Luigi Boccherini: Stabat Mater; Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett Es-Dur KV 428; Felix Mendelssohn Bartholdy: Salve Regina; Dorothee Mields, Sopran, Miriam Shalinsky, Kontrabass, Salagon Quartett; 1 CD Carus 83.470; Aufnahme 07/2016, Veröffentlichung 03/2017 (72'08) – Rezension von Remy Franck

Luigi Boccherinis ‘Stabat Mater’ G. 532 ist eine der intimistischsten Vertonungen des Textes. Das  unterstreicht die hier eingespielte Erstfassung für Sopran und Streichquintett aus dem Jahr 1781. Die Aufführung ist instrumental von einer wirklichen künstlerischen und geistigen Empfindlichkeit geprägt. Dorothee Mields verlässt aber auch, wenn möglich, die allgegenwärtige Atmosphäre von verinnerlichter Religiosität und gibt ihrem Gesang dann den dramatischen Relief, den der Text verlangt.

Die Aufnahme wird ergänzt durch Mozarts Streichquartett Es-Dur KV 428, eines der ‘Haydn-Quartette’, in denen Mozart seinem verehrten geistigen Meister und Mentor seine Bewunderung ausdrückte und alles von ihm Erlernte weiterführte. Das Quartett Nr. 16 ist hier in einer Aufführung zu hören, die seiner Konzentration und Vergeistigung vollauf gerecht wird. Es ist eine beglückende, klangschöne, auch technisch herausragende Aufnahme! Dennoch muss man fragen, warum die Salagons nicht eines der Boccherini-Streichquintette ins Programm geholt haben.

Zum Schluss erklingt dann noch das kurze, 1824 entstandene Salve Regina von Felix Mendelssohn Bartholdy, von Dorothee Mields mit warmer Stimme gefühlvoll vorgetragen.

In the first version for string quintet and soprano, Boccherini’s Stabat Mater fully gets its idiosyncratic intimist character. The Salagon Quartet is convincing also in a beautiful account of Mozart’s Quartet K. 428.

 

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