Robin Holloway: Partiten Nr. 1 & 2 + Lament; Peter Seabourne: Encounters for four horns + Julie Dances + Mille Fiori + The Black Pegasus; Ondrej Vrabec, Hana Sapakova, Daniela Roubickova, Michaela Vincencova, Horn, Mio Sakamoto, Klavier; 1 CD Sheva SH241; Aufnahme 2019/20; Veröffentlichung 01/06/2020 (61'21) – Rezension von Uwe Krusch

Viele Musiker sind auf dem einen oder dem anderen Gebiet begabt. Oder sie erschließen sich erst das eine, dann das andere, wie Instrumentalisten, die ins Dirigierfach wechseln. Insofern nimmt der tschechische Hornist und Dirigent Ondrej Vrabec eine besondere Position ein, da er beide Metiers nebeneinander pflegt. Hier stellt er sich ausschließlich als Hornist vor, der immer wieder auch Initiator für neue Werke für sein Instrument ist.

In diesem Fall handelt es sich um Kompositionen von Robin Holloway und seinem Schüler Peter Seabourne für ein, zwei oder vier Hörner oder Horn und Klavier. Die sieben Werke mit 25 Sätzen dauern bis auf The Black Pegasus nur Sekunden oder wenige Minuten.

Beide Komponisten zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Kompositionsweise sich inzwischen zu einem unabhängigen Stil entwickelt hat, der zwar neue Tendenzen nicht ablehnt, aber gern auch unmittelbar verständliche und ansprechende Formen wühlt, die bis hin zur Romantik zurückweisen. Zusammen mit dem ausgeprägt schmelzenden Stil von Ondrej Vrabec, der die Position des Solohornisten der Tschechischen Philharmonie seit vielen Jahren prägt, ergeben sich vielfältige Hörerlebnisse für dieses Blasinstrument, die im Black Pegasus auch mal ungewohnte bildmalerische Qualitäten haben.

Die anderen Beteiligten stammen ebenfalls aus der Tschechischen Republik oder haben, im Fall der japanischen Pianistin Mio Sakamoto, dort ihre Heimat gefunden. Insbesondere die jungen Hornistinnen stellen dabei nicht nur Begleiterinnen für Vrabec, sondern agieren selbstbewusst und präsentieren ihre Stimmen mit klingendem Nachdruck.

On this CD, the Czech horn player and conductor Ondrej Vrabec presents himself exclusively as a horn player with compositions by Robin Holloway and his pupil Peter Seabourne for one, two or four horns or horn and piano.
Both composers show an independent style which, while not rejecting new tendencies, likes immediately comprehensible and appealing forms. Together with the distinctly soft style of Ondrej Vrabec, this results in a variety of pieces which sometimes have unusual pictorial qualities, like in The Black Pegasus.
The other participants also come from the Czech Republic or, in the case of the Japanese pianist Mio Sakamoto, have found their home there. The performances of the young horn players are outstanding.

 

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