Abwechslungsreiches Frühbarock-Programm
‘Musica Ficta’, das exzellente kolumbianische Ensemble für Alte Musik, hat bei dem amerikanischen Label Centaur eine CD mit dem Titel ‘Dos estrellas le siguen – 17th Century Xácaras and Dances in Spain and Latin America’ herausgebracht. Es handelt sich hier um ein abwechslungsreiches, teils instrumentales, teils vokales Programm. Lieder und Tänze geben einen guten Eindruck meist frühbarocker Musik der iberischen Halbinsel und der spanischen und portugiesischen Kolonien. Vor allem aber fasziniert ‘Musica Ficta’ mit einem inspirierten, sehr farbigen und vitalen Gesang und Spiel. Ein besonderes Atout sind die Stimmen von Andreas Silva und Antonio Santos, die durch einen sehr klaren und charaktervollen Gesang auffallen (Centaur CRC 3501).

Rezniceks B-Werke
cd-rezni-cpoEmil Nikolaus von Rezniceks langatmiges Konzertstück E-Dur für Violine & Orchester, die nette Idyllische Ouvertüre ‘Goldpirol’, die Tondichtung ‘Wie Till Eulenspiegel lebte’, das Präludium & Fuge c-moll und das Nachtstück für Violine, Hörner, Harfe, Streicher werden von Sophia Jaffe und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marcus Bosch auf einer cpo-CD gespielt, tadellos, das muss man sagen, aber bei allem Engagement der Interpreten wird die Musik nicht interessanter, sie hinterlässt keinen bleibenden Eindruck (cpo 777983-2).

Piazzolla in Japan
cd-piazz-marimba-oehms‘Piazzolla on Marimba’ nennt sich eine neue CD mit Fumito Nunoya am Marimba, Momoko Shano am Klavier, Hiroya Honda am Marimba und Yuka Sato auf der Violine. Sie spielen Piazzollas ‘Tango Suite’, ‘Tangata Silfo y Ondina’ und andere bekannte Stücke. Fumito Nunoya geht es offenbar nicht, wie anderen Arrangeuren von Piazzollas Musik darum, eine genuine Piazzolla-Atmosphäre zu schaffen, er macht vielmehr aus der Musik etwas ganz Eigenes, Feines und Transparentes, mit sehr persönlichen Emotionen, die mehr mit dem Marimbisten selber und Japan zu tun haben als mit dem fernen Argentinien. Da liegt denn auch das Interesse dieser Produktion von Oehms Classics (OC 1851).

Thema Exil
cd-d-or-ladinoDer britisch-israelische Countertenor Yaniv d’Or hat ein um das Thema Exil kreisendes Programm zusammengestellt, mit traditionellen Liedern der jüdischen Gemeinschaften im Mittelmeerraum, nach ihrer Vertreibung aus Spanien im 15. Jahrhundert, Liedern aus Lateinamerika sowie einigen Kompositionen von Albeniz, Gaspar Sanz, Vincenzo Calestani und einem von d’Or selber geschriebenen Stück. Folklore und Barock vermischen sich hier in ansprechender Weise, wobei Yaniv d’Or mit seiner hohen, klaren, leichten und sehr charakteristischen, sehr natürlich wirkenden Countertenor-Stimme mit einer reichen Palette an Gestaltungsmitteln einen sehr guten Eindruck macht und ganz sicher den richtigen Ausdruck für dieses Programm findet (Naxos 8.573566).

 

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