Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett Nr. 19 KV 465 Dissonanzenquartett - Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 D 810, Der Tod und das Mädchen; Fine Arts Quartet (Ralph Evans Efim Boico, Violine, Jerry Horner, Viola, Wolfgang Laufer, Cello); # Le Palais des Dégustateurs  LPDD046; Aufnahme 1986, Veröffentlichung 29.08.2025 (68'38) - Rezension von Remy Franck ** (For English please scroll down)

Dieses vormals quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom Schweizer Label Lodia veröffentlichte Album wurde 1986 in St. Barnabas in London aufgenommen.

Mozarts Dissonanzenquartett, das letzte der sechs Haydn-Streichquartette, beginnt mit einer langsamen Einleitung, und die Musik entwickelt sich dann vom Schatten zum Licht, von der Tonart Moll nach Dur, mit Harmonien, die sich nach und nach auflösen, mit für die damalige Zeit unerhörten Dissonanzen.

Diese mag man in anderen Interpretationen nicht so geschönt gehört haben wie in der vorliegenden Einspielung, doch das Fine Arts Quartet verbindet Klangschönheit mit Ausdrucksintensität. Während alle Feinheiten der Musik auf ganz natürliche und selbstverständliche Weise ausgelotet werden, gelingt den vier Musikern dennoch eine spannende Interpretation mit einem dialogreichen Zusammenspiel.

Schuberts Quartett ‘Der Tod und das Mädchen’ entstand 1824, ein Jahr nach seiner Erkrankung an der Syphilis, als er sich bewusst geworden war, dass er nie wieder gesund werden könnte.

Diese Tragik offenbart sich in der Interpretation des Fine Arts Quartet gleich am Anfang, und es wird klar, dass die vier Musiker tief in die Musik eintauchen und den Hörer in Schuberts Verzweiflung mit hineinziehen.

So intensiv, wie sie aufeinander hören, so intensiv dringen sie in das Innere der Musik vor, um Schuberts Unrast und seine Verzweiflungsausbrüche hörbar werden zu lassen.

This album was previously released by the Swiss label Lodia to virtually no public attention. It was recorded in 1986 at St. Barnabas in London.

The Dissonance Quartet, Mozart’s last of six Haydn string quartets, begins with a slow introduction. The music then develops from shadow to light and from minor to major key. Harmonies gradually dissolve into dissonances unheard of at the time.

While these may not have been heard in such a beautiful way in other interpretations, in this recording, the Fine Arts Quartet combines beautiful sound with intense expression. Exploring all the subtleties of the music in a natural and self-evident way, the four musicians still manage to create an exciting interpretation with rich interplay.

Schubert wrote his quartet ‘Death and the Maiden’ in 1824, a year after contracting syphilis and realizing he would never recover.

This tragedy is revealed right from the start in the Fine Arts Quartet’s interpretation, and it becomes clear that the four musicians immerse themselves deeply in this music, drawing the listener into Schubert’s despair.

They penetrate the innermost depths of the music, listening intensely to each other to make Schubert’s restlessness and outbursts of despair audible.

  • Pizzicato

  • Archives