Landscapes; Domenico Scarlatti: Klaviersonaten K. 9, K. 20, K. 96, K. 322; Federico Mompou: Paisajes; Franz Schubert: Klaviersonate D. 664; Isaac Albeniz: Iberia Heft 1; Andrew Tyson, Klavier; 1 CD Alpha 546; Aufnahme 03/2019, Veröffentlichung 09/2019 (61'55) – Rezension von Remy Franck

Andrew Tysons ‘Landschaften’ konzentrieren sich einerseits auf Spanien, andererseits auf Österreich. In den Scarlatti-Sonaten ist das Spiel des jungen amerikanischen Pianisten knackig frisch und spontan. Mompous impressionistische  Paisajes spielt Tyson sehr stimmungsvoll. Read More →

Alessandro Scarlatti: Kantaten und Konzerte für Blockflöte und Orchester; Roberta Invernizzi, Sopran, Collegium Pro Musica, Stefano Bagliano, Blockflöte und Leitung; 1 CD Brilliant Classics 95721; Aufnahme 09/2017, Veröffentlichung 08/2019 (55'17) – Rezension von Uwe Krusch

Werke, in denen der Blockflöte eine besondere Rolle zukommt, stellen Roberta Invernizza und das Kollegium Pro Musica aus Genua mit seinem Leiter und dem Solisten der Flöte, Stefano Bagliano, vor. Sie alle stammen aus der Feder von Vater Scarlatti, also Alessandro. Drei Kantaten und zwei Concerti, die auch als Sonaten benannt werden können, zeigen den Komponisten als Wegbereiter künftiger Entwicklungen, die er wie so viele andere im 17. und 18. Jahrhundert in Genua ins Werk setzte. Read More →

Visions; Cyril Scott:  Berceuse + Poems Nr. 1-5 + Lotus Land op. 47/1 + Water - Wagtail op. 71/3 + Sphinx op. 63 + Intermezzo op. 67/3 + Summerland op. 54 + Two Pierrot Pieces op. 35 + Columbine op. 47/2 + Three little Waltzes op. 58 + Morning Song in the Jungle + Over the Prairie; Nino Gvetadze, Klavier; 1 CD Challenge Classics CC72819; Aufnahme 04/2019, Veröffentlichung 10/2019 (61'38) – Rezension von Remy Franck

Die in den Niederlanden lebende georgische Pianistin Nino Gvetadze wendet sich dem englischen Komponisten Cyrill Scott (1879-1970) zu, dessen Klavierminiaturen einst in Großbritannien in Mode waren, nicht nur weil er Musik schrieb, sondern eine Berühmtheit war als Dichter, Philosoph und vor allem als Autor populärer medizinischer Traktate. Read More →

A Kind of Wind, Nicolas Prost & Guests; Werke von Adams, Part, Connesson, Legrand, Berlioz, Franck, Gaubert, Hindemith, Thomas, Jolivet, Villa Lobos, Beffa; Nicolas Prost, Saxophon, Misaki Baba, Laurent Wagschal, Delphine Armand, Klavier, u.a.; 1 CD Indésens INDE125; Aufnahmen 2017-2019, Veröffentlichung 15/10/2019 (74'27) - Rezension von Remy Franck

Etwas kann man dem französischen Saxophonisten Nicolas Prost nicht absprechen: seine Einfallskraft, ein abwechslungsreiches und vielgesichtiges Programm für diese CD zusammenstellt zu haben. Er beginnt seinen Parcours mit einer hoch virtuosen Aufnahme des zweiten Satzes aus dem Saxophonkonzert von John Adams, hier in einer Fassung für Saxophon und Klavier. Read More →

Voix intérieures; Gabriel Fauré: Voix intérieures; Sonaten für Cello und Klavier op. 109 & op. 117 + Trio pour clarinette, violoncelle et piano op. 120 + Clair de Lune, No. 2 (Transkr. für Cello & Klavier) op. 46 + Prison (Transkr. für Cello & Klavier) op. 83 + Vocalise-Étude + Morceau de lecture; Thomas Duran, Cello, Nicolas Mallarte, Klavier, Manuel Metzger, Klarinette; 1 CD Hortus 171; Aufnahme o. A., Veröffentlichung 08/2019 (66'49) – Rezension von Uwe Krusch

Die beiden Cellosonaten von Gabriel Fauré entstanden ebenso wie das Trio, hier in der intendierten Fassung mit Klarinette (statt der auch vom Komponisten vorgesehenen Violine) in den Jahren 1917-1923 und damit einer Zeit, in der die Taubheit den Komponisten vollständig fesselte. Trotzdem zeigen diese Werke den gewohnten Stil des französischen Tonsetzers, nur dass die besondere Art und Weise seiner kompositorischen Gestaltung in diesen Alterswerken noch intensiver wird. Dazu haben die Vortragenden vier kleine Schmankerl aus jüngeren Jahren von Faure gesellt. Read More →

Franz Liszt: Klavierwerke Vol. 53 (Harmonies poétiques et religieuses); Wojciech, Klavier; 1 CD Naxos 8.573773; Aufnahme 09/2018, Veröffentlichung 08/2019 (72'38) – Rezension von Remy Franck

Die Naxos-Reihe der gesamten Klavierwerke von Franz Liszt ist bei ihrem Volume 53 angekommen. Sie beschäftigte bereits mehr als 40 Pianisten, und für die Harmonies Poétiques et Religieuses wurde der 1980 geborene Pole Wojciech Waleczek verpflichtet. Read More →

De l'autre côté du miroir; Karol Beffa: Improvisations; Karol Beffa, Klavier; 1 CD Indésens; Aufnahme 02/2017, Veröffentlichung 10/2019 (56'36) - Rezension von Remy Franck

Nach Improvisations (2008) und En Blanc et Noir (2018), legt der französische Komponist und Pianist Karol Beffa nun schon seine dritte CD mit Improvisationen vor. Das ist ein Feld, das ihm sehr am Herzen liegt, kommt er doch immer wieder darauf zurück, wenn er zwischen Auftragskompositionen, Konzerten und dem Unterrichten Zeit dafür findet. Read More →

Warmer Flötenton
‘Inspired by Rita D’Arcangelo’ nennt sich eine neue CD der italienischen Flötistin Rita D’Arcangelo, auf der sie ausschließlich Erstaufnahmen von Solostücken spielt, die den Komponisten durch ihre Kunst inspiriert wurden. Das Programm beginnt mit Joseph Russos Romanze, gefolgt von Daniel Olguin Regueras Cinco Improvisaciones Sobre Buenos Aires, op. 6. L’Alouette ist eine Transkription des Klavierstücks von Balakirev von Michael Brailovsky. Tizzy op. 22 von Roberto Prandin und Cadenza von Javier Jacinto schicken  die Flöte taumelnd in stratosphärische Höhen, während Richard St. Clair mit Karmic Dancing ein teils lyrisches, teils virtuoses Werk von großer Schönheit und Einfallskraft komponiert hat. In allen Stücken imponiert die Solisten Rita D’Arcangelo auf hohem technischem Niveau mit einem runden, vollen und wunderbar warmen Flötenton.

BTHVN
Die Band Uwaga hat sich mit dem Folkwang Kammerorchester unter Johannes Klumpp zusammen getan, um im Vorfeld des Beethoven-Jahres eine Collage mit verfremdeten Tunes vom Jubilar zusammen zu stellen. Für die brillant gespielten Stücke stand wohl BTHVN Modell. (Ars Produktion 38266) – ♪♪♪

Enttäuschung mit Jacques Offenbach      
Eine Weltersteinspielung präsentiert Alpha mit Jacques Offenbachs 6 Fables de la Fontaine (orchestriert von Jean-Pierre Haeck). Daneben spielt das Orchestre de l’Opéra de Rouen Haute-Normandie unter Haeck auch noch einige nette Ouvertüren desselben Komponisten. Sie allein machen die CD attraktiv, doch die 6 Fables de la Fontaine enttäuschen, weil sich Offenbach darin nicht als wirklich inspirierter Komponist erweist, und die an sich schwachen Stücke verlieren zusätzlich an Wert, weil Karine Deshayes sie völlig textunverständlich singt. Gerade bei diesen Stücken aber wäre es wichtig, das gesungene Wort auch mitzubekommen. (Alpha 553) – ♪♪

Kraft ja, aber sonst…
Weil gute dramatische Tenöre selten sind, werden die gerade mal guten gerne hoch gelobt. Das gilt für den litauischen Tenor Kristian Benedikt, der weltweit einer der gefragtesten Interpreten des Otello ist. Diese Oper ist denn auch in seinem Recital Tenore di forza vertreten, das er mit dem Litauischen Nationalorchester aufgenommen hat. Auszüge u.a. aus Samson et Dalila, Andrea Chenier, Pagliacci und Le Cid sind zu hören, sowie Puccinis Nessun Dorma und Wagners Ein Schwert verhieß mir der Vater. Benedikts Nachteile sind eine schlechte Diktion im Italienischen, eine generell defizitäre Artikulierung, ein nicht besonders schönes Timbre. Vorteile sind die Kraft der Stimme, der Atem und die dramatische Gestaltungskraft, die allerdings auch, wie in der Arie ‘Rachel quand du Seigneur’ aus Halévys La Juive, zu Übertreibungen führen kann. Wer Carusos Interpretation im Ohr hat, wird sich hier schaudern. (Delos  DE 3571) – ♪♪♪

Das ist keine Serenade!
Dass Piotr Tchaikovskys Streicherserenade serenadenhaft gespielt werden sollte, haben Candida Thompson und ihre Amsterdam Sinfonietta nicht beachtet. Sie liefern davon eine schmalzig-sentimentale Fassung, die die Musik verfälscht. Besser, freier gelingt ihnen Arenskys Kammersymphonie op. 35 (ursprünglich das 2. Streichquartett, Tchaikovsky gewidmet). Hier wird differenzierender gespielt, flexibler, agiler und ohne zu viele Gefühlsschübe (Channel Classics CCS 37119) – ♪♪♪

Liszt-Lieder
Unter dem Titel ‘Liszt O lieb’ haben der Tenor Cyrille Dubois und der Pianist Tristan Raës eine CD mit Liedern von Liszt aufgenommen. Die Interpretationen überzeugen in erster Linie darstellerisch. Sowohl Dubois als auch Raës warten mit einem farben- und nuancenreichen Musizieren auf, wobei besonders das Spiel des Pianisten fasziniert. Neben dieser intensiven Gestaltung ist natürlich auch das rein Vokale zu bewerten. Wenn er piano singt, ist die Stimme von Dubois ganz bezaubernd. Was fehlt, ist Kraft im unteren Bereich und, bei mehr Volumen, Flexibilität in der Höhe: unter Druck wird der Gesang manchmal etwas starr und gradlinig. Insgesamt aber ist das ein attraktives Liszt-Lieder-Programm (Aparté AP200) – ♪♪♪

Terry Riley: Sun Rings, für Streichquartett, Chor und voraufgezeichnete Bänder; Kronos Quartet, Volti, Robert Geary; 1 CD Nonesuch 075597925669; Aufnahme 11/2017, Veröffentlichung 30/08/2019 (79'34) – Rezension von Uwe Krusch

Sozusagen schon ‘alte’ Musik haben sich das Kronos Quartet und der Chor Volti für ihre aktuelle Einspielung vorgenommen. Denn das Werk Sun Rings von Terry Riley stammt aus dem Jahr 2002 und wurde von der NASA zum 25. Geburtstag der Voyager I Mission in Auftrag gegeben. Read More →

Mer(s); Edward Elgar: Sea Pictures op. 37; Ernest Chausson: Poème de l'amour et de la mer op. 19; Victorin Joncières: La Mer; Marie-Nicole Lemieux, Alt; Chœur de l'Opéra National de Bordeaux, Orchestre National Bordeaux Aquitaine, Paul Daniel; 1 CD Erato 9029542433; Aufnahme 10/2018, Veröffentlichung 09/2019 (64') Rezension von Remy Franck

Dieses Programm imponiert zunächst einmal durch seine Kohärenz. Die Verbindung der Sea Pictures mit dem Poème de l’amour et de la mer und dem wenig bekannten La Mer von Joncières ist ungemein attraktiv. Die musikalische Realisierung der drei Stücke ist exemplarisch in der Balance zwischen Stimme und Orchester, in der Ausdruckskraft, die die Musik erreicht, in den Emotionen, die die Sängerin vermittelt und die auch vom Orchester kommen. Da gebührt den Musikern des Orchesters aus Bordeaux und vor allem dem inspirierten Dirigenten Paul Daniel großes Lob. Read More →

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