Ivan Khandoshkin: 3 Sonaten op. 3 für Violine allein + Arie für Violine allein D-Dur (zwei Versionen: Sommer, Winter) + Chanson russe in D-Dur für Violine allein; Nicole Tamestit, Violine; 1 CD Diligence DIL17; Aufnahmen 05.2006 + 07.2020, Veröffentlichung 24.09.2021 (71' 38) – Rezension von Uwe Krusch

Der Komponist Khandoshin, mitunter auch Chandoschkin geschrieben, ist zwar nicht unbekannt, aber doch eher selten zu hören. Seine Qualitäten wurden in seiner Zeit so geschätzt, dass Sergei Glinka ihn in einem Gedicht mit der obigen Überschrift pries. Am Übergang von barocken Traditionen wie bei Corelli und Tartini zur nationalen russischen Schule, also auch am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, wurde er als Persönlichkeit des musikalischen und kulturellen Lebens in St. Petersburg, auch am Hofe von Katharina der II., verehrt. Read More →

Robert Schumann: Carnaval op. 9 + Klaviersonate op. 14 (Concert sans orchestre) + Novelette op. 20/8; Luca Delle Donne, Klavier; 1 CD Da Vinci Classics C00448; Aufnahme 11.20, Veröffentlichung 10.2021 (70'02) - Rezension von Remy Franck

Der italienische Pianist Luca Delle Donne zeigt mustergültig, wie man Schumanns Carnaval spielen soll, mit einer inspirierten Mischung aus Virtuosität, Ruhe und immer wieder auch Humor und torkelnde Beschwipstheit. Dabei bleibt dieser Schumann auch kantabel und in seinem ganzen Reichtum wirklich ansprechend. Read More →

Reich auf der E-Gitarre
Der französische Gitarrist Pierre Bibault spielt Nagoya Guitars, Electric Counterpoint, Electric Guitar Phase und Clapping Music von Steve Reich auf der E-Gitarre. Die Transkriptionen dieses ganz besonderen Projekts wurden vom Komponisten selber gutgeheißen, und Reich hatte sicherlich Recht, denn die E-Gitarre eignet sich besonders gut für diese Interpretationen, deren klangliche Vielfalt stupend ist. Bibault sagt selber: « Ich liebe diese Musik. Ich muss zugeben, dass ich sie erst spät entdeckt habe, und zwar dank eines meiner Professoren an der Universität von Paris 8, im Jahr 2003. Je mehr ich seitdem höre, je mehr ich suche, desto mehr bin ich beeindruckt von ihrem Reichtum. Das musikalische Ausgangsmaterial, mit dem er komponiert, ist minimal, aber die Art und Weise, wie er damit umgeht, ganz zu schweigen vom Ergebnis, ist faszinierend reich ». – French guitarist Pierre Bibault plays Nagoya Guitars, Electric Counterpoint, Electric Guitar Phase and Clapping Music by Steve Reich on the electric guitar. The transcriptions of this very special project were approved by the composer himself, and Reich was certainly right, because, with its stupendous tonal variety the electric guitar is particularly well suited for these interpretations. Bibault himself says, « I love this music, I discovered it late thanks to one of my professors at the University of Paris 8, in 2003. Since then, the more I listen to it, the more I dig, the more I am impressed with its wealth. The basic musical material, with which he composes, is minimal, but the way he handles it, and not to mention the result, is astoundingly rich. » (Indésens INDE 154) – ♪♪♪♪

Busoni, von Welte-Mignon-Rollen aufgenommen
Fast drei Jahre hatte Tacet keine neue Folge seiner Welte Mignon Mystery-Serie herausgebracht. Jetzt folgt ein Doppelalbum mit Ferruccio Busoni, der Musik von Bach, Chopin und Liszt spielt. Er hatte diese Welt-Mignon-Rollen 1905 und 1907 aufgenommen, die jetzt als historisches Dokument ohne historischen Klang zum Leben erweckt werden. Dabei sind vor allem Busonis Liszt-Interpretationen bemerkenswert, die seine erstaunlichen pianistischen Fähigkeiten zeigen. Vor allem für Pianisten, die Liszt mit Lautstärke verbinden, sind diese Aufnahmen beherzigenswerte Lehrstücke. – Tacet had not released a new installment of its Welte Mignon Mystery series for almost three years. Now follows a double album with Ferruccio Busoni playing music by Bach, Chopin and Liszt. He had recorded the Welte Mignon rolls in 1905 and 1907, which are now brought to life as a historical document without historical sound. Busoni’s Liszt interpretations are especially remarkable, showing his amazing pianistic abilities. Especially for pianists who associate Liszt with loudness, these recordings are teaching pieces worth taking to heart. (2 CDs Tacet 0244-0) – ♪♪♪♪♪

Französisch-deutsch
Das Ensemble El Gran Teatro del Mundo spielt Musik von Fischer, Muffat und Telemann, die vom französischen Stil Lullys beeinflusst ist. Die achtköpfige Gruppe interpretiert diese Stücke mit ausdrucksvoller Geste und viel instrumentaler, tänzerischer Eleganz. Besonders beeindrucken die Grave-Sätze aus Georg Muffats 2. Sonate. – The ensemble El Gran Teatro del Mundo plays music by Fischer, Muffat and Telemann, influenced by the French style of Lully. The eight members of the group perform these pieces with expressive gesture and plenty of instrumental, dance-like elegance. The Grave movements from Georg Muffat’s 2nd Sonata are particularly impressive.  (Ambronay AMY3149. – ♪♪♪♪

Szymanowskis harmonische Vielfalt
Der polnische Pianist Marek Szlezer spielt die 20 Mazurken op 50, 4 Polnische Tänze, zwei weitere Mazurken op. 62 sowie Bearbeitungen von 20 Liedern von Karol Szymanowski und zeigt dabei ein sehr gutes Gespür für die harmonische Vielfalt der Kompositionen. Auch dynamisch und agogisch reichert er die Musik gut an. Die Tonaufnahme ist gut, angenehm räumlich und klar. – The Polish pianist Marek Szlezer plays the 20 Mazurkas op 50, 4 Polish Dances, two more Mazurkas op 62 as well as arrangements of 20 songs by Karol Szymanowski and shows a very good feeling for the harmonic variety of the compositions. He also enriches the music both dynamically and agogically. The sound recording is good, pleasantly spacious and clear. (Dux 1680) – ♪♪♪♪

Ersteinspielungen von Florent Schmitts Klaviermusik
Die Kroatin Biljana Urban spielt ein ganzes Programm mit Musik von Florent Schmitt, darunter die Crépuscules, sowie, in Ersteinspielung, die Pupazzi, die 9 Pièces op. 36, Ritournelle op. 2, 3 Préludes und die Ballade de la Reine. Urbans Spiel ist farbig, evokativ und erlaubt uns, ganz wunderbare Werke von Florent Schmitt zu entdecken. – The Croatian Biljana Urban plays a whole program of music by Florent Schmitt, including the Crépuscules, as well as, in premiere recordings, the Pupazzi, the 9 Pièces op. 36, Ritournelle op. 2, 3 Préludes and the Ballade de la Reine. Urban’s playing is colorful, evocative and allows us to discover quite wonderful works by Florent Schmitt. (Grand Piano GP850) – ♪♪♪♪♪

Johannes Brahms: Klaviersonate Nr. 3 op. 5 + Händel Variationen; Jonathan Fournel, Klavier; 1 CD Alpha 851; Aufnahme 02.2021, Veröffentlichung 01.10.2021 (D), 15.10.2021 (F), 22.10.2021 (UK) - (67'32)  - Rezension von Remy Franck

Der aus Sarrebourg stammende Jonathan Fournel, Gewinner des Reine Elisabeth 2021, sagt, Brahms sei sein Lieblingskomponist. Sowas muss nicht unbedingt bedeuten, dass seine Interpretationen auch wirklich gut sind. Doch in diesem Fall decken sich Liebe und Interpretation. Read More →

Giuseppe Verdi: Requiem; Jessye Norman, Agnes Baltsa, Jose Carreras, Evgeny Nesterenko, Chor des Bayerischen Rundfunks, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Riccardo Muti; 2 CDs BR Klassik  900199; Liveaufnahme 10.1981, Veröffentlichung 08.10.2021 (84') - Rezension von Remy Franck

Am 8. und 9. Oktober 1981 dirigierte Riccardo Muti im Herkulessaal der Münchner Residenz Verdis Requiem. Vierzig Jahre später veröffentlicht BR-Klassik nun den Mitschnitt und platziert damit aber keinen König, sondern höchstens eine Dame auf das Verdi-Requiem-Schachbrett. Read More →

César Franck: Hulda (Oper in 5 Akten); Meagan Miller, Joshua Kohl, Irina Jae Eun Park, Anja Jung, Opernchor des Theater Freiburg, Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon; 3 CDs Naxos 8.660480-82; Aufnahme 07+10.2019, Veröffentlichung 08.10.2021 (162'25) - Rezension von Norbert Tischer

Die zwischen 1879 und 1885 komponierte Oper Hulda wurde zu César Francks Lebzeiten nie aufgeführt, und es dauerte mehr als ein Jahrhundert, bis sie 1994 in London in voller Länge zu hören war. Für diese mittelalterliche Legende, die von einem norwegischen Theaterstück inspiriert wurde, hat César Franck eine opulente hoch dramatische Musik komponiert, die aber auch zärtliche Momente enthält. Es ist eine Vermischung von Wagner-Ideen und großer französischer Oper. Am Theater Freiburg wurde die Originalpartitur benutzt. Read More →

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7; Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, Bernard Haitink; 1 SACD Challenge Classics CC72895; Liveaufnahme 06.2019, Veröffentlichung 08.10.2021 (68'10) - Rezension von Remy Franck

Am 6. September 2019 beendete der damals 90-jährige Bernhard Haitink seine musikalische Karriere mit einem Konzert in Luzern. Wenige Monate zuvor dirigierte er im Concertgebouw in Amsterdam Bruckners Siebte Symphonie an der Spitze des Netherlands Radio Philharmonic, jenem Orchester, mit dem er 1954 seine Karriere begonnen hatte und dessen Chefdirigent er 1957 wurde. Es war sein letztes Konzert in Amsterdam. Read More →

Sergei Prokofiev: Violinkonzerte Nr. 1 & 2 + Sonate D-Dur für Violine solo op. 115; Tianwa Yang, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Jun Märkl; 1 CD Naxos 8.574107; Aufnahme 11.2020, Veröffentlichung 08.10.2021 (62'33) - Rezension von Remy Franck

Dass mit Tianwa Yangs ebenso virtuosem wie betörend intensivem Geigenspiel die beiden Prokofiev-Konzerte zu einem besonderen Genuss werden würden, war zu erwarten. Hinzu kommt, dass die Violinistin in Jun Märkl einen kongenialen Partner gefunden hat, um mit ihm zu einer spürbar harmonischen und sehr farbigen Interpretation zu finden. Read More →

A sa guitare;  Poulenc: A sa guitare + Sarabande für Gitarre; Dowland: Come again, sweet love + In Darkness let me dwell; Giordani: Caro mio ben; Caccini: Chi desia di saper; Granados: El Mirar de la Maja; Schubert: Erlkönig D. 328; Barbara: September; Purcell: If Music be the food of love + When I am laid in Earth; Bonfa: Manha de Carnaval; Reis: Xodo da Baiana; Mozart: Abendempfindung KV 523; Paisiello: Nel cor piu non mi sento; Ramirez: Alfonsina y el mar; Fauré: Au bord de l'eau + Nocturne op. 43 Nr. 2; Rossini: Di tanti palpiti aus Tancredi; Rodriguez: La Cumparsita; Garcia Lorca: Anda, jaleo; Britten: Il est quelqu'un sur terre; Philippe Jaroussky, Countertenor, Thibaut Garcia, Gitarre; 1 CD Erato 0190295005702; Aufnahme 2020/2021, Veröffentlichung 08.10.2021 (67') - Rezension von Remy Franck

À sa guitare, das erste gemeinsame Album des Countertenors Philippe Jaroussky und des Gitarristen Thibaut Garcia, ist nach einem Lied von Francis Poulenc benannt, welches dieses 22 Titel begreifende und 400 Jahre Musik von Komponisten aus acht Ländern umfassende Programm einleitet. Es ist an sich eine schöne und abwechslungsreiche Sammlung, doch so richtig glücklich werden kann ich dabei nicht. Read More →

Vincenzo Bellini: Il Pirata; Marina Rebeka, Javier Camarena, Franco Vassallo, Antonio di Matteo, Orchestra del Teatro Massimo Bellini di Catania, Fabrizio Maria Carminati; 3 CDs Prima Classic PRIMA010; Aufnahme 08 & 09.2020, Veröffentlichung 24.09.2021 (160'33) - Rezension von Remy Franck

Von dort, wo die Oper spielt, aus Sizilien, kommt diese am Opernhaus von Catania unter Studiobedingungen gemachte Aufnahme von Bellinis erster Erfolgsoper, Il Pirata. Der aus Catania stammende Bellini (1801-1835) war 26 Jahre alt, als sein Werk an der Mailänder Scala  uraufgeführt wurde. Read More →

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