Joann Falletta hat offenbar für das Heldenleben von Richard Strauss das richtige Gespür und schafft einen fein differenzierten Klang mit einem wohl überlegten Spiel mit Dynamik und Farbe. Zusammen mit dem brillanten Geiger Nikki Choi bringt sie auch die lyrischen Passagen durch Wärme zu höchster Expressivität.
Die Dirigentin sieht sich wohl ganz in der Rolle der Strauss Gattin Pauline und arbeitet entsprechend am Charme der Musik, um diese Reminiszenzen eines alten Mannes spannend und ohne Pathos zum Ausdruck zu bringen.
Der 70-jährige amerikanisch-iranische Komponist Behzad Ranjbaran komponierte sein von der Kamancheh, einem alten persischen Streichinstrument inspiriertes Violinkonzert im Jahre 1994. Es wurde aber erst im Jahre 2003 vom Widmungsträger Joshua Bell uraufgeführte.
Ranjbaran sagt: « Seit meinen frühen Jahren am Musikkonservatorium in Teheran war ich fasziniert vom Klang der Kamancheh. Daher war die Idee, ein Violinkonzert zu schreiben, das die Kraft und Brillanz eines modernen Instruments mit der Intimität eines alten Instruments verbindet, einfach unwiderstehlich. Die Inspiration durch die Kamancheh beeinflusste auch meine Verwendung persischer Tonarten und Rhythmen. »
Das Konzert beginnt opulent und mit Strauss-ähnlichen Klängen. Dann bringt die Violine zartere, sehr lyrische Musik ins Spiel, ehe sie sich ebenfalls höchst virtuos und kraftvoll aufschwingt, um in einem fein gesponnenen Dialog mit dem Orchester zu brillieren, der sich im zweiten Satz leidenschaftlich fortsetzt.
Der dritte Satz ist von großem Enthusiasmus geprägt, hoch virtuos und energetisch. Er beendet ein brillantes und originelles Violinkonzert, das ein breites Publikum begeistern dürfte.
Nikki Chooi und Joann Falletta machen sich darin auf höchstem Niveau und mit viel interpretatorischem Engagement zu überzeugenden Anwälten dieser Musik, die zum Schluss zu den opulenten Strauss-Klängen zurückkehrt, die wir am Anfangs schon vernommen haben.
Joann Falletta clearly has the right feel for Richard Strauss’s Heldenleben and creates a finely differentiated sound with a well-considered interplay of dynamics and color. Together with the brilliant violinist Nikki Choi, she also brings the lyrical passages to the highest level of warm expressiveness.
The conductor seems to see herself entirely in the role of Strauss’ wife Pauline and works accordingly on the charm of the music to express these reminiscences of an old man in an exciting way and without pathos.
The 70-year-old American-Iranian composer Behzad Ranjbaran composed his violin concerto, inspired by the kamancheh, an ancient Persian string instrument, in 1994. However, it was not premiered until 2003 by Joshua Bell, to whom it is dedicated.
Ranjbaran says: « From my early years in the Tehran Music Conservatory, I was mesmerized by the sound of the kamancheh. Therefore, the notion of writing a violin concerto that incorporates the power and brilliance of a modern instrument and the intimacy of an ancient one was simply irresistible. The inspiration from the kamancheh also informed my use of Persian modes and rhythms. »
The concert begins opulently with Strauss-like sounds. Then the violin brings in more delicate, very lyrical music before also soaring with great virtuosity and power to shine in a finely woven dialogue with the orchestra, which continues passionately in the second movement.
The third movement is characterized by great enthusiasm, high virtuosity, and energy. It concludes a brilliant and original violin concerto that is sure to delight a wide audience.
Nikki Chooi and Joann Falletta are convincing advocates of this music, performing at the highest level and with great interpretative commitment, returning at the end to the opulent Strauss sounds we heard at the beginning.

















