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Der in Baden-Baden lebende Luxemburger Komponist
Jeannot Heinen wird am 25. Dezember 70 Jahre alt. Seine ersten
Kompositionen schrieb er als Autodidakt. Erst 1956 begann
er, Musik zu studieren. Bei der Aufnahmeprüfung für
das Konservatorium spielte Heinen nichts Anderes als sein
eigenes Zweites Klavierkonzert! Später studierte er an
der 'Musikhochschule des Saarlandes' in Saarbrücken und
1969 gewährte ihm die 'Brahmsgesellschaft Baden-Baden'
einen neunmonatigen Aufenthalt im damals gerade eröffneten
Studio des Brahmshauses in Baden-Baden. 1970 wurde Jeannot
Heinen beim Südwestfunk Baden-Baden (dem heutigen SWR)
tätig und dort 1971 als Archivreferent und Dokumentationsredakteur
mit der Leitung der Musikdokumentation beauftragt
Im Juni 1980 lernte Heinen die bulgarische
Violinvirtuosin Dora Entcheva kennen, die er später heiratete.
Aus der Ehe ging die Tochter Marie-Denise Heinen hervor, die
heute bereits eine weit bekannte und hoch geachtete Violinsolistin
ist. 1981 berief die 'Brahmsgesellschaft Baden-Baden' Jeannot
Heinen als Programmreferent in ihren Beirat. Seit ist er 1983
Mitglied der 'Letzebuerger Gesellschaft fir Nei Musek' (LGNM)
Luxemburg.
1989 gründete der Komponist zusammen
mit Dora Entcheva, der Komponistin Violeta Dinescu und anderen
Musikern die Gesellschaft 'Korrespondenzen', eine Vereinigung
zur Förderung der zeitgenössischen Musik in Baden-Baden.
Heinens Werkkatalog umfasst heute weit über
400 Werke (ohne die etwa 82 frühen Jugendwerke und unvollendete
Kompositionen, die teilweise in spätere Werke einflossen
oder in einer Neufassung konzipiert wurden).
Im Anhang seiner Werkdokumentation gibt es
ein Namens-Register mit den ihm bekannten Interpreten seiner
Werke. Es sind 278 Solisten inkl. Duos bis Quartett, 37 Orchester
und Chöre. Ihnen sind zwar in 651 Fällen Ur- oder
Erstaufführungen zugeordnet, mit wiederholten Darbietungen
- bei Konzerten und Wettbewerben - wird diese Zahl jedoch
um das Mehrfache überschritten. Viele Aufführungen
sind auf 159 Audio- und mehr als 200 Video-Aufnahmen erhalten.
Und es werden immer mehr. Allein zu Heinens 70. Geburtstag
sind um die 30 Aufführungen vorgesehen.
Aus Kritiken über Heinens Kompositionen
wäre leicht zu zitieren. Was aber sagen bisher nicht
veröffentlichte Meinungen von Musikern, Musikwissenschaftlern
und anderen Komponisten über ihn und seine Musik? Hierüber
gibt es reichlich Material in den vielen Begleitakten zur
genannten Dokumentation. Etliche Äußerungen sind
hier zusammen gefasst.
Louis de Froment
Text aus einem Konzertprogramm vom 24. Mai
1963 des 'Ensemble Musical Limpertsberg' (Théâtre
Municipal Luxembourg - Alen Theater) unter der Leitung von
Jeannot Heinen: "II ne me reste qu'à vous souhaiter
un succès mérité et à exprimer
toute ma sympathie aux membres de votre orchestre et à
son chef plein de talents. Louis de Froment." Der damalige
Chefdirigent des Symphonieorchesters von RTL machte im Februar
1962 eine Aufnahme mit dem Finale aus Heinens 2. Symphonie,
op. 4.
Hans Werner Henze
Saarbrücken, 24.2.1967: "J'ai vu
la partition 'Befangenheit' de M. Jeannot Heinen, qui m'a
donné l'impression que ce jeune compositeur est extrêmement
doué et digne d'être aidé dans sa carrière.
- Hans Werner Henze." – 'Befangenheit' für
Sopran und 21 Instrumente, op. 19, auf einen Text von Camille
Frieden, wurde 1966 in Saarbrücken komponiert. Mit dem
Architekten Camille Frieden war Heinen in großer Freundschaft
verbunden. Aus ihr ergaben sich auch direkte Beziehungen zu
älteren Luxemburger Komponisten wie René Mertzig
und Jules Krüger und vielen Musikern des RTL-Orchesters.
Dadurch festigte sich Heinens Position in Luxemburg, denn,
ebenso wie es bei seinem Lehrer Edmond Cigrang der Fall war,
stieß seine neue musikalische Ausdrucksweise zunächst
auf eine gewisse Ablehnung
Götz Bernau, Wilhelm Kempff
Götz Bernau, Solist und Konzertmeister
des Sinfonischen Orchesters Berlin, regte Heinen 1969 zu einem
Stück für Violine und Orchester an. Daraus wurde
im Januar 1970 im Brahmshaus Baden-Baden, das 'Konzertstück
für Violine und Streichorchester', op. 37. Erste Ansichten
zu dem schon größtenteils in Reinschrift entstandenem
Stück gab der weltberühmte Pianist Wilhelm Kempff,
der das Brahmshaus, und in dessen Studio Jeannot Heinen am
15. Januar 1970 besuchte. "Das sieht aber gut aus",
meinte der (auch komponierende) Meister. "Haben Sie noch
mehr davon?"
Nach Einsicht der Noten schrieb Götz
Bernau zurück: "Ich möchte Ihnen meine ganze
Bewunderung dafür sagen. Für Violine zu schreiben
scheint für moderne Komponisten schwierig zu sein, denn
dem Instrument gerecht zu werdende Kompositionen gibt es nur
sehr wenige. Sie haben eine gute Verbindung zwischen Neuem,
ja Experimentellem und den Grundforderungen des Streichinstrumentes
gefunden. Nochmals meinen herzlichen Dank für Ihr schönes
Stück!"
Das Konzertstück wurde am 2.6.1973 in Berlin uraufgeführt
(Götz Bernau, Violine, Sinfonisches Orchester Berlin,
Leitung: Rainer Miedel). Aus einer Produktion von 1990 mit
Dora Entcheva als Solistin und dem RTL-Orchester unter der
Leitung von Marcel Wengler, erschien es auf einer LGNM-CD
(Anthologie de Musique Luxembourgoise Vol. 2).
Peter Härtling, Riedel-Quartett
Auf Götz Bernau geht auch eine Anregung
zu Heinens erstem Streichquartett op. 41 mit Sopran solo,
nach Gedichten von Peter Härtling zurück. Heinen,
der schon zuvor mehrere Gedichte von Härtling vertont
hatte (3 Lieder für Sopran und Streicherensemble, op.
28, Lieder für Sopran und Orchester, op.39), stand in
breitem Kontakt zu dem Schriftsteller und Dichter. Im Januar
1970, gerade nach Beginn der Entwürfe zum Streichquartett
(im Brahmshaus Baden-Baden) schrieb ihm Härtling: "Nun
sind Sie also in Baden-Baden. Ich hoffe, Sie haben dort gute
Möglichkeiten für Ihre Arbeit. Ich bin gespannt
und wünsche Erfolg. Ihr Peter Härtling." Die
Uraufführung war am 10. Januar 1973 in Berlin, mit dem
Streichquartett des Sinfonischen Orchesters Berlin. Die Sopran-Partie
sang Rita Oelsner, und die Kritik war überschrieben:
"Ohren werden hellhörig!" In der Folge wurde
das Werk immer wieder von anderen Quartetten aufgeführt.
Dazu eine Äußerung des Riedel-Quartetts (SWF) Baden-Baden,
mit mehreren Aufführungen und einer Aufnahme beim SWR
(damals SWF): "An das Streichquartett Nr. 1, das wir
zu Jeannot Heinens 50. Geburtstag im Luxemburger Sendesaal
(Villa Louvigny) aufführten, und an das Streichquintett
op. 88, denken wir besonders gern zurück, weil diese
Musik so gut durchdacht ist, so fantasievoll gestaltet und
weil sie die instrumentalen Möglichkeiten und Grenzen
voll berücksichtigt. Riedel-Quartett Baden-Baden. "
Mit dem Auryn-Quartett und der Sopranistin JaeEun Lee erschien
dieses Quartett 2003 auf einer Doppel-CD zu Peter Härtlings
70. Geburtstag.
Auch auf diese Weise können neue Werke
entstehen. Hier ist ein Auszug aus einem Brief von Gerry Welter,
Heinens altem Freund seit den Anfängen des Ensemble Musical
Limpertsberg: "Kehlen, 6.7.1978....wir führen manche
Konzerte mit unserem Ensemble auf ... sowie ein fantastisches
Quartett von B. Britten für Oboe und Streichtrio. ...
Uns wäre daran gelegen, wenn Dein Name in unserem Repertoire
vorhanden wäre. Hättest Du nicht die Möglichkeit,
uns eine kleine Komposition oder wenigstens einen Satz einer
mehrgliedrigen Komposition zu schreiben? So entstand, prompt,
'Jeux I', ein Divertimento für Flöte, Oboe und Streichorchester,
op. 93. Ein Stück, in dem sich -angeregt durch das Stichwort
'Oboe' - über der Streicherformation, Flöte und
Oboe (auch ein bisschen aleatorisch) um das Thema aus dem
3. Satz von Mozarts Flöten - / Oboen-Konzert streiten.
Solche Anregungen waren für Heinen immer
Nahrung zu fantasievollen, oft satirischen Inventionen. Er
brauchte stets diesen Spaß in der Musik, der, besonders
mit 'Aspekte über den Minutenwalzer von Chopin', op.
66, (1976) unzählige Pianisten in aller Welt begeisterte
und diesen, neben Konzerten, bei Wettbewerben Preise einbrachte.
René Hocke
1976/77 schrieb Heinen ein Konzert für
Klavier solo, das 'Philkarinische Konzert', op. 77, nach Gemälden
der Frankfurter Malerin Karin Wiesmann von Tzrebiatowski.
Eine bildnerische Antwort darauf waren vier neue Gemälde
der Malerin. Erster und alleiniger Interpret des gesamten,
sehr schweren Werkes (meist werden nur Einzelsätze daraus
gespielt) war und ist bisher der Luxemburger Walter Civitareale.
Der dritte Satz dieses Opus 77 ist in eine Mädchen-Figur
hinein komponierte und gilt bei Künstlern, über
das Musikalische hinaus, als ein 'Manierismus-Unikat'.
1979 bekam der berühmte Kulturhistoriker
und Manierismus-Forscher Prof. Dr. René Hocke (Autor
von 'Die Welt als Labyrinth') in Rom diese Heinen-Komposition
zu sehen. Er schrieb an den Komponisten: "Mit 'Manierismus'
ist es nicht leicht, weil das neue Bildungs-'gut' des 16.
Jahrhunderts noch nicht erreicht worden zu sein scheint, weil
manche Leute Angst vor einer Verulkung haben. Umso dankbarer
bin ich für die neue 'Idea fantasticissima' in der Komposition
von Jeannot Heinen."
Marco Boido
Aber auch in anderen römischen Musikkreisen
hat Heinen seine Anhänger. Marco Boido, Konzert- und
Operndirigent, Chef diverser Orchester und Chöre, Koordinator
der 'Accademia Filarmonica Romana' äußerte sich:
"Je travaille toujours avec grand plaisir avec Maître
Heinen, surtout pour ses grandes qualités humaines,
qui rendent les relations professionnelles extrêmement
profitables. J'ai pu interpréter certaines de ses compositions,
et je peux affirmer que Maître Heinen réussit
à exprimer avec grande efficacité des situations
d'intense pathos comme des moments de grande ferveur. D'autre
part, il sait, avec la même habileté, créer
des parodies spirituelles et brillantes. II utilise des langages
toujours variés sans jamais céder à des
modes ou à d'inutiles intellectualismes; sa musique
parle tout de suite au cœur, elle est toujours agréable
à l'écoute, aussi parce qu'elle est soutenue
par une solide construction formelle, choisie à chaque
fois avec une grande sensibilité. Bien que je n'aie
dirigé que des morceaux pour orchestre à cordes,
je peux constater son raffinement dans la réalisation
de l'orchestration, toujours particulièrement soignée,
même dans les plus petits détails.
Werner Stiefel
In Baden-Baden, ist Heinen seit langem eine
angesehene Persönlichkeit, vielfach auch genannt: "Der
Baden-Badener aus Luxemburg!" Eine Stellungnahme dazu
von Prof. Werner Stiefel, bis vor kurzem Generalmusikdirektor
der Baden-Badener Philharmonie. "Seit nahezu 40 Jahren
wirkt Jeannot Heinen als bedeutende Persönlichkeit im
Baden-Badener Musikleben. Sein kompositorisches Oeuvre ist
höchst umfangreich und vielseitig. Es umfasst circa 500
Kompositionen, von denen ich einige mit der Baden-Badener
Philharmonie erfolgreich uraufgeführt, beziehungsweise
wiederaufgeführt habe. Sie sind mir in sehr lebendiger
Erinnerung geblieben, da ich sie als originelle und hoch interessante
Auseinandersetzung mit dem Tonmaterial der zeitgenössischen
Musik betrachte. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit
hat Jeannot Heinen sich große Verdienste als Spiritus
Rector und Organisator erworben. Er hat viermal die Baden-Badener
Brahms-Symposien initiiert, eine Konzertreihe, die im wechselnden
Zyklus mit den traditionellen Brahms-Tagen stattfand und die
vor allem die zeitgenössische Auseinandersetzung mit
dem Brahms'schen Werk zum Inhalt hatte. Als erster Vorsitzender
der 'Korrespondenzen Baden-Baden' hat er allein 17 Mal die
Internationalen Baden-Badener Herbst-Korrespondenzen durchgeführt,
ein Veranstaltungszyklus, der im reichen Baden-Badener Konzertkalender
durchaus einmalig ist und der vor allem die Auseinandersetzung
von jugendlichen Musikern mit der neuen Musik ermöglicht.
Möge Jeannot Heinen auch in Zukunft dieselbe Aktivität
und Lebendigkeit erhalten bleiben!"
Violeta Dinescu
Und über Baden-Baden gibt es seit 19
Jahren eine enge Freundschaft mit der rumänischen Komponistin
Violeta Dinescu, die eine große Verehrerin der ganzen
Familie Heinen ist (Frau Dinescu ist Mitbegründerin der
'Korrespondenzen Baden-Baden'. Äußerung von Violeta
Dinescu: "Seitdem ich Jeannot Heinen kenne, entdeckte
ich durch seine Persönlichkeit immer wieder, wie wunderbar
es sein kann, die Musik als Lebensform zu gestalten und das
Leben mit Musik erfüllen zu können. Außerdem
hat er etwas wertvolles auch für die Menschen um ihn
herum: le don naturel de l'amitié!"
Michael Harms, Eckhard Lange
Neben seiner hoch geschätzten 'Kunst-Musik'
befasst sich Heinen, der in den frühen Luxemburger Jahren
gern für Amateure schrieb - ein Beispiel war das von
ihm gegründete 'Ensemble Musical Limpertsberg' -, immer
noch mit einfacherer, populär wirkender Musik, die aber
auch den Charme seiner Musiksprache erfüllt.
1987/88 komponierte er - als Auftragswerk
des Initiativkreises Kulturpflege Kuppenheim (eine Nachbarstadt
von Baden-Baden) - ein Singspiel in 2 Akten 'für Kinder
und Erwachsene', zum Anlass der 700-Jahrfeier des Stadtteils
Oberndorf. Titel: 'Der Pfingstträg, oder Lob der Faulheit,
nach einer alten Dorflegende'. Der Librettist, Dr. Michael
Harms, meinte dazu: "Heinen bewies als Pfingstträg-Komponist
bemerkenswerte Einfühlung in die liedgeprägte Vorstellungswelt
der Laien-Sängerinnen und -Sänger, ohne den Anspruch
auf eine eigenständige Musik von hohem Niveau aufzugeben
- und so bei allen Mitwirkenden ein tieferes Verständnis
auch für ungewohnte Klänge zu wecken. Er vereinte
beim Einstudieren der Musik so viel Humor mit Zielstrebigkeit,
Temperament mit Verständnis für jeden im Ensemble,
dass Proben wie später die Aufführungen von größtem
Spaß an der Sache geprägt waren." Ideengeber
und Regisseur des Singspiels, Eckhard Lange, ergänzt:
"Ein kleines Dorf, längst eingemeindet in das Städtchen
Kuppenheim bei Rastatt, feierte 1987 noch einmal richtig sich
selbst und sein Brauchtum: 700 Jahre Oberndorf. Jeannot Heinen
lieferte die Musik zu einem Singspiel von Michael Harms mit
Kinder- und Erwachsenenchören und einer Instrumentalbesetzung,
die den Verhältnissen in einer Turnhalle angepasst war.
Und der Dirigent Heinen zwang sie alle unter seinen Taktstock:
Kinder und Greise als Dorfleute und Räuber auf der Bühne
wie auch das mit Akkordeonisten, Streichern und Schlagzeugern
besetzte Salonorchester davor. Allein das Schlagzeug mit kleiner,
großer und Schellen-Trommel, vier kleinen Tom-Toms,
kleinem und großem Becken, 2 Woodblocks, Triangel, Kuhglocke,
großem und kleinem Kochtopf, Schiedsrichterpfeife, Gong,
Claves und 2 Pauken hatte es in sich. Das Publikum tobte."
Venzeslav Nikolov
Unzählige Verehrer und Freunde hat Jeannot
Heinen in Bulgarien, der Heimat seiner Frau, der Violinistin
Dora Entcheva. Besonders in ihrer Heimatstadt Burgas, aber
auch in der Hauptstadt Sofia, unterstützt er seit 25
Jahren junge Musiker und wird von ihnen oft mit 'Tschitscho'
( = Onkel) angeredet.
Einer der bedeutendsten bulgarischen Cellisten,
Prof. Venzeslav Nikolov, (er spielte 1987 Heinens Variationen
für Cello solo op. 80 in Luxemburg) betonte einmal: "Jeannot
und Dora sind wahre Helden dadurch, wie sie so vielen jungen
Menschen geholfen haben."
In einer Geburtstagsgratulation 1997 der
Gesellschaft Korrespondenzen Burgas und des Gymnasiums für
Musik und darstellende Kunst, Pantcho Vladigerov, hieß
es: "Wir schätzen Leben und Werk des hervorragenden
Komponisten Jeannot Heinen hoch. Er hat einen großen
Beitrag zur Entwicklung und Popularisierung der Musik des
20. Jahrhunderts geleistet. Wir schätzen seine Mühen,
die Jugend in die wahren Musikwerte und die heutigen musikalischen
Ereignisse einzuschließen. Jeannot Heinens tiefgehendes
Interesse an der Musikkultur unterschiedlicher Nationen, dazu
auch der Bulgarischen, begeistert uns."
Radka Chomakova
Die renommierte Pianistin Radka Chomakova,
Leiterin des 'Russischen Festivals"' in Burgas - sie
spielte zahlreiche Klavierwerke und Kammermusikwerke von Heinen,
u.a. die Uraufführung seiner Klaviersonate op. 111, studierte
diese Werke auch mit Schülern ein für Konzertaufführungen
und Wettbewerbe - schickte ihm folgende Worte: "Es gibt
Menschen, für die wir sagen: die sind uns geschenkt worden
- vom Kosmos, vom Himmel, von Gott. Du bist einer von diesen.
Deine Musik ist wie ein unerwartetes, unglaubliches Abenteuer,
wie ein Eintauchen in eine andere Welt, vielschichtig und
wunderschön. Dein unerschöpflicher Reichtum an Einfällen,
Dein überragendes Wissen, Deine unendliche Menschlichkeit-
ich danke Dir, dass es Dich gibt, ich danke, dass ich Dich
kennenlernen durfte, Deine Musik spielen kann. Mit Liebe -
Rada."
Alexander Raitchev
Eine große Freundschaft verband Heinen
mit einem der bedeutendsten bulgarischen Komponisten, Vorsitzender
des bulgarischen Komponistenverbands, lange Minister für
Kultur, Prof. Alexander Raitchev (1920-2003). In einem Kapitel
seiner Biographie 'Meine Freunde' ... (u.a. Shostakovich,
Khatchaturian ...) steht: Ich habe einen Kollegen - Jeannot
Heinen – kennen gelernt, Luxemburger, verheiratet in
Deutschland mit der bulgarischen Violinvirtuosin Dora Entcheva.
Ein liebevoller, hochbegabter Komponist, mit dem wir musikalischen
Austausch haben. Er tat sehr viel für mich, damit meine
Musik in Deutschland bekannt werden konnte, und dasselbe habe
ich auch für ihn in Bulgarien getan. (...) Jeannot Heinen
war besessen und hoch inspiriert von der Idee, europäische
Musik in sämtlichen Ländern zu popularisieren durch
eine Vereinigung für zeitgenössische Musik (Korrespondenzen).
Er trug dazu bei, dass Komponisten aus Europa sich zusammengetan
haben, um zahlreiche, gemeinsame Gespräche über
ihre Musikauffassungen ausdrücken zu können. Er
ist in meiner Vorstellung Mitstreiter in der Weiterentwicklung
der Popularisierung der zeitgenössischen Musik in Europa.
(...)"
René Molling
Auf Luxemburger Seite gibt es unzählige
Elogen über Heinens Werk. Rene Molling wagte 1979 in
einem Vortrag den Vergleich zu einer Mozart-Anekdote: "Ein
junger Pianist, der gerne komponieren wollte, fragte Mozart,
wie er das machen sollte? Mozart meinte: 'Warte damit noch
bis du erwachsener bist'. – 'Aber soviel ich weiß,
haben Sie doch bereits mit sechs Jahren komponiert', erwiderte
der Kleine. 'Das stimmt', sagte Mozart, 'aber ich habe auch
niemanden gefragt, wie ich das machen soll'.- Ähnlich
- so Molling - hat Jeannot Heinen 1949 einfach mal angefangen.
Alex Mullenbach nannte ihn: 'E Komponist mat engem immensen
Können'."
Paul Ulveling
Bei der Eröffnung einer Ausstellung
in Baden-Baden, zum 60. Geburtstag von Jeannot Heinen, sagte
Paul Ulveling in seiner Rede: "Die Musica ist eine Königin,
eine Königin des Tages und der Nacht und sie hat, in
Dir, einen ihrer treuesten und besten Hoflieferanten gefunden
!
Guy Wagner
Guy Wagner schätzte Jeannot Heinen so
ein: "Jeannot Heinen est non seulement un de nos compositeurs
les plus prolifiques, mais représente à lui
seul une génération dans l'évolution
de l'écriture musicale du Grand-Duché. II n'était
que normal qu'à un moment où presque personne
encore n'a tenu compte de ce que les créateurs écrivaient
au Luxembourg, Jeannot Heinen ait quitté le pays pour
s'installer à Baden-Baden. La diversité de son
écriture qui l'a fait toucher avec une rare réussite
à tout et qui démontre à la fois combien
il est réceptif aux évolutions musicales et
combien parfaitement il sait assimiler les différents
genres et styles, cette diversité n'est pas sans rappeler
en peinture un Picasso, et tout comme Picasso, Jeannot Heinen
est passé par plusieurs "périodes"
d'écriture musicale, au cours desquelles son talent
s'est de plus en plus montre et son style, son écriture
personnelle se sont de plus en plus développés.
Ce qui le lie encore à Picasso, c'est le goût
du jeu, l'esprit ludique de sa musique et c'est le travail
sur des références à d'autres maîtres.
Tout comme Picasso s'est mis à étudier un Velasquez,
par exemple, Jeannot Heinen a retravaillé des thèmes
et motifs d'autres compositeurs comme Bruckner, Brahms, Bach,
Chopin, Schubert, mais également des mélodies
populaires, notamment bulgares et luxembourgeoises et il le
fait à la fois en hommage, mais aussi avec un charmant
irrespect."
S. Ivanova
Artikel in der Presse von Sofia (Bulgarien)
Juni 1993: "Durch die Idee von Prof. Alexander Raitchev
wurde der Luxemburger Komponist Jeannot Heinen vom bulgarischen
Komponistenverband (SBK) eingeladen und stellte sich dem bulgarischen
Publikum vor mit Werken, die ihn als Schöpfer mit originellem
Stil und zeitgemäßem Denken offenbarten. Die ''9
Caprices Luxembourgeois', die 'Aspekte über den Minutenwalzer
von Chopin' und das 'Streichquintett Hommage à Bruckner'
haben sehr stark beeindruckt mit ihrer Poesie und Leidenschaft
des musikalischen Ausdrucks, mit ihrer lebensbejahenden Philosophie,
mit ihrem neuen Blick auf die Möglichkeiten instrumentaler
Wiedergabe. (...) Heute ist Jeannot Heinen ein überzeugender
(glanzvoller und wichtiger) Vertreter der mittleren Komponistengeneration
Luxemburgs, der seine Musik in alle Richtungen entfaltet.
Er hat sehr interessante Ansichten und meint, dass die Musik
ein Erlebnis sein muss. Wenn dieses fehlt, dann verwandelt
sich die Musik in eine Aufgabe, die professionell rein mechanisch
gelöst wird. S. Ivanova"
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