Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 op. 58, Symphonie Nr. 7 op. 92, Coriolan-Ouvertüre op. 62, Symphonie Nr. 3 op. 55 (Eroica); Wilhelm Backhaus (Klavier), Wiener Philharmoniker, Hans Knappertsbusch; 2 CDs Orfeo C 901 162 B; Aufnahmen 1954 + 1962, Veröffentlichung 04/2016 (139'12) – Rezension von Norbert Tischer

Mit Wilhelm Furtwängler und Clemens Krauss gehörte Hans Knappertsbusch zu den typisch deutschen Dirigenten, die sich hauptsächlich auf die Werke Beethovens, Brahms, Bruckners und Wagners konzentrierten.

Diese beiden CDs zeigen ihn als Beethoven-Dirigenten. Das erste Programm aus dem Jahre 1954 enthält eine Ausführung von Beethovens 4. Klavierkonzert mit Wilhelm Backhaus, die sehr spontan ihren Beethoven feiern. Störend ist der mickrige Klang des Klaviers.

Beethovens Siebte Symphonie beginnt sehr heroisch und ist im Andante ergreifend elegisch. Die beiden schnellen Sätze Scherzo und Finale werden akzentreich und relativ zügig musiziert. Der sehr exponierte Streicherklang ist dick und vibratoreich.

Auf der zweiten CD hat die ‘Eroica’ nur leicht andere Tempi als die Aufnahmen aus Bremen und Berlin. Wir haben es also auch hier mit einer generell sehr langsam dirigierten ‘Eroica’ zu tun. Doch langweilig wird die Musik in keinem Moment. Die Intensität des Musizierens, die Spontaneität der Akzente und vor allem die gefühlvolle Wärme geben der Musik in den ersten beiden Sätzen eine elegische Grundstimmung. Das von den Hörnern dominierte Trio im relax dirigierten Scherzo muss man erst gehört haben, um es zu glauben. Und das Finale ist eine Rubatofahrt, die ein ganz außergewöhnliches Erlebnis garantiert.

Hans Knappertsbusch’s Beethoven performances are slow but intense, spontaneous and despite their tempo never boring.

 

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