Goldberg mit Vorläufern
‘Bach’s Goldberg Variations and its predecessors’ nennt sich ein Video von C-Major, in dem der junge amerikanische Pianist Kit Armstrong ‘Hughe Ashton’s Ground’ von Byrd sowie Sweelincks Variationen über ‘Mein junges Leben hat ein End’ und ‘Erbarm dich mein, o Herre Gott’ den ‘Goldberg Variationen’ von Johann Sebastian Bach vorausgehen lässt. Aufgenommen wurde der Film 2016 im Concertgebouw in Amsterdam. Kit Armstrongs Interpretation sind hoch sensibel, mit einer großen dynamischen Bandbreite, vom leisteten Ton bis zum dramatischen Forte. Eine bewundernswerte Darbietung! (C Major 741608)

Film über Hitlers Pianistin
Einen glücklicherweise recht kritischen Film über die Nazi-Pianistin Elly Ney veröffentlicht Arthaus unter dem Titel ‘Mondscheinsonate – Die Volkspianistin Elly Ney’. Die Dokumentation zeigt die künstlerische und persönliche Geschichte der Künstlerin und die Eindeutigkeit ihrer pro-nazistischen Haltung während des Dritten Reiches. Dazu gibt es auf Video die Aufführung der 12. Sonate Ludwig van Beethovens. Die Box beinhaltet zudem 2 CDs, eine mit Aufnahmen diverser Kammermusikwerke Mozarts durch Elly Ney und Freunde, die bislang noch nie zuvor auf CD erhältlich waren, sowie eine weitere mit Gesprächen zwischen Elly Ney und ihrem Chauffeur. Die Aufmachung der Box kommt, so kritisch der biographische Film auch sein mag, leider einer Glorifizierung der Hitler-Pianistin gleich. (Arthaus 109336)

‘La Bohème’ im HLM-Viertel
Alex Ollé inszenierte Puccinis ‘La Bohème’ am ‘Teatro Regio’ in Turin. C-Major bringt jetzt die DVD heraus. Ollé verlegt die Handlung ohne zu viel Schaden anzurichten in die HLM-Vororte des heutigen Paris. Gianandrea Noseda pflegt Details und Transparenz, und so bekommt die Musik viele frische Farben. Das junge Sängerensemble wartet mit recht guten Leistungen auf, und wenn auch die Soloarien nicht unbedingt höchsten Ansprüchen gerecht werden, so sind die Ensembleszenen doch gut gelungen. In den großen Arien fallen vor allem der schwache und in der Höhe mit Problemen kämpfende Giorgio Berrugi sowie die Mimi von Irina Lungu negativ auf. Die 37-jährige Russin vibriert wie eine alte Matrone. Da der Video-Katalog gegenwärtig eine Reihe von Spitzenaufnahmen enthält, hat diese Produktion eine Chance nur bei Puccini-, ‘Bohème’, und ‘Teatro Regio’-Sammlern. (Blu-ray C Major 742704)

Domingo als Francesco Foscari, nun auch aus Mailand
Mit Domingo in ‘I Due Foscari’ aus Mailänder Scala bringt C-Major ein Konkurrenz-Video für die ‘Opus-Arte’-Produktion mit demselben Domingo aus dem ‘Royal Opera House’ in London unter Pappano auf den Markt. Und wegen dieses Pappano ist es, dass die Londoner Aufzeichnung jener aus Mailand den Rang abläuft. Michele Mariotti bleibt an der Scala als Dirigent allzu brav und sorgt sich eher darum, alles zusammenzuhalten als Akzente im Orchestergraben zu setzen. Ansonsten bleiben beide Sängerensembles weitgehend auf gleichem Niveau (in Mailand mit Anna Pirozzi als Lucrezia Contarini und Francesco Meli als Jacopo Foscari). Placido Domingo kann in beiden Filmen mit seiner großen Musikalität und der Qualität seiner tenoral-baritonalen Stimme überzeugen. Die Mailänder Inszenierung besorgte als Regisseur und Bühnenbildner Alvis Hermanis. Seine Arbeit ist zum Teil aufwändig, aber nicht immer schlüssig und mehr auf äußere Details denn auch psychoanalytische Personalführung bedacht. (C-Major 742008)

 

  • Pizzicato

  • Archives