Franz Liszt: Soirées de Vienne S.427 (Gesamtaufnahme); Alberto Ferro, Klavier; 1 CD Piano Classics PCL10221; Aufnahme 01/2019, Veröffentlichung 07/05/2021 (75'46) – Rezension von Remy Franck

Unter den Transkriptionen von Franz Liszt (1811-1886) nehmen die Soirées de Vienne nach Schuberts Klavierwalzern eine besondere Stellung ein. Sie werden nur selten alle zusammen aufgeführt, und nur die sechste Valse-Caprice ist sehr populär geworden.

Diese Soirées de Vienne verlangen einen besonders sensiblen Pianisten. Und so wie mich Alberto Ferro schon mit seinen Rachmaninov Einspielungen überzeugt hatte, in denen er die Musik nicht zu virtuosem Show-Musizieren missbrauchte, so gelingt ihm auch in diesen Liszt-Transkriptionen, den Charakter der Musik richtig herauszustellen. Er wahrt den wienerischen Charme und die Leichtigkeit der Musik sowie ihren oft intimistischen Charakter und gibt genug Liszt hinzu, um auch den Bearbeiter zu seinem Recht zu verhelfen, ohne den Vater des Ganzen, Franz Schubert aus dem Bild zu verbannen.

Among the transcriptions by Franz Liszt (1811-1886), the Soirées de Vienne after Schubert’s piano waltzes occupy a special place. They are rarely performed all together, and the sixth Valse-Caprice in particular has become very popular.
These Soirées de Vienne demand a sensitive pianist. And just as Alberto Ferro had already convinced me with his Rachmaninov recordings, in which he did not abuse the music for virtuoso showmanship, so too in these Liszt transcriptions he succeeds in displaying the music’s character correctly. He preserves the Viennese charm and lightness of the music as well as its often intimate character, and adds enough Liszt to give the arranger his due as well, without banishing the father of it all, Franz Schubert, from the picture.

Alberto Ferro & Rachmaninov: Energie aus Zurückhaltung

 

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