Beethoven unknown; Polonaise C-Dur op. 89 + Allegretto c-moll WoO 53 + Lustig & Traurig WoO 54 + Rondo C-Dur WoO 48 + Bagatelle c-moll WoO 52 + Präludium f-moll WoO 55 + Klaviersonate f-moll WoO 47 + 7 Ländlerische Tänze WoO 11 + Klavierstück für Pirninger h-moll WoO 61 + Klavierstück B-Dur WoO 60 + 6 Ecossaisen WoO 83 + Menuett Es-Dur WoO 82 + Sonatine für Klavier F-Dur Kinsky / Halm Anh. 5 Nr. 2 + Variationen F-Dur op. 34 + Andante C-Dur Anh. + Klavierstück g-moll WoO 61a; Matthias Kirschnereit, Klavier; 1 CD 0301409BC; Aufnahme ?, Veröffentlichung 27/03/2020 (60'04) - Rezension von Alain Steffen

Im Beethoven-Jahr versuchen manche Labels, interessante und außergewöhnliche Programme zusammenzustellen, anstelle immer wieder die gleichen Renner aufzunehmen. Dazu gehört auch diese CD Beethoven Unknown mit dem Pianisten Matthias Kirschnereit. Read More →

D’ombres; Henri Dutilleux: 3 Préludes + Sonate; Claude Ledoux: Surgir; Élodie Vignon, Klavier; 1 CD Cyprès CYP4658; Aufnahme 11/2019, Veröffentlichung 02/2020 (56'26) – Rezension von Uwe Krusch

Der belgische Komponist Claude Ledoux zeigt mit seinen Werken gerne unsere fragmentierte Welt, die er in seinen Stücken mit musikalischer Synthese zusammen führt. Die Faszination des Phänomens Klang hat den Komponisten angeregt, mit neuen Technologien und Computerprogrammen Klangsynthese zu betreiben. Read More →

Dmitri Shostakovich: Symphonie Nr. 8 Orchestre du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev; 1 CD Warner Classics 9029528436; Aufnahme 12/2019, Veröffentlichung 03/2020 (66'25) - Rezension von Remy Franck

In der emotional ausgeloteten, dissonant geschärften Adagio-Einleitung der 8. Symphonie lässt Tugan Sokhiev keinen Zweifel daran aufkommen, dass Shostakovich in diesem Werk Leiden und Schmerz in selten erreichte Ausdrucksregionen geführt hat. Read More →

Charles Alkan: Grande Sonate op. 33 (Les quatre âges) + 3 Morceaux dans le genre pathétique op. 15 (Souvenirs); Mark Viner, Klavier; 1 CD Piano Classics PCL10209; Aufnahmen 2018/2019, Veröffentlichung 03/2020 (67'29) - Rezension von Remy Franck

Der britische Pianist Mark Viner setzt sein Alkan-Projekt bei Piano Classics mit einer neuen Aufnahme der gewaltigen Grande Sonate (Les quatre âges) op. 33 und den 3 Morceaux dans le genre pathétique von Alkan (1813-1888) fort. Read More →

Max Reger: Streichtrios opp. 77b & 141b; Il Furibondo (Liana Mosca, Violine, Gianni de Rosa, Bratsche, Marcello Scardelli, Cello); 1 CD Solo Musica SM 323; Aufnahme 06/2017, Veröffentlichung 02/2020 (50'54) – Rezension von Uwe Krusch

Während Beethoven über Trios zum Quartett kam, stehen bei Reger die Trios für eine neue Herausforderung für den kontrapunktisch arbeitenden Komponisten. So erscheint es auch nicht zufällig, dass er das Opus 77b mit einer Serenade in der Besetzung von Beethoven kombinierte. Gleichzeitig erstaunte Reger seine Kritiker mit einer neuen Fasslichkeit der Komposition, nachdem er vorhergehende Werke konstruktiv auf die Spitze getrieben hatte. Das elf Jahre jüngere Trio op. 141b ist gleichzeitig ein Merkposten der neu belebten Gattung Streichtrio. Read More →

Memento; Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 d-Moll D. 810 (Der Tod und das Mädchen); Felix Mendelssohn Bartholdy Streichquartett Nr. 6 f-moll op. 80; Vision String Quartet (Jakob Encke, Daniel Stoll, Violine, Leonard Disselhorst, Cello, Sander Stuart, Viola) 1 CD Warner Classics 0190295309558; Aufnahme 04/2019, Veröffentlichung 03/2020 (62'15) - Rezension von Remy Franck

Das Streichquartett D. 810, Der Tod und das Mädchen, ist 1824 entstanden, ein Jahr nach Schuberts Erkrankung an der Syphilis und nach einem Aufenthalt im Krankenhaus, wo er sich einer Quecksilberkur unterzogen hatte. Zu spät, denn im Tertiärstadium der Krankheit war ihm nicht mehr zu helfen, und Schubert war sich bewusst geworden war, dass er nie wieder ganz gesund werden könnte. Read More →

Igor Stravinsky: Konzert für Violine und Orchester; John Corigliano: The Red Violin (Violinkonzert); Amanda Favier, Violine, Orchestre Philharmonique Royal de Liège, Adrien Perruchon; 1 CD NomadMusic NMM073; Aufnahme 03/2019, Veröffentlichung 10/04/2020 (58'48) - Rezension von Remy Franck

Die französische Geigerin Amanda Favier besorgt eine knackig frische, sehr rhetorische Interpretation des Violinkonzerts von Igor Stravinsky. Die Klarheit des musikalischen Diskurses prägt diese Aufnahme auch im Orchesterpart. Fern jeder romantischen Verbrämung konzentrieren sich Solistin und Dirigent auf die Rhythmik, den federnden Schwung und die Farben der Musik. Extreme werden dabei tunlichst vermieden, so dass die Musik in ihrer ganzen Vitalität auch elegant bleibt. Read More →

Franz Schubert: Winterreise (Bearbeitung für Streichquartett und Bariton von Gilone Gaubert); Alain Buet, Bariton, Quatuor Les Heures du Jour (Gilone Gaubert-Jacques, David Chivers, Violine, Sophie Cerf, Viola, Emmanuel Jacques, Cello); 1 CD Muso MU-007; Aufnahme 09/2018, Veröffentlichung 02/2020 (73'53) - Rezension von Norbert Tischer

Schuberts Liederzyklus Winterreise wurde in allen möglichen Formen bearbeitet, für Orchester, für Gitarre, für Drehleier und auch mehrmals schon für Streichquartett. Für diese Aufnahme hat der Geiger Gilone Gaubert eine weitere Version für Streichquartett und Bariton hergestellt. Read More →

Interessantes Gitarren-Programm
Mit einem weitgestreckten Programm vom 18. bis zum 21. Jahrhundert zeigt der deutsche Gitarrist Jonas Khalil sein Talent als Interpret, als Arrangeur und als Komponist. Besonderes Interesse verdienen seine eigene Suite Apunes, eine kraftvolle Hommage an Leo Brouwer, und die feinfühlig transkribierte und gespielte Cello-Serenade von Hans Werner Henze (Hänssler Classics HC20004) – ♪♪♪♪

Freischüz aus Essen
Oehms Classics veröffentlicht den Livemitschnitt von Carl Maria von Webers Freischütz aus dem Aalto-Theater Essen. Von Tomas Netopil mit behäbigen Tempi eher als farbig-romantische denn als dramatische Oper dirigiert, zeigt die Aufnahme ein gutes Niveau mit entsprechender Ensembleleistung. Hervorzuheben sind die Darbietungen von Jessica Muirhead als Agathe und vor allem von Tamara Banjesevic als Ännchen. Im Gesamtkatalog der Aufnahmen dieser Oper hat dieser Livemitschnitt aber keine Relevanz. (Oehms Classics OC 988) –  ♪♪♪

Vier Stunden Flötensonaten
Der Flötist Jed Wentz und Michael Borgstede (Cembalo, Hammerklavier) sowie Job ter Haar (Violoncello) spielen die Flötensonaten des Franzosen Jean-Daniel Braun (1703-1738). Ganze vier CDs sind gefüllt mit den Flötensonaten op. 1 Nr. 1-6, op. 5 Nr. 1-6,  op. 7 Nr. 1-6 sowie den Solo-Suiten. Melodischen Erfindungsreichtum kann man den Sonaten nicht absprechen und Jed Wentz ebenso wenig eine immer wieder beeindruckende technische Meisterschaft. Dennoch, auf Dauer ermüdet das Ganze, weil es einfach zu viel und zu wenig abwechslungsreich ist. Aber man muss ja auch nicht alle Sonaten hintereinander hören. (Brilliant Classics 95764) – ♪♪♪♪

Barocke Tragödie
Wer seine Kenntnisse über die französische Barockoper erweitern will, kann das auf hohem Niveau mit der Tragödie Jephté von Michel Pignolet de Montclair tun, welche David Witczak, Adriána Kalafszky, Katia Velletaz, Judith van Wanroij, Tassis Christoyannis, Clément Debieuvre, Thomas Dolié, David Witzcak, Zachary Wilder und Chantal Santon Jeffery mit dem Orfeo Orchestra sowie dem Purcell Choir unter György Vashegyia aufgenommen haben. Das Werk, das auf dem alttestamentlichen Buch der Richter beruht, handelt vom Richter Jehpta, bekannt durch das Gelübde, seine Tochter zu opfern, das er gegenüber JHWH, dem Gott Israels, ablegte. Die 1732 uraufgeführte Oper war ein sofortiger Erfolg. Sie wurde in Paris  über hundert Mal aufgeführt. Die Rolle von Iphise wird von der exzellenten Chantal Santon Jeffery übernommen, Tassis Christoyannis singt die Titelrolle mit expressiver Gestaltung. Gute chorische und orchestrale Leistungen und eine wohl dimensionierte, gut ausbalancierte Tonaufnahme tragen zum guten Eindruck bei, den die Aufnahme hinterlässt. (Glossa GCD 924008) – ♪♪♪♪

Merlin und Schubert
Passage Eclair des 1982 geborenen Komponisten Raphaël Merlin koppelt Alpha mit dem Schubert-Oktett. Es spielt ein vorwiegend französisch zusammengesetztes Ensemble mit Pierre Fouchenneret und Shuichui Okada (Geige), Marc Desmons (Viola), Yan Levionnois (Cello), Yann Dubost (Kontrabass), Nicolas Baldeyrou, Klarinette, Julien Hardy, Fagott und David Guerrier (Horn). Das Merlin-Stück hat zwei energetische Ecksätze und eine langsame Pavane, die von den acht Musikern engagiert gespielt werden. Insbesondere in den Ecksätzen gefällt ein sehr elastisches Spiel. Das Ensemble bietet danach eine an sich einwandfreie und gradlinige Interpretation von Schuberts Oktett. Hier wird sehr sorgfältig musiziert, nicht durchgehend inspiriert (d.h. von  phantasievoll bis zu phantasielos), dafür aber mit Klangschönheit und technischer Brillanz. (Alpha 623) – ♪♪♪

Schwermütige Kunst der Fuge
Die Salzburg Chamber Soloists unter Christoph Schlüren haben bei Aldilà Records Johann Sebastian Bachs Die Kunst der Fuge BWV 1080 aufgenommen. Die Produktion zeichnet sich dadurch aus, dass erstmals die Schlussfuge sowohl in ihrer unvollendeten Originalgestalt als auch in drei Vollendungen aufgeführt wird, jenen von Donald Francis Tovey (1931), Karl Hermann Pillney (1937) und Kalevi Aho (2011). Die erste CD enthält die elf großen Fugen und die unvollendete Schlussfuge mit abschließendem Choral. Die zweite CD wird mit den zwei vierstimmigen Spiegelfugen eröffnet, worauf die drei Vollendungen folgen, mit den dazwischen eingefügten Fugen über das B-A-C-H-Thema von Robert Schumann und Reinhard Schwarz-Schilling. In begleitenden Texten geht von einer kantablen Gestaltung die Rede, was beim Hören auch nachvollziehbar ist. Aber mir hat das keine Freude bereitet. Sehr langsame Tempi und eine kompakte Tonaufnahme zeigen Bach als schwermütigen Komponisten. Klanglich kann man die Musik auf dieser CD am besten mit einer klebrigen Masse vergleichen. Da ziehe ich doch andere Interpretationen vor, die dieses Opus spannender, aufgefächerter, und vor allem lockerer und tänzerischer werden lassen. Wie sagte doch Bach-Spezialist Carlo Hommel: Bach muss tanzen. Und das tut der brummige Bach aus dieser Einspielung nicht. (Aldila ARCD 009) –  ♪♪

Philip Glass: Konzert für Violine und Orchester; Igor Stravinsky: Violinkonzert; David Nebel, Violine, London Symphony Orchestra, Baltic Sea Philharmonic, Kristian Järvi; 1 CD Sony Classical 19075882982; Aufnahme 04/2016 + 06/2018; Veröffentlichung 03/04/2020 (46'46) – Rezension von Uwe Krusch

Die Undezime der Solovioline eröffnet jeden Satz des Stravinsky-Konzerts und bildet damit eine Klammer. Trotz großer Besetzung des Orchesters ist das Werk kammermusikalisch filigran gearbeitet und durch die häufigen Staccati recht trocken im Klang. Auch die vier Sätze mit Bezugnahmen auf barocke Formen zeugen von einem eigenen Verständnis der Konzertform. Das erste Konzert von Philipp Glass ist dagegen bewusst in konventioneller dreisätziger Form gehalten und lebt auch von leicht erfassbarer musikalischer Sprache, um es dem normalen Zuhörer zugänglich zu machen. Read More →

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