Mieczyslaw Weinberg: Sonaten für Violine und Klavier Nrn. 4, 5 & 6, Ensemble des Equilibres (Agnes Pyka, Violine, Dimitri Vassilakis, Klavier); 1 CD Arion AR 102; Aufnahme 05+06/2019, Veröffentlichung 11/2019 (54'47) – Rezension von Uwe Krusch

Die Aufnahme mit den Sonaten von Mieczyslaw Weinberg wird mit den drei späteren Sonaten abgeschlossen, nachdem die ersten drei schon  vor gut einem Jahr erschienen. Das eingespielte Duo Pyka und Vassilakis, das sozusagen die kleinste Form des Ensemble des Equilibres ausmacht, hat sich auch diesen Werken angenommen. Während der Pianist während der Rainy Days in Luxemburg mit der Piano Phase von Steve Reich auch auf der Bühne überzeugen konnte, beschränkt sich die Annäherung an das Spiel der Geigerin auf die Aufnahmen. Read More →

Rodion Shchedrin: Carmen-Suite für Schlagzeug & Streicher; Ottorino Respighi: Pini di Roma; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons; 1 CD BR-Klassik 900183; Aufnahmen 2017/2019, Veröffentlichung 12/2019 (66'09) - Rezension von Remy Franck

Mit einer klanglich hervorragenden, ungemein farbigen und rhythmisch exzellenten Version von Rodion Shchedrins Carmen-Suite füllt BR-Klassik dreiviertel dieser CD und macht sie damit auch mehrheitlich attraktiv. Gut so, denn den Rest kann man vergessen. Read More →

Pawel Lukaszewski: Prayer to the Guardian Angel  für Frauenchor, Klavier & chinesische Bälle + Arie für Sopransaxophon und Klavier + The Last Letter of St. Maximilian to his Mother + 1. Streichquartett + Veni Creator für zwei gemischte a cappella Chöre + Trinity Concertino für Sopransaxophon und Klavier + Psalmus 102 für gemischten Chor a cappella + Klaviertrio; Piotr Borkowski, Jan Borowski, Jaroslaw Bręk, Chor der Universität in Bielsko-Biala, Chor Akademii Teologii Katolickiej, Korean Chamber Ensemble, Quartett Dafo, Jan & Pawel Lukaszewski, Michal Markuszewski, Musica Sacra Warsaw-Praga Kathedral Chor, Chor und Orchester der Oper und Philharmonie Podlaskiej w Bialymstoku, Polski Chor Kameralny, Agnieszka Rehlis, Schlesisches Kammer Orchester u.a.; 2 CDs Dux 1515/1516; Aufnahmen 1996, 1997, 5/2002, 12/2009 und 9/2016; Veröffentlichung 12/2019 (136'12) – Rezension von Uwe Krusch

Zwei als ‘Best of’ bezeichnete CDs mit Werken des Komponisten Pawel Lukaszewski präsentieren Kammermusik, symphonische Werke und solche für Vokalstimmen, zum Teil in Auszügen. Dieser zeitgenössische polnische Tonsetzer bleibt dem tonalen System sehr nah, nicht ohne auch Moderneres zu zeigen. Der ganz große Schwerpunkt seines Werkes richtet sich auf sakrale Musik, was sich in vielfältigen Werken für Chor allein oder im Verbund mit Orchester zeigt. Diese erscheinen für rückblickende harmonische Gestaltungen besonders geeignet. Read More →

Langweilig
‘Concertos from 19th-Century Denmark’ nennt sich eine SACD von Dacapo, auf der die Hornisten Flemming Aksnes und Lisa Maria Coope Friedrich Kuhlaus Concertino für 2 Hörner und Orchester spielen. Ferner ist der Oboist Oliver Nordahl in Christian Frederik Barths Obenkonzert zu hören, wobei das schwierige Konzert den Solisten an seine Grenzen bringt. Ian van Rensburg ist der Solist in Niels W. Gades Capriccio für Violine und Orchester. Abschließend erklingt Friedrich Kuhlaus William Shakespeare-Ouvertüre. Jean Thorel dirigiert das Aarhus Symphony Orchestra. Außer der Ouvertüre haben alle Werke klanglich den Nachteil, dass die Solisten übermäßig präsent vors Orchester gestellt werden. Die Musik an sich ist nicht besonders charakteristisch und letztlich nicht wirklich attraktiv, zumal die Interpretationen der Rhetorik nicht gerade förderlich sind. Für mich ist dies ein Langeweile-Produkt. (Dacapo 6.220664) – ♪♪

Säuerlich
Die französische Mezzosopranistin Alice Ferrière  singt französische und deutsche Lieder auf ihrer CD Nuit Exquise. Exquisites habe ich darauf leider nicht gehört. Der manchmal doch recht säuerlichen Stimme fehlt es gerade für dieses Repertoire mit Schumanns Op. 90 und den Nuits d’Eté von Berlioz an Wärme. Reichlich viel Vibrato ist genauso abträglich wie das Fehlen einer gesunden Koordination zwischen dem Druck und der Konfiguration der Resonanzräume. Das führt dazu, dass es ihrer Phrasierung an Eleganz und Raffinesse fehlt. Die allenfalls routinierte, insgesamt ziemlich pauschale Durchdringung des Wortes ist ein weiterer negativer Punkt der CD. (Paraty 169184) – ♪♪

Farbarm
Eine virtuose Version von Beethovens Eroica-Variationen, die 32 Variationen WoO 80 und die Sechs Variationen WoO 77 stehen auf einer CD von Florian Feilmair neben Beethovens letzter Sonate op. 111, der er einen eher leichten Charakter gibt. Kein wirklich tiefes Drama prägt den ersten Satz, und die Arietta wird in recht schnellen 16’32, wie von Beethoven gefordert, ‘molto semplice’, aber auch manchmal eigenwillig tänzerisch dargeboten. Der etwas farbarmen Aufnahme auf einem Yamaha-Flügel fehlt es an Relief. (Hänssler Classic HC19070) – ♪♪♪

Fehlstart
Die moldawische Sopranistin Valentina Nafornita startet ein Recital bei Outhere Music France mit Vedrai carina, der Zerlina-Arie aus Mozarts Don Giovanni. Und enttäuscht, denn die Stimme klingt zu reif, nicht jung und lebendig genug für diese Figur. Sie wäre wohl eher eine Donna Anna. Auch in den weiteren Mozart-Arien (Nozze de Figaro, Idomeneo, Zaïde) werde ich nicht glücklich mit dieser an sich sehr schönen, warmen und wohlklingenden Stimme. Besser geht es dann im slawischen Repertoire, das der Sängerin gut liegt. Tchaikovskys Romanze op. 47/7 ist in einer sehr guten Interpretation zu hören, weil die Basis-Melancholie der Stimme hier vollkommen passt, genau wie in den Arien aus Rusalka und Iolanta oder den schönen Liedern von Eugen Doga. Die Sängerin wird akkurat begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Keri-Lynn Wilson. (OuthereMusic France OMF 705) – ♪♪

Romance; Bartok: Rumänische Volkstänze Sz. 56; De Falla: Suite populaire Espagnole; Debussy: Romance, Beau Soir; Piazzolla: Histoire du Tango, Adios Nonino, Tanti Anni Prima; Fauré: Après un rêve; Tjasa Kastelic, Violine, Jerzy Chwastyk, Gitarre; 1 CD smallgreatmusic QBQ 032;  Aufnahme ?, Veröffentlichung 12/2019 (48') - Rezension von Remy Franck

Die slowenische Geigerin Tjasa Kastelic und ihr kongenial mitgestaltender Begleiter Jerzy Chwastyk auf der Gitarre entführen den Hörer mit dieser CD in eine Welt voller bezaubernder Klänge. Das Programm beginnt mit den Rumänischen Volkstänzen von Bela Bartok, die Kastelic mit einer Fülle von dynamischen Nuancen und erstaunlich vielen Farben belebt. Vor allem aber versucht die Interpretin mit viel Raffinement der Musik einen Sinn zu geben und sie nicht in purem Glanz verpuffen zu lassen. Read More →

Johann Sebastian Bach: Sonaten & Partiten für Violine BWV 1001-1006, Tomás Cotik, Violine; 2 CDs Centaur CRC 3755/3756; Aufnahme 2019; Veröffentlichung 11/2019 (118'33) – Rezension von Uwe Krusch

Dem Rezensenten liegt neben den CDs mit dem beigelegten Booklet eine 32seitige Auseinandersetzung des Interpreten mit dem Objekt der Einspielung vor, die mit einem feixenden Bachportrait und der Frage ‘… a HiP interpretation?’ betitelt ist. Anders als der deutschsprachige Leser aus der Kombination Bild und Text schließen mag, ist hier nicht eine hippe Deutung gemeint, sondern der englischsprachige Ausdruck ‘historically informed performance’, also eine Aufführung in historisch informierter Lesart. Read More →

Dmitri Shostakovich: Symphonie Nr. 13, op. 113 (Babi Yar); Alexey Tikhomirov, Bass, Chicago Symphony Orchestra & Chorus, Riccardo Muti; 1 CD CSO Resound CSOR901190; Liveaufnahme 09/2018, Veröffentlichung 17/01/2020 (68'30) - Rezension von Remy Franck

In seiner dreizehnten Symphonie verwendet Dmitri Shostakovich couragiert das von den Sowjets gebrandmarkte Gedicht Babi Yar zum Gedenken an das (vom Moskauer Regime verdrängte) Massaker, bei dem die Nazis in einer Schlucht bei Kiev über 33.000 Juden umbrachten. Auch die vier anderen Gedichte – Humor, Im Laden, Ängste, Eine Karriere – stammen vom Autor von Babi Yar, Maxim Yevtushenko; Ängste ist eine Bestellung des Komponisten für diese Symphonie und hat die Angst der Bevölkerung vor dem Stalinismus zum Inhalt. Read More →

Helge Burggrabe: Stella Maris - Blaues Oratorium; Julia Jentsch, Erzählerin, Alexandra Busch, Olivia Jeremias, Markus Eichenlaub, Dommusik Speyer, Markus Melchiori; 2 CDs Hänssler HC 19021; Aufnahme 2018, Veröffentlichung 17/01/2020 (94') – Rezension von Norbert Tischer

Das für die 1000-Jahr-Feier der Kathedrale von Chartres komponierte und dort 2006 auch uraufgeführte Oratorium Stella Maris von Helge Burggrabe (*1973) wurde für diese Aufnahme 2018 im Dom zu Speyer aufgenommen. Inspiriert von der Farbgebung der Fenster in Chartres trägt es zusätzlich die Bezeichnung Blaues Oratorium. Stella Maris (Stern des Meeres) dreht sich um die Frauenfiguren Maria und Sophia. Read More →

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 1; Philharmonia Festiva, Gerd Schaller; 1 CD Profil PH 19084; Aufnahme 05/2019, Veröffentlichung 17/01/2020 (50'30) – Rezension von Guy Engels

Gerd Schaller lässt nicht locker mit seinem ambitionierten Bruckner-Projekt und hat jetzt die Erste Symphonie ein weiteres Mal eingespielt, diesmal in der Wiener Fassung von 1891. Diese Fassung beinhaltet vor allem Änderungen in der Instrumentation. Sie sind eher Ausdruck von Bruckners Perfektionismus, denn von einer kompositorischen Unsicherheit, wie Gerd Schaller im Begleitheft feststellt. Read More →

Georg Philipp Telemann: Neun Sonaten für Blockflöte & B.C.; Caroline Eidsten Dahl, Kate Hearne, Christian Kjos; 1 CD Lawo LWC1181; Aufnahme 02/2017 Veröffentlichung 01/2020 (64') - Rezension von Remy Franck

Was für eine schöne, inspirierte Hommage an den großen Telemann sind doch diese Einspielungen von acht Sonaten für Blockflöte, die die sprudelnde Kreativität und die hohe Qualität seiner Kompositionen widerspiegeln. Diese äußerst joviale und dynamische Musik erfordert die ganze Konzentration der Interpreten, vor allem wegen der häufigen und oft unerwarteten Wechsel in Tonalität und Rhythmus. Und dem werden die drei Musiker, die virtuose Blockflötistin Caroline Eidstein Dahl, die Cellistin Kate Hearne und der Cembalisten Christian Kjos vollauf gerecht. Read More →

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