Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7; Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58; Ragna Schirmer, Klavier, Staatskapelle Halle, Ariane Matiakh; 1 CD Berlin Classics 0300928BC; Liveaufnahme 03/2017, Veröffentlichung 08/09/2017 – Rezension von Remy Franck

Clara Schumanns einziges orchestrales Werk, das Klavierkonzert in a-Moll, welches sie bereits im Alter von sechzehn Jahren im Leipziger Gewandhaus zur Uraufführung brachte, spielte Ragna Schirmer auf dieser CD.

Zusammen mit der Dirigentin Ariane Matiakh gibt Ragna Schirmer dem etwa über 20 Minuten langem Konzert viel Charakter, ohne  die Musik in irgendeiner Hinsicht zu strapazieren: weder zu viel Gefühl noch Show-Virtuosität gibt es hier. Die Musik klingt ehrlich und engagiert, mit einer gewissen Leichtigkeit und schönen Farben. Die Interaktion mit dem Orchester unter der umsichtigen und detailfreudigen französischen Dirigentin funktioniert tadellos.

Im Klavierkonzert Nummer 4 von Ludwig van Beethoven, das Clara Schumann sehr oft aufgeführt hat und für das sie eigene, sehr lange Kadenzen schrieb bestimmen diese Kadenzen bestimmen den Charakter der Musik, so wie sie Clara Schumann gesehen haben dürfte: das Vierte wird hier zu einem Werk von musikalischer Grandeur. So großspurig und im langsamen Satz so pathetisch spielt man eigentlich heute Beethoven nicht mehr. Aber eben vielleicht einen Clara-Schumann-Beethoven. Und das macht dann auch das Besondere der Interpretation aus, in der es pianistisch auch viel an Virtuosität zu bewundern gibt.

Schirmer kümmert sich wenig um die lyrische Sensibilität, die dem Werk innewohnt, sie arbeitet nicht so sehr an den Kontrasten (wie etwa Claudio Arrau), sondern macht aus dem Werk ein großes romantisches Konzert, so wie es Clara Schuman wohl tat.

Die Aufnahmetechniker unterstützen mit einem kompakten Klangbild diese massive Interpretation.

With their characterful account of Clara Schumann’s Piano Concerto, Ragna Schirmer and Ariane Matiakh sign one of the best performances available of this early work. With Clara Schumann’s cadenzas Beethoven’s Fourth Piano Concerto is getting an overtly romantic and virtuoso character which is emphasized by the playing of Raga Schirmer. The music sounds massive and has a particular grandeur.

 

 

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