Henri Marteau: Serenade; Quintett für Klarinette und Streichquartett op. 13; Alexander Zemlinsky: Klarinetten-Trio op. 3; Mark Lieb, Klarinette, Phoenix Ensemble; 1 CD Navona Records NV6076; Aufnahmen 2014-2016, Veröffentlichung 02/2017 – Rezension von Remy Franck

Der 1874 in Reims geborenen Henri Marteau (er starb 1934) hatte einen französischen Vater und eine deutsche Mutter. Als Geiger wurde er international bekannt. Als Nachfolger Joseph Joachims wurde er Professor für Violine an der Hochschule für Musik in Berlin, ein Amt, das er als Franzose in Deutschland im Ersten Weltkrieg verlor. Nach Kriegsende nahm Marteau die schwedische Staatsbürgerschaft an.

Seine Serenade ist ein heiteres Werk, das in der farbigen und beschwingten, teilweise hinreißend virtuosen Interpretation des New Yorker ‘Phoenix Ensemble’ ganz toll klingt. Nicht weniger interessant ist das fantasievolle Klarinettenquintett, dessen genuinen Charme Marc Lieb in einer spannenden Aufführung zu Gehör bringt.

Alexander Zemlinskys Klarinettentrio hatte Johannes Brahms beeindruckt, und empfahl seinem Verleger Simrock es zu veröffentlichen.

Es hat einen ersten recht lebendigen aber dennoch auch von Melancholie gefärbten ersten Satz sowie ein wunderschönes Andante, das hier sehr intensiv und schön gespielt wird. Der letzte Satz ist sehr charakteristisch und expressiv. Das ‘Phoenix Ensemble’ wird dem quirligen Satz bestens gerecht.

Chamber music for clarinet in exquisite and colourful performances. Phoenix Ensemble shows as much fantasy as virtuosity.

 

  • Pizzicato

  • Archives