Der Druck von vielen Seiten war wohl unerträglich geworden. Die Leitung der Deutschen Oper am Rhein  hat entschieden, die umstrittene ‘Tannhäuser’-Inszenierung nur noch konzertant aufzuführen (siehe auch: http://www.pizzicato.lu/tannhauser-skandal-um-was-geht-es-denn/).

Unverantwortliche Dilapidierung von Steuergeldern nennt man sowas wohl. In der Pressemitteilung heisst es, es sei der Intendanz im Vorfeld der ‘Tannhäuser’-Inszenierung von Burkhard C. Kosminski bewusst gewesen, « dass sein Konzept und die szenische Umsetzung durchaus kontrovers aufgenommen werden würden. Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten.

Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich.

Im intensiven Gespräch mit dem Regisseur Burkhard C. Kosminski haben wir die Möglichkeit der Abänderung einzelner Szenen diskutiert. Dies lehnt er aus künstlerischen Gründen ab. Selbstverständlich haben wir auch aus rechtlichen Gründen die künstlerische Freiheit des Regisseurs zu respektieren. Wir haben uns daher entschieden, den „Tannhäuser“ ab dem 9. Mai konzertant aufzuführen.  »

Eine Frage gibt es noch, und die muss beantwortet werden: Wann wird solchen Regisseuren, denen Komponisten, Werke und Musik völlig egal sind, weil sie nur ihre eigene Ideen im Kopf haben,  endlich das Handwerk gelegt?

 

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