Improvisationen über die ‘Winterreise’
‘Schubert.Metamorphosen’: Über Lieder aus Franz Schuberts Winterreise’ improvisieren ‘I Dioscuri’, Edgar Unterkirchner, Saxophon, und Wolfgang Horvath, Klavier, auf einer neuen CD von Gramola. Das stellt den Zyklus in ein neues Licht und bringt eindeutig Mehrwert. Die Improvisationen sind phantasie- und klangvoll und gehen zugleich auch respektvoll mit dem Ausgangsmaterial um (99125).

Goerne singt Schumann
Matthias Goerne singt 19 Lieder von Robert Schumann und stellt das Programm unter den Titel ‘Einsamkeit’. Vier davon stammen aus den Jahren 1840 und 1841, die übrigen aus den Jahren 1848-50, als der Zustand des Komponisten sich zusehend verschlechterte. Zwischen zarten und abgrundtiefen Gefühlen lotet Matthias Goerne die Stimmungen von Wohlbefinden und menschlicher Tragödie aus. Er macht deutlich, dass in der Musik zwischen Glück und Trauer manchmal nur ganz kleine Unterschiede liegen, aber er kann diese feinen Nuancen perfekt zum Ausdruck bringen. Am Klavier passt sich Markus Hinterhäuser den Farben in Goernes Stimme wunderbar an (Harmonia Mundi HMM 902243).

Mühsam
In seinen ‘Blue Series’ veröffentlicht das Warschauer Chopin-Institut Angela Hewitts Darbietungen beim Chopin-Wettbewerb 1980. Die damals 22-Jährige gewann keinen Preis, und daran mag ihr technisch allzu fehlerreiches Spiel schuld gewesen sein. Aber sie zeigt Individualität und musikalische Reife in Sachen Chopin. Dennoch: die vielen Fehler machen das Zuhören mühsam (NIFCCD 631).

Auf dem ältesten Cembalo der Welt
In ihrem neuen Album spielt die Cembalistin Catalina Vicens auf dem ältesten spielbaren Cembalo der Welt, das in Neapel um 1525 gebaut wurde, und bringt neapolitanische Musik aus der Zeit zum Klingen. Außerdem hat Catalina Vicens eine teils fiktive, teils historisch begründete Geschichte dieses Cembalos verfasst, die im Booklet zu lesen ist. Ein spannendes Projekt ist dies und sehr abwechslungsreich, wobei die Cembalistin besonders in den Charakterstücken sehr beherzt und ausdrucksvoll spielt (Carpe Diem 16312).

Fantasien für Gitarre und Klavier
Ein sehr verschiedenartiges Programm mit Kompositionen für Klavier und Gitarre spielt das Duo ‘Perlamusica’, bestehend aus Sophie Rudaz Mudry und Grégory Scalesia. Die Stücke von Castelnuovo-Tedesco, Hans Haug, Gerald Schwertberger, John W. Duarte, Astor Piazzolla und einigen anderen liegen den Interpreten im Blut. Sie spielen sie entsprechend fantasievoll und mit viel Herzblut. Ein apartes, schönes und ansprechendes Programm (Claves 50-1708)!

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