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Das Verdienst der Geigerin Linda Hedlund ist es, auf die Werke für Violine und Orchester und damit auch deren Komponisten aufmerksam zu machen, die zumindest teilweise im Schatten vor allem der Musik von Sibelius lange Zeit in Vergessenheit geraten waren. Von kleinen Bravourstücken bis hin zu einem Konzert sowie einem Concertino reicht die Palette.

Die Kompositionen entstanden zwischen 1935 und 1955. Neben musikalischer Tiefe bieten die Stücke von sechs Komponisten viele Klangfarben und Einfälle. Dabei werden u. a. Mystik und auch rohe Versdichtung angeboten.

Gleichzeitig stammen die Werke aus einer Zeit, in der in der finnischen Musik ein Umbruch stattfand. Dabei traf Tradition auf Moderne und die Volksmusik kam mit kühnen Experimenten in Kontakt. Die Reichhaltigkeit der Stimmen bietet einen spannenden wie hörenswerten Einblick in ein kaum beackertes Terrain der Musik diesen nordeuropäischen Staat.

Die Solistin Linda Hedlund studierte in Wien und Helsinki sowie Barockvioline an der Novia Hochschule. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, diese Stücke einem breiten Publikum vorzustellen. Mit ihrem immer an der Musik ausgerichteten Spiel, das sich mühelos allen Anforderungen stellt, ist sie für diese Aufgabe geradezu prädestinierte Künstlerin.

Das 1997 in Helsinki gegründete Kammerorchester La Tempesta, dem Hedlung auch sonst verbunden ist, setzt sich vor allem aus finnischen Orchestermusikern und Musikpädagogen zusammen.

József Hárs, in seiner Doppelkarriere auch Solohornist beim Finnischen Radio-Sinfonieorchester, agiert hier als versierter Dirigent. Ensemble und Leiter ergänzen das Spiel der Geigerin zu tönenden Gesamtbildern.

Violinist Linda Hedlund deserves credit for drawing attention to works for violin and orchestra, and thus also to their composers, who had long been forgotten, at least in part, overshadowed by the music of Sibelius in particular.

The repertoire ranges from small bravura pieces to a concerto and a concertino. The compositions were written between 1935 and 1955.

In addition to musical depth, the pieces by six composers offer a wealth of timbres and ideas. They include mysticism and raw poetry.

At the same time, the works date from a period of upheaval in Finnish music. Tradition met modernity and folk music came into contact with bold experimentation. The variety of voices provides an intriguing insight into an under-explored area of music in this northern European country.

Soloist Linda Hedlund studied in Vienna and Helsinki, as well as baroque violin at Novia University of Applied Sciences. She is passionate about introducing these pieces to a wider audience. With her music-oriented playing style, which effortlessly meets all requirements, she is the perfect artist for this task.

The La Tempesta chamber orchestra, founded in Helsinki in 1997, with which Hedlund also has other connections, is composed mainly of Finnish orchestral musicians and music teachers. József Hárs, who also has a dual career as principal hornist with the Finnish Radio Symphony Orchestra, acts here as an accomplished conductor. The ensemble and conductor complement the violinist’s playing to create resonant overall pictures.

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