Ladies‘ Night: Amy Beach: Sonate für Violine und Klavier; Luise Adolphe le Beau: Romanze; Maria-Theresia Paradis: Sicilienne; Dora Pejacevic: Elegie + Romanze; Amanda Röntgen-Maier: 6 Stücke für Klavier und Violine; Pauline Viardot-Garcia: Sonatine für Violine und Klavier; Thomas Albertus Irnberger, Violine, Barbara Moser, Klavier; 1 CD Gramola 99153; Aufnahme 12/2016, Veröffentlichung 01/2018 (76'31) – Rezension von Uwe Krusch

Vor ziemlich genau fünf Jahren haben die beiden Interpreten dieser Veröffentlichung unter dem Titel „Den Männern ebenbürtig“ sozusagen bereits einen ersten Teil veröffentlicht, der sich den Werken von Komponistinnen widmet. ‘Ladies‘ Night’ stellt bis auf eine mit einem anderen Werk wiederauftauchende Tonsetzerin fünf weitere vor. Damit wird deutlich, dass es etliche weibliche Protagonisten in diesem Berufsfeld gab, wobei einige bekannte Namen wie Alma Mahler, Fanny Mendelssohn und Clara Schumann noch gar nicht vertreten sind.

Die vorliegende Zusammenstellung hat als Hauptwerk die Sonate von Amy Beach zu bieten sowie kleinere Werke der anderen Damen. Bis auf Beach, die aus den USA kam, stammen die anderen aus verschiedenen europäischen Staaten. Vom Stil her verorten ihre Ausgangspunkte vor allem bei Brahms oder in der Neudeutschen Schule bei Liszt und Wagner. Wenn man den Werken lauscht, kann man feststellen, was einem entgehen würde, wenn sie nicht aufgeführt würden.

Mit dem Geiger Irnberger und der Pianistin Moser treten zwei gleichberechtigt wirkende Musiker vor die Mikrophone. Der Ansatz der Beach-Sonate als großes Konzertwerk mit souverän handwerklicher Ausführung und einer Fülle der Ideen wird mit der kraftvollen und strengeren Interpretation Rechnung getragen. Die anderen Werke haben größtenteils einen leichteren Charakter, der sich auch in der charmanteren Lesart spiegelt. Die differenziert und abwechslungsreich gestalteten sechs Stücke von Amanda Röntgen-Maier werden dementsprechend auch jeweils ihrem Typus gerecht beleuchtet. Die übrigen Stücke haben am ehesten, wenn man so etwas zuschreiben und heraushören kann, einen weiblichen Charme, der mit Gefühl hervorgehoben wird.

Dass die technische Seite sowohl hinsichtlich der Produktion und als auch der Qualitäten der Künstler nicht extra betont werden muss, versteht sich.

Thomas Albertus Irnberger and Barbara Moser present their second album with works by female composers. And once again we are captivated by exquisite pieces. The interpretation is fine and tasteful.

 

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