Das Klangforum Wien präsentierte im großen Saal des Wiener Konzerthauses ‘Des Canyons aux étoiles … für Klavier, Horn, Xylorimba, Glockenspiel und Orchester’, das Olivier Messiaen 1971/1974 komponiert hatte. Uwe Krusch hörte für Pizzicato, wie das auf Orchestergröße aufgestockte Ensemble dieses umfangreiche Werk bewältigte.
Vier Solisten aus den eigenen Reihen des Klangkörpers, der sich sowieso als Solistenensemble versteht, widmeten sich den herausfordernden Solopartien. Für das Klangforum Wien war dies auch die erste Aufführung dieses Werkes in diesem Saal.
Ein Bildband über die Canyons im US-Bundesstaat Utah und der anschließende Urlaub dort waren neben dem erstaunlichen Charakter und der Liebe zur Natur der Mäzenin Alice Tully die Quellen der Inspiration für Messiaen, den Kompositionsauftrag der Dame anzunehmen.

Olivier Messiaen, photographiert Auditorium der Villa Louvigny in Luxemburg (c) Ralph-Fassey
Das Werk für 44 Musiker mit herausragenden Soli für Klavier und Horn sowie Xylorimba und Glockenspiel und der eigens von ihm erfundenen Sandmaschine Géophone entfaltete sich in den Händen der Instrumentalisten des Klangforums Wien zu der erwartet großartigen musikalischen Szenerie, die diesem Werk immanent ist. Eine minutiöse Befassung mit der Zahlensymbolik und der Einarbeitung ungezählter Vogelstimmen in dem Stück und anderer von Messiaen eingewobener Bilder, wie die Flammenschrift aus dem Buch Daniel in den drei Sternensätzen war im Kontext des Konzerterlebnisses entbehrlich, da allein die Wirkung durch das Zuhören vielleicht nicht jede Nuance verinnerlichen ließ, aber einen immens nachhaltigen Eindruck ermöglichte.
Hornist Christoph Walder setzte seine Soli von der Empore aus als Fernmusiker hinzu, was er mit sonorer Intensität und souveräner Stringenz bewältigte.
Am Klavier absolvierte Johannes Piirto nicht nur in seinen Solosätzen 4 und 9, sondern auch im Übrigen bei aller nach außen wirkender Entspanntheit eine transparente und kraftvolle Gestaltung, deren Wirkung für sich mitreißend und im Kontext verbindend war.
Alex Lipowski und Lukas Schiske boten im Rahmen des gewaltigen Schlagzeugapparates, immerhin mit sieben Spielern besetzt, die Solopartien von Xylorimba und Glockenspiel nonchalant gekonnt an.
Der Zusammenhalt des Ensembles lag in den bewährten Händen von Ingo Metzmacher, der als Dirigent ebenso mit modernen Texturen vertraut ist wie das Klangforum Wien. Seine Aufgabe war mehr koordinierend angelegt, sind doch die Mitglieder eines Solistenensembles es ohnehin gewohnt, im engen Kontakt miteinander zu agieren. Lediglich der Anzahl der Musiker geschuldet, bedurfte es eines anzeigenden Armes, um die Abstimmung zu führen.
So durfte jeder, der im großen Saal des Wiener Konzerthauses diese zwar nicht einmalige, aber doch rare Möglichkeit, Des Canyons aux étoiles miterleben zu dürfen, sicher sein, ein besonderes Konzert genossen zu haben.
















