Neben vielen anderen Werken, insgesamt 500 Kompositionen, stammen 125 Streichquintette aus der Feder von Boccherini. Von letzteren sind 110 für ein Streichquartett, ergänzt um ein zweites Cello geschrieben. Das Karski Quartet und Cellist Raphael Feye legen auf dem zweiten Album ihrer Reihe vier weitere vor. Die beiden in Es-Dur sind Ersteinspielungen. Alle hier vorgestellten Werke sind dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. gewidmet.
Insbesondere die Quintette von Bocherini zeichnen sich durch einen vermischten Stil aus, da sie lyrische Melodien italienischer Prägung, eine spanischem Temperament zuzuordnende rhythmische Lebendigkeit, eine von französischen Sitten genutzte Technik der Streicher und obendrein noch die selbständige Stimmführung aus deutscher Schule vereinen, wie Ellen Amsterdam 1969 ausführte.
Das Streichquintett C-Dur op 42 /2 beginnt in allen Sätzen piano oder sogar pianissimo, was als Beispiel für die von Boccherini bevorzugten zarten empfindsamen Töne gelten kann. Schroffe Töne in Moll im Trio zeigen auch andere Eigenschaften, wie auch virtuose Passagen im dritten Satz neue Zutaten bringen, bevor ein Rondo den Kehraus bereitet.
Ähnliche abwechslungsreiche Gestaltungen, die auf Basis einer positiven Stimmung immer auch nachdenkliche enthalten, finden sich in den anderen drei Werken. Erwähnenswert sind im Quintett A-Dur op. 40/1 das Trio mit einer aufregenden Folia de España, in der sich die Instrumente höchst leidenschaftlich über gefährlichen Abgründen bewegen sowie im Quintett Es-Dur op. 41/1, Alla turca, die Vortragsanweisungen, die das Werk nahe der Welt von Theater oder Pantomime zuordnen.
Die Interpreten widmen sich diesem Kosmos mit eloquentem Spiel, das die charmanten Seiten der Musik besonders hervorhebt, ohne die Brüche zu unterschlagen. Die Instrumentalisten haben von Stück zu Stück die Plätze getauscht, um auch hieraus neue gestalterische Impulse zu gewinnen. Ihnen gelingt es, die beim Quintett größere Palette musikalischer Farben und Strukturen zielgenau zu sondieren. Mit der den Werken eigenen Sanftheit formen sie lebhaft ausgeleuchtete Details und fördern auch Leidenschaften und auch folkloristische Akzente hervor.
Dabei ist nicht erkennbar, dass diese fünf Musiker nicht immer zusammen spielen.
Among his many other works, totaling 500 compositions, Boccherini penned 125 string quintets. Of these, 110 were written for a string quartet supplemented by a second cello. The Karski Quartet and cellist Raphael Feye present four more on the second album in their series. The two in E-flat major are first recordings. All the works presented here are dedicated to the Prussian King Frederick William II.
Bocherini’s quintets in particular are characterized by a mixed style, combining lyrical melodies of Italian influence, a rhythmic liveliness attributable to Spanish temperament, a string technique used in French customs, and, on top of that, the independent voice leading of the German school, as Ellen Amsterdam explained in 1969.
The String Quintet in C major, Op. 42/2 begins in piano or even pianissimo in all movements, which can be seen as an example of Boccherini’s preference for delicate, sensitive tones. Abrupt minor keys in the trio reveal other characteristics, while virtuoso passages in the third movement introduce new elements before a rondo brings the work to a close.
Similar varied arrangements, which always contain thoughtful elements based on a positive mood, can be found in the other three works. Worth mentioning are the trio in the Quintet in A major, Op. 40/1, with an exciting Folia de España, in which the instruments move passionately over dangerous precipices, and the performance instructions in the Quintet in E-flat major, Op. 41/1, Alla turca, which place the work close to the world of theater or pantomime.
The performers devote themselves to this cosmos with eloquent playing that particularly highlights the charming aspects of the music without glossing over the breaks. The instrumentalists have swapped places from piece to piece in order to gain new creative impulses from this as well. They succeed in precisely exploring the wider range of musical colors and structures available to the quintet. With the gentleness inherent in the works, they vividly illuminate details and bring out passions and folkloric accents. It is not apparent that these five musicians do not always play together.


















