Sergei Rachmaninov: Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll; Piotr I. Tchaikovsky: Klaviertrio a-Moll op. 50; Trio Testore; 1 CD Audite 92.691; 10/13 (64’54) – Rezension von Guy Engels

Mit seiner fulminanten Brahms-CD hat das Trio Testore sich selber die Latte sehr hochgelegt und dementsprechende Erwartungen geweckt, denen es mit dieser Rachmaninov-Tchaikovsky-Einspielung vollauf gerecht wird.

Das Programm vereint zwei untypische Klaviertrios, die im Grunde Gedenkmusiken sind. Rachmaninows erstes Trio élégiaque hat keinen bestimmten Adressaten. Tchaikovsky hat sein Klaviertrio mit Variationensatz seinem langjährigen Förderer und Weggefährten Nikolai Rubinstein gewidmet – ‘à la mémoire d’un grand artiste’. Beiden Werken ist die melancholische Grundstimmung gemein, die das Trio Testore mit packender Intensität wiedergibt, ohne übermäßig pathetisch zu werden und in die Karikatur abzugleiten. Schon der schwebende, nahezu mysteriöse Einstieg ins Rachmaninov-Trio läßt die tiefe Emotionalität erahnen, die uns erwartet. Während uns bei Rachmaninov die lyrisch-nachfühlende gesangliche Ausgestaltung des Hauptthemas fesselt, ist es bei Tchaikovsky die poetische Melancholie.

Das Trio Testore musiziert auf kammermusikalisch höchstem Niveau. Es ist ein organisches Musizieren, intensiv im Ausdruck und klar in der Gestaltung auch kleinster musikalischer Elemente, ein Musizieren, das den Zuhörer mit einbindet, auch wenn die letzte Note schon lange verklungen ist.

The technicaly outstanding Trio Testore plays the two basically melancholic compositions with packing intensity without being caricatural.

 

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