Violinkonzerte von Brahms, Mozart (Nrn. 1+5), Tchaikovsky; Violinsonaten von Beethoven, Brahms, Debussy, Enescu, Grieg, Janacek, Poulenc; Charakterstücke von Bram van Camp, Kimmo Hakola, Franz Schubert; Stella Chen, Stephen Kim, Timothy Chooi, Julia Pusker, Luke Hsu, Seiji Okamoto, Yukiko Uno, Eva Rabchevska, Ioana Cristina Goicea, Shannon Lee, Ji Won Song, Sylvia Huang, Violine, Takashi Sato, Victor Santiago Asuncion, José Gallardo, Boris Kusnezow, Klavier, Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, Belgian National Orchestra, Jean-Jacques Kantorow, Hugh Wolff; 4 CDs Queen Elisabeth Competition QEC2019; Aufnahme 05/2019, Veröffentlichung 06/2019 (www.cmireb.be), International 23/08, Deutschland erst am 6. September (314') – Rezension von Uwe Krusch

Instrumentalwettbewerbe gibt es viele. Davon sind einige, wie auch der Reine Elisabeth Wettbewerb in Brüssel, bekannter und angesehener als andere. Vom diesjährigen Wettbewerb liegt die Box mit CDs vor, auf denen die sechs ersten Preisträger und die Laureaten im Fach Violine musizieren. Zwei Scheiben bieten Orchesterwerke, zwei Sonaten. Die beiden Erstplatzierten sind doppelt vertreten, Stella Chen mit dem Tchaikovsky-Konzert und der Fantasie von Schubert sowie Timothy Chooi mit dem 5. Mozart-Konzert und der dritten Grieg-Sonate. Alle anderen jungen Solisten wurden jeweils nur mit einem Stück berücksichtigt.

Wohl wenig erstaunlich ist das hohe Niveau der Darbietungen. Und auch die musikalischen Ausformulierungen wissen durchaus zu überzeugen. Gerade in der Interpretation lässt die erste Preisträgerin, Stella Chen, aufhorchen. Ist die Fantasie von Schubert schon überzeugend, so richten sich die Ohren automatisch auf die Lautsprecher aus und man wagt kaum zu atmen, wenn sie das Tchaikovsky-Konzert präsentiert. Diese sehr persönliche Sicht ist jedes noch so großen Solisten würdig.

Gefallen finden auch die Darbietungen der beiden Wettbewerbskompositionen. Das Scherzo-Bagatelle von Bram Van Kamp, gespielt von Luke Hsu und Fidl op. 99 von Kimmo Hakola, hier ist Seiji Okamoto zu vernehmen, sind intensive, kleinformatige Stücke, die aber mit Aussagekraft zu gefallen wissen. Während Scherzo-Bagatelle einen neutönenden Ansatz vorgibt, ist Fidl geschmeidiger, aber ebenso inhaltsstark.

Bei den Sonaten hinterlassen Ioana Cristina Goicea mit der dritten Enescu Sonate sowie Publikumspreisträgerin Sylvia Huang mit dem Werk von Janacek noch besonderen Eindruck.

So bietet diese Veröffentlichung nicht nur einen spannenden Querschnitt durch die Geigenliteratur, sondern auch die Chance, junge Künstler wahrzunehmen, von denen sicher noch zu hören sein wird.

Außerdem darf nicht die erfreuliche Begleitleistung der Pianisten und der beiden Orchester überhört werden. In den Konzerten von Tchaikovsky und Brahms spielt das Belgische Nationalorchester unter der Stabführung von Hugh Wolff, der dem Orchester seit zwei Jahren als Chef vorsteht. Für die Mozartwerke hat das kleinere Orchestre Royal de Chambre de Wallonie die begleitende Funktion übernommen. Ihm steht Jean-Jacques Kantorow vor, der ja selber auch mit der Violine mehr als vertraut ist. Insbesondere, wenn die Interpretationen der jungen Künstler mitreißen, wie beim Tchaikovsky-Konzert, dann sind auch die Orchester und Dirigenten hellwach und tragen das ihre zum hervorragenden Gelingen bei.

The recordings from this year’s Queen Elisabeth Competition in Brussels feature the prize winners and the finalists. The high technical quality is just as convincing as the mostly appealing interpretations. First prize winner Stella Chen clearly stands out with an amazing performance of the Tchaikovsky Concerto.  

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