Claude Debussy: Children's Corner; Frédéric Chopin: Préludes Nr. 1-24; Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung; Behzod Abduraimov, Klavier; Alpha 653; Aufnahme 01/2020, Veröffentlichung 08/01/2021 (83'51) - Rezension von Remy Franck

Der 1990 geborene Usbeke Behzod Abduraimov legt erneut eine attraktive Aufnahme vor. Read More →

Franz Lehar: Fieber für Tenor & großes Orchester; Oskar Fried: Verklärte Nacht op. 9 für Mezzosopran, Tenor, Orchester; Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 für Streichorchester; Erich Wolfgang Korngold: Lieder des Abschieds op. 14 für Tenor & Orchester; Christine Rice, Stuart Skelton, BBC Symphony Orchestra, Edward Gardner; 1 SACD Chandos CHSA 5243; Aufnahme 2019, Veröffentlichung 08/01/2021 (63'36) - Rezension von Remy Franck

Wenn auch Schönbergs Verklärte Nacht ein sehr bekanntes Stück ist, so sind die drei anderen Werke dieser Produktion eher Raritäten und erwecken daher Interesse. Dass der Operettenkomponist Franz Lehar 1916 einen Text von Erwin Weill vertonte, in dem es um die Fiebervision eines sterbenden Soldaten geht, ist ein wenig beachtetes Faktum im Schaffen des Komponisten. Read More →

Allan Pettersson: Symphony No. 12 (The Dead in the Square); Norrköping Symphony Orchestra, Swedish Radio Choir, Eric Ericson Chamber Choir, Christian Lindberg; 1 SACD BIS 2450; Aufnahme 2019/20, Veröffentlichung 08/01/2021 (55'09) - Rezension von Remy Franck

Skandinavien hat im 20. Jahrhundert Symphoniker hervorgebracht, die zwar nie den Weg ins alltägliche Repertoire fanden, aber dennoch zu den großen Komponisten in dieser Gattung gerechnet werden müssen. Einer davon ist der Schwede Allan Petterson. Pettersons 17 Symphonien stellen sein Hauptwerk dar. Es handelt sich durchwegs um lange, gewaltige Gesänge für großes Orchester, die auf der Spätromantik aufbauen, im Ausdruck aber fest in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verankert sind. Read More →

Claude Vivier: Lonely Child für Sopran und Orchester + Love Songs für vier Frauen- und drei Männerstimmen a capella + Pulau Dewata für Orchester + Shiraz für Klavier + Zipangu für Streichorchester; Katrien Baerts, Sopran, Akiko Okabe, Klavier, Neue Vocalsolisten, Holst-Sinfonietta, WDR Sinfonieorchester, Bas Wiegers, Klaus Simon; 1 CD Bastille Musique 13; Aufnahme 2013-2019; Veröffentlichung 12/2020 (78'38) – Rezension von Uwe Krusch

Das Werk des im vierten Lebensjahrzehnts ermordeten kanadischen Komponisten Claude Vivier ist von biographischen Zügen wie seiner unbekannten Familienherkunft, der Suche nach der Mutter, seiner Homosexualität und seinen religiösen Bekenntnissen geprägt. Dazu kommen Einflüsse von seinen Reisen u. a. nach Bali (daher etwa auch der Werktitel Pulau Dewata, die Götterinsel), Japan und in den Iran. Read More →

Luigi Rossi: L'Orfeo; Francesca Lombardi Mazzulli, Emanuela Galli, Paola Valentina Molinari, Mauro Borgioni, Alessio Tosi, Arianna Stornello, Sara Bino, Allabastrina Consort, Elena Sartori; 3 CDs Glossa GCD 923903; Aufnahme 2019,    Veröffentlichung  08/01/2021 (236') - Rezension von Norbert Tischer

Nach den Aufnahmen unter William Christie und Raphaël Pichon legt Glossa nun diese Neueinspielung der 1647 in Paris uraufgeführten Rossi-Oper L’Orfeo unter Elena Sartori vor. Read More →

Vagn Holmboe: Sämtliche Streichquartette Vol.1 (Streichquartette Nr. 1 op. 46; Nr. 3 op. 48; Nr. 15 op. 135); Nightingale String Quartet (Gunvor Sihm & Josefine Dalsgaard, Violine, Marie Louise Broholt Jensen, Viola, Louisa Schwab); 1 CD DaCapo 8.226212; Aufnahmen 2017/2018, Veröffentlichung 08/01/2021 (67'10) - Rezension von Remy Franck

Die 20 Streichquartette des dänischen Komponisten Vagn Holmboe (1909-1996) sind einer der wichtigsten Beiträge zu diesem Genre im XX. Jahrhundert. Holmboe, den man den Leuchtturm der dänischen Musik genannt hat, bleibt leider immer noch weitgehend unbeachtet. Eigentlich unverständlich, doch bei genauem Hinhören erklärt sich das: Holmboe war nicht eben das, was man im XX. Jahrhundert einen modernen zeitgenössischen Komponisten nannte. Read More →

Johann Melchior Molter: Oboenkonzert g-moll MWV 6.22; Cellokonzert C-Dur MWV 6.7; Fagottkonzert B-Dur MWV 6.25; Flötenkonzert D-Dur MWV 6.17; Violinkonzert h-moll MWV 6.1 + Sinfonia C-Dur MWV 7.13 + Ouvertüre G-Dur MWV 3.5; Anna Besson, Christopher Palameta, Catherine Martin, Vladimir Waltham, Javier Zafra, Die Kölner Akademie, Michael Alexander Willens; 1 SACD Ars Produktion 38252; Aufnahme 09/2017, Veröffentlichung 08/01/2021 (67'11) - Rezension von Remy Franck

Johann Melchior Molter (1696-1765) pendelt in seinen Konzerten zwischen Spätbarock und Frühklassik. Die auf dieser SACD vereinigten Werke sind aber dem barocken und dem galanten Stil zuzurechnen. Read More →

John Robertson: Symphonien Nr. 4 op. 73 & Nr. 5 op. 76 + In Flanders Fields op. 70; Bratislava Symphony Orchestra, Anthony Armoré; 1 CD Navona Records NV6325; Aufnahmen 07/2019 + 03/2020, Veröffentlichung 08/01/2021 - Rezension von Remy Franck

Der neuseeländisch-kanadische Komponist John Robertson hat mit seinen Symphonien Nr. 4 und 5 zwei ca. halbstündige Werke komponiert, die dem neoklassischen Stil zuzurechnen sind, auch wenn sie orchestral streckenweise recht üppig sind. Insbesondere der dritte Satz der Vierten ist sehr energisch, selbst wenn er auch feinere, lyrische Momente enthält. Read More →

Erstaufnahme von Gal-Liedern
Bariton Christian Immler und Helmut Deutsch am Klavier haben 26 unveröffentlichte Lieder von Hans Gal aufgenommen, die zwischen 1910 und 1921 auf Texte von Hesse Dehmel Heine, Mörike Morgenstern, Tagore u.a. entstanden, sowie, zuzüglich, die einzigen veröffentlichten Lieder, die fünf aus dem Opus 33. Hans Gal hatte vor dem Verlassen des Gymnasiums etwa 100 Lieder geschrieben. Er zerstörte sie später, zusammen mit all seinen anderen, vor 1910 komponierten Werken, aber zwischen 1910 und 1921 schrieb er viele weitere Lieder. Bis auf die fünf von Op. 33 wurden diese nie veröffentlicht, und Gal selbst bezeichnete sie später als ‘beiseitegelegt’. Diese werden nun erstmals wieder dem Publikum zugänglich gemacht. Christian Immler singt mit seiner warmen Bariton-Stimme ausdrucksvoll und textverständlich. Helmut Deutsch beeindruckt, wie immer, mit einer reichen Anschlagskultur, die sein supportives Gestalten sehr expressiv werden lässt. Für Freunde anspruchsvollen Liedgesangs ist diese SACD höchst empfehlenswert. – Baritone Christian Immler and Helmut Deutsch on piano have recorded 26 unpublished songs by Hans Gal, written between 1910 and 1921 on texts by Hesse Dehmel Heine, Mörike Morgenstern, Tagore and others, plus the only published songs, the five from Opus 33. Hans Gal had written about 100 songs before leaving the Gymnasium. He later destroyed them, along with all his other works composed before 1910, but between 1910 and 1921 he wrote many more songs. Apart from the five of Op. 33, these were never published, and Gal himself later described them as ‘set aside’. These are now made available to the public again for the first time. Christian Immler sings with his warm baritone voice expressively and comprehensibly. Helmut Deutsch impresses, as always, with a rich playing that makes his supportive interpretation very expressive. This SACD is highly recommended. (BIS 2543) – ♪♪♪♪♪

Nordisches Requiem
Liebhaber zeitgenössischer a-cappella-Chormusik werden das Requiem
Under the Arching Heavens des finnisch-amerikanischen Komponisten  Alexander Freeman zu schätzen wissen. Der Helsinki Chamber Choir (Helsingin Kamarikuoro) hat das beeindruckende Werk für BIS aufgenommen. Das weitgehend tonale Requiem ist in einer sehr individuellen Tonsprache mit solistischen Einlagen im Chorgesang um die lateinische Liturgie der Totenmesse herum aufgebaut und enthält auch Gedichte in Finnisch, Schwedisch und Englisch, die sowohl den Finnischen Bürgerkrieg als auch die Universalität des menschlichen Leids durch den Krieg evozieren sollen. Die Darbietungen durch den Kammerchor aus Helsinki sind von höchster Qualität. – Anyone loving contemporary a cappella choral music will appreciate the Requiem Under the Arching Heavens by the Finnish-American composer Alexander Freeman. The Helsinki Chamber Choir (Helsingin Kamarikuoro) has recorded the impressive work for BIS. The largely tonal Requiem is built around the Latin liturgy of the Mass for the Dead in a highly individual tonal language with solo interludes in the choral singing, and also includes poems in Finnish, Swedish and English intended to evoke both the Finnish Civil War and the universality of human suffering through war. The performances by the Helsinki Chamber Choir are of the highest quality. (BIS 2592) – ♪♪♪♪♪

Wenig attraktives Serenissima-Programm
Das Ensemble The 1750 Project und die Sopranistin Perrine Devillers widmen ihre neueste CD der Serenissima und wollen damit ein musikalisches Portrait der Lagunenstadt um 1726 zeichnen. Sie tun das mit Musik von Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Domenico Scarlatti und Giuseppe Sammartini, Konzerten, Sonaten, Arien und Kantaten. Die Instrumentalisten warten mit feinen, aber keineswegs berauschenden Leistungen auf. Perrine Devillers hat eine agile, in der Höhe angenehm leuchtende, aber in der Tiefe etwas schwache Sopranstimme mit einem begrenzten Farbspektrum. Aufs Ganze gesehen hat es bessere Serenissima-Programme gegeben, so z.B. (siehe Rezension) das von Nuria Rial und Artemandoline. – The ensemble The 1750 Project and the soprano Perrine Devillers dedicate their latest CD to the Serenissima and want to draw a musical portrait of the lagoon city around 1726. They do so with music by Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Domenico Scarlatti and Giuseppe Sammartini in concertos, sonatas, arias and cantatas. The instrumentalists present fine but by no means exhilarating performances. Perrine Devillers has an agile soprano voice, pleasantly luminous in the high register but somewhat weak in the low register, with a limited colour spectrum. On the whole, there have been better Serenissima programmes, such as (Pizzicato review) that of Nuria Rial and Artemandoline. (Ramée RAM 1902) – ♪♪

Hommage an Helena Munktell
BIS ehrt die schwedische Komponistin Helena Munktell (1852-1919), die u.a. in Wien bei Julius Epstein und in Paris bei Vincent d’Indy studierte. Neben einer gefälligen Violinsonate und dem Kleinen Trio finden sich zehn Lieder auf dem Programm, zehn wunderschöne Romanzen auf französische Texte, die von Sofie Asplund charmant gesungen werden. Peter Fris Johannson spielt das Klavier sehr einfühlsam, während die Instrumentalisten Tobias Ringborg, Violine und Kristina Winiarksi ebenfalls mit ansprechendem Musizieren aufwarten. – BIS honours the Swedish composer Helena Munktell (1852-1919) who studied in Vienna with Julius Epstein and in Paris with Vincent d’Indy, among others. In addition to a pleasing violin sonata and the Little Trio, there are ten songs on the programme, ten beautiful romances on French texts, charmingly sung by Sofie Asplund. Peter Fris Johannson plays the piano very sensitively, while the instrumentalists Tobias Ringborg, violin and Kristina Winiarksi also come up with appealing musicianship. (BIS 2204) – ♪♪♪♪

Kummer und Trauer
Die Ästhetik des Kummers und der Trauer hat auf die Instrumentalmusik von Marin Marais, Pierre Philidor oder Jacques Hotteterre einen großen Einfluss gehabt. Das äußert sich auf der CD Le Plaintif, auf der das Ensemble Cordevento ein Programm zusammengestellt hat, in dem vor allem die Blockflöten von Erik Bosgraaf zu besondere Expressivität gelangen. Und so ist dies ein beschauliches Album mit erhabener Trauermusik, auf die man genüsslich den Begriff ‘süßer Schmerz’ anwenden kann. – The aesthetics of grief and mourning have had a great influence on the instrumental music of Marin Marais, Pierre Philidor or Jacques Hotteterre. This is expressed on the CD Le Plaintif, on which the Ensemble Cordevento has put together a programme in which the recorders of Erik Bosgraaf in particular achieve special expressiveness. And so this is a contemplative album of sublime funeral music to which one can gleefully apply the term ‘sweet pain’. (Brilliant Classics 95694) – ♪♪♪♪

Kraftvoll farbiges Gambenspiel
Sonaten für Viola da gamba & Basso continuo des Gambenvirtuosen Carl Friedrich Abel (1723-1787) haben Paolo Pandolfo, Amélie Chemin, Andrea Buccarella, Thomas Boysen unter dem Titel ‘A Sentimental Journey’ für Glossa aufgenommen. Pandolfo entlockt der Gambe einen runden, samtig-weichen Ton mit teilweise ungeahnt kraftvollen Klangfarben und einem geradezu tänzerisch-beseelten Esprit. Mit dem rhythmisch-pulsierenden Continuo vereint sich das Soloinstrument zu einem attraktiven Musizieren. – Sonatas for viola da gamba & basso continuo by the viol virtuoso Carl Friedrich Abel (1723-1787) have been recorded by Paolo Pandolfo, Amélie Chemin, Andrea Buccarella and Thomas Boysen. The title of the Glossa release is ‘A Sentimental Journey’. Pandolfo draws a round, velvety-soft tone from the viola da gamba with sometimes unexpectedly powerful timbres and an almost dance-like esprit. The solo instrument unites with the rhythmically pulsating continuo to create attractive music-making. (Glossa GCD 920418) – ♪♪♪♪

Klavierstücke und Kammermusik von Juliusz Wertheim
Klavierwerke sowie die Erstaufnahme der Violinsonate op. 18 des polnischen Komponisten Juliusz Wertheim, einem der Mentoren von Arthur Rubinstein, spielen der Pianist Pawel Pawlik und der Geiger Szymon Telecki auf einer CD von Dux. Die Interpretationen sind charaktervoll sowie expressiv und machen wohl das Beste aus den Kompositionen. Insbesondere die thematisch interessante und sehr abwechslungsreiche Violinsonate kommt dabei gut zu Geltung. – Piano works as well as the first recording of the Violin Sonata op. 18 by the Polish composer Juliusz Wertheim, one of Arthur Rubinstein’s mentors, are performed by the pianist Pawel Pawlik and the violinist Szymon Telecki on a CD by Dux. The interpretations are full of character as well as expression and probably make the most of the compositions. In particular, the thematically interesting and very varied violin sonata comes across well. (Dux 1442) – ♪♪♪♪

Eine Siebte Bruckner aus Stavanger
Markus Stenz dirigiert an der Spitze des Symphonieorchesters aus Stavanger eine sehr durchdachte und analytisch klare Siebente Symphonie. Der erste Satz ist sehr klar strukturiert. Im zweiten Satz bringt Stenz auch die Dimension des Herzens ein. Den dritten Satz differenziert er im Tempo sehr gut und gibt ihm einen unbeschwerten, manchmal sogar gutmütig bis humorvollen Charakter. Im alerten Finale überzeugt er wieder, superb disponierend, mit perfekt strukturierten Klangbildern. – Markus Stenz conducts a very thoughtful and analytically clear Seventh Symphony at the helm of the Stavanger Symphony Orchestra. The first movement is very good structured. In the second movement, Stenz also brings in the dimension of the heart. He differentiates the tempo of the third movement very well and gives it a light-hearted, sometimes even good-natured if not humorous character. In the alerte finale he convinces again with a perfectly structured performance. (SSO Recordings 7041889510436) – ♪♪♪♪

Il labirinto armonico; Pietro Locatelli: L'arte del violino - Violinkonzerte op. 3, Nr. 9, 11 & 12 (Il labirinto armonico); Ilya Gringolts, Violine & Ltg., Finnish Baroque Orchestra; 1 SACD BIS 2445; Aufnahme 01/2019, Veröffentlichung 08/01/2021 (61'49) - Rezension von Remy Franck

Antonio Locatellis L’arte del violino, 12 Violinkonzerte op. 3, ist ein für die Entstehungszeit, 1733, ungemein modernes Werk, das definitiv Abschied genommen hat vom Barock. In ihm vereinen sich Virtuosität und kunstvolle Gestaltung zu einem Ganzen. Locatelli ist gewissermaßen der Vorläufer von Paganini. Read More →

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