Liszt: Klaviersonate h-Moll, S178; Beethoven: Rondo a capriccio op. 129; Chopin: Scherzo Nr. 2 op. 31; Ravel: Gaspard de la Nuit; Piotr Alexewicz, Klavier; 1 CD Frederick Chopin Institute NIFCCD704; Aufnahme 04/2018, Veröffentlichung 11/2019 (o.A) - Rezension von Remy Franck

Zweifellos wird sich die Interpretation der Liszt-Sonate durch den im Jahr 2000 geborenen Polen Piotr Alexewicz noch verändern, tiefgründiger werden. Aber der junge Pianist geht sie in seinem Alter vorerst mal sehr intensiv und zupackend an, kraftvoll (hin und wieder etwas laut), mit manchmal schnellen Tempi, dann aber auch zumindest enthusiastisch, wenn nicht gar ekstatisch. Read More →

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248; Dorothee Mields, Sopran, Elvira Bill, Alt, Patrick Grahl, Tenor (Evangelist) Markus Schäfer, Tenor (Arien), Klaus Häger, Bass, Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig, Gotthold Schwarz, Dirigent; 2 DVDs/CDs Accentus ACC 20479 (DVD), ACC 30269 (CD); Aufnahme 12/2018, Veröffentlichung 10/2019 (150'37) – Rezension von Uwe Krusch

Wer wenn nicht die vereinten musikalischen Kräfte aus Leipzig, sollte eine neue Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Bach vorlegen? Beide Ensembles, der Thomanerchor und das Gewandhaus Leipzig können nicht nur jeweils auf eine lange Geschichte zurückblicken, sondern auch auf ungezählte gemeinsame Auftritte, die insbesondere mit der Pflege des Werkes von Johann Sebastian Bach verbunden sind. In diesem Fall werden sie von Gotthold Schwarz geleitet, der seit drei Jahren Thomaskantor des Chores ist. Read More →

Eingängige Melodik
Werke von Mikhail Ippolitov-Ivanov (1839-1935) in Bearbeitungen für Klavier zu vier Händen spielen Maria Ivanova und Alexander Zagarinskiy auf einer CD von Hänssler Classic. Es sind die Suiten Nr. 1 und 2 der Kaukasischen Skizzen sowie kleinere Stücke. Die eingängige Melodik der Musik findet sich auch in den Klaviertranskriptionen wieder, nicht zuletzt weil das Duo sensibel und farbenreich und mit einer guten dynamischen Bandbreite spielt. (Hänssler Classic HC19039) – ♪♪♪♪

How charming, how lovely!
Ein höchst unterhaltsames und charmantes Programm mit Werken von Ralph Vaughan Williams spielt das Royal Liverpool Philharmonic unter Andrew Manze bei Onyx. Serenade to Music, The Lark Ascending, Fantasia on a Theme By Thomas, Five Variants of Dives and Lazarus sowie Fantasia on Greensleeves werden auf dieser CD in wunderbar unprätentiösen, leichten, tänzerischen und daher in ihrer Natürlichkeit umso stimmungsvolleren Interpretationen aufgeführt. Großartig! (Onyx 4212) – ♪♪♪♪♪

RIAS Kammerchor mir Haydns Missa Cellensis
Joseph Haydns Missa Cellensis in honorem Beatissimae Virginis Mariae hat der RIAS Kammerchor mit der Akademie für Alte Musik Berlin unter Justin Doyle aufgenommen, der mit viel Stilgefühl die Gefahren einer musikalisch den Messetext nicht berücksichtigenden Aufführung umgeht. Der Gesang des RIAS Kammerchors  hat eine schön ausbalancierte Klangfülle, der sich die Solisten Johanna Winkel, Sophie Harmsen, Benjamin Bruns und Wolf M. Friedrich gut anpassen. Die Aufnahme bevorteilt den Chor, und man hätte gerne die Akademie für Alte Musik Berlin etwas stärker gehört (Harmonia Mundi HMM902300) – ♪♪♪♪

Weiblicher Lang Lang
Storyteller nennt sich eine CD von Channel Classics mit der Pianistin Anna Fedorova, die Chopins Balladen sowie Werke von Liszt und Scriabin spielt. Nun ist Fedorova eine Art weiblicher Lang Lang, und entsprechend manieriert und unausgegoren sind ihre Interpretationen, die bei empfindlichen Hörern Wut resp. Kopfschmerzen oder Brechreiz auslösen können. Beware! (Channel Classics CCS42219) – ♪

Alle Lieder von Reynaldo Hahn in herausragenden Interpretationen
Reynaldo Hahn war ein begnadeter Sänger, und so darf es nicht verwundern, dass er als Komponist auch viele Lieder komponierte, wovon die meisten bisher nicht auf einem Tonträger erhältlich waren. Der griechische Bariton Tassis Christoyannis und Jeff Cohen am Flügel füllen nun diese Lücke im Katalog. Sie haben auf vier CDs alle 107 Lieder von Hahn aufgenommen. Der lyrische Bariton Tassis Christoyannis eignet sich vorzüglich für dieses Repertoire, nicht nur wegen seiner angenehm timbrierten, gut geführten Stimme, sondern weil er ein idealer Liedersänger ist, mit viel Gestaltungsphantasie und einer Artikulierung, die den Text verständlich werden lässt. Eine großartige Leistung und ein eminent wichtiger Beitrag zur Verbreitung des französischen Liedguts! (Bru Zane BZ 2002) – ♪♪♪♪♪

Sagten Sie Plaisir???
Decca veröffentlicht ein neues Album der Sopranistin Angela Gheorghiu, Plaisir d’amour, mit bekannten und weniger bekannten Liedern aus über vier Jahrhunderten. Begleitet von der Pianistin Alexandra Dariescu, singt sie Melodien von Stephanescu, Rachmaninov, Villa-Lobos, Fauré, Tosti,  Strauss, Debussy und Chopin. Vokal zu opernhaft, im Ausdruck mit zu wenig Intimität, Charme und Wärme: für dieses uncharismatische Recital kann ich mich nicht begeistern. (Decca 4834999) – ♪♪

Alle Emotionen…
Der amerikanische Lautenist Paul O’Dette spielt auf seiner neuesten CD Musik des Italieners Albert de Rippe (Alberto da Ripa), Fantasien, Intabulationen und Tänze auf der Laute und der Renaissance-Gitarre. Paul O’Dette, einer der großen Lautenisten der Gegenwart, bekannt für seine Instrumentale Rhetorik und seine Einfühlsamkeit, vermittelt mit seinem sensiblen und zarten Spiel alle Emotionen dieses kostbaren Schatzes. (Harmonia Mundi 902275) – ♪♪♪♪♪

In Freiburg frischer als in Wien
Frisches, kantiges und rhythmisch akzentuiertes Musizieren, das zeichnete einst die Aufnahme früher Mozart-Symphonien unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt aus. Das Freiburger Barockorchester hat mit Gottfried von der Goltz als Konzertmeister ein ähnliches Programm eingespielt, wobei die Symphonien KV 16, 19, 22, 19a und 45a jeweils durch einen Kontretanz aus dem Op. 609 getrennt werden.  Etwas unterscheidet diese Interpretationen von jenen von Harnoncourt: Die Freiburger bieten einen intimeren Rahmen und viel mehr spielerisches Raffinement als das um die Jahrhundertwende musizierende Concentus Musicus Wien. Die ersten Gehversuche Mozarts im symphonischen Genre sind in Freiburg frischer, vielleicht auch frecher und auf jeden Fall vergnügter als in Wien. (Aparté AP 215) – ♪♪♪♪

Felix Mendelssohn Bartholdy: Oktett; Franz Schubert: Klavierquintett D. 667 (Forellenquintett); Gerold Huber, Klavier, Alexandra Hengstebeck, Kontrabass, Diogenes Quartett (Stefan Kirpal, Gundula Kirpal, Violine, Alba Gonzalez i Becerra, Bratsche, Stephen Ristau, Cello), Henschel Quartett (Christoph Henschel, Teresa la Cour, Violine, Monika Henschel, Bratsche, Mathias Beyer- Karlshøy, Cello); 1 CD Solo Musica SM 332; Aufnahme 10/2018, Veröffentlichung 10/2019 (69:45) – Rezension von Uwe Krusch

Das Henschel Quartett hat zwei der emblematischsten und beliebtesten Werke der Literatur, das Forellenquintett von Schubert und das Oktett für Streicher von Mendelssohn für die aktuelle Aufnahme ausgewählt und sich zur Realisierung mit dem Diogenes Quartett bzw. einzelnen Interpreten zusammengetan. Diese Werke, insbesondere das Oktett, stehen seit vielen Jahren im Mittelpunkt ihres Schaffens, so dass sie damit zutiefst vertraut sind. Read More →

Camille Saint-Saëns: Ballettmusik aus Ascanio + Les Barbares (Ouvert¨re) + La Jota aragonese (Ouvertüre) + Andromaque (Ouvertüre & Vorspiel 4) + La Princesse jaune (Ouvertüre) Ouverture d'un opéra-comique inachevé; Malmö Symphony Orchestra, Jun Märkl; 1 CD Naxos 8.574033; Aufnahme 08/2018,  Veröffentlichung 11/2019  (73'38) - Rezension von Remy Franck

Ascanio, eine große, 1890 uraufgeführte Oper in fünf Akten, basiert auf dem Stück Benvenuto Cellini des französischen Dramatikers Paul Meurice, das wiederum auf den historischen Roman von Alexandre Dumas zurückgeht. Der Name wurde in Ascanio geändert, um Verwechslungen mit der Berlioz-Oper Benvenuto Cellini zu vermeiden. Das Werk konnte sich nicht durchsetzen, enthält aber eine nette elegante und farbige Ballettmusik, die Jun Märkl beschwingt dirigiert. Read More →

Johann Sebastian: Sonaten und Partiten BWV 1001-1006; Solenne Païdassi, Violine; 2 CDs Indésens INDE127; Aufnahme 08/18, Veröffentlichung 06/12/19 (140'01) - Rezension von Alain Steffen

Trotz exzellenter Kritiken, etlicher Wettbewerbssiegen und Konzerten in renommierten Häusern wie der Carnegie Hall oder dem Concertgebouw ist der Name von Solenne Païdassi beim breiten Publikum kaum bekannt. Die 1984 geborene französische Violinistin, die bereits einige CDs mit Werken von Franck, Saint-Saëns, Pierné, Massenet, Szymanowski und Stravinsky veröffentlicht hat, ist somit noch ein Geheimtipp, zu Unrecht, wie ihre Gesamtaufnahme der Sonaten und Partiten BWV 1001-1006 von Johann Sebastian Bach beweist. Read More →

Sergei Prokofiev: Violinsonate Nr. 1 f-Moll op. 80 (Fassung von Andrei Pushkarev); Andrei Pushkarev, Schlagzeug, Georgisches Kammerorchester Ingolstadt, Sebastian Bohren, Violine & Ltg; 1 Digital Download Sony Classical; Aufnahme 2019, Veröffentlichung 11/2019 – Rezension von Stefan Pieper

Es ist gerade ein Jahr her, da realisierte der Geiger Sebastian Bohren zusammen mit der Camerata Zürich eine Orchester-Neufassung von Shostakovichs Violinsonate op. 134. Wir wissen, dass sich der umtriebige, 32-jährige Schweizer auf so etwas nicht ausruht. Jetzt schon findet das ambitionierte Konzept eine Neuauflage mit Sergei Prokofievs Erster Violinsonate op. 80, welche diesmal vom georgischen Kammerorchester Ingolstadt ins orchestrale Format erhoben wird. Read More →

Moritz Moszkowski: Orchestral Music, Volume One (Jeanne d'Arc op. 19); Sinfonia Varsovia, Ian Hobson; 1 CDE Toccata Classics TOCC0523; Aufnahme 12/2018, Veröffentlichung 10/2019 (UK), 11/2019 (D) - (59'26) - Rezension von Remy Franck

Der polnische Komponist Moritz Moszkowski wurde 1854 in Breslau geboren, lebte aber ab 1897 in Paris, wo er 1925 verarmt sowie von der lokalen Musikszene unbeachtet starb. Er schrieb eine unprätentiöse Musik mit eingängiger Melodik und vielen originellen Einfällen, die durchaus gefallen kann. Eingespielt wunden von ihm vor allem Klaviermusik und die Konzerte für Klavier bez. Violine. Read More →

Ludwig van Beethoven: Symphonien Nr. 1 & 3 (Arr. Johann Nepomuk Hummel); Uwe Grodd, Flöte, Gould Piano Trio (Lucy Gould, Violine, Alice Neary, Cello, Benjamin Frith, Klavier); 1 CD Naxos 8.574039; Aufnahme 0'6/2018, Veröffentlichung 22/11/2019 (74'50) - Rezension von Remy Franck

Johann Nepomuk Hummel, Mozarts einziger Schüler und Beethoven-Famulus, richtete des Meisters Symphonien Nr. 1 bis 7 für Klavierquartett mit Flöte ein. Naxos startet eine Gesamtaufnahme dieser Bearbeitungen mit den Symphonien Nr. 1 und 3, der Eroica. Gerade diese Eroica aber zeigt die Grenzen dieses Unterfangens, denn die Bearbeitung verfälscht den Charakter der Symphonie und macht aus ihr ein Dinky Toy. Read More →

Johannes Brahms: Quartett Nr. 3, Quintett für Klavier und Streicher; Hagen Quartett (Lukas Hagen, Rainer Schmidt, Violine, Veronika Hagen, Bratsche, Clemens Hagen, Cello), Kirill Gerstein, Klavier; 1 CD Myrios Classics MYR021; Aufnahmen 2014, 2019, Veröffentlichung 10/2019 (80'17) – Rezension von Uwe Krusch

Die Atmosphäre des dritten Quartetts von Johannes Brahms ist heller als jene der beiden vorherigen Werken. In der vorliegenden Interpretation des Hagen-Quartetts wechseln im ersten Satz Passagen reinen Glücks und Momente von Schatten und Zweifeln ab. Kontraste erzeugen sie mit sehr weichem und pianissimo gespieltem Sotto voce. Das Andante profitiert vom souveränen, luftigen Klang von Lukas Hagen, der es in größter Ruhe zu einer Romanze werden lässt. Read More →

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