Robert Schumann: Symphonien Nr. 2 & 4 + Genoveva-Ouvertüre op. 81; London Symphony Orchestra, John Eliot Gardiner; 1 SACD LSO live 0818; Aufnahmen 03/2018, Veröffentlichung 20/09/2019 (UK), 04/10/2019 (D)

In den ersten Minuten der Genoveva-Ouvertüre musste ich an Leopold Hagers Aussage denken: « Ohne Vibrato und scharf gespielt klingt in meinen Ohren entsetzlich ». John Eliot Gardiner hat die LSO-Streicher zu einem solchen Musizieren angeregt, gleichzeitig dirigiert er die Ouvertüre fulminant und schlank, so dass sie trotz ihrer Schärfe gefallen kann. Read More →

Pascal Dusapin: Penthesilea; Natascha Petrinsky (Penthesilea), Marisol Montalvo (Prothoe), Georg Nigl (Achilles), Werner van Mechelen (Odysseus), Eve-Maud Hubeaux (Oberpriesterin), Wiard Withöft (Bote), Yaroslava Kozina (Botin), Marta Beretta (Amazone), Orchestre Symphonique de la Monnaie, Franck Ollu; 2 CDs Cyprès CYP4654; Aufnahme 04/2015, Veröffentlichung 09/2019 (89'51) – Rezension von Uwe Krusch

Das Drama der Königin der Amazonen, Penthesilea, die sich vor Troja in den griechischen Krieger Achilles verliebt und ihn tötet, als er den Kampf fordert, um sich besiegen zu lassen, da das Gesetz der Amazonen nur den Mann als Samenspender zulässt, den sie besiegt haben, ist natürlich ein gutes Thema für jeden Komponisten von opernhaften Stoffen. Dusapin erschafft aus der Vorlage von Heinrich von Kleist in straffen 90 Minuten ein Werk, das die Konflikte auf den Punkt bringt und sich einbrennt. Die Aufnahme hat Folgeaufführungen der Uraufführung an der Brüsseler La Monnaie eingefangen. Read More →

Clara Schumann und Zeitgenossen; Carl Reinecke: Konzertstück op. 33; Robert Schumann: Variationen Es-Dur WoO 24; Clara Schumann: Klavierkonzert a-moll op. 7; Schumann-Variationen op. 20; Andrea Kauten, Klavier, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Timo Handschuh; 1 CD Solo Musica SM 315; Aufnahme 05/2019, Veröffentlichung 09/2019 (65'09) - Rezension von Guy Engels

« Robert Schumann, welcher sonst sehr still ist, war ausnahmsweise gesprächig und forderte mich auf, ihn zu besuchen.“ – Carl Reinecke hatte Robert Schumann in Leipzig kennengelernt. Beide Musiker trafen sich gerne zum Plaudern und Fachsimpeln in Schumanns Stammlokal, dem Kaffeebaumm. Carl Reinecke war ein großer Fan von Schumanns Musik und einer der Wenigen, die sie zu Lebzeiten des oft missverstandenen Komponisten aufführten. Read More →

Hector Berlioz: Grande Messe des Morts (Requiem); Michael Spyres, Tenor, Philharmonia Chorus, London Philharmonic Choir, Philharmonia Orchestra, John Nelson; 1 CD & 1 DVD Erato 9029543064; Liveaufnahme 03/2019, Veröffentlichung 09/2019 (2x ca 80') – Rezension von Remy Franck

Zum 150. Todestag von Hector Berlioz dirigierte John Nelson in der Londoner St Paul’s Cathedral die Grande Messe des Morts mit dem  Philharmonia Orchestra, dessen Chor sowie dem London Philharmonic Choir. Es ist dies eine großartige Aufführung, so wie man sie von einem der kompetentesten Berlioz-Dirigenten unserer Tage erwarten durfte. Chöre und Orchester gelangen unter seiner einfühlsamen Leitung zu einer außerordentlich tiefschürfenden, packenden Interpretation. Auch von Michael Spyres, der das Tenorsolo im Sanctus übernommen hatte, kann nur Positives gesagt werden. Read More →

Volkslieder; Canadian Brass, Knabenchor Hannover, Jörg Breiding; 1 CD Carus 83.037; Aufnahme 07/2019, Veröffentlichung 08/2019 (74‘09) – Rezension von Jonathan Fabrizius

Dass Volkslieder durchaus witzig und auf alle Fälle höchst ansprechend klingen können, beweist die neue CD des Knabenchors Hannover. Als Teil des Liederprojekts, einer Noten- und CD-Kollektion, mit der der Carus-Verlag und Partner seit zehn Jahren das eigene Singen wieder mehr in den Fokus rücken wollen, zeigt dieser herausragende Klangkörper aus dem Norden einmal mehr höchstes Niveau. Unterstützt wird er dabei ebenfalls von den Besten: Canadian Brass. Read More →

Johann Bernhard Bach: Orchestersuiten (Ouvertüren) Nr. 1-4; Thüringer Bach Collegium; 1 CD Audite 97.770; Aufnahme 01/2019, Veröffentlichung 04/10/2019 (82'22) – Rezension von Remy Franck

Randvoll ist diese neue CD mit der Gesamteinspielung von Johann Bernhard Bachs Orchestersuiten durch das Thüringer Bach Collegium. Johann Bernhard Bach (1676-1749), ein Cousin zweiten Grades von Johann Sebastian Bach, komponierte diese Suiten für die Hofkapelle des Herzogs von Sachsen-Eisenach. Es sind stilistisch sehr vielfältige Stücke eines als kosmopolitisch bekannten Komponisten, der damit einen hervorragenden Beitrag zu Musik des Hochbarocks beisteuerte. Read More →

Kammermusikalische Trompete
Zusammen mit dem BBC Concert Orchestra präsentiert die 20-jährige französische Trompeterin Lucienne Renaudin Vary ein Album mit dem Titel ‘Mademoiselle in New York’. Es enthält Musik von Ravel, Milhaud, Dvorak, Gershwin, Bernstein, Bechet und Aznavour in Arrangements für Unterhaltungsorchester und Trompete. Das Vorgehen der Solistin ist eher kammermusikalisch als solistisch. Ihr Klang fügt sich immer in den des Orchesters ein und so ergibt sich ein sehr unterhaltsames Programm auf hohem musikalischem Niveau. (Warner Classics 0190295407100) – ♪♪♪♪

Geminiani in transparenter Opulenz
Acht Concerti Grossi von Francesco Geminiani hat Concerto Köln für BerlinClassics aufgenommen. Die üppigen, recht komplexen Werke werden raffiniert gespielt, wobei die Musik transparent durchleuchtet und in schönste Farben gekleidet wird. Vor allem ist es Concerto Köln gelungen, die vielen originellen Einfälle des Komponisten fantasievoll deutlich zu machen. (Berlin Classics 0301285BC) – ♪♪♪♪

Chopin in Kammermusikbearbeitungen
Kammermusik von Chopin, fünf Werke und alle in einer Transkription und in Ersteinspielung bilden das Programm, das der Pianist Johann Blanchard und die Parnassus Akademie präsentieren: das Klaviertrio op. 8 mit einer Viola statt einer Geige, Grande Fantaisie sur des Airs polonais op. 13 sowie Krakowiak op. 14 in einer Version für Klavier & Streichquintett sowie Lieder für Cello & Klavier. Gespielt wird temperamentvoll, mit kräftigen Akzenten, aber auch lyrisch genug, um den Charakter der Musik nicht zu verfälschen. Problematisch ist das Klangbild, in dem das Klavier räumlich über dem Streichern steht.  – ♪♪♪♪

Die gesamte Klaviermusik von Toivo Kuula
Der finnische Komponist Toivo Kuula (1883-1918) war ein Schüler von Jean Sibelius. Er hat in seinem kurzen Leben nicht besonders viel komponiert, aber 20 Klavierstücke hinterlassen, zwischen eineinhalb und sechseinhalb Minuten lang, die Janne Oksanen für Alba aufgenommen hat. Es sind charakteristische Kompositionen, schöne und melodische Musik, oft sehr romantisch, manchmal verträumt und melancholisch, aber auch mit ausladender Geste, so wie im Hochzeitsmarsch, der in Finnland sehr beliebt ist. Janne Oksanen spielt sehr ausdrucksvoll und wird den vielfältigen Stimmungen der 20 Werke gerecht. Das abwechslungsreiche Recital hört man mit großem Vergnügen. (Alba ABCD 445) – ♪♪♪♪

Virtuoser Cellist
Der junge Schweizer Cellist Constantin Macherel spielt unter dem Titel ‘Virtuoso Cello Music’, Stücke für Cello und Streichorchester von Boccherini, Franchomme Rossini & Servais. Es ist ein unbeschwertes, charmantes Programm, das Macherel und die London Mozart Players mit attraktiver Natürlichkeit und gutem Stilgefühl sehr unterhaltsam gestalten. (Claves 1903) – ♪♪♪♪

Albéric Magnard: Symphonien Nr. 3 & 4; Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon; 1 CD Naxos 8.574082; Aufnahme  2017/18, Veröffentlichung 09/2019 (74'23) – Rezension von Remy Franck

Albéric Magnard (1865-1914), wohlhabender Sohn des Chefredakteurs der französischen Tageszeitung Le Figaro, hat seine Mutter sehr früh verloren und war angeblich ein eher verschlossener Mensch. Magnard studierte zunächst Rechtswissenschaften, aber nachdem er in Bayreuth eine Vorstellung von Tristan und Isolde gesehen hatte, schrieb er sich am Pariser Konservatorium ein und studierte in der Folge bei Jules Massenet und Vincent d’Indy. Read More →

Andrzej Panufnik: Streichquartett Nr. 3; Krzysztof Penderecki: Streichquartett Nr. 3; Karol Szymanowski: Streichquartett Nr. 2; Atma Quartet (Katarzyna Gluza, Paulina Marcisz, Violine, Karalina Orsik-Sauter, Viola, Dominika Szczypka, Cello); 1 CD Accord ACD 252-2; Aufnahme 11/2018, Veröffentlichung 08/2019 (46'30) – Rezension von Uwe Krusch

Aus der weiten Welt der polnischen Streichquartettliteratur stellt das weiblich besetzte Atma Quartet drei Werke aus nahezu einem Jahrhundert vor und bietet so einen Einblick in die Spannweite der Ideen und Gestaltungen. Das älteste der Werke, das zweite Quartett von Szymanowski, eröffnet den Reigen, und es folgen dann das zeitlich mittlere von Panufnik sowie das jüngste von Penderecki. Alle drei Werke vereint das Zusammenwirken der Erkundung neuer musikalischer Techniken und gestalterischer Möglichkeiten unter der Einbeziehung der Elemente polnischer Volksmusik. Read More →

Titänli; Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 (Arr. Klaus Simon); Alexander von Zemlinsky: Maiblumen blühten überall für Sopran & Kammerensemble (Arr. Graziella Contratto); Lisa Larsson, MythenEnsembleOrchestral, Graziella Contratto; 1 CD Schweizer Fonogramm 7629999057432; Aufnahme 07/2018, Veröffentlichung 09/2019 (64'49) – Rezension von Remy Franck

Nach der grandiosen Aufnahme der Vierten Symphonie (Rezension) wartet MythenEnsembleOrchestral nun mit einer Kammerversion von Gustav Mahlers Erster Symphonie auf. Read More →

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