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"Es gibt Menschen, die sind uns geschenkt worden"

Der Luxemburger Komponist Jeannot Heinen wird 70

- (Pizzicato 12/07) -

Der in Baden-Baden lebende Luxemburger Komponist Jeannot Heinen wird am 25. Dezember 70 Jahre alt. Seine ersten Kompositionen schrieb er als Autodidakt. Erst 1956 begann er, Musik zu studieren. Bei der Aufnahmeprüfung für das Konservatorium spielte Heinen nichts Anderes als sein eigenes Zweites Klavierkonzert! Später studierte er an der 'Musikhochschule des Saarlandes' in Saarbrücken und 1969 gewährte ihm die 'Brahmsgesellschaft Baden-Baden' einen neunmonatigen Aufenthalt im damals gerade eröffneten Studio des Brahmshauses in Baden-Baden. 1970 wurde Jeannot Heinen beim Südwestfunk Baden-Baden (dem heutigen SWR) tätig und dort 1971 als Archivreferent und Dokumentationsredakteur mit der Leitung der Musikdokumentation beauftragt

Im Juni 1980 lernte Heinen die bulgarische Violinvirtuosin Dora Entcheva kennen, die er später heiratete. Aus der Ehe ging die Tochter Marie-Denise Heinen hervor, die heute bereits eine weit bekannte und hoch geachtete Violinsolistin ist. 1981 berief die 'Brahmsgesellschaft Baden-Baden' Jeannot Heinen als Programmreferent in ihren Beirat. Seit ist er 1983 Mitglied der 'Letzebuerger Gesellschaft fir Nei Musek' (LGNM) Luxemburg.

1989 gründete der Komponist zusammen mit Dora Entcheva, der Komponistin Violeta Dinescu und anderen Musikern die Gesellschaft 'Korrespondenzen', eine Vereinigung zur Förderung der zeitgenössischen Musik in Baden-Baden.

Heinens Werkkatalog umfasst heute weit über 400 Werke (ohne die etwa 82 frühen Jugendwerke und unvollendete Kompositionen, die teilweise in spätere Werke einflossen oder in einer Neufassung konzipiert wurden).

Im Anhang seiner Werkdokumentation gibt es ein Namens-Register mit den ihm bekannten Interpreten seiner Werke. Es sind 278 Solisten inkl. Duos bis Quartett, 37 Orchester und Chöre. Ihnen sind zwar in 651 Fällen Ur- oder Erstaufführungen zugeordnet, mit wiederholten Darbietungen - bei Konzerten und Wettbewerben - wird diese Zahl jedoch um das Mehrfache überschritten. Viele Aufführungen sind auf 159 Audio- und mehr als 200 Video-Aufnahmen erhalten. Und es werden immer mehr. Allein zu Heinens 70. Geburtstag sind um die 30 Aufführungen vorgesehen.

Aus Kritiken über Heinens Kompositionen wäre leicht zu zitieren. Was aber sagen bisher nicht veröffentlichte Meinungen von Musikern, Musikwissenschaftlern und anderen Komponisten über ihn und seine Musik? Hierüber gibt es reichlich Material in den vielen Begleitakten zur genannten Dokumentation. Etliche Äußerungen sind hier zusammen gefasst.

Louis de Froment

Text aus einem Konzertprogramm vom 24. Mai 1963 des 'Ensemble Musical Limpertsberg' (Théâtre Municipal Luxembourg - Alen Theater) unter der Leitung von Jeannot Heinen: "II ne me reste qu'à vous souhaiter un succès mérité et à exprimer toute ma sympathie aux membres de votre orchestre et à son chef plein de talents. Louis de Froment." Der damalige Chefdirigent des Symphonieorchesters von RTL machte im Februar 1962 eine Aufnahme mit dem Finale aus Heinens 2. Symphonie, op. 4.

Hans Werner Henze

Saarbrücken, 24.2.1967: "J'ai vu la partition 'Befangenheit' de M. Jeannot Heinen, qui m'a donné l'impression que ce jeune compositeur est extrêmement doué et digne d'être aidé dans sa carrière. - Hans Werner Henze." – 'Befangenheit' für Sopran und 21 Instrumente, op. 19, auf einen Text von Camille Frieden, wurde 1966 in Saarbrücken komponiert. Mit dem Architekten Camille Frieden war Heinen in großer Freundschaft verbunden. Aus ihr ergaben sich auch direkte Beziehungen zu älteren Luxemburger Komponisten wie René Mertzig und Jules Krüger und vielen Musikern des RTL-Orchesters. Dadurch festigte sich Heinens Position in Luxemburg, denn, ebenso wie es bei seinem Lehrer Edmond Cigrang der Fall war, stieß seine neue musikalische Ausdrucksweise zunächst auf eine gewisse Ablehnung

Götz Bernau, Wilhelm Kempff

Götz Bernau, Solist und Konzertmeister des Sinfonischen Orchesters Berlin, regte Heinen 1969 zu einem Stück für Violine und Orchester an. Daraus wurde im Januar 1970 im Brahmshaus Baden-Baden, das 'Konzertstück für Violine und Streichorchester', op. 37. Erste Ansichten zu dem schon größtenteils in Reinschrift entstandenem Stück gab der weltberühmte Pianist Wilhelm Kempff, der das Brahmshaus, und in dessen Studio Jeannot Heinen am 15. Januar 1970 besuchte. "Das sieht aber gut aus", meinte der (auch komponierende) Meister. "Haben Sie noch mehr davon?"

Nach Einsicht der Noten schrieb Götz Bernau zurück: "Ich möchte Ihnen meine ganze Bewunderung dafür sagen. Für Violine zu schreiben scheint für moderne Komponisten schwierig zu sein, denn dem Instrument gerecht zu werdende Kompositionen gibt es nur sehr wenige. Sie haben eine gute Verbindung zwischen Neuem, ja Experimentellem und den Grundforderungen des Streichinstrumentes gefunden. Nochmals meinen herzlichen Dank für Ihr schönes Stück!"
Das Konzertstück wurde am 2.6.1973 in Berlin uraufgeführt (Götz Bernau, Violine, Sinfonisches Orchester Berlin, Leitung: Rainer Miedel). Aus einer Produktion von 1990 mit Dora Entcheva als Solistin und dem RTL-Orchester unter der Leitung von Marcel Wengler, erschien es auf einer LGNM-CD (Anthologie de Musique Luxembourgoise Vol. 2).

Peter Härtling, Riedel-Quartett

Auf Götz Bernau geht auch eine Anregung zu Heinens erstem Streichquartett op. 41 mit Sopran solo, nach Gedichten von Peter Härtling zurück. Heinen, der schon zuvor mehrere Gedichte von Härtling vertont hatte (3 Lieder für Sopran und Streicherensemble, op. 28, Lieder für Sopran und Orchester, op.39), stand in breitem Kontakt zu dem Schriftsteller und Dichter. Im Januar 1970, gerade nach Beginn der Entwürfe zum Streichquartett (im Brahmshaus Baden-Baden) schrieb ihm Härtling: "Nun sind Sie also in Baden-Baden. Ich hoffe, Sie haben dort gute Möglichkeiten für Ihre Arbeit. Ich bin gespannt und wünsche Erfolg. Ihr Peter Härtling." Die Uraufführung war am 10. Januar 1973 in Berlin, mit dem Streichquartett des Sinfonischen Orchesters Berlin. Die Sopran-Partie sang Rita Oelsner, und die Kritik war überschrieben: "Ohren werden hellhörig!" In der Folge wurde das Werk immer wieder von anderen Quartetten aufgeführt. Dazu eine Äußerung des Riedel-Quartetts (SWF) Baden-Baden, mit mehreren Aufführungen und einer Aufnahme beim SWR (damals SWF): "An das Streichquartett Nr. 1, das wir zu Jeannot Heinens 50. Geburtstag im Luxemburger Sendesaal (Villa Louvigny) aufführten, und an das Streichquintett op. 88, denken wir besonders gern zurück, weil diese Musik so gut durchdacht ist, so fantasievoll gestaltet und weil sie die instrumentalen Möglichkeiten und Grenzen voll berücksichtigt. Riedel-Quartett Baden-Baden. "
Mit dem Auryn-Quartett und der Sopranistin JaeEun Lee erschien dieses Quartett 2003 auf einer Doppel-CD zu Peter Härtlings 70. Geburtstag.

Auch auf diese Weise können neue Werke entstehen. Hier ist ein Auszug aus einem Brief von Gerry Welter, Heinens altem Freund seit den Anfängen des Ensemble Musical Limpertsberg: "Kehlen, 6.7.1978....wir führen manche Konzerte mit unserem Ensemble auf ... sowie ein fantastisches Quartett von B. Britten für Oboe und Streichtrio. ... Uns wäre daran gelegen, wenn Dein Name in unserem Repertoire vorhanden wäre. Hättest Du nicht die Möglichkeit, uns eine kleine Komposition oder wenigstens einen Satz einer mehrgliedrigen Komposition zu schreiben? So entstand, prompt, 'Jeux I', ein Divertimento für Flöte, Oboe und Streichorchester, op. 93. Ein Stück, in dem sich -angeregt durch das Stichwort 'Oboe' - über der Streicherformation, Flöte und Oboe (auch ein bisschen aleatorisch) um das Thema aus dem 3. Satz von Mozarts Flöten - / Oboen-Konzert streiten.

Solche Anregungen waren für Heinen immer Nahrung zu fantasievollen, oft satirischen Inventionen. Er brauchte stets diesen Spaß in der Musik, der, besonders mit 'Aspekte über den Minutenwalzer von Chopin', op. 66, (1976) unzählige Pianisten in aller Welt begeisterte und diesen, neben Konzerten, bei Wettbewerben Preise einbrachte.

René Hocke

1976/77 schrieb Heinen ein Konzert für Klavier solo, das 'Philkarinische Konzert', op. 77, nach Gemälden der Frankfurter Malerin Karin Wiesmann von Tzrebiatowski. Eine bildnerische Antwort darauf waren vier neue Gemälde der Malerin. Erster und alleiniger Interpret des gesamten, sehr schweren Werkes (meist werden nur Einzelsätze daraus gespielt) war und ist bisher der Luxemburger Walter Civitareale. Der dritte Satz dieses Opus 77 ist in eine Mädchen-Figur hinein komponierte und gilt bei Künstlern, über das Musikalische hinaus, als ein 'Manierismus-Unikat'.

1979 bekam der berühmte Kulturhistoriker und Manierismus-Forscher Prof. Dr. René Hocke (Autor von 'Die Welt als Labyrinth') in Rom diese Heinen-Komposition zu sehen. Er schrieb an den Komponisten: "Mit 'Manierismus' ist es nicht leicht, weil das neue Bildungs-'gut' des 16. Jahrhunderts noch nicht erreicht worden zu sein scheint, weil manche Leute Angst vor einer Verulkung haben. Umso dankbarer bin ich für die neue 'Idea fantasticissima' in der Komposition von Jeannot Heinen."

Marco Boido

Aber auch in anderen römischen Musikkreisen hat Heinen seine Anhänger. Marco Boido, Konzert- und Operndirigent, Chef diverser Orchester und Chöre, Koordinator der 'Accademia Filarmonica Romana' äußerte sich: "Je travaille toujours avec grand plaisir avec Maître Heinen, surtout pour ses grandes qualités humaines, qui rendent les relations professionnelles extrêmement profitables. J'ai pu interpréter certaines de ses compositions, et je peux affirmer que Maître Heinen réussit à exprimer avec grande efficacité des situations d'intense pathos comme des moments de grande ferveur. D'autre part, il sait, avec la même habileté, créer des parodies spirituelles et brillantes. II utilise des langages toujours variés sans jamais céder à des modes ou à d'inutiles intellectualismes; sa musique parle tout de suite au cœur, elle est toujours agréable à l'écoute, aussi parce qu'elle est soutenue par une solide construction formelle, choisie à chaque fois avec une grande sensibilité. Bien que je n'aie dirigé que des morceaux pour orchestre à cordes, je peux constater son raffinement dans la réalisation de l'orchestration, toujours particulièrement soignée, même dans les plus petits détails.

Werner Stiefel

In Baden-Baden, ist Heinen seit langem eine angesehene Persönlichkeit, vielfach auch genannt: "Der Baden-Badener aus Luxemburg!" Eine Stellungnahme dazu von Prof. Werner Stiefel, bis vor kurzem Generalmusikdirektor der Baden-Badener Philharmonie. "Seit nahezu 40 Jahren wirkt Jeannot Heinen als bedeutende Persönlichkeit im Baden-Badener Musikleben. Sein kompositorisches Oeuvre ist höchst umfangreich und vielseitig. Es umfasst circa 500 Kompositionen, von denen ich einige mit der Baden-Badener Philharmonie erfolgreich uraufgeführt, beziehungsweise wiederaufgeführt habe. Sie sind mir in sehr lebendiger Erinnerung geblieben, da ich sie als originelle und hoch interessante Auseinandersetzung mit dem Tonmaterial der zeitgenössischen Musik betrachte. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit hat Jeannot Heinen sich große Verdienste als Spiritus Rector und Organisator erworben. Er hat viermal die Baden-Badener Brahms-Symposien initiiert, eine Konzertreihe, die im wechselnden Zyklus mit den traditionellen Brahms-Tagen stattfand und die vor allem die zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Brahms'schen Werk zum Inhalt hatte. Als erster Vorsitzender der 'Korrespondenzen Baden-Baden' hat er allein 17 Mal die Internationalen Baden-Badener Herbst-Korrespondenzen durchgeführt, ein Veranstaltungszyklus, der im reichen Baden-Badener Konzertkalender durchaus einmalig ist und der vor allem die Auseinandersetzung von jugendlichen Musikern mit der neuen Musik ermöglicht. Möge Jeannot Heinen auch in Zukunft dieselbe Aktivität und Lebendigkeit erhalten bleiben!"

Violeta Dinescu

Und über Baden-Baden gibt es seit 19 Jahren eine enge Freundschaft mit der rumänischen Komponistin Violeta Dinescu, die eine große Verehrerin der ganzen Familie Heinen ist (Frau Dinescu ist Mitbegründerin der 'Korrespondenzen Baden-Baden'. Äußerung von Violeta Dinescu: "Seitdem ich Jeannot Heinen kenne, entdeckte ich durch seine Persönlichkeit immer wieder, wie wunderbar es sein kann, die Musik als Lebensform zu gestalten und das Leben mit Musik erfüllen zu können. Außerdem hat er etwas wertvolles auch für die Menschen um ihn herum: le don naturel de l'amitié!"

Michael Harms, Eckhard Lange

Neben seiner hoch geschätzten 'Kunst-Musik' befasst sich Heinen, der in den frühen Luxemburger Jahren gern für Amateure schrieb - ein Beispiel war das von ihm gegründete 'Ensemble Musical Limpertsberg' -, immer noch mit einfacherer, populär wirkender Musik, die aber auch den Charme seiner Musiksprache erfüllt.

1987/88 komponierte er - als Auftragswerk des Initiativkreises Kulturpflege Kuppenheim (eine Nachbarstadt von Baden-Baden) - ein Singspiel in 2 Akten 'für Kinder und Erwachsene', zum Anlass der 700-Jahrfeier des Stadtteils Oberndorf. Titel: 'Der Pfingstträg, oder Lob der Faulheit, nach einer alten Dorflegende'. Der Librettist, Dr. Michael Harms, meinte dazu: "Heinen bewies als Pfingstträg-Komponist bemerkenswerte Einfühlung in die liedgeprägte Vorstellungswelt der Laien-Sängerinnen und -Sänger, ohne den Anspruch auf eine eigenständige Musik von hohem Niveau aufzugeben - und so bei allen Mitwirkenden ein tieferes Verständnis auch für ungewohnte Klänge zu wecken. Er vereinte beim Einstudieren der Musik so viel Humor mit Zielstrebigkeit, Temperament mit Verständnis für jeden im Ensemble, dass Proben wie später die Aufführungen von größtem Spaß an der Sache geprägt waren." Ideengeber und Regisseur des Singspiels, Eckhard Lange, ergänzt: "Ein kleines Dorf, längst eingemeindet in das Städtchen Kuppenheim bei Rastatt, feierte 1987 noch einmal richtig sich selbst und sein Brauchtum: 700 Jahre Oberndorf. Jeannot Heinen lieferte die Musik zu einem Singspiel von Michael Harms mit Kinder- und Erwachsenenchören und einer Instrumentalbesetzung, die den Verhältnissen in einer Turnhalle angepasst war. Und der Dirigent Heinen zwang sie alle unter seinen Taktstock: Kinder und Greise als Dorfleute und Räuber auf der Bühne wie auch das mit Akkordeonisten, Streichern und Schlagzeugern besetzte Salonorchester davor. Allein das Schlagzeug mit kleiner, großer und Schellen-Trommel, vier kleinen Tom-Toms, kleinem und großem Becken, 2 Woodblocks, Triangel, Kuhglocke, großem und kleinem Kochtopf, Schiedsrichterpfeife, Gong, Claves und 2 Pauken hatte es in sich. Das Publikum tobte."

Venzeslav Nikolov

Unzählige Verehrer und Freunde hat Jeannot Heinen in Bulgarien, der Heimat seiner Frau, der Violinistin Dora Entcheva. Besonders in ihrer Heimatstadt Burgas, aber auch in der Hauptstadt Sofia, unterstützt er seit 25 Jahren junge Musiker und wird von ihnen oft mit 'Tschitscho' ( = Onkel) angeredet.

Einer der bedeutendsten bulgarischen Cellisten, Prof. Venzeslav Nikolov, (er spielte 1987 Heinens Variationen für Cello solo op. 80 in Luxemburg) betonte einmal: "Jeannot und Dora sind wahre Helden dadurch, wie sie so vielen jungen Menschen geholfen haben."

In einer Geburtstagsgratulation 1997 der Gesellschaft Korrespondenzen Burgas und des Gymnasiums für Musik und darstellende Kunst, Pantcho Vladigerov, hieß es: "Wir schätzen Leben und Werk des hervorragenden Komponisten Jeannot Heinen hoch. Er hat einen großen Beitrag zur Entwicklung und Popularisierung der Musik des 20. Jahrhunderts geleistet. Wir schätzen seine Mühen, die Jugend in die wahren Musikwerte und die heutigen musikalischen Ereignisse einzuschließen. Jeannot Heinens tiefgehendes Interesse an der Musikkultur unterschiedlicher Nationen, dazu auch der Bulgarischen, begeistert uns."

Radka Chomakova

Die renommierte Pianistin Radka Chomakova, Leiterin des 'Russischen Festivals"' in Burgas - sie spielte zahlreiche Klavierwerke und Kammermusikwerke von Heinen, u.a. die Uraufführung seiner Klaviersonate op. 111, studierte diese Werke auch mit Schülern ein für Konzertaufführungen und Wettbewerbe - schickte ihm folgende Worte: "Es gibt Menschen, für die wir sagen: die sind uns geschenkt worden - vom Kosmos, vom Himmel, von Gott. Du bist einer von diesen. Deine Musik ist wie ein unerwartetes, unglaubliches Abenteuer, wie ein Eintauchen in eine andere Welt, vielschichtig und wunderschön. Dein unerschöpflicher Reichtum an Einfällen, Dein überragendes Wissen, Deine unendliche Menschlichkeit- ich danke Dir, dass es Dich gibt, ich danke, dass ich Dich kennenlernen durfte, Deine Musik spielen kann. Mit Liebe - Rada."

Alexander Raitchev

Eine große Freundschaft verband Heinen mit einem der bedeutendsten bulgarischen Komponisten, Vorsitzender des bulgarischen Komponistenverbands, lange Minister für Kultur, Prof. Alexander Raitchev (1920-2003). In einem Kapitel seiner Biographie 'Meine Freunde' ... (u.a. Shostakovich, Khatchaturian ...) steht: Ich habe einen Kollegen - Jeannot Heinen – kennen gelernt, Luxemburger, verheiratet in Deutschland mit der bulgarischen Violinvirtuosin Dora Entcheva. Ein liebevoller, hochbegabter Komponist, mit dem wir musikalischen Austausch haben. Er tat sehr viel für mich, damit meine Musik in Deutschland bekannt werden konnte, und dasselbe habe ich auch für ihn in Bulgarien getan. (...) Jeannot Heinen war besessen und hoch inspiriert von der Idee, europäische Musik in sämtlichen Ländern zu popularisieren durch eine Vereinigung für zeitgenössische Musik (Korrespondenzen). Er trug dazu bei, dass Komponisten aus Europa sich zusammengetan haben, um zahlreiche, gemeinsame Gespräche über ihre Musikauffassungen ausdrücken zu können. Er ist in meiner Vorstellung Mitstreiter in der Weiterentwicklung der Popularisierung der zeitgenössischen Musik in Europa. (...)"

René Molling

Auf Luxemburger Seite gibt es unzählige Elogen über Heinens Werk. Rene Molling wagte 1979 in einem Vortrag den Vergleich zu einer Mozart-Anekdote: "Ein junger Pianist, der gerne komponieren wollte, fragte Mozart, wie er das machen sollte? Mozart meinte: 'Warte damit noch bis du erwachsener bist'. – 'Aber soviel ich weiß, haben Sie doch bereits mit sechs Jahren komponiert', erwiderte der Kleine. 'Das stimmt', sagte Mozart, 'aber ich habe auch niemanden gefragt, wie ich das machen soll'.- Ähnlich - so Molling - hat Jeannot Heinen 1949 einfach mal angefangen. Alex Mullenbach nannte ihn: 'E Komponist mat engem immensen Können'."

Paul Ulveling

Bei der Eröffnung einer Ausstellung in Baden-Baden, zum 60. Geburtstag von Jeannot Heinen, sagte Paul Ulveling in seiner Rede: "Die Musica ist eine Königin, eine Königin des Tages und der Nacht und sie hat, in Dir, einen ihrer treuesten und besten Hoflieferanten gefunden !

Guy Wagner

Guy Wagner schätzte Jeannot Heinen so ein: "Jeannot Heinen est non seulement un de nos compositeurs les plus prolifiques, mais représente à lui seul une génération dans l'évolution de l'écriture musicale du Grand-Duché. II n'était que normal qu'à un moment où presque personne encore n'a tenu compte de ce que les créateurs écrivaient au Luxembourg, Jeannot Heinen ait quitté le pays pour s'installer à Baden-Baden. La diversité de son écriture qui l'a fait toucher avec une rare réussite à tout et qui démontre à la fois combien il est réceptif aux évolutions musicales et combien parfaitement il sait assimiler les différents genres et styles, cette diversité n'est pas sans rappeler en peinture un Picasso, et tout comme Picasso, Jeannot Heinen est passé par plusieurs "périodes" d'écriture musicale, au cours desquelles son talent s'est de plus en plus montre et son style, son écriture personnelle se sont de plus en plus développés. Ce qui le lie encore à Picasso, c'est le goût du jeu, l'esprit ludique de sa musique et c'est le travail sur des références à d'autres maîtres. Tout comme Picasso s'est mis à étudier un Velasquez, par exemple, Jeannot Heinen a retravaillé des thèmes et motifs d'autres compositeurs comme Bruckner, Brahms, Bach, Chopin, Schubert, mais également des mélodies populaires, notamment bulgares et luxembourgeoises et il le fait à la fois en hommage, mais aussi avec un charmant irrespect."

S. Ivanova

Artikel in der Presse von Sofia (Bulgarien) Juni 1993: "Durch die Idee von Prof. Alexander Raitchev wurde der Luxemburger Komponist Jeannot Heinen vom bulgarischen Komponistenverband (SBK) eingeladen und stellte sich dem bulgarischen Publikum vor mit Werken, die ihn als Schöpfer mit originellem Stil und zeitgemäßem Denken offenbarten. Die ''9 Caprices Luxembourgeois', die 'Aspekte über den Minutenwalzer von Chopin' und das 'Streichquintett Hommage à Bruckner' haben sehr stark beeindruckt mit ihrer Poesie und Leidenschaft des musikalischen Ausdrucks, mit ihrer lebensbejahenden Philosophie, mit ihrem neuen Blick auf die Möglichkeiten instrumentaler Wiedergabe. (...) Heute ist Jeannot Heinen ein überzeugender (glanzvoller und wichtiger) Vertreter der mittleren Komponistengeneration Luxemburgs, der seine Musik in alle Richtungen entfaltet. Er hat sehr interessante Ansichten und meint, dass die Musik ein Erlebnis sein muss. Wenn dieses fehlt, dann verwandelt sich die Musik in eine Aufgabe, die professionell rein mechanisch gelöst wird. S. Ivanova"

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