Wolfgang Rihm: Gedicht des Malers; Pascal Dusapin: Aufgang; Bruno Mantovani: Jeux d'eau pour violon et orchestre; Renaud Capuçon, Violine, Wiener Symphoniker, Philippe Jordan, Orchestre Philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung, Orchestre de l'Opéra national de Paris, Philippe Jordan; 1 CD Erato 0825646026876; Aufnahme 2012/2015, Veröffentlichung 11/2016 (65'44) - Rezension von Remy Franck

Drei zeitgenössische Violinkonzerte stehen auf dem Programm dieser CD. Das viertelstündige ‘Gedicht des Malers’ von Wolfgang Rihm ist Renaud Capuçon gewidmet, wurde von den Malereien Max Beckmanns inspiriert und ist eine Hommage an Eugène Ysaÿe. Die fein gezeichnete Musik bleibt von Anfang bis Ende schwebend und suggestiv, wie ein Traum.

Das Konzert von Dusapin, ‘Aufgang’, ist doppelt so lang und hat 3 Sätze. Im ersten entwickelt sich der helle Geigenklang auf eher dunklen Streicherklängen des Orchesters im zweiten, der bewegunsreicher ist, stärker akzentuiert und trotzdem auch recht meditativ, in dem Renaud Capuçon sich sehr engagiert und gefühlvoll gibt.

Der dritte Satz ist, verglichen mit den beiden ersten, etwas ‘décousu’, leicht zusammenhanglos und entbehrt der klanglichen Reize, die die Stärke der beiden ersten Teile ausmachen.

Wie die beiden ersten Werke ist auch die Einspielung des Mantovani-Konzerts live entstanden, und zwar bei der Uraufführung der Komposition im Jahre 2012 in der ‘Salle Pleyel’ in Paris.

Der Titel bezieht sich auf die Inspirationsquelle, einen Sturzbach in den Bergen. Die Geige sei ideal, um Wasser musikalisch auszudrücken sagt der Komponist, der seine Musik als wissenschaftlich und zugleich naturalistisch bezeichnet. Und das Wasser stößt sich an der natürlichen Umwelt wie der Bogen am der Saite. Entsprechend gibt es in der Musik für die fließende Geige eine sehr geräuschhafte Klangkulisse. Ein sicher interessantes und ganz besonderes Werk, das von Capuçon und dem Orchester der Pariser Oper unter Philippe Jordan spannungsvoll gespielt wird.

Renaud Capuçon plays three contemporary violin concertos with commitment, passion and purity.

 

 

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