© Tanja Dorendorf/Hamburger Staatsoper

An der Hamburger Staatsoper läuft zurzeit die Oper ‘Monster’s Paradise’ von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek, in dem ein gefräßiger, unersättlicher Präsident-König dargestellt wird, der eine Persiflage auf US-Präsident Donald Trump darstellt. Was eine Satire sein sollte, hat mittlerweile den Charakter der Realität angenommen.

Inspiration für Jelinke war Alfred Jarrys Theaterstück Ubu Roi aus dem Jahr 1896. Aspekte von Jarrys Figuren König Wenzel und Ubu wurden für die Oper adaptiert, die Neuwirth und Jelinek als Grand-Guignol-Oper bezeichnen.

Der Präsident-König arbeitet in einem vergoldeten Oval Office mit einem mit Coca-Cola gefüllten Kühlschrank. Auf seinem Schreibtisch steht eine goldene Krone neben einem roten Knopf, mit dem Besucher in der Art einer TV-Gameshow hinausgeworfen werden,.

Dem Präsidenten-König (gesungen von Georg Nigl) steht Gorgonzilla (Anna Clementi) gegenüber, ein Monster, das durch einen Atomunfall entstanden ist.

© Tanja Dorendorf/Hamburger Staatsoper

Mickey und Tuckey, die Adjutanten des Präsidenten-Königs, gesungen von den Countertenören Andrew Watts und Eric Jurenas, wurden laut Kratzer, dem Regisseur der Produktion, nach Elon Musk und Mark Zuckerberg gestaltet.

Charlotte Rampling spielt in mehreren Videoprojektionen eine Figur namens ‘Die Göttin’, die die Natur und die Zivilisation verteidigt. Gorgonzilla verschlingt den Präsidenten-König, doch auch das Monster wird zu einem Autoritären. Die Oper endet mit einem Video, in dem die Vampire auf einer Plattform entlang der Elbe treiben, während sie auf einem Bösendorfer-Flügel Schubert spielen und sich Sorgen machen, dass die Erde von ihren Führern zerstört worden ist.

Die Oper wird noch bis zum 19. Februar in Hamburg gespielt. Vom 8. März bis zum 12. April wird sie an der Oper Zürich zu sehen sein und in der nächsten Saison an der Oper Graz in Österreich. Eine Audioaufnahme ist geplant.

  • Pizzicato

  • Archives