Say plays Say; Fazil Say: Ses op. 40b, Kumru op. 12/2, Black Earth (Kara Toprak), op. 8, Nazim op. 12/1, Sevenlere Dair op.12/3, Bodrum op.41b, Paganini Jazz op. 5c, Alla turca Jazz op. 5b, Yeni bir gülnihal op. 5e, Devr-i Turan Four Dances of Nasreddin hodja op. 1, Fantasy Pieces op. 2, Nietzsche und Wagner op. 49; Fazil Say, Klavier; 1 CD Naïve V 5400; 1993-2013 (62') – Rezension von Remy Franck

Fazil Says eigene Werke für Soloklavier reichen von erfrischend melodisch – wie eine kleine Brise vom Meer – über düster-aufgewühlte, dramatische Musik bis hin zu jazzigen Stücken.

Die Kompositionen des türkischen Pianisten sind meistens kurz, oft gedacht als Konzertzugaben, aber keineswegs belanglos. Sie verraten auch seine Liebe zu seinem Heimatland – dessen Politiker diese Liebe aber auch gar nicht erwidern – und zeigen seine überbordende Musikalität. Höhepunkte sind die unglaublich virtuose Jazzfassung von Paganinis ‘Caprice Nr. 24’, die swingende, Ragtime-artige Paraphrase über Mozarts ‘Türkischen Marsch’ (Alla Turca Jazz) und Says heute weltweit bekanntes, tief emotionales Stück ‘Black Earth’. Aber auch ‘Four Dances Of Nasreddin Hodja’, eine rhythmisch verzwickte Hommage an den türkischen Don Quichotte Nasreddin Hoca, das seiner Tochter gewidmete Lied ‘Kumru’ (Turteltaube), die quirligen Fantasiestücke und das im Sommer 2013 bei den Bayreuther Festspielen uraufgeführte ‘Nietzsche und Wagner’ sollte man nicht unterschätzen.

Die die Stücke erklärenden Linernotes zur CD schrieb Fazil Say selbst, was der ohnehin sehr persönlichen Platte eines der individualistischsten Pianisten unserer Zeit einen zusätzlichen persönlichen Touch gibt.

This is a valuable choice of Fazil Say’s compositions for solo piano, confidences of a highly individualistic pianist. The music ranges from a fresh air breeze to emotionally dramatic or, on the other side, playful jazzy pieces. Amazing!

 

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