Ivan Fischer
(c) Alfonso Salgueiro

….. meint unser Mitarbeiter Alain Steffen, wenn das Konzert mit Ivan Fischer und dem Budapest Festival Orchestra in der Luxemburger Philharmonie sonst auch keinen bleibenden Eindruck bei ihm hinterließ.

Wagners Siegfried-Idyll leitete gestern Abend das Konzert der Budapester ein. Dirigent Ivan Fischer, der ja immer für eine Überraschung gut ist, hatte diesmal bei Wagner und Mozart die Holzbläser um das Dirigentenpult und somit vor die Streichergruppen gesetzt, was sich dann auch positiv auf das Klangbild auswirkte. Insbesondere im Siegried-Idyll konnte er dadurch den kammermusikalischen Charakter unterstreichen. Auch Mozarts Konzert für 2 Klaviere und Orchester KV 365 gewann durch diese sinnvolle Umstellung an Relief. Hier waren es allerdings die Brüder Arthur und Lucas Jussen, die durch ihr phänomenales Spiel auftrumpften. Ihnen gelang das Kunststück, sehr virtuos und individuell gestalten zu können und trotzdem immer aus dem Orchester heraus zu spielen. So erreichten sie zusammen mit Ivan Fischer und dem dunkeltimbrierten Budapest Festival Orchestra die perfekte Klangbalance.

Ivan Fischer
(c) Alfonso Salgueiro

Überhaupt war Klangbalance das Hauptthema des Abends. Sowohl das Siegfried-Idyll wie auch das Mozart-Konzert und die anschließend gespielte 3. Symphonie, die  Eroica von Ludwig van Beethoven beeindruckten durch einen natürlichen Atem und ein vollendetes Zusammenspiel aller Instrumentengruppen. Interpretatorisch allerdings begnügten sich die Musiker und ihr Dirigent mit einem klangschönen, traditionellen und zum Teil ja sogar behäbigen Spiel, dem es trotz Perfektion und  musikalischem Fluss durchgehend an Drive, Spielfreude und Innovation fehlte. Wenn man da an die aufregende Eroica mit Maxim Emelyanychev und dem Scottish Chamber Orchestra vor einigen Monaten zurückdenkt….. Nun gut, es muss ja auch nicht immer innovativ sein, und klassisch schön geht eigentlich immer.

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