Jacques Fromental Halévy: Le Dilettante d'Avignon; Melody Louledjian (Élise), Virginie Pochon (Marinette), Julien Véronèse, (Valentin), Arnaud Marzorati (Casanova / Maisonneuve), Mathias Vidal, (Dubreuil), Chœur régional Provence-Alpes-Côte d'Azur, Orchestre Régional Avignon Provence, Michel Piquemal; 2 CDs Klarthe K073; Liveaufnahme 04/2014, Veröffentlichung 15/03/2019 (82'29) – Rezension von Remy Franck

Halévys ‘Le dilettante d’Avignon’, eine komische Oper aus dem Jahr 1829, war damals ein großer Erfolg, und dennoch geriet die Oper in Vergessenheit. Jetzt legt Klarthe einen schon 5 Jahre alten Livemitschnitt aus der Oper von Avignon vor.

Zunächst muss ich meinem Ärger über die editorische Arbeit des Labels Luft machen. In einem achtseitigen Booklet mit einer Schriftgröße, die eine Lupe erforderlich macht, gibt es zwar überlange Künstlerbiographien, aber nur eine knappe Seite über das Werk, ohne wirkliche Inhaltsangabe, ohne ein mit Tracknummern versehenes Resümee und natürlich kein Libretto. In diesem Falle ist dies eine Frechheit gegenüber dem Käufer.

Für unsere Leser: Das Libretto findet man hier.

Die Oper spielt im Theater in Avignon. Der Regisseur Casanova (eigentlich ein Franzose) behauptet, nur italienische Musik zu lieben. Tatsächlich ist er ein musikalischer Dilettant und spricht zudem gar kein Italienisch. Nachdem er seine französischen Musiker entlassen hat, lässt er einige italienische Sänger vorsingen, die letzten Endes aber die in Verkleidung auftretenden Franzosen sind. Schließlich wird der Schabernack enthüllt, und alle sind sich einig, dass es das Beste ist, die Vorzüge sowohl der französischen als auch der italienischen Tradition zu nutzen.

Halévy hat für diese Handlung eine wirklich charmante und musikalisch hochwertige Musik komponiert, die sich höchst angenehm anhören lässt und sehr unterhaltsam ist. Da die meisten Sänger gut artikulieren und die Textverständlichkeit hoch ist, lässt sich die Geschichte einigermaßen gut verfolgen, auch wenn man (ohne Libretto) nicht immer weiß, wer gerade singt, denn auch das ist der Track-Liste nicht zu entnehmen. Schande über den Herausgeber!

Die Aufführung mit dem ‘Chœur Régional Provence-Alpes-Côte d’Azur’ und dem ‘Orchestre Régional Avignon-Provence’ ist erstaunlich gut. Offenbar hat sich der Dirigent Michel Piquemal voll dafür eingesetzt diese Wiederentdeckung zu einem brillanten und spritzigen musikalischen Ereignis zu machen.

Auch von den Sängern kommen (abgesehen von einigen dem Livecharakter der Aufnahme zuzuschreibenden kleineren Problemen) durchwegs gute Leistungen, so dass sich das Ohr an guter Musik erfreuen kann.

Halevy’s opéra comique Le Dilettante d’Avignon offers such a good and enjoyable music that it is unbelievable that it took so long to have a good recording of it. And this one is really good, because Michel Piquemal has all the enthusiasm and charisma to inspire his committed Avignon forces.

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