Wolfgang A. Mozart: Violinkonzerte Nr. 3 & 5 (KV 216/219); So Jin Kim, Violine, Kurpfälzisches Kammerorchester; 1 SACD Ars Produktion 38295; Aufnahme 05/2019, Veröffentlichung 10/01/2020 (54') - Rezension von Remy Franck

Einer CD wie dieser sieht der Rezensent mit Skepsis entgegen. Kann die junge koreanische Geigerin So Jin Kim diesen Kompositionen wirklich so viel abgewinnen, dass die hundert und mehr Male aufgenommenen Konzerte eine neue Auflage verdienen? Und dann ist schon nach wenigen Takten die Antwort da: wo so beherzt musiziert wird, wo Mozarts kreative Einfälle mit so viel menschlicher Wärme und Ehrlichkeit umgesetzt werden, da stimmt die Chemie zwischen Interpretin und Komponist. Read More →

Carl Friedrich Christian Fasch: Missa a 16 voci; Domenico Scarlatti: Stabat Mater; Kammerchor Stuttgart, Frieder Bernius; 1 CD Carus CAR83508; Aufnahme 1996/2007, Veröffentlichung 11/2019 (46'36) - Rezension von Guy Engels

Bei Frieder Bernius und dem Kammerchor Stuttgart ist man quasi immer auf der sicheren Seite, wenn es um Chorgesang geht, der höchsten Ansprüchen genügt. Dies bedeutet nicht, dass Bernius in seinen Interpretationen immer den sicheren, den risikofreien Weg sucht. Read More →

Ludomir Michal Rogowski: Klavierwerke (6 Péludes, Propos sérieux et plaisants, Taniec Wschodni, Scherzetto, Sonate g-Moll u.a.); Urszula Swierczynska, Klavier; 1 CD Dux 1616; Aufnahme 07/2018, Veröffentlichung 12/2019 (61'09) - Rezension von Remy Franck

Ludomir Michal Rogowski (1881-1954) war ein polnischer Komponist und Dirigent. Als er erst sieben Jahre alt war, versuchte er schon, seine ersten Stücke zu schreiben. Er studierte bis 1906 am Warschauer Musikinstitut. Von 1906 bis 1907 setzte er sein Studium in Leipzig unter der Leitung von Arthur Nikisch fort. Er vertiefte seine musikalischen Kenntnisse auch in München, Rom und sogar in einem Gesangskurs bei Jean Reszke in Paris. Seine Interessen beschränkten sich nicht nur auf Musik, sondern beschäftigten sich auch mit Biologie, experimenteller Psychologie, hinduistischer Philosophie, Okkultismus und bildender Kunst. Read More →

Charles Gounod: Cäcilienmesse & Messe Nr. 5 (Aux séminaires); Mainzer Domchor, Sabine Götz, Sopran, Christian Rathgeber, Tenor, Tobias Rathgeber, Tenor, Felix Rathgeber, Bass, Domorganist Daniel Beckmann, Mainzer Domorchester, Domkapellmeister Karsten Storck; 1 CD Rondeau ROP6181; Aufnahme 12/2018 & 05/2019, Veröffentlichung 12/2019 (61,04) – Rezension von Jan-Geert Wolff

Der Mainzer Domchor setzt seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Leipziger Label Rondeau fort und legt jetzt seine bereits vierte CD vor. Nach Werken von Hans Leo Hassler, César Franck und Anton Bruckner kann man nun den Mitschnitt des weihnachtlichen Domkonzerts 2018 miterleben: Gemeinsam mit Solisten und dem Mainzer Domorchester musiziert der von Domkapellmeister Karsten Storck geleitete Knabenchor die Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile von Charles Gounod. Read More →

Johann Sebastian Bach: Cellosuiten BWV 1007-1012 arrangiert für Flöte + Partita a-Moll, BWV 1013; Sabine Kittel, Flöte; 2 CDs Querstand VKJK 1907; Aufnahmen 2012 – 2017, Veröffentlichung 27/11/2019 (119'32) – Rezension von Uwe Krusch

Ob Bach die Suiten BWV 1007-1012 für das Cello oder die Bratsche oder gar ein anderes Instrument komponiert wurden, ist nicht mit Sicherheit nachvollziehbar. Bis auf wenige Momente, in denen gebrochene Akkorde mit diesem Blasinstrument eher eckig klingen, lassen sie sich leichthändig auf der Querflöte intonieren. Dass die Partita vielleicht sogar primär für einen Flötisten, namentlich Pierre-Gabriel Buffardin, komponiert wurde, kann man vermuten, aber nicht beweisen. Read More →

Romuald Twardowski: Sacrum * Profanum; Works for Mixed Choir (Nocturnes, Lullabies, Smal Concerto, Carmina der Mortuis, Lamentationes u.a.) Czestochowa Philharmonic Choir Collegium Cantorum, Janusz Siadlak; 1 CD Dux 1601; Aufnahme 09/2019, Veröffentlichung 12/2019 (54'08) - Rezension von Norbert Tischer

Das Album ‘Sacrum * Profanum’ gibt dem an zeitgenössischer Chormusik Interessierten einen guten Einblick in das Schaffen von Romuald Twardowski (*1930) und macht somit auf dessen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der polnischen Chormusik aufmerksam. Read More →

Ludwig van Beethoven: Violinkonzert op. 61 + Romanzen für Violine & Orchester Nr. 1 & 2; Lena Neudauer, Violine, Cappella Aquileia, Marcus Bosch; 1 CD cpo 777559-2; Aufnahme 05/2018, Veröffentlichung 12/2019 (56'26) - Rezensionen von Remy Franck,  Alain Steffen & Guy Engels

(Remy Franck) – Der etwas grüne, raue Klang der Cappella Aquileia passt sehr gut zu Beethovens Violinkonzert, und wenn Lena Neudauer und Marcus Bosch dann auch noch die dynamischen Gestaltungsmittel zu den wichtigsten ihrer Interpretation küren und etwas Rubato hinzufügen, ist schon alles vorhanden, um eine spannende Aufführung zu garantieren. Die Interpreten erreichen in der Tat durch phantastische dynamische Abstufungen einen extrem hohen Grad an sensibler Musikalität, an Spannung und feinem Innenleben sowie einem letztlich betörenden Lyrismus. Read More →

Farinelli; Broschi: Arien aus La Merope; Caldara: Questi al cor finora ignoti (La Morte d' Abel): Giacomelli: Mancare o Dio mi sento (Adriano in Siria); Hasse: Arien aus Marc' Antonio e Cleopatra; Francesco Porpora: Arien aus Polifemo, La Festa d' Imeneo, Semiramide Regina dell' Assiria; Cecilia Bartoli, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini; 1 CD Decca 485 0214; Aufnahme 01/2017, 08/2019; Veröffentlichung 12/2019 (75'30) – Rezension von Uwe Krusch

Der Sänger Farinelli, dessen von Zeitgenossen als göttlich angesehene Beherrschung seiner durch Kastration erhaltenen Sopranstimme ebenso gerühmt wurde wie seine charakterliche Stärke, war, anders als viele seiner Kollegen großzügig und ausgeglichen, was auch seiner Herkunft aus dem niederen Adel geschuldet sein mag. Einzig seine als hölzern bezeichneten schauspielerischen Bewegungen zeigten, dass dieser Carlo Broschi, erst als Künstler Farinelli genannt, auch nur ein Mensch war. Read More →

Blockflöten in Brasilien
Gut, dass es das Internet gibt. So konnte ich mich wenigstens im Net informieren, was es mit dem Quinta Essentia Quartet auf sich hat, denn das Booklet der SACD Caboclo mit eben diesem brasilianischen Blockflöten-Quartett schweigt sich darüber aus. Es liefert allerdings einen guten Einführungstext in die Musik, die auf der Platte erklingt, Arrangements von Werken von Villa-Lobos, Guerra-Peixe, Gnattaléi, Reescala und Wolff. Mit diesen kunstvoll und einfallsreich gemachten und ganz toll gespielten Bearbeitungen verbindet diese Musik sich mit jener der traditionellen Musik des brasilianischen Hinterlandes, die die Komponisten inspiriert hat. Eine interessante Produktion! (Ars 38279) – ♪♪♪♪

Singende Oboe
Trygve Aarvik, ehemaliger Solooboist des Norwegischen Radioorchesters, hat für Lawo drei Werke norwegischer Komponisten aufgenommen. Dazu gehören das expressive und viele Stimmungen durchstreifende Konzert von Kjell Habbestad sowie das neoklassische und ebenfalls sehr ausdrucksvolle Konzert von Johan Kvandal. Als Encore erklingt What a wonderful world von Bob Thiele und G.D. Wiess. Das vielleicht beeindruckendste Werk der CD ist aber Cantus für Oboe und Streichquartett von Egil Hovland (1924-2013), ein sehr lyrisches Stück, in dem sich ständig ein spannender Dialog zwischen den Streichern und der ‘singenden Oboe’ von Trygve Aarvok entwickelt. Das Quartett besteht aus Kolbjørn Holthe und Henrik Hannisdal, Violine, Jon Sønstebø, Viola and Frida Fredrikke Waaler Wærvågen, Cello. Ingar Bergby leitet in den beiden Konzerten das Norwegische Radioorchester. Exzellente Interpretationen und eine gute Tonaufnahme! (Lawo LWC 1186) – ♪♪♪♪

Schnell abgefertigt
Christophe Rousset hat mit den Talens Lyriques Lullys Isis aufgenommen.  Und wenn ich schon in der Aufnahme von Gounods Faust das Orchester unzufriedenstellend gefunden hatte, so können mich die Talens Lyriques und Rousset einmal mehr nicht ganz überzeugen. Es fehlt dieser Formation einfach das gewisse Etwas, was mehr bedeuten würde als schnell abgefertigte Begleitung.
Umso positiver ist der Eindruck von den Sängern, die allesamt, und Eve-Maud Hubeaux als Isis und Bénédicte Tauran als Junon an ihrer Spitze, durch einen sehr lebendigen Vortrag und viel Spontaneität und darstellerisches Talent überzeugen. Diese Frische ohne Pathos und ohne dicke Wimperntusche ist ein Genuss. (Aparté 216) – ♪♪♪

Oper ohne Stimmen
Wer Opernarien nicht gesungen vorzieht und dafür ein Fan von Klarinettentönen ist, sollte sich die CD Clarinetti all’opera des Imep Namur Clarinet Choir anhören, circa zwei Dutzenden Klarinettisten, die in exquisiten Arrangements und nicht weniger exquisiten Interpretationen mit Motiven aus Rigoletto, La Traviata, Cavalleria Rusticana und Il Convegno brillieren, zuzüglich auch in Puccinis I Crisantemi und der großen Fantasie Verdiana von Michele Maganani und dem Divertimento per tre clarinetti e coro di clarinetti von Nunzio Ortolano. Kein Tenor der krächzt, kein Sopran, der schrill klingt oder schlecht intoniert…vielleicht ist das die Oper der Zukunft? (Cyprès CYP 2625) – ♪♪♪♪

Naturlaute
Wie Ziseleure in feiner Goldschmiedearbeit spielen Enrico Onofri und das Ensemble Imaginarium ein Programm mit Vivaldis Jahreszeiten und einigen anderen Stücken, in denen sie Natur- und Tierlauten nachspüren. Die feingliedrige, ornamentale Musikbiegetechnik ergibt ein edles, filigranes Musizieren, dem der Hörer mit Vergnügen zuhört. Into nature heißt die CD. (Passacaille 1062) – ♪♪♪♪

Variety; Heinrich Ignaz Franz Biber: Sonaten Nr. 1 h-moll & Nr. 3 d-moll aus Fidicinium Sacro-profanum + Partitas Nr. 1 d-moll & Nr. 5 g-moll aus Harmonia artificioso-ariosa + Violinsonate Nr. 6 c-moll; Johann Heinrich Schmelzer: Sonate Nr. 3 aus Sonatae unarum fidium; Johann Joseph Fux: Rondeau a 7 C-Dur; Les Passions de l’Ame, Meret Lüthi (Ltg. und Violine); 1 CD Deutsche Harmonia Mundi 19075919572; Aufnahme 2019, Veröffentlichung 10/2019 (61'10) - Rezension von Norbert Tischer

Auf der vierten CD, die das Ensemble Les Passions de l’Ame bei Deutsche Harmonia Mundi vorlegt, steht Musik von Heinrich Ignaz Franz Biber im Mittelpunkt Das Ensemble mit dem Violonisten Meret Lüthi an der Spitze hat sich ernsthaft mit der Musik auseinander gesetzt und legt eine Interpretation vor, die an Musikalität, meditativem Charakter und technischer Präzision die Messlatte sehr hoch legt. Read More →

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