Duo Natalia

Für Pizzicato-Mitarbeiter Alain Steffen waren es Virtuosität und Spielfreude, die dieses Kammermusikkonzert des Duo Natalia in der Fondation Valentiny in Remerschen (Luxemburg) auszeichneten.

Natalia van der Mersch, Violine und Natalia Kovalzon, Klavier hatten sich für diese gut besuchte Matinée in der klanglich hervorragenden Fondation Valentiny Werke von Fritz Kreisler, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Edward Grieg und Henryk Wienawski ausgesucht.

Das Konzert widmeten sie Fritz Kreisler; der Komponist feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Somit begann das Konzert mit seinem Prélude et Allegro (dans le style de Pugnani), bei dem das Duo sich von seiner virtuosen Seite zeigte. Vor allem Natalia van der Mersch stürzte sich förmlich in diese wunderbare Musik, während Natalia Kovalzon am Klavier eher die besonnene, aber immer sehr präsente und gleichwertige Partnerin war. Große Virtuosität und schnelles Tempo dann auch bei der F-Dur Sonate für Violine und Klavier von Felix Mendelssohn Bartholdy aus dem Jahre 1838. Die unbändige Spiel- und Ausdrucksfreude des Duos punktete vor allem mit zwei mitreißenden Ecksätzen, während mir nach so viel expressivster Virtuosität beim Adagio die Innigkeit etwas fehlte. Hier hatten die beiden Musikerinnen dann etwas Schwierigkeiten, sich spielerisch zurückzunehmen. Trotzdem, eine insgesamt überzeugende Interpretation.

Der Höhepunkt des Konzerts aber war für mich die 2. Sonate von Edvard Grieg. Natalia Kovalzon traf exakt die kühle norwegische Stimmung, die trotzdem sehr viel Wärme ausstrahlt. Eine Kunst, die man eigentlich sonst nur bei den norwegischen Pianisten wie beispielsweise Leif Ove Andnses oder Havard Gimse, um nur die bekanntesten zu nennen, findet. Diese wundervolle nordische Stimmung war dann auch eine ideale Ausgangsbasis für die Gestaltungsmöglichkeiten des Violinparts, der von Natalia van der Mersch bis ins kleinste Detail ausgelotet wurde und exakt zu Kovalzons Klavierspiel passte. Eine atemberaubende Aufführung voller Schönheit, Dynamik und spielerischem Können! Nach Kreislers Episode folgte las Abschluss Henryk Wienawskis Souvenir de Moscou, in der beide Solistinnen ihre Gestaltungsfähigkeit noch einmal unter Beweis stellen konnten.

Vor allem aber funktionierte das Duo Natalia als bestens eingespieltes Team, bei denen sich beide Musikerinnen blind vertrauten und somit zu Höchstleistungen fähig waren. Das Publikum reagierte mit Begeisterung und nach der Zugabe  von Sir Edward Elgars Salut d’amour  gab es gerechtfertigten Jubel und  Standing Ovations für das Duo Natalia.

Melodienfreudiger Grieg

Duo Natalia präsentiert ein ganzes Kreisler-Album

 

  • Pizzicato

  • Archives