Franz Schubert: Arpeggione-Sonate D. 821 für Cello & Klavier + Nacht und Träume D. 827 für Cello & Klavier; Robert Schumann: Fantasiestücke op. 73; Adagio & Allegro op. 70; Du bist wie eine Blume aus Myrthen op. 25 für Cello & Klavier; Reza Vali: Persische Volkslieder + Soltani: Persian Fire Dance; Kian Soltani (Cello), Aaron Pilsan (Klavier); 1 CD Deutsche Grammophon 0289 479 8100 8; Aufnahme 01/2017, Veröffentlichung 02/2018 (78'37) – Rezension von Remy Franck

Franz Schubert hat nichts für das Cello komponiert, daher spielen viele Cellisten Bearbeitungen. Und da drängt sich dann die Arpeggione-Sonate auf, die sich dem Cello wie auch der Bratsche direkt anbietet. Der österreichisch-persische Cellist Kian Soltani spielt sie flüssig-lyrisch, mit viel Wärme und Innigkeit und macht mit seinem hervorragenden Klavierpartner, dem Österreicher Aaron Pilsan, auch die Gefühlsregungen in der Musik hörbar.

So verliert die ‘Arpeggione’-Sonate den ihr nachgesagten, virtuos-mondänen Charakter und wird zu einem beseelten Werk. Das Schmerzliche kommt dabei im Adagio nicht nur im Cello, sondern auch im höchst empfindsamen Klavierspiel zum Ausdruck. Spielfreude, Engagement und vor allem innere Anteilnahme zeichnen also diese Interpretation aus.

Schumanns ‘Drei Fantasiestücke’ wurden für Klarinette und Klavier komponiert, aber der Komponist vermerkte, dass sie auch vom Cello oder der Bratsche gespielt werden können.

Auch in diesen Stücken sind Soltani und Pilsan auf einer Wellenlänge, phrasieren optimal und gestalten ein überzeugendes Wechselspiel. Hier, wie in den anderen Werken, vor allem dem Schumannschen ‘Adagio und Allegro’ op. 70 (im Original für Horn und Klavier) ist Soltanis Tongebung von einer wunderbaren Wärme. Doch auch Aaron Pilsan glänzt nicht nur durch eine hervorragende Technik, sondern durch eine Kunst des Hinhörens und Mitatmens, die zutiefst beeindruckt.

Neben dem Österreicher Schubert und dem Deutschen Schumann gibt es einen dritten Komponisten im Programm, den Iraner Reza Vali, dessen ‘Persian Folk Songs’ anfangs mit ihren sinnlichen und im Grunde romantischen Melodien nach Schumann keinen Bruch verüben. Es gibt aber darunter auch rhythmischere und schnellere Tänze, sowie am Ende, von Soltani selber, seinen ‘Persischen Feuertanz’, das klanglich modernste Stück der CD, das der Cellist vor einigen Jahren komponierte und von dem er im Booklet sagt: « Ich kannte damals noch so gut wie keine persische Musik. Es gibt auch keinen persischen Feuertanz. Aber klar war, es ist ein Tanz, den man rasch und mit Feuer spielen muss – deshalb der Persische Feuertanz. »

With a very elegant yet also deeply sensitive version of Schubert’s Arpeggione Sonata, warmly played Schumann works and the quite romantic and sensual Folk Songs by Reza Vali, this is a disc showing as much the flawless technique of both cellist Soltani and pianist Pilsan as it proves the musicians’ inner commitment. Highly recommended.

 

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