Antonin Dvorak: Klavierquintette Nr. 1 op. 5 & Nr. 2 op. 81 + Bagatelles op. 47; Busch Trio, Maria Milstein, Violine, Miguel Da Silva, Viola; 1 CD Alpha 403; Aufnahme 12/2017, Veröffentlichung 08/06/2018 (80'41) – Rezension von Remy Franck

Wenn die so spielen, wie sie auf dem CD-Cover aussehen, im dunkeln Abendkleid, mit grauen Anzügen, schwarzer Krawatte und todernstem Blick, dann kann das ja mal was werden, dachte ich mir, als ich die CD in den Player legte. Nun, es ist tatsächlich eine in jeder Hinsicht überraschende CD.

Die Buschs und Mitspieler spielen die Dvorak-Quintette und die Bagatellen zwar sehr lebhaft und sogar geist- und einfallsreich, und auch ausdrucksvoll, hüten sich aber davor, der Musik einen volkstümlichen Touch zu geben.

Dvorak wird in diesen Interpretationen mit viel Raffinement und Noblesse zum spitzmündigen Aristokraten. Dabei war er alles andere als das. Großes Unbehagen beschlich ihn, den einfachen tschechischen Musiker, als er in Cambridge die Ehrendoktorwürde entgegennahm, und nicht weniger unwohl fühlte er sich, als er Jahre später von Kaiser Franz-Joseph ausgezeichnet wurde. Dvorak war alles andere als ein Rastignac, also jemand der nach höheren Positionen strebt, schrieb sein Biograph Philippe Simon, der unterstrich, dass Dvorak ganz bewusst und dezidiert ‘für das Volk’ schrieb. Daher empfinde ich den vornehmen Eindruck, den die vorliegenden Interpretationen auf mich machen, als falsch.

In these performances, Dvorak loses his simplicity, which had no trace of ostentation, he loses his profound humanistic sentiment coupled with reticence and a profound love of the countryside. The music, instead, is ennobled and elegantly refined. Technically, of course, we are at a very high level.

 

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