Ferdinand Rebay: Complete Sonatas for Violin/Viola and Guitar; Laurence Kayaleh, Violine, Viola, Michael Kolk, Gitarre; 1 CD Naxos 8.573992, Aufnahme 06/2019, Veröffentlichung 07/2020 (68’13) - Rezension von Guy Engels

Ferdinand Rebay (1880-1953) hat sich vor allem einen Namen als Chorleiter und Pädagoge in Wien gemacht. Seit einiger Zeit wird nun sein kompositorisches Werk publizistisch aufgearbeitet. Rebay hat unter anderem für die Gitarre geschrieben, die « nicht zuletzt durch ihn aus ihrem Aschenbrödeldasein nach und nach erweckt wird“, wie das Neue Wiener Tageblatt im Jahre 1940 schrieb. Read More →

Ludwig van Beethoven: Sonaten für Violine und Piano Vol. 1 (Op. 12, No. 1, Op. 30, No. 2, Op. 96); Stefano Ligoratti, Klavier, Yulia Berinskaya, Violine; 1 CD Da Vinci Classics C00267; Aufnahme 03/2016, Veröffentlichung 07/2020 (76'25) - Rezension von Remy Franck

Die Geigerin Yulia Berinskaya und der Pianist Stefano Ligoratti setzen sich auf eine sehr individuelle Art mit den drei Beethoven-Sonaten auseinander, mit denen sie ihre Gesamtaufnahme der Sonaten für Klavier und Violine beginnen. Auf dem Cover steht fälschlicherweise « für Violine und Klavier », aber die beiden Solisten tragen dem richtigen Titel durchaus Rechnung, weil der Klavierpart hier nicht nur bedeutsam wird, sondern durch Ligorattis phantasievolles Spiel ganz klar aufgewertet wird. Read More →

Francis Pott: At First Light + Word; Joseph Spooner, Cello, Christina Wilson Orgel, Commotio, Matthew Berry; 1 CD Naxos 8.573976; Aufnahme 03/2019, Veröffentlichung 07/2020 (79’26) - Rezension von Guy Engels

Bei dieser Aufnahme wird einem die Sinnhaftigkeit des Booklets und des mitgelieferten Textes wieder einmal deutlich bewusst. Ohne diese Hilfe wüssten wir nicht, worum es in den beiden ansprechenden Kompositionen des 1975 geborenen britischen Komponisten Francis Pott überhaupt geht. Read More →

Douce France
Am Klavier begleitet von Emmanuel Strosser hat der Oboist François Leleux für Warner ein Programm unter dem Titel ‘Bienvenue en France’ zusammengestellt, mit den Oboensonaten von Saint-Saëns, Dutilleux, Pecou und Sancan, der Rhapsodie für Oboe & Klavier (nach der Rhapsodie für Saxophon & Orchester) von Debussy, Bozzas Fantaisie Pastorale und Piernés Pièce op. 5. Es ist ein charmantes Programm, das Leleux mit warmem und fein nuancierendem Klang sehr stimmungsvoll spielt. ‘Douce France’, sang schon Charles Trenet. (Warner Classics 9029524957) – ♪♪♪♪

Die Sacred Concerts von Duke Ellington
Und wenn Sie mal etwas ganz Ausgefallenes hören wollen, dann empfehle ich Ihnen Duke Ellingtons Sacred Concert in einer Fassung für Sopran und Orgel. Das Werk, das Ellington in den Sechzigerjahren mit seinem Orchester in Kirchen in den USA und Europa aufführte, ist auf einer Alba-CD mit der finnischen Sopranistin Anu Komsi und dem Organisten und Sänger Marzi Nyman zu hören. Sacred Concert geht auf traditionelle Gospelsongs und die Lieder der schwarzen Sklaven zurück, die die Themen Freiheit, Brüderlichkeit und Barmherzigkeit Gottes berühren. (Alba ABCD450) – ♪♪♪♪

Neue Kammermusik aus Polen
Zeitgenössische Musik von Zbigniew Bargielski, Marcin Markowicz, Jan Duszinski und Aleksander Kosciow spielen der Oboist Sebastian Aleksandrowicz, der Kontrabassist Tomasz Januchta und das Lutoslawski Quartett auf einer CD von Accord. Die Stücke sind allesamt modern oder gemäßigt modern. Hoch intensive, engagierte Aufführungen garantieren ein solides musikalisches Niveau für jeden, der Interesse an moderner polnischer Kammermusik hat (Accord ACD254-2) – ♪♪♪♪

Beethoven in Kammermusik-Arrangements
Ludwig Chamber Players und der Tenor Ilker Arcayürek haben für cpo Lied-Transkriptionen für Tenor, Streicher aufgenommen, die Händel-Variationen WoO 45, Adelaide op. 46, An die ferne Geliebte op. 98 sowie das Septett Es-Dur op. 20. Das dynamische und nuancenreich raffinierte Spiel der Ludwig Chamber Players und der mit feinem Timbre ausdrucksvoll singende Arcayürek lassen diese Beethoven-CD zu einem ganz besonderen Musikerlebnis führen (cpo 555355-2) – ♪♪♪♪

Concerto Köln mit Concerti a Quattro
Concerto Köln hat für Berlin Classics sechs Concerti a Quattro von Vivaldi, Bonporti, Valentini, Castrucci und Locatelli zusammengestellt. Das ergibt eine gute Stunde schöner Barockmusik, die uns diese Kompositionen auf die denkbar natürlichste und unaufdringlichste Art und Weise nahebringt. Kein Herumfetzen, keine forcierte Klangrecherche, kein übermäßiges Herausheben der Solisten, sondern lebendiges und ausdrucksvolles Spiel, bei dem nicht die Musiker im Vordergrund stehen, sondern die Komponisten. (Berlin Classics 0301419BC) – ♪♪♪♪

Dmitrij Kitajenko Collection; Sergei Rachmaninov: Aleko + Jugendsymphonie + Frühling op. 20; Nikolai Rimsky-Korsakov: Der Goldene Hahn/The Golden Cockerel; Leonard Bernstein: Symphony No. 2 (The Age of Anxiety); Aram Khachaturian: Gayaneh; Yuri Butsko: Symphonie Nr. 2 in 4 fragmentierten Sätzen; Irakli Gabeli: Symphonie Nr. 1 (Dramatic Dialogue); Alexander Flyarkovsky: Urildaan, Festive Poem on Buryatian Themes; Oleg Yanchenko: Symphonie Andrei Rublev; Dmitri Kabalevsky: Romeo and Juliet, Suite; Mikis Theodorakis: Symphonie Nr. 7 (Frühling); Richard Strauss: Don Juan, Op. 20; Valery Kamyshov, Klavier, Svetlana Volkova, Elena Ustinova, Sopran, Sergei Larin, Alexander Fedin, Tenor, Yuri Mazurok, Bariton, Evgeny Nesterenko, Bass, The Latvian Academic Chorus, Kaunas State Chorus, The Grand Academic Choir of USSR Central Television and All-Union Radio, Yurlov State Academic Choir, Stanislavsky and Nemirovich-Danchenko Moscow Academic Music Theatre Orchestra, Moscow Philharmonic Orchestra, Dmitrij Kitajenko; 8 CDs Melodiya MEL CD 1002645; Aufnahmen 1974-1989, Veröffentlichung 18/08/2020 (493') - Rezension von Remy Franck

Diese Box, von Melodiya herausgegeben zum 80. Geburtstag von Dmitrij Kitajenko, mischt russische Werke mit Musik des 20. Jahrhunderts, die man heute nicht unbedingt als Kitajenko-Werke identifizieren würde. Und dennoch zeigen die Aufnahmen, welch sichere und inspirierende Hand Kitajenko gerade auch in den Werken von Theodorakis und Bernstein hatte. Read More →

Sergei Rachmaninov: Piano Transcriptions (Bach: Gavotte + Bizet: Menuet + Kreisler: Liebesleid, Liebesfreud + Mendelssohn: Scherzo aus Ein Sommernachtstraum + Mussorgsky: Gopak + Rimsky-Korsakov: Hummelflug + Schubert: Wohin? + Tchaikovsky: Wiegenlied + Rachmaninov: Daisies + 6 Stücke vierhändig; Ivan Shemchuk, Alina Andriuti, Klavier; 1 CD Dux 1670; Aufnahme 02/2020, Veröffentlichung 21/08/2020 (76'58) - Rezension von Remy Franck

Der junge Ukrainer Ivan Shemchuk weiß, was er Rachmaninov an Brillanz und Virtuosität schuldig ist. Aber man braucht nicht bis zu Rachmaninovs eigenen Aufnahmen zurückzugehen, um zu erkennen, was Shemchuk fehlt: eine Inspiration, die sein Spiel über das Technische hinausheben würde, der Sinn für Nuancen und Farben, und vor allem ein weicherer Anschlag. Alles klingt hier unangenehm gehämmert, was durch das etwas halligen Klangbild nicht verbessert, sondern eher verstärkt wird. Read More →

Ludwig van Beethoven: Canons and Musical Jokes; Ensemble Tamanial, Cantus Novus Wien, Thomas Holmes (Klavier, Dirigent); 1 CD Naxos 8.574176; Aufnahme 2018/2019, Veröffentlichung 07/2020 (54’53) - Rezension von Guy Engels

Manchmal fragt man sich, wo ein viel beschäftigter, umtriebiger Komponist wie Beethoven die Zeit hernahm, auch noch derart kunstvolle, unterhaltsame Miniaturen zu schreiben, wie sie diese CD vorstellt, etliche davon in Ersteinspielung. Read More →

Alle Coplas Sefardies von Alberto Hemsi
Was Bartok für die ungarische Volksmusik war, das war der in der Türkei geborene und vornehmlich in Italien ausgebildete Alberto Hemsi (1898-1975) für das sephardische Liedgut. Insgesamt existieren von diesen Hemsi-Liedern zehn Bände mit jeweils sechs Liedern, zu denen in dieser Veröffentlichung noch einige hebräische Lieder hinzugefügt wurden. Hänssler Classic hatte bereits 2018 auf einer Einzel-CD 20 Lieder veröffentlicht und fügt nun die übrigen hinzu, um so in einer Box die erste Gesamteinspielung aller von Hemsi gesammelten Gesänge in der Originalversion aufzulegen. Read More →

Mieczyslaw  Weinberg: Wir Gratulieren! (Congratulations!); Katia Guedes (Madame), Anna Gutter (Fradl), Olivia Saragosa (Bejlja), Jeff Martin (Reb Alter), Robert Elibay-Hartog (Chaim), Kammerakademie Potsdam, Vladimir Stoupel; 2 CDs OehmsClassics OC 990; Liveaufnahme 09/2012, Veröffentlichung 21/08/2020 (80'23) - Rezension von Remy Franck

Mitte der Siebzigerjahre komponierte Mieczyslaw Weinberg seine Kammeroper ‘Wir gratulieren!’. Den jiddischen Originaltext von Sholem Aleichem (1859-1916) hat Weinberg mit nur wenigen Änderungen ins Russische übertragen. Dabei legte er viel Wert auf den dem Stück innewohnenden Klassenkonflikt, was ihm half, das Werk bei der sowjetischen Zensur durchzubekommen. Die Originalfassung der Oper wurde 1883 in Moskau uraufgeführt. Der Autor  des Originalbuchs. Sholem Aleichem ist vor allem wegen seiner Kurzgeschichte ‘Tevye the Dairyman’ bekannt, die das Material für das Musical Fiddler on the Roof/Anatevka lieferte. Read More →

Idylle; Glazunov: Idylle op. 103; Chopin: Barcarolle op. 60; Moszkowski: Idylle op. 94 Nr. 3; Elgar: Streicherserenade op. 20 (Klavierfassung von Kenzie); Grieg: I love you op. 41 Nr. 3ProkofieV: Adagio aus Cinderella op. 97 Nr. 10; Schubert / Liszt: Du bist die Ruh; Hahn: Poèmes Le Rossignol Eperdu Nr. 16, 26, 28, 40, 48, 50; Elgar: Idylle op. 4 Nr. 1; Gershwin / Wild: Etüden über Gershwin-Songs (Ebraceable you; Somebody loves me; The man I love); Sofja Gülbadamova, Klavier; 1 CD Hänssler Classic HC20047; Aufnahme 2019, Veröffentlichung 21/08/2020 - Rezension von Remy Franck

Inspiriert von nach Hesses Gedicht ‘Weg nach innen’ nennt die russische Pianistin Sofja Gülbadamova ihr Programm ‘Idylle’. Nicht nur Verträumtes gibt es darin, aber viel Poetisches, Stücke, die der Pianistin besonders gut gelingen. Generell ist sie in den Miniaturen erfolgreich, weil sie sie auch farblich differenziert und sehr rhetorisch gestaltet. Nicht so gut ist die Barcarolle von Chopin, die zwar attraktiv beginnt, im weiteren Verlauf aber etwas schwerfällig wirkt. Read More →

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