Claude Debussy: Estampes, Suite bergamasque, La plus que lente, Elégie, Préludes (1. Buch); Daniel Barenboim, Klavier; 1 CD Deutsche Grammophon 002894798741; Aufnahme 08/1998 & 10/2017, Veröffentlichung 01/2018 (69’40) - Rezension von Alain Steffen

Erstaunlich! Daniel Barenboim hat sich sehr lange Zeit gelassen, ehe er sich mit Debussys Klavierwerken ins Aufnahmestudio traute. Die Orchesterwerke hat er schon vor vielen Jahren aufgenommen, aber die Klavierstücke fehlten bisher. ‘Estampes’, ‘Suite bergamasque’, ‘La plus que lente’ und die ‘Elégie’ wurden zwar bereits 1998 aufgenommen, der erste Band der ‘Préludes’ erst im Oktober 2017.

Daniel Barenboims Interpretationsansatz hat sich in den zwanzig Jahren, die zwischen den Aufnahmesitzungen liegen, nicht wesentlich verändert.  Sowohl 1998 als auch 2017 erleben wir einen sehr gereiften Interpreten, der es nicht mehr nötig hat, auf Effekte zu setzen. Barenboims Debussy ist klar, atmosphärisch dicht und wunderschön. Im Gegensatz zu anderen Pianisten, die die Modernität in den Vordergrund stellen, bleibt Barenboim im Ausdruck sehr impressionistisch. Er zaubert wunderschöne Farben, die Tempi sind angepasst, das Spiel zurückgenommen. Und eigentlich passiert recht wenig. Barenboims Debussy sind Momentaufnahmen schöner Bilder, der Hörer betrachtet, hört, erlebt und genießt.

In these recordings from 1998 and 2017, Daniel Barenboim does not emphasize the modernism in Debussy’s’ piano music. His playing is impressionistic, colourful, undemonstrative and above all of a moving beauty.

 

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