Felix Mendelssohn: Violinkonzert e-Moll op. 64 - Robert Schumann: Violinkonzert d Moll WoO 1; Albrecht Menzel, Violine, Leipziger Symphonieorchester, Robbert van Steijn; # Naxos 8.551489; Aufnahme 01.2025; Veröffentlichung 05.12.2025 (59'36) – Rezension von Uwe Krusch ** (For English please scroll down)

Das e-Moll Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy zählt sein seiner Uraufführung zum Kanon, mit der Unterbrechung während der Zeit der Nationalsozialisten. Diese förderten in ihrem Wahn das d-Moll von Schumann als Werk eines Deutschen. Heute sind beide Stücke im Konzertleben verankert.

Trotzdem mag man sich fragen, ob eine weitere Aufnahme dieser Konzerte nötig ist? Und dann muss man sagen, wenn jemand so unverkrampft und neugieríg an die Interpretation geht und gleichzeitig mit hervorragender Technik die Kompositionen darstellen kann wie der 1992 geborene Albrecht Menzel, dann ist eine Neuaufnahme sehr willkommen.

Im e-Moll Werk interpretiert Menzel mit einem silbrigen Klang. Dabei weiß er die Sätze auch unterschiedlich zu bedienen. Im ersten Satz geht er das Werk virtuos an oder besser gesagt lässt er es mit seiner stupenden Technik erblühen. Er bleibt immer der Musik verbunden und bietet sein Können nicht als leeres technisches Brillieren an. Im zweiten Satz, doch mitunter auch schon im ersten, lässt Menzel seine Geige oft auch berührend gefühlvoll und schön klingen. Mitunter erzielt er fast meditative Klänge. Im dritten Satz bleibt es bei der äußerst gelungenen Darstellung, die immer sanglich schwebt und nie virtuos selbstgenügsam abhebt. Geholfen haben mag auch, dass die Interpretation der Beteiligten ein wenig ruhigere Tempi vorsieht, als man sie zumeist angeboten kommt. Damit kann die Musik unangestrengt fließen.

Beim Leipziger Symphonieorchester weiß er sich in bester Gesellschaft. Das Ensemble folgt seinem durchdachten und herausragenden Spiel hellwach und aufmerksam und geht jede Nuance mit. Dirigent Robbert van Steijn versteht es, die Beteiligten passgenau miteinander zu vereinen.

Beim d-Moll Konzert von Schumann gelingt den Beteiligten eine ähnlich reife Deutung. Auch hier zeigt sich das Orchester selbstbewusst und formt seine Partien mit dem notwendigen Impetus. Menzel entwickelt den Solopart frei und ungebunden aus dem musikalischen Gedanken heraus. Die Inspiration, wie sie bei Mendelssohn zu vernehmen war, blitzt hier nicht so durchgehend auf. Die Gestaltung gewinnt aber auch hier durch ihre die Details betrachtende Handhabung, die in den Gesamtfluss eingebunden wird.

Felix Mendelssohn Bartholdy’s Violin Concerto in E minor has been part of the canon since its premiere, with the exception of the Nazi era. In their fanaticism, the Nazis promoted Schumann’s D minor concerto as a work by a German composer. Today, both pieces are firmly established in concert life.

Nevertheless, one might ask whether another recording of these concertos is necessary. And then, when someone like the 1992-born Albrecht Menzel approaches the works with such ease and curiosity while performing with outstanding technique, a new recording is very welcome.

In Mendelssohn’s E minor work, Menzel interprets with a silvery tone. He also knows how to handle the movements differently. In the first movement, he performs virtuously, or rather, he allows it to blossom with his astounding technique. He always remains connected to the music and doesn’t offer his skill as empty technical brilliance. In the second movement, and sometimes even in the first, Menzel often makes his violin sound touchingly sensitive and beautiful. At times, he achieves almost meditative sounds. In the third movement, the performance remains highly successful, always floating lyrically and never becoming self-indulgently virtuosic. It may also have helped that the interpretation by the performers calls for somewhat calmer tempi than are usually offered. This allows the music to flow effortlessly.

With the Leipzig Symphony Orchestra, he finds himself in excellent company. The ensemble follows his thoughtful and outstanding playing with keen alertness and attention, capturing every nuance. Conductor Robbert van Steijn understands how to unite the performers perfectly.

In Schumann’s D minor concerto, the musicians achieve a similarly mature interpretation. Here, too, the orchestra displays confidence and shapes its parts with the necessary impetus. Menzel develops the solo part freely and spontaneously from the musical idea. The inspiration that was so evident in Mendelssohn’s performance is not as consistently apparent here. However, the interpretation also benefits from its attention to detail, which is seamlessly integrated into the overall flow.

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