Man sollte vorsichtig sein, wenn man zwei sehr verschiedene Kunstgattungen miteinander vermischt. Leider ging für den Pizzicato-Rezensenten Alain Steffen das Konzept mit dem irreführenden Titel ‘L‘Ambiance va être chouette’ beim rezenten Midi Baroque-Konzert in der Luxemburger Philharmonie nicht ganz auf.
Witzige Cartoons mit an sich doch sehr ernsten und intimistischen Musikstücken zu verbinden, war wohl der Versuch des Schweizer Erzlautisten Vincent Flückiger, sich als Musiker und Zeichner darzustellen. Seine Cartoons, die während des Konzerts projektiert wurden, sind nicht schlecht, riefen aber keinen einzigen Lacher im Publikum hervor. Vielleicht ein Schmunzeln, aber sowieso waren die meisten ja gekommen, um ein gutes Barockkonzert zu hören. Das wurde ihnen auch dann geboten. Denn Flückiger ist ein wunderbarer Lautist mit einen herrlichen Ton und einer enormen Spannbreite an Ausdrucksfähigkeit.
Auf dem Programm standen Werke von Alessandro Piccini, Giovanni Girolamo Kapsberger, Girolamo Frescobaldi, Giovanni Zamboni, Bernerdo Storace, Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi, das er teils zusammen, teils abwechselnd mit der Cembalistin Anne-Catherine Bucher auf höchstem Niveau zu gestalten wusste.
Sehr schön auch, dass man sich diesmal nicht für Virtuosenstücke, sondern hauptsächlich für sehr feine, zarte und intimistische Werke entschieden hatte. Wie immer waren die Erklärungen ein willkommenes Plus und man erfuhr von Flückiger so einiges über Bau, Klang und Geschichte der Erzlaute.
Am Schluss des Konzerts konnte man einige ausgestellte Drucke bewundern und Flückiger signierte sein letztes Cartoon-Buch, das 2024 mit der Unterstützung der luxemburgischen Fondation Loutsch-Weydert veröffentlicht wurde.
















