Oh, Boy! Mozart & French Opera Arias; Chabrier: O petite étoile (L’étoile); Gluck: Amour, viens rendre à mon âme (Orphée et Eurydice, after Bertini arr. Berlioz); Gounod: Versez vos chagrins dans mon âme (Faust); Depuis hier je cherche en vain mon maître...Que fais-tu, blanche tourterelle (Roméo et Juliette); Hahn: Un jour de plus...Alors, adieu donc, mon amour! (Mozart); Massenet: Allez, laissez-moi seul...Cœur sans amour, printemps sans roses (Cendrillon); Meyerbeer: Nobles seigneurs, salut! (Les Huguenots); Mozart: Pupille amate (Lucio Silla), Voi che sapete (Le nozze di Figaro), Dunque Sperar Poss'io...Il Tenero Momento (Lucio Silla), Và pure ad altri in braccio (La finta giardiniera), Non so più cosa son, cosa faccio (Le nozze di Figaro), Parto, parto, ma tu ben mio (La Clemenza di Tito); Offenbach: Vois sous l'archet frémissant (Les Contes d'Hoffmann), Voyez dans la nuit brune (Fantasio); Thomas: Non, ne la suivons pas...Sommeil, ami des dieux (Psyché); Marianne Crebassa, Mezzosopran, Mozarteum Orchestra Salzburg, Marc Minkowski; 1 CD Warner Classics 0190295927622; Aufnahme 01/2016, Veröffentlichung 28/10/2016 (72'36)

Erste Feststellung: mit 72 Minuten Musik hat die junge französische Mezzosopranistin Marianne Crebassa keine Mühe und Zeit gescheut, um dem CD-Käufer für sein Geld ein umfassendes Arien-Programm anzubieten.

Zweite Feststellung: Crebassa hat ein sehr persönliches, charakteristisches Stimmtimbre. Sie hat eine erkennbare Stimme, was heute immer seltener wird.

Dritte Feststellung: Dieses Stimmtimbre ist mal mehr, mal weniger nasal (ohne wirklich näselnd zu werden) und man hat den Eindruck, die Resonanzräume der Stimme hinderten den Klang, wirklich offen zu werden, wodurch mitunter sogar ein klein wenig Säuerlichkeit aufkommt. In einer guten Saalakustik mag das nicht weiter stören, auf der CD scheinen mir immer ein paar Prozent zu fehlen, um mein Hörvergnügen optimal werden zu lassen.

Vierte Feststellung: Marianne Crebassa ist ein großartiges Operntalent, denn neben dem strikt Stimmlichen fällt das Darstellerische ins Gewicht, und da hat die Sängerin wirklich alles, was sie braucht, um die Figuren lebendig und schillernd werden zu lassen. Und hier sind das ja nun lauter Boys, denn es ist ein reines Hosenrollenprogramm, das Crebassa singt. Die geschmeidige Stimme zeichnet sich kontinuierlich durch eine große, leidenschaftliche Ausdruckskraft aus.

Marc Minkowski hält das Mozarteumorchester zu einem ebenfalls expressiven Spiel an, so dass sich der Opernfreund am Ende nicht nur wegen der 72 Minuten als verwöhnt betrachten darf.

Marianne Crebassa is a great operatic talent. She is able to give each of the roles she is singing its own character. Vocally, she has a lot to offer, yet sometimes, the voice is not open enough and lacks the brilliance one would have expected. At the end however, the overall impression is very good.

 

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