Der Verlag Schott Music hat den Tod seines langjährigen Verlegers und Vorsitzenden der Geschäftsführung Peter Hanser-Strecker bekannt gegeben.

Hanser-Strecker verstarb am Abend des 22. Januar im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Familie in Wiesbaden. Im PR-Text heißt es: « Mit ihm verliert die Musikwelt einen Visionär, der über ein halbes Jahrhundert die Geschicke eines der bedeutendsten Musikverlage der Welt lenkte und das kulturelle Erbe der Moderne maßgeblich mitgestaltete. »

Hanser-Strecker trat am 1. Oktober 1968 in das Familienunternehmen ein. Seit seiner Berufung in die Geschäftsführung im Jahr 1974 und der Übernahme des Vorsitzes 1983 transformierte er das Mainzer Traditionshaus zu einem global agierenden Medienunternehmen. Unter seiner Führung expandierte Schott Music mit Niederlassungen in den USA, Japan, Frankreich, China und Russland. Er verstand es, das „Papiergeschäft“ der Notenedition mit technologischem Pioniergeist zu verknüpfen: So führte er bereits in den 1980er-Jahren den digitalen Notensatz ein und etablierte frühzeitig zukunftsweisende E-Commerce-Strukturen.

Er pflegte enge Bindungen zu Komponisten wie György Ligeti, Krzysztof Penderecki und Jörg Widmann. Gleichzeitig sicherte er durch monumentale, historisch-kritische Gesamtausgaben – unter anderem von Richard Wagner und Robert Schumann – die wissenschaftliche Basis der europäischen Musikkultur. Ein Meilenstein seiner strategischen Weitsicht war die Übertragung der Geschäftsanteile des Verlages auf die von ihm gegründete gemeinnützige Strecker-Stiftung im Jahr 2024, wodurch die Unabhängigkeit des Hauses Schott dauerhaft gesichert wurde. Hanser-Strecker war bis zu seinem Tod im Stiftungsvorstand engagiert.

Ehrenamt und humanitäre Verantwortung

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