Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartette Viol. 2 (Quartette für Streicher op. 12, op. 81, Es-Dur ohne Opus-Nummer); Minguet Quartett (Ulrich Isfort, Annette Reisinger, Aroa Sorin, Matthias Diener); 1 CD cpo 777 931-2; Aufnahme 05/2013 + 07/2016; Veröffentlichung 05/2018 (71:27) – Rezension von Uwe Krusch

Die Bedeutung von Mendelssohn kann man je nachdem, ob man ihn als Komponist des Biedermeier ansieht oder als Weiterentwickler klassischer Formen, wobei klassisch im Sinne des historischen anzustrebenden Ideals zu sehen ist, auf- oder abwerten. Inzwischen ist sein wichtiger Stellenwert wohl anerkannt. Read More →

Wolfgang Amadeus Mozart: La Clemenza di Tito; Rolando Villazon (Tito Vespasiano), Joyce DiDonato (Sesto), Marina Rebeka (Vitellia), Regula Mühlemann (Servilia), Tara Erbraught (Annio), Adam Plachetka (Publio), RIAS Kammerchor, Chamber Orchestra of Europe, Yannick Nezet-Seguin; 2 CDs Deutsche Grammophon 483 5210; Aufnahme 07/2017, Veröffentlichung 6/2018 (140'40) – Rezension von Uwe Krusch

Wer mag, kann die Überschrift als Drohung oder als Versprechen lesen. Diese wohl fünfte Aufnahme in der Reihe der Baden-Badener Mozartopern mit Roberto Villazon als Ideengeber sowie dem ‘Chamber Orchestra of Europe’ unter Yannick Nézet-Seguin schließt sich nahtlos an die vorherigen Einspielungen an. Die werbewirksam inszenierte Reihe versammelt zumeist nominell herausragende Akteure. Geschaffen werden die konzertanten Aufführungen und Einspielungen wohl alle mit genügend Zeit und Raum für die Vorbereitung, wie man aus dem Beiheft schließen kann. Read More →

Som den gylne sol frembryter; Kvindelige Studenters Sangforening; 1 CD LAWO LWC1144; Aufnahme 10/2016, Veröffentlichung 05/2018 (58'14) - Rezension von Guy Engels

Der Kvindelige Studenters Sangforening’, der Damenchor der Universität Oslo, gehört zu den traditionsreichsten und auch besten Chören Norwegens. Das beweisen die Sängerinnen in ihrem ureigenen Repertoire, in Chormusik aus Norwegen. Hier bewegen sie sich nicht nur sprachlich auf sicherem Terrain, auch musikalisch sind die Interpretationen nicht zu beanstanden. Read More →

Gustav Mahler: Symphonie 4; Julia Kleiter, Sopran, Royal Concertgebouw Orkest Amsterdam, Daniele Gatti; 1 CD RCO 18004; Aufnahmen 11/2017, Veröffentlichung 05/2018 (57'55) – Rezension von Uwe Krusch

Mit der Vierten setzt Gatti seine Einspielungen der Mahler-Symphonien mit seinem neuen Orchester, dem ‘Concertgebouw’ fort. Und es ist wirklich eine Fortsetzung seines eingeschlagenen Weges. Denn wieder meint man, sein italienisches Lebensgefühl herauszuhören. Die Ausgestaltung ist, wie schon zuvor bei der Zweiten, sehr raffiniert, was die Klanggestaltungen und die Schattierungen angeht. Read More →

Sonata-Reminiscenza - Russische Klaviermusik an der Wende zum 20. Jahrhundert; Peter Catoire: Meditation Nr. 1 + Rêverie, Contraste & Paysage (Quatre Morceaux op. 6); Nikolai Medtner: Sonata Reminiscenza op. 38 Nr. 1; Aleksandr Scriabin: Klaviersonate Nr. 3 fis-moll; Vladimir Rebikov: Walzer Jolka op. 21 aus Der Weihnachtsbaum; Vasily Kalinnikov: Elégie; Anatoly Liadow: Präludien op. 11 Nr. 1 & op. 40 Nr. 3; Ivan Wyschnegradsky: Etude sur le Carré magique sonore op. 40; Anna Zassimova, Klavier; 1 CD Hänssler Classic HC 18022; Aufnahmen 2009, 2015, Veröffentlichung 06/2018 (72'46) – Rezension von Remy Franck

Kaum gespielte Stücke aus dem russischen Repertoire interpretiert Anna Zassimova auf dieser CD. Die Pianistin schreibt im Textheft: « Trotzdem war die Idee zu dieser CD nicht die Ansammlung von Raritäten russischer Klaviermusik, sondern die Abbildung eines lebendigen musikalischen Ausschnitts aus jener spannenden Periode, in der die europäische Welt sich rasend schnell und dramatisch veränderte. Dabei haben aber die Werke, die hier vorgestellt werden, eine gemeinsame Stimmung und sind – bei allen Unterschieden – seelenverwandt … » Read More →

Joseph Haydn: Symphonien Nrn. 3, 26, 30 und 79; Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini; 1 CD Alpha 678; Aufnahme 03/2017, Veröffentlichung 06/2018 (67'05) – Rezension von Uwe Krusch

Die Reihe der Symphonieeinspielungen von Haydn tanzt einen Schritt weiter mit einer reinen Ausgabe, also nur Haydn und nur Symphonien. Neben den beiden Werken Nrn. 3 in G-Dur und 79 in F-Dur sind die Namenssymphonien ‘Alleluja’, also die Nr. 30 in C-Dur, und die ‘Lamentatione’ Nr. 26, d-Moll, dieses Mal an der Reihe. Read More →

Max Bruch: Schottische Fantasie op. 46 für Violine & Orchester + Violinkonzert Nr. 1; Joshua Bell, Violine & Ltg., Academy of St. Martin in the Fields; 1 CD Sony Classical 190758420028; Aufnahme 09/2017, Veröffentlichung 22/06/2018 (o.A.) – Rezension von Remy Franck

Joshua Bells Geigenton ist in beiden Bruch-Werken absolut faszinierend. Mit einem reichen, sehr beweglich artikulierten, flexiblen und herzhaft ausdrucksvollen, kraftvollen und zugleich auch fein nuancierten Spiel bringt er auf der Geige alles mit, um das Herz des Musikfreundes in den beiden Bruch-Werken zu erfreuen. Read More →

Von großen Cellisten inspirierte Kompositionen
Wenn von Komponisten berichtet wird, die wegen der Faschisten auswandern mussten, ist nur selten von italienischen die Rede. Mario Castelnuovo-Tedesco war ein aus Florenz stammender Pianist und Komponist jüdischer Abstammung. Er emigrierte 1939 in die USA, wo er als Filmkomponist reüssierte. Zu seinen engen Kontakten in der Musikwelt gehörten neben dem Gitarristen Andreas Segovia diverse Cellisten, vor allem Gregor Piatigorsky. Dieser bat ihn um ein Cellokonzert, das auch entstand und Herausforderungen für den Solisten ebenso wie einnehmende Musik bietet. Neben dem Konzert wurden sieben Bearbeitungen für Cello und Klavier, die zumindest ursprünglich von Castelnuovo-Tedesco stammen, eingespielt. Der Solocellist der ‘Houston Symphony’, Brinton Averil Smith, hat das Konzert mit seinem Orchester und Kazuki Yamada eingefangen. Die Klavierbegleitung hat die Pianistin Evelyn Chen besorgt. Wenn man dem Spiel lauscht, dem aufnahmetechnisch ein wenig der freie Klang genommen wurde, kann man ohne weiteres heraushören, dass diese Stück den Musiker stark beanspruchen. (Naxos 8.573820)

Die 40. mit ungarischer Musik
Im Eigenverlag veröffentlicht der französische Geiger Christophe Boulier nunmehr sein vierzigstes Album. Zum Jubiläum hat er sich wiederum Pianisten gesucht, die ihn auf seiner Reise durch die Welt der Geigenliteratur begleiten, dieses Mal von der ‘Académie de Jeunes Solistes’. Neben den ‘Rumänischen Tänzen’ und den beiden Rhapsodien von Bartok stellt er das Konzert und zwei kleine Filmmusikstücke von Miklos Rosza vor. Sein Spiel ist wie immer prononciert und mitunter auch harsch und scharfkantig. Da er nicht nur die Kammermusik, sondern auch Konzerte nur mit Klavierbegleitung einspielt, bietet er dadurch eine selten zu hörende, aber auch beschränkte Sicht auf diese Werke. (Promusica Association Artistique P1816, www.christophe-boulier.com)

Im Gleichgewicht
Die ersten drei Violinsonaten von Mieczyslaw Weinberg legt das Ensemble ‘Des Equilibres’ vor. Die Geigerin Agnès Pyka und der Pianist Laurent Wagschal pflegen einen fein ausformulierten Zugriff mit dem Bogen auf die Saiten, so dass die Musik immer klangschön erklingt. Das von der Geigerin initiierte Ensemble, das in wechselnden Besetzungen agiert, ist hier im Duo angetreten, um die erste Folge der Weinberg Sonaten einzuspielen. Während die ersten beiden Werke noch mit jugendlicher Frische komponiert wurden, ist die dritte schon vom stalinistischen Terror geprägt. Entsprechend wird die Interpretation für dieses Werk dann auch strenger, ohne die Noblesse der Tongebung zu verlieren. Warten wir ab, ob die nachfolgende Einspielung der weiteren Sonaten die Ausgeglichenheit der musikalischen Darstellung weiterführt oder dann doch noch deutlicher die Abgründe herausstellt. (Arion ARN68839)

Die Posaune kann mehr als nur dunkles Timbre
Mit für die Posaune geschriebenen Werken wie dem Konzert von Friedebald Gräfe sowie auch vom Solisten arrangierten Stücken, die im Ursprung für Cello oder Klarinette geschaffen wurden, legt der zweiundzwanzigjährige Peter Moore zusammen mit dem Pianisten James Baillieu seine erste Einspielung als Solist vor. Seit zehn Jahren stellvertretender Stimmführer im ‘London Symphony Orchestra’ brilliert er mit einem sowohl technisch eindrucksvollen als auch musikalisch ausdrucksvollen Spiel. Diese Liebeserklärung an sein Instrument ist eine reiche Fundgrube mit Klassikern wie ‘Après un rêve’ von Fauré, den Fantasiestücken von Schumann oder ‘Kol Nidrei’ von Bruch. Ebenso werden Spezialitäten wie das Gräfe-Konzert und die ‘Thoughts of Love’ von Arthur Pyror vorgestellt, die einem breiteren Publikum bisher eher unbekannt sein dürften. (Rubicon RCD1028)

LSO mit der ‘Geschichte vom Soldaten’
Neben dem ‘Sacre’ ist die ‘Geschichte vom Soldaten’ eine von Stravinskys wegweisenden Kompositionen. In diesem Fall arbeitet er mit einer Reduzierung auf sieben Musiker und bis drei Sprecher oder Schauspieler für die Textpassagen. Ein Kammerensemble des ‘London Symphony Orchestra’ hat mit Malcolm Sinclair, der alle Rollen spricht, dieses rund einstündige Werk live auf dem eigenen Label eingespielt. Diese arrivierten Musiker bewältigen dieses Werk mit spielerischer Noblesse. Der Sprecher trägt den englischen Text mit klarer, prononcierter Stimme vor. Wenn im Beiheft darauf hingewiesen wird, dass diese Partitur zu den amüsantesten von Stravinsky gehört, so kann man allerdings genau das in diesem Mitschnitt nicht nachvollziehen. Die Darstellung ist ausgezeichnet, aber es fehlt der Kick. (LSO Live LSO5074)

The Golden Age: Werke von Bruch, Debussy, Gershwin, Koncz/Satie, Kreisler, Ponce, Scott, Traditionell; Ray Chen, Violine, Noah Bendix-Balgley, Violine, Amihai Grosz, Viola, Stephan Koncz, Violoncello, Julien Quentin, Klavier, London Philharmonic Orchestra, Robert Trevino; 1 CD Decca 483 3852; Aufnahme 08/2017; Veröffentlichung 06/2018 (53'26) – Rezension von Uwe Krusch

Allein schon die unterschiedlichen Besetzungen machen diese Aufnahme abwechslungsreich. Neben der klassischen Besetzung mit Klavier hat der Geiger Ray Chen auch ein Quartett für eigens durch den Cellisten arrangierte Stücke sowie für das erste Konzert von Max Bruch Orchester und Dirigent hinzugezogen. Die anderen Werke sind kleine musikalische Edelsteine von Komponisten, deren Werke sich für die Violine eignen. Read More →

Until we meet again; Irish blessings; QuatroForte, Alexander Gütinger; 1 CD Hänssler Classic HC 17083; Aufnahme 11/2017, Veröffentlichung 06/2018 (64'37) - Rezension von Guy Engels

Irland ist ein Flecken Erde von berauschender landschaftlicher Poesie, bestimmt durch die Unbillen des Wetters und der See, ein Land von teils unwirtlicher, bedrohender Landschaft, die dennoch immer besänftigend wirkt. Aus diesem Umfeld nährt sich auch die irische Volksmusik, Lieder die von Fern- und von Heimweh singen, Lieder, die Mensch und Natur in Einklang bringen. Read More →

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