonar Parlante’ von Vittorio Ghielmi, in der osteuropäische Musik aus der Volksgruppe der Roma sowohl in originalen Werken als auch als Bearbeitung etwa von Telemann und Vivaldi oder von diesen wieder zurück in eine mutmaßliche Originalform gezeigt wird. Geprägt von der Einstellung zum Hier und Jetzt ist diese Musik lebensfroh und lebendig, aber auch tiefsinnig und melancholisch. Einige Lieder werden im Dialekt der Roma gesungen. Den Musikern gelingt eine wirkungsvolle und zum Mittanzen anregende Aufführung. So gespielt versteht man, warum in Fürstenhäusern wie bei den Esterhazys oder Maria Theresia diese Musik beliebt war und auch die Komponisten der Kunstmusik fasziniert waren und sich ihre Anleihen nahmen. Wenn man diese CD nach einer anderen bei unveränderten Einstellungen der Anlage einlegt, werden einem die Ohren ob der Laustärke weggefegt. (Alpha 392)

Musik und Poesie aus dem 17. & 21. Jahrhundert
Ein Konzeptalbum ausgehend von Gedanken des Albrecht Dürer zu Traumwerken gibt den Titel eines Albums, das samt des graphisch und im Format auffällig gestalteten CD-Buchs Musik und Poesie aus dem 17. und 21. Jahrhundert miteinander verbindet. Es wird dabei eine Geschichte erzählt. Zeitgenössische Werke von James Dillon werden mit barocken kammermusikalischen Kompositionen gemischt und zu einem Teppich aus Wort und Musik verwoben. Robert Gwisdek leiht seine Sprechstimme verschiedensten Gedanken und Worten. Instrumental glänzt das Ensemble Continuum mit der Isländerin Elfa Rún Kristinsdóttir, Violine, Daniel Rosin, Violoncello, Andreas Arend, Chitarrone und Elina Albach, Cembalo & Orgel. Künstlerisch überzeugend vorgetragen und fürwahr optisch, gestalterisch und dramaturgisch ungewohnt gemacht, aber, ja warum eigentlich nicht. (Continuu-M Records 032324 140038)

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 7; Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons; 1 SACD RCO Live 17006; Liveaufnahme 09/2016, Veröffentlichung 01/2018 (79'55) – Rezension von Remy Franck

In einer exzellenten, sehr expansiv-räumlichen Surroundaufnahme erlangt Mariss Jansons’ Siebte Mahler eine großartige Wirkung. Der Klang ist opulenter als jener der Einspielung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 2007 (BR Klassik). Das ‘Concertgebouw Orkest’ spielt sogar eine Spur leidenschaftlicher als die Bayern, in jedem Fall bringt die Aufnahme mehr Farben und Nuancen zum Ausdruck. Read More →

Gottfried von Einem: Geistliche Sonate, Philadelphia Symphony, Stundenlied; Ildíko Raimondi, Sopran, Gabor Boldoczki, Trompete, Iveta Apkalna, Orgel, Wiener Philharmoniker, Franz Welser-Möst; 1 CD Orfeo C 929 181 A; Aufnahmen 04/2009, 04/2011, 09/2016, Veröffentlichung 02/2018 (68'20) – Rezension von Uwe Krusch

Wie unterschiedlich die Wege verlaufen können, lässt sich an zwei Jubilaren ermessen, deren 100. Geburtstag in das Jahr 2018 fällt. Da wären einerseits der amerikanische Musiker Leonard Bernstein und andererseits Gottfried von Einem, der in Österreich mitunter als Nationalkomponist gehandelt wird. Read More →

Visions of Prokofiev; Serge Prokofiev: Violinkonzerte Nr. 1 & 2 + Tanz der Ritter aus Romeo und Julia + Großer Walzer aus Cinderella; Großer Marsch aus Die Liebe zu den drei Orangen; Lisa Batiashvili, Violine, Chamber Orchestra of Europe, Yannick Nézet-Séguin; 1 CD Deutsche Grammophon 479 8529; Aufnahme 07/2015 und 02/2017, Veröffentlichung 02/2018 (59'49) – Rezension von Uwe Krusch

Vor dem Hintergrund der kürzlich beendeten Olympischen Winterspiele darf man vielleicht einen Vergleich zwischen Sportlern und Musikern ziehen. Es gibt Disziplinen, wie Abfahrt oder Skeleton, da ist die Zeit das Wichtigste, die natürlich nur auf der Grundlage bester Technik erzielt wird. Read More →

Claude Debussy: Préludes (Livre 2) + En blanc et en noir; Maurizio & Daniele Pollini; 1 CD Deutsche Grammophon 4798490; Aufnahme 2016, Veröffentlichung 02/20918 (48'41) – Rezension von Remy Franck

Nach der Veröffentlichung von Debussys erstem Band der ‘Préludes’ mit Maurizio Pollini im Jahre 1999, kommt nun der 2. Band, gekoppelt mit ‘En blanc et en noir’, das der Pianist zusammen mit seinem Sohn Daniele spielt. Read More →

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