Franz Schubert: 3 Klavierstücke op. posth. D 946; Johannes Brahms: 6 Klavierstücke op. 118; Frédéric Chopin: Mazurken op. 67/2 & 4. Op. 68/4; Maria Gabrys, Fortepiano; 1 SACD Ars Produktion 38173; Aufnahme 09/2014, Veröffentlichung 03/2016 (60’40) - Rezension von Alain Steffen

Erstaunlich, dass man den Namen Maria Gabrys kaum kennt. Die polnische Pianistin begeistert hier mit ihrer kraftvollen und schnörkellosen Interpretation später Klavierwerke von Franz Schubert, Frédéric Chopin und Johannes Brahms. Der besondere Charme dieser Einspielungen kommt durch die Benutzung eines historischen Blüthner-Flügel von 1874. Man spürt, dass Maria Gabrys den Klang dieses Instruments mag. Dort, wo andere Pianisten oft hilflos dem Klang ausgeliefert sind und dann nur eher unzusammenhängende und vor allem unschöne Interpretationen hervorbringen, stellt die Pianistin den Flügel ganz in den Dienst der Werke. Ob jetzt bei Schuberts ‘3 Klavierstücken’ oder den ‘6 Klavierstücken’ von Johannes Brahms, Maria Gabrys verführt den Hörer mit ihrem wunderbaren Spiel und lässt ihn an einer ganz besonderen und ungewohnten Klangwelt teilhaben.

Interessant ist es, Gabrys Interpretation der Brahms-Stücke mit der wunderbaren Einspielung von Sophie-Mayuko Vetter (auf Hänssler Classic) zu vergleichen. So verschieden kann Brahms interpretiert werden! Auch die kurzen Chopin-Mazurken sind ein Musterbeispiel an Klang- und Stilgefühl, so dass man gerade von Chopin noch gerne mehr gehört hätte. Platz hätte es ja noch gegeben…

Die Surround-Technik kommt der Klangentfaltung sehr zu Gute, so dass man Maria Gabrys neue CD nur empfehlen kann.

Coherent performances with a very personal touch, exploring the special sound world of a Blüthner grand from 1874.

 

  • Pizzicato

  • Archives